Freitag, 17. Februar 2017

Rezension zu "Todesmarsch" von Stephen King

Zum Buch


Ein Marsch um Leben und Tod...

Es ist der 1. Mai. Wie jedes Jahr an diesem Tag findet ein Wettbewerb statt, bei dem nur einer gewinnen kann: Der Todesmarsch. Einhundert Jugendliche, alle siebzehn Jahre alt, brechen an der kanadischen Grenze zu diesem Marsch auf - mit Regeln, die strengstens eingehalten werden müssen. Es wird nur einen einzigen Gewinner geben, dem mit dem Sieg alle Türen offen stehen. Den neunundneunzig Verlieren hingegen erwartet das Schlimmste...


"Der Major blickte auf eine Taschenuhr aus rostfreiem Stahl. Langsam hob er seine Hand, und jetzt hing alles von seinen Fingern ab. Die hundert Jungen blickten ihn aufmerksam an; die Stille war grauenvoll intensiv. Die stille füllte alles aus." - Seite 8, eBook


Todesmarsch ist eines von Stephen Kings älteren Werken, das zuerst unter seinem Pseudonym Richard Bachmann erschienen ist.  (Die erste deutsche Ausgabe erschien 1987). Es ist ein sehr unheimliches Buch, dessen Handlung schnell erzählt ist: Einmal im Jahr, am 1. Mai treten einhundert Jugendliche zu dem sogenannten Todesmarsch an, bei dem es sprichwörtlich um Leben und Tod geht. Die Regeln sind einfach, aber knallhart. Auch der 16-jährige Ray Garraty gehört zu den Teilnehmern. Er ist die Hauptfigur des Buches, in dessen Leben man im Laufe der Handlung kleine Einblicke bekommt. Auch über einige Teilnehmer, die in seinem Umkreis marschieren, erfährt man etwas. Jedoch bleibt das meiste eher vage und oberflächlich.
Die Story plätschert zwar so vor sich hin, doch sie verliert in keinem Moment von ihrem Schrecken. Dieses Element ist Stephen King sehr gut gelungen. Im letzten Drittel kann man das Buch dann nur noch schwer aus der Hand legen, weil man wissen muss, wer gewinnt - und wann. Allerdings ist das Ende dann doch etwas abrupt.
Das aktuelle Cover mit dem blutigen Turnschuh ist gut gewählt und passt zur Handlung.


"Alle starrten mit fasziniertem Entsetzen auf die Straße hinunter, als wäre sie ein Seil über einem bodenlosen Abgrund, den sie unbedingt überqueren mussten." -Seite 71, eBook


Mein Fazit: Ein Roman, der es trotz seiner eher ruhigen Handlung in sich hat. Es wird unheimlich - mit einem Horror, der während der ganzen Geschichte bestehen bleibt. Wie oben schon beschrieben, ist dieses sehr gut gelungen. Doch mir hat bei diesem Buch etwas die Tiefe gefehlt - der Kern der Handlung ist klar, doch es fehlt ein Gerüst drum herum. Zudem bleiben einige Fragen offen, die mich etwas ratlos zurück gelassen haben. Dennoch ist es kein schlechtes Buch, sondern im guten Mittelbereich angesiedelt. Für King-Fans lesenswert, ich vergebe hierfür 3,5 Sterne.

Meine Bewertung: 




Titel: Todesmarsch
Autor: Stephen King
Genre: Horror
Seitenanzahl: 400
Verlag: Heyne

Kommentare:

  1. Hey,
    die Meinungen über das buch sind ja super unterschiedlich. Auf mich wartet es noch, mal sehen, wie es mir gefallen wird.
    LG Lena

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  2. Hallo Nicole,
    ich finde "Todesmarsch gehört mit zu den besten Büchern, die ich gelesen habe, weil die Handlung so einfach ist, die Charaktere überschaubar, aber das Buch einen unheimlichen Tiefgang hat. Viele betrachten das Buch unter dem Aspekt "Wer wird gewinnen?" und sind dan enttäuscht, dass man es relativ schnell herleiten kann. Was das Buch ausmacht ist jedoch nicht die Frage nach dem Sieger, sondern das ganze ausenherum, die Menschen, die zuschauen, die Medien, die das brutale Schauspiel vermarkten und letztendlich die Läufer, die (aus welchen Gründen auch immer) das Ziel vor Augen haben und dabei vieles hinterfragen und die ihre eigenen Grenzen, Stärken und Schwächen kennenlernen. Nur so ein Kommentar von mir.
    Übrigens ein schönes Blog. Ich habe auch das eine oder andere Buch gefunden, das ich schon gelesen habe und das mich interessiert. Ich komme ab jetzt ögfter mal vorbei.

    Liebe Grüße
    Jay von "Bücher wie Sterne"

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    1. Hallo Jay,

      das freut mich, dass dir mein Blog gefällt! :)

      Was du geschrieben hast, ist sehr gut - von dieser Perspektive habe ich es vielleicht nicht genau betrachtet. Mir persönlich haben andere Bücher von Stephen King besser gefallen, wie z.B. "Shining", "ES" oder "Needful Things". Doch schlecht ist es natürlich nicht. :)

      Liebe Grüße
      Nicole

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