Samstag, 10. September 2016

Rezension zu "Welt in Flammen" von Benjamin Monferat

Zum Buch
Die letzte Fahrt des Simplon Orient Express...

Paris im Mai 1940: Während sich die Lage in Europa immer mehr zuspitzt und die Truppen unaufhaltsam Richtung Paris vorrücken, macht sich der berühmte Simplon Orient Express ein letztes Mal auf den Weg nach Istanbul. Jeder der Fahrgäste an Bord hat ganz besondere Gründe, undbedingt diese letzte Fahrt anzutreten:  Von einem König im Exil, der große Pläne hat, über einen jungen Deutschen, der eine Mission hat und unverhofft eine beeindruckende Bekanntschaft macht, bis hin zu einer Stummfilmdiva, die weit entfernt ihrer Heimat auf neuen Erfolg hofft. Jeder von ihnen und auch alle anderen Fahrgäste erhofft sich großes von dieser Reise. Doch die Gefahr fährt mit, jeder Grenzübertritt ist riskant. Was niemand ahnt: In diesem Zug befindet sich etwas ganz bestimmtes, wonach Hitler suchen lässt. Darüber hinaus auch noch etwas ganz anderes, was für alle zu einer tödlichen Falle werden könnte. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, ein Drama beginnt...


"Es war etwas anderes. Ein merkwürdiges Gefühl, das in ihrem Magen erwacht war. Eine unangenehme Kälte. Nein, es war noch keine Ahnung, kein Verdacht oder etwas Derartiges, doch mit einem Mal wusste sie, dass sie unter keinen Umständen ins Haus zurückgehen und dem Concierge bitte würde, ihr ein Taxi zu rufen." - Seite 20


Nachdem ich vor kurzem erst den neuen Roman Der Turm der Welt von Benjamin Monferat - hinter dem sich der bekannte  Autor Stephan M. Rother verbirgt-  gelesen habe, war ich nun sehr gespannt auf sein Erstlingswerk. Und auch hier erwartet den Leser eine spannende Geschichte. Der Simplon Orient Express tritt seine letzte Reise von Paris nach Istanbul an, an Bord Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Zusätzlich fahren neben der Angst noch einige Geheimnisse mit...
Anfangs lernt man die einzelnen, sehr verschiedenen Charaktere genau kennen, man bekommt nach und nach Einblicke in deren Pläne, Geheimnisse, Missionen. Sehr geschickt verwebt der Autor hier die einzelnen Schicksale. Ebenfalls beeindruckend sind die detailreichen, bildhaften Beschreibungen des berühmten Simplon Orient Express, der hier der zentrale Schauplatz ist. Eine gute Hilfestellung sind die Skizzen der einzelnen Waggons und deren Aufteilung, die hinten im Buch abgebildet sind, sowie eine Nummerierung, wo jeder Gast sein Abteil hat. Dazu gibt es auch noch eine Landkarte vom Europa des Jahres 1940, auf der die Route mit den einzelnen Stationen des Orient Express' eingezeichnet ist. Zusammen mit der Skizze ein tolles Extra.
Erwähnenswert ist auch die schöne Website zum Buch. Unter http://www.welt-in-flammen.de/ gibt es noch mehr Informationen zum Zug und seine Passagiere, einige Leseproben, sowie historische Fakten aus der damaligen dunklen Zeit.
Neben der spannenden Geschichte gibt es auch ein Wiedersehen mit einer Figur, die sowohl in "Welt in Flammen", als auch in "Der Turm der Welt" auftaucht. Da die Bücher aber völlig unabhängig voneinander gelesen werden können, ist das eine schöne Besonderheit.


"Der Junge mit der Nickelbrille hatte ihn beobachtet, wie er in den vermeintlich falschen Wagen stieg, und Boris machte sich keine Illusionen: Niemand im Zug war, was er zu sein schien, ganz gleich wie harmlos er wirkte." - Seite 224


Mein Fazit: Ein sehr gelungenes Werk. Spannend, dramatisch und mit einigen überraschenden Entwicklungen. Die Charaktere kommen sehr gut zur Geltung, was wohl auch an der sehr detaillierten Schreibweise des Autors liegt. Gerade bei solchen Schmökern finde ich das sehr wichtig. Auch wie sich letztendlich alles zusammenfügt bleibt lange geheim - dieses ist sehr gelungen, es gibt ein großes Finale. Tolle Eindrücke gibt es ebenfalls vom Orient Express, man merkt, dass hier sehr gut recherchiert wurde - denn neben einer packenden Handlung mit vielen unterschiedlichen Protagonisten werden hier auch historische Fakten sehr verständlich wiedergegeben.  Interessantes dazu gibt es auch im Nachwort des Autors, wo er erklärt, was tatsächlich wahr und was rein fiktiv ist.
Ein großer Roman, der genau so lesenswert ist wie Monferats neuestes Werk Der Turm der Welt

Meine Bewertung: 



Titel: Welt in Flammen
Autor: Benjamin Monferat
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 784
Verlag: Rowohlt / Wunderlich

Kommentare:

  1. Ist da etwa die Bundeslade mit im Zug? :-D Daran musste ich dank Indiana Jones gleich denken, als es hieß, Hitler sucht danach.
    Der Autor ist mir bisher noch unbekannt, aber das Buch klingt tatsächlich interessant. Und beigefügte Skizzen finde ich auch immer ganz toll. Danke also für den Buchtipp!

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  2. Huhu,

    ich bin ja immer auf der Suche nach guten historischen Romane und deine Rezension macht mir richtig Lust auf "Die Welt in Flammen"!

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Hallo Lena,

      wenn du gerne historische Romane liest, kann ich dir auch Monferats neues Buch empfehlen: "Der Turm der Welt" spielt im Jahr 1889 während der Weltausstellung in Paris. Ebenfalls sehr gut geschrieben. :)

      Liebe Grüße
      Nicole

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