Montag, 27. März 2017

Rezension zu "Selfies" von Jussi Adler-Olsen

Zum Buch


Band 7 der Reihe um Carl Morck und dem Sonderdezernat Q

Das Sonderdezernat Q  bekommt es momentan gleich mit mehreren Fällen zu tun: Der aktuelle Todesfall einer älteren Dame weist überraschende Parallelen mit einem zwölf Jahre zurückliegenden Mord an einer jungen Frau auf, der nie aufgeklärt werden konnte. Gibt es da vielleicht einen Zusammenhang? Carl Morck, der zurzeit noch einigen mysteriösen Missverständnissen in der Aufklärungsstatistik auf den Grund geht, fängt sofort an zu recherchieren. Zusammen mit seinen Mitarbeitern Assad und Gordon durchleuchtet er die Fakten der undurchsichtigen Verbrechen. Gerade jetzt könnten sie die Hilfe und das Gespür ihrer Kollegin Rose gut gebrauchen, doch diese wird zurzeit von Dämonen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Was ist damals in Roses Kindheit wirklich geschehen? Um Rose zu helfen, wendet sich das Sonderdezernat Q auch diesem sehr persönlichen Fall zu - und findet etwas heraus, mit dem sie so nicht gerechnet haben...

Gleichzeitig ereignen sich mehrere rätselhafte Verbrechen auf Kopenhagens Straßen, die weitere Fragen aufwerfen...


"Da sah sie sich selbst im Flurspiegel, zwischen den vielen roten und schwarzen Zeilen, und fühlte sich an die verzerrten Gesichter und verlorenen Seelen in den geschlossenen Abteilungen des Landes erinnert. In dem Moment wurde ihr endgültig klar, dass sie zugrunde gehen wurde, wenn sie nicht augenblicklich etwas unternahm." -Seite 111, eBook


Auch im siebten Band um Carl Morck und seinen Mitarbeitern Assad, Rose und Gordon vom Sonderdezernat Q wird es spannend. Hier bekommen die Ermittler es gleich mit mehreren unterschiedlichen Fällen zu tun, die auf den ersten Blick nicht miteinander in Verbindung stehen - jedoch nur auf den ersten Blick...
Da die Geschichte aus mehreren Blickwinkeln erzählt wird, muss man sich anfangs zunächst mal einen Überblick verschaffen. Doch nach einer kurzen "Einlesungsphase" findet man sich sehr gut zurecht.
Eine Besonderheit in diesem Band ist, dass man hier noch mehr über Roses persönliche Geschichte erfährt und diese auch zum Ermittlungsgegenstand wird. Hier wird es traurig, es gibt einige dunkle Enthüllungen. Auch die anderen Fälle, in denen das Sonderdezernat Q diesmal ermittelt, haben es in sich - es kommen nach und nach schockierende Details ans Licht. Auch die Charaktere sind mit ihren Handlungen und Gedanken sehr gut beschrieben - und diese sind oft sehr erschreckend.

Sehr interessant und erfrischend sind hier wieder die Dialoge zwischen Carl und Assad, der seinen Chef natürlich auch aktuell wieder mit einigen Kamel-Weisheiten zum grübeln bringt:


Er wandte sich zu Assad um, der hinter ihm stand. "Was soll man mit diesem Schund anfangen?" Der schüttelte den Kopf. "Tja, Carl. Da kannst du genauso gut fragen, warum das Kamel so große Füße hat." Carl merkte, wie sich die Falten auf seiner Stirn verschoben. Konnten diese verdammten Kamele nicht mal für einen Tag woanders niederlassen? -Seite 113, eBook


Wie schon bei seinen Vorgängern besticht das Cover hier wieder durch ein markantes Merkmal - ein blutiges, ausgefranstes Stück Seil- und einer auffallenden Farbe, die einem im Buchhandel sofort ins Auge fällt. Es reiht sich damit perfekt in die Dezernat Q-Reihe ein. Zwar ist es hier von Vorteil, wenn man die anderen Bände gelesen hat, weil es immer wieder kleine Anspielungen zu vergangenen Ereignissen gibt, jedoch nicht zwingend erforderlich. Der Fall ist eine in sich abgeschlossene Geschichte und daher auch einzeln lesbar.

Mein Fazit: Der siebte Band um Carl Morck und sein Sonderdezernat Q ist wieder sehr lesenswert! Nachdem mich der Vorgängerband Verheissung nur teilweise überzeugen konnte, findet Jussi Adler-Olsen mit Selfies wieder zu seinem gewohnten, spannenden Erzählstil zurück, den man schon aus den ersten Bänden der Reihe kennt. Bis auf einen etwas unübersichtlichen Anfang, der durch die verschiedenen Erzählstränge entsteht, findet man sich aber schon nach wenigen Seiten zurecht. Es ist sehr spannend zu verfolgen wie die einzelnen Puzzleteile schließlich an seinen Platz kommen. Die Fälle haben es in sich - es wird mal traurig, mal erschreckend und schockierend. Doch der Thriller ist auch fesselnd und hat einige Überraschungen zu bieten. Sehr empfehlenswert für alle Thriller-Fans! Ich vergebe hierfür 4,5 Sterne.

Meine Bewertung: 




Titel: Selfies
Autor: Jussi Adler-Olsen
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 576
Verlag: dtv
 
Vielen Dank an dtv für das Rezensionsexemplar! :)

Die Bücher der Reihe um Carl Morck und das Sonderdezernat Q:
Band 1 - Erbarmen
Band 2 - Schändung
Band 3 - Erlösung
Band 4 - Verachtung
Band 5 - Erwartung
Band 6 - Verheissung
Band 7 - Selfies

Kommentare:

  1. Dir hat der siebte Fall besser gefallen, freut mich für dich ;) ich finde leider nicht das er zu seinem "alten" Schreibstil zurück findet & befürchte schon fast das auch der kommende Band mich nicht mehr überzeugen wird...

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Janna,

      bis auf winzige Kleinigkeiten fand ich "Selfies" wirklich gelungen! Schade, dass dich der siebte Band nicht so mitreißen konnte. Doch vielleicht schafft es ja doch der nächste Teil (wenn es einen gibt!?) :)

      Liebe Grüße
      Nicole

      Löschen
    2. Band 8 ist in Arbeit ;) Und werde ich auch lesen, allein weil es dort dann mehr um Avram und seine Geschichte gehen soll

      Löschen
  2. Liebe Nicole,
    das klingt mal wieder nach einem lesenswerten Buch und passt in mein Beuteschema ;-)
    Viele Grüße, Heike

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar von euch! Schreibt einfach munter drauflos. :-)