Dienstag, 9. August 2016

Rezension zu "An den Rändern der Welt" von Olivier Adam

Zum Buch


Eine Reise in die Vergangenheit...

Um endlich Frieden in seinem Leben zu finden, zieht der Schriftsteller Paul mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern vom hektischen Paris in die Bretagne - voller Hoffnung auf ein neues Leben. Doch auch die idyllische Landschaft und das Meer lassen seine dunklen Gedanken nicht verschwinden - die Familie zerbricht. Die Trennung von seiner Frau vor sechs Monaten hat er bis heute nicht verarbeitet. Ausgerechnet jetzt bittet sein Bruder Francois ihn um Hilfe: Paul soll für einige Zeit nach Hause kommen, um sich um ihre Eltern zu kümmern - gesundheitlich steht es schlecht um ihre Mutter. Eher widerwillig macht Paul sich schließlich auf den Weg zu seinem Elternhaus und damit in den Ort, wo er aufgewachsen ist - den Ort, den er so gut es geht meidet. Langsam wird Paul klar, dass dieser Besuch für ihn auch eine Reise in seine Vergangenheit ist, wo er sich den Schatten und Ängsten erneut stellen muss...


"Ich spürte, wie mich ein heftiges Gefühl des Eingesperrtseins, von Traurigkeit und Langeweile überfiel, das ich aus der Kindheit kannte. Ich ging hinaus, bevor es mich vollends überwältigte." -Seite 81


An den Rändern der Welt war mein erstes Buch von Olivier Adam. Der besondere Titel und schließlich das schlichte Cover haben mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Nachdem ich die sehr tiefgründige Geschichte gelesen habe, kann ich sagen, dass beides perfekt zu dem Roman passt. Hauptprotagonist ist der Schriftsteller Paul, der sehr unter der Trennung von seiner Frau und den Kindern leidet. Die Erkrankung seiner Mutter führt in nun zwangsweise in sein Elternhaus zurück - und damit in seine Vergangenheit, in der nicht alles so war, wie er es sich gewünscht hätte...
In der Ich-Perspektive aus Pauls Sicht geschrieben, gibt es neben den aktuellen Geschehnissen auch sehr viele Rückblicke in dessen Vergangenheit. So lernt man nach und nach die Gründe und Auslöser kennen, die Paul oft die Freude am Leben geraubt haben.


"Ich ging wie ein Geist durch die Straßen, in denen ich gelebt hatte, die aber weder etwas von mir noch von uns bewahrt hatten. Wo waren wir geblieben?" - Seite 150


Mein Fazit: Ein sehr starkes und intensives Buch, dass noch lange im Kopf bleibt. Sehr sensibel und mit viel Feingefühl beschreibt Olivier Adam hier das Leben eines Mannes, der hoffte, am Meer endlich die oft trüben Gedanken hinter sich lassen zu können. Doch dazu muss er sich erst seiner Vergangenheit stellen. Ein sehr ernster Roman über die Flucht vor einer Krankheit, aber auch die Hoffnung, doch noch das Glück des Lebens zu finden. Einen halben Stern ziehe ich ab, da für mich einzelne, eher vulgäre Sätze immer nicht so ganz in den Stil der Geschichte gepasst haben. Ansonsten ist es aber ein Buch mit einem gut gewähltem Ende, das nahe geht und sehr lesenswert ist.

Meine Bewertung: 



Titel: An den Rändern der Welt
Autor: Olivier Adam
Genre: Roman / Drama
Seitenanzahl: 424
Verlag: Klett-Cotta

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