Montag, 20. Februar 2017

Montagsfrage #88

Die Montagsfrage gibt es jede Woche bei Buchfresserchen.
Die Frage in dieser Woche:

Gibt es ein Zitat aus einem Buch, das dir in letzter Zeit (oder überhaupt) im Gedächtnis geblieben ist?


Ich bin ja ein großer Zitate-Fan und baue sie inzwischen auch regelmäßig in meine Rezensionen ein. Da gab es viele Sätze in den letzten Monaten, die mir sehr gut gefallen haben. Ich werde hier mal zwei Zitate auflisten, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Erst eines, dass ich erst letzte Woche entdeckt habe, und ein älteres.

Das erste Zitat stammt aus Das Mädchen von Stephen King, das ich letzte Woche gelesen habe und mir sofort ins Auge gesprungen ist:

"Die Welt hatte Zähne, und sie konnte damit zubeißen, wann immer sie wollte." - Seite 11

Dann gibt es noch eines (von vielen) Zitaten, die mir aus meine Lieblingstrilogie Die Seiten der Welt von Kai Meyer sehr gefallen haben. Dieses stammt aus dem finalen Band Blutbuch:

"Die Geister der Bücher bevölkerten den leeren Saal. Ihr Duft war längst verflogen, doch selbst nach Jahren hallten die Echos ihrer Geschichten flüsternd zwischen den kahlen Wänden wieder." - Seite 7


Habt ihr auch Lieblingszitate?

Freitag, 17. Februar 2017

Rezension zu "Todesmarsch" von Stephen King

Zum Buch


Ein Marsch um Leben und Tod...

Es ist der 1. Mai. Wie jedes Jahr an diesem Tag findet ein Wettbewerb statt, bei dem nur einer gewinnen kann: Der Todesmarsch. Einhundert Jugendliche, alle siebzehn Jahre alt, brechen an der kanadischen Grenze zu diesem Marsch auf - mit Regeln, die strengstens eingehalten werden müssen. Es wird nur einen einzigen Gewinner geben, dem mit dem Sieg alle Türen offen stehen. Den neunundneunzig Verlieren hingegen erwartet das Schlimmste...


"Der Major blickte auf eine Taschenuhr aus rostfreiem Stahl. Langsam hob er seine Hand, und jetzt hing alles von seinen Fingern ab. Die hundert Jungen blickten ihn aufmerksam an; die Stille war grauenvoll intensiv. Die stille füllte alles aus." - Seite 8, eBook


Todesmarsch ist eines von Stephen Kings älteren Werken, das zuerst unter seinem Pseudonym Richard Bachmann erschienen ist.  (Die erste deutsche Ausgabe erschien 1987). Es ist ein sehr unheimliches Buch, dessen Handlung schnell erzählt ist: Einmal im Jahr, am 1. Mai treten einhundert Jugendliche zu dem sogenannten Todesmarsch an, bei dem es sprichwörtlich um Leben und Tod geht. Die Regeln sind einfach, aber knallhart. Auch der 16-jährige Ray Garraty gehört zu den Teilnehmern. Er ist die Hauptfigur des Buches, in dessen Leben man im Laufe der Handlung kleine Einblicke bekommt. Auch über einige Teilnehmer, die in seinem Umkreis marschieren, erfährt man etwas. Jedoch bleibt das meiste eher vage und oberflächlich.
Die Story plätschert zwar so vor sich hin, doch sie verliert in keinem Moment von ihrem Schrecken. Dieses Element ist Stephen King sehr gut gelungen. Im letzten Drittel kann man das Buch dann nur noch schwer aus der Hand legen, weil man wissen muss, wer gewinnt - und wann. Allerdings ist das Ende dann doch etwas abrupt.
Das aktuelle Cover mit dem blutigen Turnschuh ist gut gewählt und passt zur Handlung.


