Dienstag, 4. April 2017

Rezension zu "Tanztee" von Hendrik Groen

Zum Buch


Das neue geheime Tagebuch des Hendrik Groen...

Nach einem Jahr Pause beschließt der sympathische Senior Hendrik Groen, 2015 wieder ein neues Tagebuch zu schreiben, um seinen Alltag in einem Amsterdamer Altenheim festzuhalten. Inzwischen 85 Jahre alt, aber immer noch einigermaßen fit, widmet sich Hendrik zusammen mit seinen Freunden den Aufgaben des 2013 gegründeten Clubs "Alanito" (Alt aber nicht tot), mit dem sie regelmäßig Ausflüge organisieren, um den etwas eintönigen Alltag im Altenheim zu entfliehen. Auch in diesem Jahr haben sie wieder schöne Pläne und es steht sogar der erste kleine Urlaub an. Nach wie vor wird der kleine Club kritisch beäugt, zum einen von der Heimleitung und zum anderen von den Nichtclubmitgliedern - bei letzteren wohl eher aus Neid. Das neue Jahr hält für Hendrik und seine Freunde einige Abenteuer bereit, aber neben vielen Schönen gibt es auch traurige Momente...


"Die Angst vor der Fahrt war ganz unbegründet gewesen. Ich war mit mir selbst zufrieden, weil ich mich nicht in irgendwelche faulen Ausreden geflüchtet hatte. Die weisen Worte meiner Frau fallen mir immer noch regelmäßig ein: Man bereut in erster Linie die Dinge, die man nicht getan hat." - Seite 272, eBook


Nachdem mich im vergangenen Jahr schon das erste Groen-Tagebuch Eierlikörtage sehr begeistert hat, war ich dementsprechend gespannt auf das neue Tagebuch. Dieses ist, wie schon gewohnt wieder im Tagebuchstil erzählt. Diese Erzählweise ist sehr gut gewählt, denn auch wenn dieses Buch in Tagesabschnitte unterteilt ist, so lässt es sich trotzdem so fesselnd lesen wie ein Roman.  Der charmante Hendrik ist zwar nun fast zwei Jahre älter, aber von seinem manchmal trockenen Humor hat er nichts verloren. Neben Einträgen, die oft zum Schmunzeln sind, gibt es auch immer wieder rührende und auch traurige Abschnitte, denn das Alter hinterlässt auch bei den Alanito-Mitgliedern seine Spuren.
Sehr schön beschrieben sind hier wieder die Ausflüge und Ideen des "Alt aber nicht tot"-Clubs, die zeigen, dass man auch im höheren Alter und trotz einiger Einschränkungen noch schöne Sachen unternehmen kann.
Mit dabei sind auch wieder viele bekannte Charaktere, über die Hendrik wieder fleißig berichtet;  neben der bissigen Bewohnerin Frau Slothouwer darf natürlich auch Hendriks bester Freund Evert nicht fehlen, der immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat und dem sprichwörtlich der Schalk im Nacken sitzt.


"Evert kam gestern vorm Essen vorbei, um sich einen Schnaps zu holen, denn sein Vorrat war erschöpft, und er hatte keine Lust, Sturm und Regen zu trotzen, um zum Laden zu gehen. Er hat schon mal eine Anfrage an die Direktorin gestellt, ob unser Supermarkt unten nicht auch Alkohol verkaufen könnte." - Seite 32, eBook



"Früher bildete Frau Slothouwer ein unausstehliches Duo mit ihrer Schwester. Seit diese letztes Jahr plötzlich verstorben ist, hat die übrig gebliebene Slothouwer die Portion Bosheit von ihrer Schwester noch auf ihre draufgepackt." - Seite 20, eBook


Das Cover ist ganz im Stil seines Vorgängers gehalten -wieder schlicht mit einer gelungenen Illustration von Hendrik Groen, den man ja inzwischen schon ins Herz geschlossen hat.

Mein Fazit: Eine wunderbare Fortsetzung, die seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Neben den Berichten aus seinem Alltag wirft Hendrik auch immer wieder einen kritischen Blick auf die Geschehnisse in der Welt. Es wird wieder humorvoll und interessant, aber auch berührend und traurig. Gerade diese vielen Facetten machen dieses Buch sehr lesenswert. Wer Eierlikörtage schon mochte, wird auch vom neuen Tagebuch begeistert sein. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

Meine Bewertung: 




Titel: Tanztee - Das neue geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 85 Jahre

Autor: Hendrik Groen
Genre: Roman
Seitenanzahl: 480
Verlag: Piper



Vielen Dank an den Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)

Die Tagebücher des Hendrik Groen:
Band 1 - Eierlikörtage
Band 2 - Tanztee

1 Kommentar:

  1. Liebe Nicole,
    das klingt super!! Aber das kann ich dem SuB nicht antun, der leise weint ;-)
    Viele Lesegrüße, Heike

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