Samstag, 20. August 2016

Rezension zu "Der Turm der Welt" von Benjamin Monferat

Zum Buch


Die Exposition Universelle nähert sich dem Ende...

Paris im Oktober 1889: Die große Weltausstellung neigt sich in diesen Tagen langsam dem Ende zu. Zum großen Abschlussfeuerwerk  in wenigen Tagen werden noch einmal viele tausend Menschen in die Stadt strömen, die Vorbereitungen für das große Finale der Exposition Universelle am Fuße des Eiffelturms sind in vollem Gange. Doch gerade jetzt ist die internationale Lage brisant wie nie: Zwei Agenten des französischen Geheimdienstes werden mitten in der Galerie des Machines -dem Herzstück der Ausstellung- tot aufgefunden - offenbar eine Warnung an das Land. Waren die beiden einer Verschwörung auf der Spur?
Auch für andere Besucher der Hauptstadt stehen in diesen Tagen große Veränderungen bevor: Eine Adlige, die in Paris auch als "Königin der Salons" bekannt ist, fürchtet um ihr lang gehütetes Geheimnis. Eine Kurtisane wird von einem großen Unbekannten mit etwas erpresst, das tief in ihrer Vergangenheit liegt und ein Fotograf setzt für die Liebe zu einer Frau sein Leben aufs Spiel. Und dann ist da noch ein englischer Constable, den eine zufällige Verkettung von Ereignissen nach Paris führt, an der Seite einer sehr wichtigen Person...
Während die so unterschiedlichen Personen versuchen, ihrem Schicksal Herr zu werden, schwebt über Paris die Angst. Sind die Abschlussfeierlichkeiten wirklich sicher oder kann das Undenkbare doch zu einer schrecklichen Wirklichkeit werden? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und ein besonderes Ermittlerduo nimmt die Herausforderung an...


"Die Kälte in ihrem Inneren hatte sich um keine Winzigkeit vermindert. Vor ihr stand der unheimlichste Mensch, dem sie in ihrem Leben begegnet war, und doch: Leben - oder sterben. Gleich auf der Stelle, falls sie es wagte, sein Angebot abzulehnen." - Seite 126


Dieses ist nur ein kleiner Einblick in den neuen großen Roman von Benjamin Monferat, dem Pseudonym des bekannten Autors Stephan M. Rother. Der Turm der Welt hat einiges zu bieten: Interessante Charaktere, die durch die besondere Schreibweise des Autors lebendig werden. Man bekommt einen detaillierten Einblick in deren so unterschiedliche Leben, die aber so manches Mal auf ungeahnte Weise miteinander verknüpft sind. Trotz der vielen Protagonisten ist alles überschaubar, man kann die einzelnen Personen gut auseinanderhalten.
Neben den einzelnen Schicksalen der Personen gibt es auch noch einen großen Mittelpunkt der Geschichte, um den sich schließlich alles dreht: Die große Weltausstellung im Jahr 1889 in Paris, die sich nun dem Finale nähert. Einem Finale, bei dem Schreckliches Wirklichkeit werden könnte...
Auch die einzelnen Schauplätze in Paris, die Umgebung der Weltausstellung und natürlich der damals gerade errichtete Eiffelturm werden sehr detailreich beschrieben. Ein tolles Extra ist auch die abgebildete Karte vorn im Buch, die das Paris des Jahres 1889 zeigt, in der auch alle wichtigen Schauplätze eingezeichnet sind. Sehr schön ist auch das Cover, das perfekt zu diesem bildgewaltigen Roman passt.


"Onze heurs et quart. Basil vergrub die Hände in den Taschen der Anzughose, während er noch etwas schneller ausschritt. Viertel nach elf. Eindeutig, dachte er. Er hatte sich getäuscht. Paris war anders, als er erwartet hatte." - Seite 307


Mein Fazit: Dieses Buch ist großartig. Ein beeindruckender historischer Schmöker, der den Leser sofort mitnimmt in das schildernde Paris des 19. Jahrhunderts. Schnell wird klar das neben all dem Glanz der Weltausstellung auch viele Schatten lauern: Neben Freud und Leid, Liebe und Intrigen schwebt über allem auch eine unbekannte Gefahr, die die gesamte Stadt bedroht.
Die Handlung bleibt auf den gesamten 704 Seiten durchweg spannend, nach und nach fügen sich die einzelnen Fäden zusammen - doch oft ganz anders als man zuerst vermutet.
Kurz gesagt: Ein unheimlich gut geschriebener Roman mit einem sehr packendem Finale und vielen Überraschungen. Sehr lesenswert!

Noch kurz zum Schluss: Auch im Nachwort findet der Autor richtige und wichtige Worte zu den noch nicht lange zurückliegenden, schrecklichen Geschehnissen in Paris.

Meine Bewertung: 




Titel: Der Turm der Welt
Autor: Benjamin Monferat
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 704
Verlag: Wunderlich / Rowohlt
Erscheinungsdatum: 26.08.2016

Mich hat es sehr gefreut, dieses Buch vorab im Rahmen einer tollen  Lovelybooks-Leserunde lesen zu dürfen. Vielen Dank!

Kommentare:

  1. Das Buch steht schon auf meiner Wunschliste, aber da es relativ viele Seiten hat werden zuerst meine Büchereibücher und Reziexemplare gelesen. Danach hüpft es mit Sicherheit in meinen Warenkorb!
    LG Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Martina :)

      da wünsche ich dir schonmal im voraus viel Spaß beim Lesen! :)

      Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag
      Nicole

      Löschen

Ich freue mich über jeden Kommentar von euch! Schreibt einfach munter drauflos. :-)