Donnerstag, 3. November 2016

Rezension zu "Der Dunkle Wächter" von Carlos Ruiz Zafón

Zum Buch


Band 3 der Nebel-Trilogie

Nach dem Tod ihres Mannes zieht Simone Sauvelle zusammen mit ihren Kindern Irene und Dorian in das kleine Küstendorf Baie Bleue in die Normandie. Nach schweren Zeiten in Paris hofft sie mit ihrem neuen Job auf einen guten Neuanfang. Sie arbeitet nun als Hauswirtschafterin auf dem geheimnisumwobenen Anwesen Cravenmoore - der Heimat des Erfinders und  Spielzeugfabrikanten Lazarus Jann. Dieser lebt dort sehr zurückgezogen, nur umgeben von seinen vielen Konstruktionen - hunderte Automaten und mechanische Menschen befinden sich in dem riesigen Haus. Anfangs sieht es so aus, als retten die Sauvelles den sonderbaren Mann aus seiner Einsamkeit - doch sie ahnen nicht, das sie schon bald ein lang gehütetes, düsteres Geheimnis wecken.
Als schließlich ein Mord geschieht, ist der Sommer, der bisher so strahlend begann, endgültig vorbei. Besonders Irene, die sich mit dem Jungen Ismael angefreundet hat, wird Cravenmoore immer unheimlicher. Was verbirgt sich wirklich hinter den dunklen Mauern? Schließlich versuchen sie, das dunkle Geheimnis aufzudecken und geraten dabei in große Gefahr...


"Es war Mitternacht. Das Zimmer war in bläuliche Dunkelheit getaucht, und das Wetterleuchten draußen über dem Meer warf gespenstische Schatten rings um sie herum. An der Wand tickte mechanisch eine von Lazarus' sprechenden Uhren, während die Augen in dem Grinsegesicht unablässig von einer Seite zur anderen huschten." - Seite 42, eBook


Der dunkle Wächter ist ein früherer Roman von Carlos Ruiz Zafón und ist Teil der Nebel-Trilogie, zu der die Titel Der Fürst des Nebels und Der Mitternachtspalast gehören. Auch wenn es eine Trilogie ist, können die drei Romane ganz unabhängig voneinander gelesen werden. Jedes Buch hat eine eigene, abgeschlossene Geschichte.
Der Klappentext und auch der Anfang der Geschichte versprechen eine spannende Story - was jedoch nur teilweise erfüllt wird. Was mir sehr gefallen hat, sind die ausführlichen und leicht poetischen Beschreibungen der Schauplätze: Die geheimnisvolle Insel mit dem alten Leuchtturm beispielsweise, und natürlich Cravenmoore - das palastartige Anwesen, umgeben von einem dichten Wald  und seinen vielen Räumen, die einige Geheimnisse verbergen. Damit hat Zafón die perfekte Kulisse für einen unheimlichen Roman geschaffen. Da ist es sehr schade, das sie Handlung etwas schwach ist.  Leider bleiben auch die verschiedenen Charaktere zu sehr im Hintergrund, sie sind farblos. Einzig den Spielzeugfabrikanten Lazarus Jann lernt man genauer kennen.


"Sie sah ihm hinterher und seufzte tief. Die Einsamkeit erschuf seltsame Labyrinthe." - Seite 60, eBook


Mein Fazit: Eine gute Schauergeschichte - leider mit einigen Schwächen. Während die Schauplätze wunderbar beschrieben werden, bleiben die Figuren sehr blass. Man lernt sie nicht richtig kennen, was wirklich sehr schade ist. Die Geschichte selbst verliert zwischendurch immer wieder an Spannung, sie wirkt etwas wirr. Trotz der gelungenen unheimlichen Atmosphäre konnte mich dieser Roman leider nicht ganz überzeugen und vergebe daher leider nur 2,5 Sterne.
Kurz gesagt: Kein schlechter Roman, doch mit den grandiosen Bänden der Reihe Der Friedhof der vergessenen Bücher kann er leider nicht mithalten. Diese Bücher des Autors kann ich dagegen wärmstens empfehlen!

Meine Bewertung: 



Titel: Der dunkle Wächter
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Genre: Schauerroman / Mystery
Seitenanzahl: 304
Verlag: FISCHER Taschenbuch

Die Schauerromane der Nebel-Trilogie:
Band 1 - Der Fürst des Nebels
Band 2 - Der Mitternachtspalast
Band 3 - Der dunkle Wächter

Kommentare:

  1. Ui, von mir gabs 5, ich habe das Buch geliebt!! Immer wieder interessant Rezensionen zu lesen, bei denen meine & die zu lesende Eindrücke so auseinander gehen

    Liebe Grüße (=
    http://kejas-blogbuch.de/

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    1. Ich finde es auch wirklich schade, dass mich die Handlung nicht richtig überzeugen konnte. Gerade weil die Schauplätze so gut beschrieben wurden.
      Ja, ich finde es auch immer interessant zu lesen, wie unterschiedlich die Eindrücke sind. :)

      Liebe Grüße
      Nicole

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