"Alle starrten mit fasziniertem Entsetzen auf die Straße hinunter, als wäre sie ein Seil über einem bodenlosen Abgrund, den sie unbedingt überqueren mussten." -Seite 71, eBook


Mein Fazit: Ein Roman, der es trotz seiner eher ruhigen Handlung in sich hat. Es wird unheimlich - mit einem Horror, der während der ganzen Geschichte bestehen bleibt. Wie oben schon beschrieben, ist dieses sehr gut gelungen. Doch mir hat bei diesem Buch etwas die Tiefe gefehlt - der Kern der Handlung ist klar, doch es fehlt ein Gerüst drum herum. Zudem bleiben einige Fragen offen, die mich etwas ratlos zurück gelassen haben. Dennoch ist es kein schlechtes Buch, sondern im guten Mittelbereich angesiedelt. Für King-Fans lesenswert, ich vergebe hierfür 3,5 Sterne.

Meine Bewertung: 




Titel: Todesmarsch
Autor: Stephen King
Genre: Horror
Seitenanzahl: 400
Verlag: Heyne

Mittwoch, 15. Februar 2017

Rezension zu "Das Mädchen" von Stephen King

Zum Buch


Verirrt im endlosen Wald...

Zusammen mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder Pete unternimmt die neunjährige Trisha McFarland einen Wanderausflug. Während sich die beiden vor ihr mal wieder streiten, verlässt das Mädchen kurz den Hauptweg - und verläuft sich daraufhin völlig. Fest davon überzeug, schon bald wieder auf den markierten Wanderweg zu stoßen, geht Trisha weiter - doch sie gerät nur noch tiefer in den riesigen und schier endlosen Wald. Bald steigt Panik in ihr auf: Noch ahnt niemand, dass sie verschwunden ist und ist damit ganz auf sich allein gestellt. Mutig läuft Trisha weiter, in der Hoffnung bald wieder auf die Zivilisation zu stoßen. Doch dann wird es langsam dunkel - neben Durst, Hunger und den Mückenschwärmen macht ihr auch die Einsamkeit zu schaffen. Und dann ist da noch die Angst vor dem Unbekannten, dass durch die Wälder streift und sie zu verfolgen scheint...


"Die Welt hatte Zähne, und sie konnte damit zubeißen, wann immer sie wollte." - Seite 11


Ich habe Das Mädchen vor über zwölf Jahren schon einmal gelesen und war auch jetzt, beim zweiten Mal wieder völlig gefesselt von der Geschichte. Morgens um zehn sitzt Trisha noch sicher bei ihrer Mutter im Auto, um elf hatte sie sich hoffnungslos im Wald verirrt und muss von nun an gegen Angst und Einsamkeit kämpfen.
Auch wenn der Roman mit 304 Seiten eher kurz ist, hat er eine große Intensität. Perfekt beschreibt King den Weg des erst neunjährigen Mädchens - ihre Handlungen, Gedanken und Hoffnungen werden sehr lebendig. Auch Trishas Begeisterung für die Red Sox und ihrem großen Idol Tom Gordon spielen eine zentrale Rolle - zuerst etwas gewöhnungsbedürftig, so oft von dem Baseball-Team zu lesen, doch im Nachhinein betrachtet sehr gut platziert. Daher passt der Titel der amerikanischen Ausgabe -The Girl who loved Tom Gordon- schon sehr gut.
Die Geschichte ist eher ruhig - doch das mindert die Spannung keineswegs. Man fiebert und leidet  richtig mit der sympathischen Trisha mit und hofft, dass alles gut ausgeht. Denn sie ist nicht allein im Wald...


"Wenigstens scheint der Mond", sagte sie, als sie so neben dem Baum stand und sich nervös auf ihrer kleinen halbmondförmigen Lichtung umsah. Sie wirkte jetzt noch kleiner, als seien die Bäume und das Unterholz näher heran gekrochen, während sie geschlafen hatte. Heimlich näher gekrochen. -Seite 113


Der Roman, der erstmals im Jahr 2000 in Deutschland erschien, hatte im Laufe der Jahre verschiedene Cover. Mein Exemplar (aus dem Schneekluth-Verlag, Abbildung unten) stammt aus dem Jahr und ist eine Klappenbroschur, eher schlicht gehalten und hat als sowohl auf dem Cover, als auch im Buch viele Mücken abgebildet. Diese Details machen das Buch auf unheimliche Weise zu einem richtigen Hingucker. 
Doch auch das aktuelle, oben abgebildete Cover ist sehr gut gelungen.


