Donnerstag, 30. März 2017

Rezension zu "AchtNacht" von Sebastian Fitzek

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Ein bizarres Experiment, das außer Kontrolle gerät...

Im Leben von Ben Rühmann läuft zurzeit nicht alles so, wie es sein sollte - als Musiker ist er nur mäßig erfolgreich und seine Tochter Jule liegt nach einem mysteriösen Unfall im Koma. Umso mehr rätselt er nun über Jules Nachricht, die sie ihm einige Stunden zuvor geschickt hatte. Anscheinend wollte sie ihm etwas wichtiges mitteilen...
Während Ben noch darüber nachdenkt, gerät kurz darauf sein Leben völlig aus den Fugen - zusammen mit einer jungen Frau wurde er aus einer bizarren Todeslotterie gezogen: Die AchtNacht, die gerade begonnen hat - für die nächsten 12 Stunden ist er vogelfrei, jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten und erhält obendrauf noch ein Kopfgeld.  Was Ben erst für einen bitteren Scherz gehalten hat, entpuppt sich nun als tödlicher Ernst. Er ist auf der Flucht und fragt sich, wie er diesen Irrsinn stoppen kann. Doch damit nicht genug: Er hat Gegner, die bald darauf völlig in der Hand haben...


"Unwillkürlich fiel sein Blick auf seine Uhr. Es war acht nach acht. Ein metallischer Geschmack füllte seinen Mund. Sein Herz raste wie nach einem Sprint. Was geht hier vor?" - Seite 58


In dem neuen Thriller von Sebastian Fitzek geht es um ein wahnwitziges Experiment, das innerhalb kürzester Zeit ungeahnte Ausmaße annimmt: Es geht um die AchtNacht, einer sogenannten Todeslotterie, für die man einen Kandidaten nominieren kann. Am 08.08. um 08:08 Uhr am Abend wird dann ein Name gezogen. Dieser Unglückliche darf nun in den folgenden 12 Stunden straffrei gejagt werden - die Informationen darüber überschlagen sich im Netz, jeder weiß Bescheid.  Es gibt sogar ein Kopfgeld. Doch handelt es sich hier vielleicht einfach nur um einen sehr schlechten Scherz?
Im Mittelpunkt steht Ben, der bis zu seiner Wahl noch nie etwas von der AchtNacht gehört hat - für ihn beginnt eine Flucht auf Leben und Tod. Kann er vielleicht zusammen mit der Studentin Harezu Herzsprung, die ebenfalls als Kandidatin gewählt wurde, diesen Irrsinn stoppen?
Wie schon aus anderen Thrillern von Sebastian Fitzek bekannt, geht es auch hier schnell zur Sache, sofort ist man mittendrin im Geschehen und lernt im Eiltempo die Hauptcharaktere und deren Lebensumstände kennen. Es tauchen viele rätselhafte Details auf, auch Überraschendes tritt zutage. Doch vor allem fragt man sich eins: Was hat es tatsächlich mit der Achtnacht auf sich? Und wie wird sie enden? Im Finale überschlagen sich dann schließlich die Ereignisse und es kommt alles anders als gedacht. Genau dieses macht einen guten Thriller aus.


"Er rannte. Rannte und rannte schneller als je zuvor die Seestraße hinunter. Ohne auf Ampeln, Fahrradfahrer oder Fußgänger zu achten. Ohne sich zu fragen, ob er gerade beobachtet oder gar verfolgt wurde von einem Teil jener anonymen Masse, die sich gegen ihn formiert hatte. Unsichtbar und dennoch tödlich, wie radioaktiver Abfall, der sich in rasender Geschwindigkeit im Netz verbreitete." -Seite 113


Mein Fazit: AchtNacht ist ein typischer Fitzek-Pageturner! Es wird sofort rasant und spannend, man möchte das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen. Der Schreibstil ist flüssig, man findet sich sofort in der Geschichte zurecht. Vieles ist zu Anfang mysteriös, doch die auftauchenden Fragen klären sich im Laufe der Handlung. Gerade hier gibt es einige unvorhersehbare Wendungen, mit denen man so nicht gerechnet hat, besonders zum Ende hin. Bis auf eine kleine Passage im Mittelteil, die mir etwas zu wirr war, ist dieses Buch wirklich gelungen. Für Thriller-Fans ein Muss! 

