Samstag, 20. Mai 2017

Rezension zu "Der Galgen von Tyburn" von Ben Aaronovitch

Zum Buch

Band 6 der Rivers of London - Reihe

Nachdem ihn sein letzter Fall tief in die Provinz führte, ist Peter Grant nun zurück in London - wo bereits der nächste Einsatz auf ihn wartet - und der verlangt dem Police Constable und Zauberlehrling einiges ab: Zunächst führt ihn ein mysteriöser Todesfall in die Welt der Reichen und Schönen. In dem Zusammenhang fordert Lady Ty einen Gefallen ein, der natürlich alles andere als einfach ist. Es sich mit ihr zu verscherzen, wäre nicht ratsam. Und dann ist da auch noch der gesichtslose Magier, dessen "Begegnung" Peter nun schon zum zweiten Mal auf wundersame Weise überlebt hat. Und hätte er nicht schon genug zu tun, taucht auch noch ein Haufen rätselhafter Amerikaner auf und -völlig unerwartet- eine alte Bekannte...
Mit der Hilfe von seinem Vorgesetzten und Mentor Nightingale versucht Peter die verschiedenen Fäden zu entwirren und stößt schließlich auf etwas, womit er nicht gerechnet hat...


"Der Aufzug führte auf einen Flur, wo wir den Tanz der weißen Overalls aufführten, bei dem die Würde des Gesetzes unweigerlich gewisse Einbußen erleidet, während man auf einem Bein herumhüpft und versucht, das andere in den blöden Papieranzug hineinzumanövrieren." -Seite 17


Auch in seinem sechsten Fall hat Police Constable und Experte für alles Magische Peter Gant wieder alle Hände voll zu tun: Ein tragischer Todesfall auf einer Party, die heimlich in Londons teuerster und gut bewachter Immobilie stattfand. Schnell wird klar, dass hier einiges nicht mit rechten Dingen zuging und sich überraschende Verbindungen auftun...
Peter Grant, auf seine ganz spezielle Art charmant wie eh und je, erzählt in der schon bekannten Ich-Perspektive seine Geschichte selbst - locker und frech, mit seinen ganz eigenen Ansichten, die einen manchmal zum Schmunzeln bringen. Die Schauplätze sind wieder interessant und schön detailliert beschrieben, es gibt ein Wiedersehen mit den schon bekannten Charakteren, von denen mir die Figur des Nightingale immer noch am besten gefällt - da er im letzten Band nur am Rande aufgetaucht ist, hatte ich gehofft, dass er hier wieder mehr in der Vordergrund rückt. In dem Fall hätte ich mir noch etwas mehr gewünscht.
Womit ich mich im ersten Band nur teilweise anfreunden konnte, aber inzwischen richtig interessant finde, sind die Abschnitte mit den Flussgöttern und -göttinnen - sehr skurril, aber wirklich gut gemacht. Peter hat ja inzwischen einen sehr guten Draht zu den Leuten und will es sich natürlich nicht mit Lady Ty - Göttin des Flusses Tyburn- verscherzen. Denn das könnte weitreichende und nasse Folgen haben...


"Wir alle standen wieder auf, aber diesmal hatte Lady Ty sich unter Kontrolle und sah ohne größeren Sachschaden zu, wie ihre Tochter abgeführt wurde. Trotzdem nahm ich mir vor, heute Nachmittag mal beim Wasserwerk nachzufragen - nur zur Sicherheit." - Seite 35


Neben einem spannenden Krimi kommt natürlich auch das Magische nicht zu kurz - alles wieder perfekt eingewoben ist das (anscheinend) so normale London. Der Fall selbst führt mit seinen vielen Puzzleteilen schließlich zu einer überraschenden Entwicklung...

Das Cover ist diesmal in violett-lila gehalten und mit vielen kleinen, passenden Details ausgestattet. Es reiht sich perfekt in die Reihe seiner bunten Vorgänger ein und ist im Regal ein echter Hingucker. Was es genau mit dem Titel Der Galgen von Tyburn auf sich hat, erfährt man im Laufe der Geschichte.

Noch kurz zu der Frage, ob man dieses Buch auch lesen kann, wenn man die Vorgänger noch nicht kennt: Natürlich ist es von Vorteil wenn man auch die vorigen Bände gelesen hat.  Der Fall ist zwar in sich abgeschlossen, jedoch gibt es immer wieder Verweise auf die Geschehen der  vorigen Bände. Vielleicht im ersten Moment etwas kompliziert, jedoch in kurzen Abschnitten sehr gut erklärt. Daher würde ich auch Neulingen das Buch ans Herz legen, die mal einen Einblick in Peter Grants magische Welt bekommen möchten.

Mein Fazit: Ein magisch-abenteuerlicher sechster Band, der mir noch etwas besser als die letzten beiden Bücher gefallen hat. Die Handlung selbst entwickelt sich spannend, viele Verbindungen tun sich auf und offene Geschichten aus den Vorgängern gehen weiter. Einen halben Stern ziehe ich ab, da ich mir hier etwas mehr Aufklärung gewünscht hätte. Dieses zieht sich leider etwas zu sehr in die Länge. Davon mal abgesehen hat mir das Finale gut gefallen. Wieder ein gelungener Fantasy-Krimi im typischen Aaronovitch-Stil. Lesenswert! 4,5 Sterne von mir.

Meine Bewertung: 




Titel: Rivers of London 6 - Der Galgen von Tyburn

Autor: Ben Aaronovitch
Genre: Krimi /Fantasy
Seitenanzahl: 416
Verlag: dtv



Vielen Dank an dtv für das Rezensionsexemplar! :)


Die Bücher der Rivers of London-Reihe:
Band 4 ~ Der böse Ort
Band 6 ~ Der Galgen von Tyburn 

Alle Bücher, sowie Infos zur Reihe findet ihr hier: Die Flüsse von London (Peter Grant) 

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