"Trisha weinte nicht, nicht jetzt. In diesem Augenblick hatte sie zu viel Angst, um zu weinen. Irgendwas beobachtete sie. Irgend etwas." - Seite 116


Mein Fazit: Das Mädchen gehört mit zu meinen liebsten Büchern von Stephen King. Zwar nicht der typische Horror, den man von ihm gewohnt ist und in zahlreichen seiner Bücher findet, aber nicht weniger intensiv. Es ist ein eher leises Buch, unheimlich und packend, aber auch sehr berührend. Mit der neunjährigen Trisha hat King einen sehr eindrucksvollen Charakter geschaffen. Sie gehört meiner Meinung nach zu seinen besten Figuren. Wer mal etwas ruhigeres mit gut platzierten Horrorelementen lesen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Für mich ein Lesehighlight!

Meine Bewertung: 






Titel: Das Mädchen
Autor: Stephen King
Genre: leichter Horror
Seitenanzahl: 304
Verlag: Knaur TB (aktuelle Ausgabe)


Dienstag, 14. Februar 2017

Gemeinsam Lesen #93



Die Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

- Ich lese gerade "Das Mädchen" von Stephen King und bin auf Seite 11 von 304.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Zum Buch

"Die Welt hatte Zähne, und damit konnte sie zubeißen, wnn immer sie wollte."


3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?

- Gerade habe ich mit einem Buch begonnen, dass ich vor gut zwölf Jahren zum ersten Mal gelesen habe: Das Mädchen von Stephen King. Das Cover der Klappenbroschur aus dem Jahr 2000 gefällt mir bis heute immer noch am besten und hat seit vielen Jahren einen Stammplatz in meinem Regal. Im Roman geht es um die 9 jährige Trish, die zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder eine Wanderung im Wald machen möchte. Sie verlässt nur kurz den Weg - und verläuft sich. Mitten im Wald wird sie mit einigen Dingen konfrontiert...
Viele Erinnerungen habe ich nicht mehr an das Buch, nur dass das Mädchen und ihre Lage unheimlich detaillreich beschrieben wurde. Ich bin sehr gespannt!


4. Liest du heute zum Valentinstag eine besondere Liebesgeschichte?

- Wie man an meinem aktuellen Buch sieht: Nein. :D Ich lese einfach das, worauf ich gerade Lust habe, unabhängig von bestimmten Feiertagen.

Rezension zu "Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten" von Becky Chambers

Zum Buch


Auf abenteuerlicher Reise mit der Wayfarer...

Mit ihrer neuen Stelle als Verwaltungsassistentin auf der Wayfarer erhofft sich die junge Rosemary Harper einen Neuanfang. Der etwas ramponierte und altmodisch wirkende Raumkreuzer, der Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien schafft, indem sie Löcher ins Weltall bohrt, soll ihr neues Zuhause werden. An Bord wird sie herzlich empfangen und lernt die besondere Crew, die aus verschiedenen Spezies besteht, kennen.
Captain Ashby hofft unterdessen auf profitablere Angebote im Tunnelbau und erhält schon bald ein Angebot, das zugleich sehr lukrativ, aber auch gefährlich ist: Die Wayfarer soll einen neuen Raumtunnel zu dem weit entfernten Hauptplaneten der Toremi anlegen. Bisher unbekanntes Territorium, da das Volk der Toremi als sehr angriffslustig gilt. Doch Ashby sagt zu - damit beginnt für Rosemary und die restliche Crew ein großes Abenteuer, dessen Ausgang noch ungewiss ist...


"Sie befand sich weit weg von allem. Hier gab es keine Planeten, keine Raumschiffe, keine funkelnden Orbiter. Nichts als Leere, grauenhafte Leere, und hin und wieder ein paar Felsbrocken." -Seite 7, eBook


Ich war im Vorfeld sehr gespannt, was mich in diesem Roman erwarten wird - der Inhalt ist tatsächlich überraschend. Überraschend in dem Sinne, dass die Handlung unheimlich locker aufgebaut ist und es einige Situationen gibt, die den Leser zum schmunzeln bringen. Mir hat besonders der Anfang des Buches sehr gefallen: Rosemarys Ankunft auf dem Raumschiff Wayfarer, man lernt die interessante Crew, die nicht nur aus Menschen besteht, sehr gut kennen. Auch die Wayfarer an sich mit ihren vielen interessanten Räumen ist toll beschrieben. Neben diesen Abschnitten wird aber auch schnell klar, das Rosemary ein Geheimnis verbirgt...
Neben außergewöhnlichen Orten wird auch das Zusammenleben der verschiedenen Spezies sehr gut geschildert. Besonders die Gemeinschaft und der Respekt gegenüber anderer Kulturen spielt eine zentrale Rolle. Gerade dieses ist der Autorin wirklich gut gelungen.