Meine Bewertung: 




Titel: AchtNacht
Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 416
Verlag: Droemer Knaur



Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar! :)

Dienstag, 28. März 2017

Gemeinsam Lesen #99


Die Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

- Ich lese gerade "AchtNacht" von Sebastian Fitzek und bin auf Seite 88 von 416.

 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
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"Er würde ihn bekommen. Gar keine Frage."


3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?

- Ich habe gestern mit dem neuen Thriller von Sebastian Fitzek begonnen und kann sagen, dass es bisher schon so ein typischer Fitzek-Pageturner ist - also schwer aus der Hand zu legen. In dem Buch geht es um eine Todeslotterie, in der am 8.8. um 8:08 Uhr abends ein Kandidat gezogen wird, der dann in den folgenden 12 Stunden straffrei gejagt werden darf - mit Kopfgeld. Total verrückt und erschreckend. Ich bin sehr gespannt. wie sich die Geschichte entwickeln wird, bisher ist es aber schon sehr fesselnd.


4. Hörst du gerne Hörbücher? Und ist Hörbücher hören für dich gleichwertig wie Lesen?

- Ich mag Hörbücher und auch Hörspiele, doch ich gebe zu, dass ich eher der "Lesetyp" bin. Es gibt aber ein paar Lieblingsbücher, von denen ich mir sehr gerne mal die Hörversion anhören möchte, bespielsweise J.K. Rowlings Harry Potter und Kai Meyers Die Seiten der Welt oder auch das Hörspiel zu seiner Merle-Trilogie.


Montag, 27. März 2017

Rezension zu "Selfies" von Jussi Adler-Olsen

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Band 7 der Reihe um Carl Morck und dem Sonderdezernat Q

Das Sonderdezernat Q  bekommt es momentan gleich mit mehreren Fällen zu tun: Der aktuelle Todesfall einer älteren Dame weist überraschende Parallelen mit einem zwölf Jahre zurückliegenden Mord an einer jungen Frau auf, der nie aufgeklärt werden konnte. Gibt es da vielleicht einen Zusammenhang? Carl Morck, der zurzeit noch einigen mysteriösen Missverständnissen in der Aufklärungsstatistik auf den Grund geht, fängt sofort an zu recherchieren. Zusammen mit seinen Mitarbeitern Assad und Gordon durchleuchtet er die Fakten der undurchsichtigen Verbrechen. Gerade jetzt könnten sie die Hilfe und das Gespür ihrer Kollegin Rose gut gebrauchen, doch diese wird zurzeit von Dämonen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Was ist damals in Roses Kindheit wirklich geschehen? Um Rose zu helfen, wendet sich das Sonderdezernat Q auch diesem sehr persönlichen Fall zu - und findet etwas heraus, mit dem sie so nicht gerechnet haben...

Gleichzeitig ereignen sich mehrere rätselhafte Verbrechen auf Kopenhagens Straßen, die weitere Fragen aufwerfen...


"Da sah sie sich selbst im Flurspiegel, zwischen den vielen roten und schwarzen Zeilen, und fühlte sich an die verzerrten Gesichter und verlorenen Seelen in den geschlossenen Abteilungen des Landes erinnert. In dem Moment wurde ihr endgültig klar, dass sie zugrunde gehen wurde, wenn sie nicht augenblicklich etwas unternahm." -Seite 111, eBook


Auch im siebten Band um Carl Morck und seinen Mitarbeitern Assad, Rose und Gordon vom Sonderdezernat Q wird es spannend. Hier bekommen die Ermittler es gleich mit mehreren unterschiedlichen Fällen zu tun, die auf den ersten Blick nicht miteinander in Verbindung stehen - jedoch nur auf den ersten Blick...
Da die Geschichte aus mehreren Blickwinkeln erzählt wird, muss man sich anfangs zunächst mal einen Überblick verschaffen. Doch nach einer kurzen "Einlesungsphase" findet man sich sehr gut zurecht.
Eine Besonderheit in diesem Band ist, dass man hier noch mehr über Roses persönliche Geschichte erfährt und diese auch zum Ermittlungsgegenstand wird. Hier wird es traurig, es gibt einige dunkle Enthüllungen. Auch die anderen Fälle, in denen das Sonderdezernat Q diesmal ermittelt, haben es in sich - es kommen nach und nach schockierende Details ans Licht. Auch die Charaktere sind mit ihren Handlungen und Gedanken sehr gut beschrieben - und diese sind oft sehr erschreckend.

