Samstag, 1. April 2017

Rezension zu "Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands" von Salvatore Basile

Zum Buch


Eine wundersame Reise, die einige Leben verändert...

Michele Airone war damals noch ein Kind, als seine Mutter mit einem Koffer in den Zug stieg und damit aus seinem Leben verschwand. Heute ist Michele dreißig Jahre alt und lebt abgeschottet in dem kleinen Bahnhofshäuschen in Miniera di Mare, einem idyllischem Küstenort in Italien, wo er jeden Tag die Ab- und Einfahrt des Zuges erwartet. Abends macht er seinen Kontrollgang durch den Zug und sammelt liegengebliebene Gegenstände ein - diese sind die einzige Gesellschaft in seinem kleinen Zuhause.
Doch sein zurückgezogenes Dasein ändert sich mit der Begegnung der sympathischen Elena, die sein sonst so geplantes Leben mit ihrer heiteren Art ordentlich durcheinanderbringt. Kurze Zeit später entdeckt Michele im leeren Zug ein kleines rotes Notizbuch, das ihm sofort bekannt vorkommt: Sein geheimes Tagebuch aus Kindertagen, das seine Mutter damals mitgenommen hat. Wie kommt an diesen Ort? Elena ermuntert ihn schließlich, sich auf die Suche nach seiner Mutter zu machen. Und so beginnt für Michele schließlich eine Reise, die sein Leben verändert...


"Er spürte, wie die Erinnerung an die Gefühle des vorigen Abends verblasste, während die Schatten der Pappeln, die den Bahnhof umstanden, mit dem Lauf der Sonne länger wurden und sich über einen Nachmittag legten, den er ebenso wie alle anderen in Einsamkeit verbrachte. Dann kam der Zug zurück. Pünktlich auf die Minute erreichte er sein Ziel und brachte die abendliche Dunkelheit mit." - Seite 27, eBook


Auf den ersten Seiten dieses Buches merkt man schon diesen kleinen Zauber der Geschichte. Die Handlungsorte, wie beispielsweise  am Anfang der kleine Bahnhof, der Micheles Zuhause ist, oder auch die kleinen italienischen Orte auf seiner Reise werden auf eine schöne idyllische Art und Weise beschrieben. Auch sein kleines Häuschen, in dem er die unzähligen verlorenen Gegenstände liebevoll aufbewahrt, wirkt etwas verwunschen. Die Hauptfiguren lernt man schnell gut kennen: Der in sich gekehrte Michele, der auch nach so vielen Jahren den Weggang seiner Mutter nicht überwunden hat und Elena, die wie ein Wirbelwind in dessen Leben einbricht. Aber auch die so verschiedenen Nebencharaktere, die nach und nach auftauchen, machen die Geschichte interessant.
Micheles Reise beginnt ruhig und steigert sich langsam, er erlebt das ein oder andere Abenteuer. Allerdings fand ich den zweiten Abschnitt seiner Reise etwas zu überladen. Der idyllische Flair, den die Geschichte anfangs ausmachte, geht hier ein wenig verloren. Das Ende hat mir dann aber wieder gut gefallen.
Sehr schön ist hier die Covergestaltung, die mit der Bahnhofsuhr, den Koffern und dem einfahrenden Zug den Inhalt sehr gut präsentiert.


"In diesem Moment erkannte sie in ihm das Kind im Körper des Erwachsenen, selbst ein Verlorener unter seinen verlorenen Gegenständen, den leblosen Dingen, die er im Zug gefunden und sich zu eigen gemacht hatte, als würde er über ihr Schicksal wachen. Michele hatte ihnen ein Happy-End beschert, dachte Elena plötzlich." -Seite 59, eBook


Mein Fazit: Eine sehr schöne Geschichte, die in einem passenden, leicht märchenhaften Stil erzählt wird. Man findet hier viele Facetten: Es wird mal fröhlich und traurig, mal nachdenklich und berührend, aber auch abenteuerlich - und natürlich darf eine kleine Liebesgeschichte hier nicht fehlen. Bis auf einen etwas zu überladenen Zwischenteil hat es mir gut gefallen. Ein lockeres Buch mit idyllischem italienischen Flair, das man sehr gut zwischendurch lesen kann. 

Meine Bewertung: 




Titel: Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands
Autor: Salvatore Basile
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 352
Verlag: blanvalet


Vielen Dank an das Bloggerportal und blanvalet für das Rezensionsexemplar. :)

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