"Eine Menagerie aus Geschöpfen, die sich in einer schwindelerregenden Vielfalt von Sprachen unterhielten, Hände schüttelten, Pfoten packten und über Tentakel strichen. Wie konnte man einen solchen Ort nicht großartig finden?" (Captain Ashby über den Markt Port Coriol) -Seite 101, eBook


Doch es gibt leider auch ein 'aber':Auch wenn mir die Wayfarer-Crew schnell sehr sympathisch war, hat mir bei der reinen Handlung etwas der rote Faden gefehlt. Ich hatte das Gefühl, dass diese zwischendurch immer wieder von Weg abkommt und sich in Nebensächlichkeiten verliert. Dieses fand ich etwas schade, gerade weil die Idee der Story mir sehr gut gefallen hatte.

Mein Fazit: Ein Space-Abenteuer der etwas anderen Art! Doch auch wenn mir der Schreibstil, die tollen Beschreibungen der verschiedenen Handlungsorte und die vielfältigen Figuren sehr gefallen haben, konnte mich die Handlung nur teilweise überzeugen. Nach einem vielversprechendem Anfang geht die eigentliche Story etwas unter.  Dadurch wurde anfängliche Begeisterung etwas gedämpft.

Kurz gesagt: Toller Schreibstil, spannende Schauplätze, interessante Figuren - leider mit schwacher Handlung, die etwas untergeht.

Meine Bewertung: 



Titel: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten
Autorin: Becky Chambers
Genre: Science-Fiction / Space-Opera
Seitenanzahl: 544
Verlag: FISCHER Tor

Montag, 13. Februar 2017

Montagsfrage #87

Die Montagsfrage gibt es jede Woche bei Buchfresserchen.
Die Frage in dieser Woche:

Welche Neuerscheinung, auf die du dich freust, erscheint als nächstes?

Es gibt einige Neuerscheinungen in den nächsten Monaten auf die ich mich sehr freue, daher habe ich zwei Bücher ausgewählt, auf die ich besonders gespannt bin:



Das ist einmal Das Labyrinth der Lichter von Carlos Ruiz Zafón. Der vierte Band um den Friedhof der vergessenen Bücher erscheint am 16.03.2017.
  






 

Ebenfalls sehr gespannt bin ich auf den 8. Band der Reihe um die charmante Hobbydetektivin Flavia de Luce von Alan Bradley. Mord ist nicht das letzte Wort erscheint am 25.04.2017

Zum Buch







Dann gibt es noch zwei Bücher, die bereits im Januar erschienen sind und auf die ich mich in den nächsten Tagen freue:
  • 4 3 2 1  von Paul Auster
  • Die Terranauten von T.C. Boyle

Samstag, 11. Februar 2017

Rezension zu "Die Gestirne" von Eleanor Catton

Zum Buch


Rätselhafte Verbrechen, Geheimnisse und die Suche nach der Wahrheit...

Neuseeland im Jahre 1866: Es ist die Zeit der Goldgräber. So ist das Küstenstädtchen Hokitika inzwischen ein begehrter Anlaufpunkt für viele Goldsucher. Eines Tages trifft auch der junge Walter Moody dort ein. Nach einer anstrengenden Überfahrt möchte er eigentlich nur noch etwas Ruhe im Hotel genießen. Doch der erste Abend in der Hafenstadt gestaltet sich anders als erwartet: Im Rauchzimmer des Crown-Hotel trifft er auf zwölf Männer, die sich nicht zufällig dort getroffen haben. Sie wollen sich über einige rätselhafte Verbrechen, die sich in kürzester Zeit in Hokitika ereignet haben, unterhalten. Nach und nach erfährt Moody die ganze Geschichte und wird, eher er sich's versieht, mitten in die Geheimnisse und mysteriösen Verstrickungen hineingezogen...