Sehr interessant und erfrischend sind hier wieder die Dialoge zwischen Carl und Assad, der seinen Chef natürlich auch aktuell wieder mit einigen Kamel-Weisheiten zum grübeln bringt:


Er wandte sich zu Assad um, der hinter ihm stand. "Was soll man mit diesem Schund anfangen?" Der schüttelte den Kopf. "Tja, Carl. Da kannst du genauso gut fragen, warum das Kamel so große Füße hat." Carl merkte, wie sich die Falten auf seiner Stirn verschoben. Konnten diese verdammten Kamele nicht mal für einen Tag woanders niederlassen? -Seite 113, eBook


Wie schon bei seinen Vorgängern besticht das Cover hier wieder durch ein markantes Merkmal - ein blutiges, ausgefranstes Stück Seil- und einer auffallenden Farbe, die einem im Buchhandel sofort ins Auge fällt. Es reiht sich damit perfekt in die Dezernat Q-Reihe ein. Zwar ist es hier von Vorteil, wenn man die anderen Bände gelesen hat, weil es immer wieder kleine Anspielungen zu vergangenen Ereignissen gibt, jedoch nicht zwingend erforderlich. Der Fall ist eine in sich abgeschlossene Geschichte und daher auch einzeln lesbar.

Mein Fazit: Der siebte Band um Carl Morck und sein Sonderdezernat Q ist wieder sehr lesenswert! Nachdem mich der Vorgängerband Verheissung nur teilweise überzeugen konnte, findet Jussi Adler-Olsen mit Selfies wieder zu seinem gewohnten, spannenden Erzählstil zurück, den man schon aus den ersten Bänden der Reihe kennt. Bis auf einen etwas unübersichtlichen Anfang, der durch die verschiedenen Erzählstränge entsteht, findet man sich aber schon nach wenigen Seiten zurecht. Es ist sehr spannend zu verfolgen wie die einzelnen Puzzleteile schließlich an seinen Platz kommen. Die Fälle haben es in sich - es wird mal traurig, mal erschreckend und schockierend. Doch der Thriller ist auch fesselnd und hat einige Überraschungen zu bieten. Sehr empfehlenswert für alle Thriller-Fans! Ich vergebe hierfür 4,5 Sterne.

Meine Bewertung: 




Titel: Selfies
Autor: Jussi Adler-Olsen
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 576
Verlag: dtv
 
Vielen Dank an dtv für das Rezensionsexemplar! :)

Die Bücher der Reihe um Carl Morck und das Sonderdezernat Q:
Band 1 - Erbarmen
Band 2 - Schändung
Band 3 - Erlösung
Band 4 - Verachtung
Band 5 - Erwartung
Band 6 - Verheissung
Band 7 - Selfies

Donnerstag, 23. März 2017

Rezension zu "Das Labyrinth der Lichter" von Carlos Ruiz Zafón

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Band 4 aus der Reihe um den Friedhof der Vergessenen Bücher

Barcelona, im Jahr 1959: An einem grauen Wintertag im Dezember kehrt die junge Frau Alicia Gris von Madrid in ihre Heimatstadt Barcelona zurück. Sie hat den Auftrag, dem mysteriösen und plötzlichen Verschwinden den Ministers Mauricio Valls nachzugehen. Dessen Auto wurde verlassen in den Straßen Barcelonas gefunden. Bei ihren Recherchen findet sie in Valls' Besitz ein geheimnisvolles und äußerst seltenes Buch, das dieser sehr gut versteckt hatte. Um mehr über das besondere Buch zu erfahren, führt ihr Weg sie unter anderem in die Buchhandlung Sempere & Söhne. Schon beim Betreten des Ladens kommen bei Alicia Kindheitserinnerungen auf, zuerst nur schemenhaft - die besondere Atmosphäre und die vielen Bücher nehmen sie sofort gefangen...
Doch nicht nur die Erinnerungen an ihre Vergangenheit, sondern auch der aktuelle Fall erfordert ihre ganze Aufmerksamkeit. Noch ahnt sie nicht, dass sie bereits mitten in einer dunkle Intrige mit noch ungeahntem Ausmaß  steckt...


