Mittwoch, 22. Juni 2016

Rezension zu "Drüberleben" von Kathrin Weßling

Zum Buch

Der Kampf gegen die Monster im Kopf...

Ida Schaumann ist 24 Jahre alt und leidet an Depressionen. Mit der Hoffnung auf Hilfe lässt sich die junge Frau in eine psychiatrischen Klinik einweisen, in der sie nun die nächsten acht Wochen verbringen soll. So steht sie am vereinbartem Tag mit ihrem Koffer und der Diagnose F32.2. -"schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome" vor der Klinik. Zuerst ist alles ungewohnt, doch nach und nach pendelt sich der Klinikalltag ein. Ida lernt ihre Mitpatienten kennen, denen es so geht wie ihr - und irgendwie doch ganz anders. Nach und nach setzt sie sich mit ihren dunklen Gedanken auseinander und möchte nur eins: Endlich wieder leben. Neben einigen Rückschlägen gibt es auch immer wieder Fortschritte. Wird sie es schaffen?

Dieses Buch ist sehr direkt und bewegend geschrieben. Man lernt die Hauptfigur Ida sofort sehr gut kennen, nimmt teil an ihrem Leben in dem einiges aus der Bahn geraten ist. Die junge  Frau ist an einer Depression erkrankt und beschreibt ihre Situation (das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben) sehr ehrlich und mit passenden, oft direkten Worten:

" 'Da draußen' war schon seit geraumer Zeit für mich ein Garten aus Dornen und Gestrüpp geworden, in dem ich mich immerzu verlief, in dem ich mir Verletzungen zuzog, versuchte ich, den Garten aufzuräumen, zu entwirren oder auch nur kennenzulernen. " -Seite 32, ebook

 Anders als zuerst vermutet ist dieses Buch keine Autobiografie, auch wenn die Autorin Kathrin Weßling selbst an Depressionen litt und darüber in ihrem Blog berichtet hat. Es ist eher ein informativer Roman mit ehrlichen und aufrüttelnden Worten über eine an Depression erkrankte Frau und ihr Weg aus dem gefährlichen Labyrinth. Das Buch ist in drei Abschnitte eingeteilt:  FALLEN - LIEGEN - STEIGEN und schildert Idas Gefühle und Gedanken in verschiedenen Situationen.

Mein Fazit: Ein Roman, der tiefgründig und gleichzeitig auch sehr informativ ist. Die Autorin findet hier die richtigen Worte über eine Krankheit, die oft mit Worten nur schwer zu beschreiben ist. Der Schreibstil ist direkt, locker und sehr speziell  - aber irgendwie passend. Sehr geeignet auch für Angehörige von Erkrankten, die einfach mehr darüber erfahren möchten, was die Krankheit Depression mit den Betroffenen macht. Gut geschrieben.

Meine Bewertung: 




Titel: Drüberleben - Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein
Autorin: Kahrin Weßling
Genre: Roman / Ratgeber
Seitenanzahl: 320
Verlag: Goldmann

Kommentare:

  1. Das hab ich seit 3 Jahren hier! 3 Jahre! Ich habs mal angelesen, aber hat mich noch nicht so gepackt. Gekauft hatte ich es mir, als ich grad ne schlimme depressive Phase hatte und dann les ich schon mal solche Bücher. Ich hab mir aber vorgenommen, es in 2016 auf jeden Fall noch zu lesen!

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    1. Ich habe es als eBook gelesen.Gerade auch in Situationen, wenn es einem nicht so gut geht. Bin mal gespannt, wie es dir gefällt!
      Auch sehr empfehlenswert ist Matt Haigs "Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben.

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