Samstag, 28. Mai 2016

Rezension zu "Wüste Welt" von Wolfgang Popp

Zum Buch
Ein Roadtrip der besonderen Art...


Aufgrund einer sehr rätselhaften SMS seines Bruders macht sich ein Musiker aus Wien auf den Weg nach Marokko. Nachdem er in Agadir gelandet ist, begibt er sich sofort auf die Suche. Laut den Aussagen einiger Bewohner wurde sein Bruder vor gut einer Woche zum letzten Mal gesehen. Nach und nach wird die Reise für ihn zu einem abenteuerlichen Roadtrip. Immer wieder gibt es mysteriöse Hinweise auf den Verbleib seines Bruders, die ihn schließlich zusammen mit einem älteren Paar weit hinein in die Wüste führt - zu einer Zeremonie von Geisterbeschwörern. Wird der Musiker seinen Bruder finden?

"Das Hotel ist direkt an den Rand der Klippen gebaut. Gut dreißig Meter unter mir liegt der Strand, die Wellen branden heran, dann fällt mir ein heller Schleier auf, der im Wind tanzt, lang ist er, zwei Meter, vielleicht sogar drei, ein weißer Drache, der sich durch die Lüfte windet." - Seite 52

Ich habe dieses Buch zusammen mit der Lovelybox gewonnen und war sofort sehr neugierig auf die Geschichte. Diese ist außergewöhnlich und sehr geheimnisvoll: Man weiß als Leser nicht wirklich, was einem in diesem Buch erwarten wird. Nach den ersten Seiten weiß man nur eines: Man will es unbedingt herausfinden. Durch das gesamte Buch zieht sich von Anfang an eine leicht unheimliche Atmosphäre, beginnend mit der rätselhaften SMS, auf die interessante Begegnungen und mysteriöse Hinweise folgen. Nur an eine Sache konnte ich mich nicht ganz gewöhnen: Sowohl der Bruder, als auch der Hauptprotagonist (aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist) bleiben namenlos, während aber alle anderen Nebenfiguren mit Namen genannt werden. Vielleicht trägt aber genau diese Tatsache zu der speziellen Atmosphäre bei.

"Die Wüste ist nicht abweisend, sie besteht nur darauf, das Sagen zu haben. Entweder man spielt nach ihren Regeln oder das Spiel ist aus." - Seite 117

Mein Fazit: Ein sehr außergewöhnliches Buch mit vielen Facetten: Die Beschreibung des Klappentextes trifft es sehr gut: Eine Mischung aus Wüstentagebuch, Roadtrip und Geistergeschichte - ohne Geister.  Es ist nicht sehr spannend - aber dafür unheimlich packend. Als erstes ist mir der Schreibstil aufgefallen: Sehr detailreich -  Menschen, Landschaften, Gefühle und Situation werden sehr genau beschrieben. Dieses passt unheimlich gut. Eine besondere Geschichte mit Überraschungen, die sehr lesenswert ist und fünf Sterne verdient hat.

Meine Bewertung:

Titel: Wüste Welt
Autor: Wolfgang Popp
Genre: Gegenwartsliteratur / Abenteuer
Seitenanzahl: 160
Verlag: Edition Atelier

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