"Ich durchschritt den Gang bis zu einem Bogen, hinter dem sich ein mächtiges Gewölbe auftat, und blieb hier stehen. Vor mir erhob sich das große Labyrinth wie eine unendliche Luftspiegelung. Eine Spirale aus Treppen, Tunneln, Brücken und Bögen verflocht sich zu einer ewigen, aus sämtlichen Büchern der Welt errichteten Stadt und stieg zu einer riesigen Glaskuppel an." -Seite 10


Da mir von Carlos Ruiz Zafón besonders die Bücher um den Friedhof der Vergessenen Bücher gefallen haben, war ich dementsprechend gespannt auf den neuen und finalen Band der Reihe. Auch wenn bei mir das Lesen der drei vorigen Bände schon eine Weile her ist, war der Zauber der Bücher sofort wieder da. Schon ganz an Anfang wird man (innerhalb eines Traums) schon kurz wieder an den besonderen Ort mitgenommen: In die Kathedrale, die von oben bis unten bestückt ist mit alten Büchern.
Das Buch beginnt mit einigen losen Erzählsträngen, wo man noch nicht genau weiß, wie sie sich später zusammenfügen werden. Doch danach findet man sich sehr gut zurecht. Man lernt Alicia kennen, die den Auftrag erhält, einen hochangesehenen Minister zu finden, der vor kurzem spurlos verschwand. Während ihrer manchmal speziellen und ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden findet sie unglaubliches heraus...
Es wird überraschend spannend mit einigen Krimi- und Thriller-Elementen - doch trotzdem geht der "Bücher-Zauber" nicht verloren. Denn auch die Welt der Bücher spielt hier eine zentrale Rolle - hier steht neben den rätselhaften Verschwinden von Mauricio Valls (dass noch ungeahnte Ausmaße annehmen wird) auch ein äußerst seltenes Buch und dessen Autor im Vordergrund, um den sich einige Geheimnisse ranken. Das hat mir besonders gut gefallen, genauso wie das Ende des Buches, das noch einige Überraschungen bereithält.

Das Cover finde ich sehr passend - schlicht und mit dem Jungen, der sich die Nase an dem Schaufester einer Buchhandlung plattdrückt sehr nostalgisch und sympathisch - passend zum Stil der Zafón-Bücher.
Der Autor erwähnt am Anfang des Buches, dass man den Zyklus um den Friedhof der Vergessenen Bücher in beliebiger Reihenfolge oder auch einzeln lesen kann. Am besten ist natürlich, wenn man die Bände der Reihe nach liest, da die Bücher alle durch Personen und Handlungen miteinander verbunden sind, doch das ist kein Muss. Auch wenn vielleicht einige Fragen auftauchen, kann man Das Labyrinth der Lichter auch ohne Vorkenntnisse lesen. Es ist trotz Verbindungen schon eine eigene Geschichte.


"Sie eilte die Treppe hinunter und blieb erst stehen, als sie in ihrem Zimmer war. Dort lehnte sie sich an die Tür und rutschte dann auf den Boden; sie spürte, dass ein Fluch die Luft vergiftet hatte und dass diese Nacht die letzte in diesem trüben Märchen war, dass sie allzu lange Jahre inszeniert hatten." -Seite 94


Mein Fazit: Das Finale des Zyklus um den Friedhof der Vergessenen Bücher ist sehr gelungen. Neben dem wunderbaren Bücher-Zauber wartet auch ein wirklich spannender Krimi, verbunden mit dem besonderen Schreibstil Zafóns. Zu Anfang braucht man einen Moment, um die vielen Fäden der Geschichte zu ordnen, doch im Laufe des Buches fügt sich alles zusammen. Er schafft es auch hier wieder, einzelne Orte wundervoll zu beschreiben - man ist sofort gefangen von der Geschichte! Es wird spannend und abenteuerlich mit einigen überraschenden Wendungen. Mir hat dieser Roman mit seinen vielen Facetten sehr gut gefallen. Mit einem perfekten Ende ein würdiger Abschluss der Reihe!

Meine Bewertung: 





Titel: Das Labyrinth der Lichter
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Genre: Roman
Seitenanzahl: 944
Verlag FISCHER

Die Bücher der Reihe um den Friedhof der Vergessenen Bücher:
Band 1 - Der Shatten des Windes
Band 2 - Das Spiel des Engels
Band 3 - Der Gefangene des Himmels
Band 4 - Das Labyrinth der Lichter


Zum Schluss noch ein Dankeschön an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar und die tolle Leserunde zum Buch! :)