"Die im Rauchzimmer des Crown Hotel versammelten zwölf Männer wirkten, als hätten sie sich dort zufällig eingefunden. Aus ihrem Betragen und ihrer Kleidung zu folgern - Gehrock, Frack, Seemannsjacken mit Gürtel und Beinknöpfen, gelber Moleskin, Kammertuch und Serge -, hätten sie zwölf Fremde in einem Eisenbahnwaggon sein können, jeder von ihnen auf dem Weg zu einem anderen Viertel einer Stadt mit genug Nebel und Wasserläufen, um sie voneinander zu trennen." -Seite 19, eBook


...mit diesem Satz beginnt die besondere und umfangreiche Geschichte von Eleanor Catton, die im 19. Jahrhundert während der Goldgräberzeit angesiedelt ist. Schon auf den ersten Seiten merkt man, das dieser Roman sehr ausführlich und mit vielen kleinen Details ausgestattet ist - wie beispielsweise Walter Moodys erster Eindruck von den zwölf so unterschiedlichen Personen, die die sich im Rauchzimmer des Hotels versammelt haben - Ihr Aussehen, ihre Handlungen und ihre Position im Raum wird genauestens beschrieben. Gerade dieses hat mir unheimlich gut gefallen und gibt einen ersten Einblick in die außergewöhnliche Schreibweise der Autorin. Die erste Hälfte des 1.040 Seiten starken Roman erfährt man aus vielen Blickwinkeln alles über die rätselhaften Verbrechen und Vorkommnisse, die sich jüngst in Hokitika ereignet haben. Man lernt die zwölf Männer und auch Walter Moody sehr gut kennen, bekommt einen informativen Einblick in deren einzelner Leben. Und auch über die Zeit des Goldrauschs, der in diesen Jahren auf dem Höhepunkt ist, gibt es ein paar  interessante Fakten. Das Besondere an diesem Roman: Man weiß lange überhaupt nicht, in welche Richtung die Geschichte gehen könnte und was noch so alles passieren wird. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber sie nimmt aufgrund der ganzen Verstrickungen einen wirklich sehr interessanten Verlauf...

Damit man bei der umfangreichen Handlung nicht den Überblick verliert, gibt es immer wieder hilfreiche Zusammenfassungen der Geschehnisse, dieses fand ich sehr gut. Dazu gibt es auch ein kleines Personenregister am Anfang des Buches.
Wie schon gesagt, sticht hier die einzigartige Schreibweise hervor: Lange verschachtelte Sätze, bildhafte, ausführliche Beschreibungen und durch die ungelösten Verbrechen auch ein kleiner Krimi - Gerade durch diese ganzen Elemente ist dieser Roman etwas besonderes.


"Im Rauchzimmer des Crown Hotel trat Schweigen ein - ein Schweigen, das wirkte, als hielte für einen Augenblick jeder Anwesende den Atem an und als verharrte sogar der Rauch, der von den Pfeifen, Zigaretten und Zigarren aufstieg." - Seite 331, eBook


Mein Fazit: Ein außergewöhnlicher und atmosphärisch sehr dichter Roman, der mir sehr gut gefallen hat! Es ist unheimlich spannend zu sehen, wie sich die Geschichte entwickelt. Es gibt anfangs viele lose Fäden -  wie sich einiges dann zusammensetzt, ist völlig überraschend. Nach und nach kommt man schließlich hinter so manches Geheimnis. Toll geschrieben, doch es ist kein Buch für zwischendurch - es erfordert an vielen Stellen vollste Konzentration und vielleicht auch etwas Durchhaltevermögen - doch es lohnt sich auf jeden Fall! Auch wenn es zwischendurch immer mal kleinere Längen gab, hat Die Gestirne mir sehr gefallen und kann es allen empfehlen, die mal ein etwas anderes Buch lesen wollen. Von mir gibt es hierfür 4,5 Sterne.

Meine Bewertung:




Titel: Die Gestirne
Autorin: Eleanor Catton
Genre: Roman
Seitenanzahl: 1.040
Verlag: btb

Zurzeit erhältlich als Gebundene Ausgabe und als eBook. Am 27. März 2017 erscheint der Roman auch als Taschenbuchausgabe.


Vielen Dank an das Bloggerportal und btb für das Rezensionsexemplar! :)