Samstag, 13. August 2016

Rezension zu "Justins Heimkehr" von Bret Anthony Johnston

Zum Buch


Die Rückkehr eines geliebten Familienmitglieds und die Zeit danach...

Die Familie Campbell war einst eine glückliche Familie, bis zu dem Zeitpunkt als ihr damals 12-jähriger Sohn Justin verschwand. Eine Situation, wie sie schlimmer nicht sein kann. Auch wenn Justins Eltern und sein jüngerer Bruder Griffin die Hoffnung in all den Jahren nie aufgegeben haben, geht doch jedes Familienmitglied anders mit der schwierigen Situation um. Und plötzlich ist der Moment gekommen: Vier Jahre nach seinem Verschwinden taucht Justin wieder auf, wird erkannt und von seinem vermeintlichen Entführer getrennt. Ihr Sohn kehrt in die Familie zurück - die Campbells können ihr Glück gar nicht fassen. Doch sie wissen auch, dass für sie noch eine schwierige Zeit bevorsteht: Was hat Justin erlebt und kann der inzwischen 16-jährige Junge überhaupt wieder ein normales Leben führen? Und was geschieht mit dem Täter, der inzwischen verhaftet wurde?


"Am Anfang hatte sich ganz Southport bei den Suchaktionen an die Hoffnung geklammert, dass Justin sich einfach in den Dünen verlaufen hatte. Oder sich versteckt hielt. Mitunter kamen Kinder solche Einfälle." -Seite 69


Das Romandebüt von Bret Anthony Johnston überzeugt mit viel Liebe zum Detail: Schon am Anfang lernt man jeden einzelnen Protagonisten sehr gut kennen und erfährt genau wie derjenige  denkt, handelt, fühlt. Jedes Mitglied der Familie ging in der Zeit, wo Justin verschwunden ist, anders mit der Situation um. Und auch die besonderen Momente nach seiner Heimkehr  werden hier sehr feinfühlig dargestellt. Genau diese vielen kleinen Details über die einzelnen Familienmitglieder, sowie auch die Beschreibungen der verschiedenen Handlungsorte zeigt die Besonderheit des Romans und hat mir sehr gut gefallen. Schon der Prolog ist sehr fesselnd und geheimnisvoll.


"Wenn Justin dann auftauchte, war es, als würden im Haus alle Lichter auf einmal angehen. Eric hatte sich noch immer nicht daran gewöhnt, ihn vor sich zu sehen, und alles, womit sein Sohn in Kontakt kam, schein auf eine neue, reine Art und Weise zu erstrahlen." -Seite 101


Mein Fazit: Justins Heimkehr ist ganz besonderer Roman. Mit viel Feingefühl erzählt der Autor die Geschichte um das Verschwinden und Wiederauftauchen eines Jungen.  Ein ernstes, ruhiges und atmosphärisch sehr dichtes Buch, das durch einen unheimlich guten Schreibstil überzeugt. Freude, Angst und Verzweiflung liegen hier oft nah beieinander. Man spürt förmlich die Unruhe, die sich hinter einer anscheinend friedlichen Idylle versteckt. Eine Geschichte, die noch länger im Kopf bleibt. Auch wenn am Ende einzelne Fragen offen bleiben, ist das Buch ein wirkliches Lesehighlight.

Meine Bewertung:



Titel: Justins Heimkehr
Autor: Bret Anthony Johnston
Genre: Roman / Drama
Seitenanzahl: 420
Verlag: C. H. Beck

Vielen Dank an den C.H. Beck-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)

1 Kommentar:

  1. Eine schöne Beschreibung Nicole. Die Dichte und die vielen feinen Details zeugen wirklich von einem literarischen Highlight. Ich möchte diesen Roman und trotzdem fehlte mir etwas.

    Herzliche Grüße
    Nisnis

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