Sonntag, 7. Mai 2017

Rezension zu "Museum der Erinnerung" von Anna Stothard

Zum Buch

Erinnerungen an eine dunkle Vergangenheit...

An einem heißen Sommertag feiert das Berliner Naturkundemuseum seinen 200. Geburtstag. Auf der Feier soll am Abend auch die junge Britin Cathy für ihre Forschung ausgezeichnet werden. Doch sie wird am Morgen von ihrer Vergangenheit eingeholt: Auf ihrem Schreibtisch wartet ein Paket auf sie - ohne Absender. Doch als sie es öffnet und den Inhalt in den Händen hält, weiß sie sofort, vom wem es stammt. Vor vier Jahren hat sie das letzte Paket von ihm bekommen - von dem Mann, vor dem sie um die halbe Welt geflüchtet ist und gehofft hatte, dass sie in ihrem neuen Leben in Berlin zusammen mit ihrem neuen Partner Tom ihre dunkle Vergangenheit hinter sich lassen konnte.
Doch nun ist das Päckchen da und weckt  traurige Erinnerungen an die Vergangenheit - an die Zeit, wo Cathy die Flucht als einzigen Ausweg sah. Doch auch in der Gegenwart erwartet sie im Museum unerwartetes...


"Die Vergangenheit ist nicht beständig. Der Vorgang des Erinnerns verändert uns, und jedes Leben kann innerhalb eines Tages neu geschrieben werden." - Seite 9


Auf dieses Buch bin ich durch eine Leserunde auf Lovelybooks aufmerksam geworden und die Inhaltsangabe hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Eine junge Frau, die auf der Flucht vor einem Mann zweimal den Kontinent gewechselt hat und nun von der Vergangenheit eingeholt wird...
Diese fesselnde Geschichte spielt zudem noch an einem ungewöhnlichen und sehr interessanten Ort: Das Museum für Naturkunde in Berlin. Die Autorin schafft mit ihrem sehr detaillierten und fließendem Schreibstil, den Leser mit auf eine besondere Reise durch das Museum zu nehmen. Tolle Beschreibungen, sowohl von den Ausstellungsstücken, als auch von Berlin lässt die besondere Atmosphäre sehr lebendig werden. Die Geschichte selbst ist atmosphärisch sehr dicht und hält einige Überraschung bereit, mit denen man so nicht gerechnet hat. Nach und nach erfährt man schließlich alle Hintergründe, die manches Mal sehr bedrückend und traurig sind.

Auch das Äußere kann sich sehen lassen: Das Buch ist eine hochwertige Klappenbroschur und im bekannten Stil der Bücher aus dem Diogenes-Verlag gestaltet. Mir gefällt diese Gestaltung sehr gut.



"Sie mochte es nicht, wenn Erinnerungen unkontrolliert in ihrem Kopf herumschossen, sich Synapsen und chemische Verbindungen beständig auf neue Gemütszustände einstellen mussten, und dadurch ins Ungleichgewicht gerieten. In ihrem eigenen kleinen Museum hatte sie die Erinnerungen im Griff und konnte die Tür hinter ihnen schließen." -Seite 19


Mein Fazit: Eine sehr bewegende Geschichte, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Man taucht sofort in die Handlung ein, die langsam vor sich hinfließt (im positiven Sinne!) und nach und nach einige traurige und dunkle Geheimnisse offenbart. Das Buch hat viele Facetten: Mal bedrückend, mal berührend, mal traurig und mal packend. Eine gelungene Mischung.
Mit seinem tollen, detaillierten Schreibstil und einem spannenden Schauplatz ist Museum der Erinnerung ein sehr besonderer und lesenswerter Roman. 

Meine Bewertung: 




Titel: Museum der Erinnerung
Autorin: Anna Stothard
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 304
Verlag: Diogenes

Vielen Dank an den Diogenes-Verlag für das Rezensionsexemplar und an Lovelybooks für die tolle Leserunde! :)

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