Montag, 22. Mai 2017

Rezension zu "9 Tage wach" von Eric Stehfest

Zum Buch


Die Vergangenheit von Eric Stehfest

Der Schauspieler und Filmproduzent Eric Stehfest (*1989) ist vielen bekannt durch seine Rolle des Chris Lehmann in der Serie Gute Zeiten, Schlechte Zeiten. Zudem produziert er mit seiner eigenen Firma Station B3.1 auch eigene Filme, die sich mit dem Thema Abhängigkeit auseinandersetzen - und genau darum geht es in diesem Buch, das er zusammen mit Michael J. Stephan geschrieben hat: Seiner Drogenvergangenheit. Hier erzählt Eric seine Geschichte - knapp zehn Jahre war er abhängig von Crystal Meth - einer Partydroge, die ihn fast zerstört hätte. Doch er findet den Ausweg, macht einen Entzug und erzählt von seinem Leben danach.





"Ein scheußlicher Name. "Christ'l". "Christin" hasst falsche Namen und Chronologie. Erstkontakt. Gläsernes Knirschen beim Zerkleinern, Brennen, Durchströmen, Tränen in den Augen. Erst Schmerz, dann Betäubung. Tanzende Nervenbahnen, Puls in den Zähnen, zu den Augen hoch bis zur Kopfhaut. Sieh her, das ist mein Preis." -Seite 28


9 Tage wach ist eine Biografie, die Erics Lebensgeschichte erzählt - von seiner Kindheit, von Träumen und Beziehungen bis hin zu seinem ersten Kontakt mit diversen Drogen, insbesondere Crystal Meth, das ihn fast zehn Jahre beherrschte. Doch als Eric am tiefsten Punkt seines Lebens angekommen ist, fängt er an zu kämpfen und macht einen Entzug.
Dieses Buch hat einen sehr speziellen Schreibstil, an den ich mich erst gewöhnen musste. Die Sätze sind kurz, direkt und bringen die Sache sofort auf den Punkt. Man bekommt einen sehr privaten Einblick in Erics Vergangenheit. Durch seine ehrlichen Schilderungen führt er vor Augen, wie schnell man in diesen gefährlichen Strudel rutschen kann und was die Substanzen mit dem Körper machen. Neben einer Warnung ist es aber auch ein Mutmacher für alle, die vielleicht selbst betroffen sind: Denn Eric hat nach vielen Jahren Abhängigkeit den Entzug geschafft und ein neues Leben begonnen. Wie er auf seiner Facebook-Seite schreibt, hat er schon während des Schreibens von 9 Tage wach Menschen in die Therapie begleitet - über Nachrichten.


"Da entdeckte Eric das Lächeln in seinen Händen, musste sie nur nebeneinander halten. Hielt beide Handflächen nebeneinander und fand, dass sie ihn anlächelten, die Linien auf der Innenseite. Ein verhaltenes feines Lächeln." -Seite 232


Mein Fazit: Eine sehr bewegende Biografie, die einen so schnell nicht mehr loslässt. Mit schonungslos ehrlichen Worten wird hier die Lebensgeschichte von Eric Stehfest erzählt. Von der Abhängigkeit, dem Entzug und seinem Leben danach.
Der Schreibstil ist sehr speziell, gewöhnungsbedürftig und mit seinen abgehackten Sätzen manchmal  etwas kompliziert, jedoch auch schnell und direkt, was zum Buch passt. Da ich mich aber nicht an allen Stellen damit anfreunden konnte, ziehe ich einen halben Stern ab.
9 Tage wach ist ein Buch, dass noch lange nachhallt, nicht ohne ist und sehr berührt. Die Aussage "Ein Buch wie ein Rausch" trifft es sehr gut. Lesenswert, ich vergebe 4,5 Sterne hierfür.

Meine Bewertung: 




Titel: 9 Tage wach
Autoren: Eric Stehfest, Michael J. Stephan
Genre: Biografie
Seitenanzahl: 288
Verlag: Edel Books





Im Rahmen von Thalia-Stories erzählt Eric Stehfest in einem Video-Interview über sein Leben, welche Bücher ihn prägten und wie es zu seinem ersten eigenen Buch kam. Hier findet ihr das Video:



Kommentare:

  1. Ein Buch, welches ich auch noch lesen mag. Ich bin gespannt wie ich es finde, vor allem, da du die kurzen, abgehackten Sätze erwähnst. We will see =)

    Liebste Grüße,
    Vivka

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  2. Liebe Nicole, Hut ab, wenn man es schafft, sich aus dem Sumpf zu ziehen... Ich hoffe, er schafft es, sein neues Leben beizubehalten :-)
    Liebe Lesegrüße, Heike

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