Samstag, 3. Juni 2017

Rezension zu "Spiegel des Bösen" von Björn Springorum

Zum Buch
Ein unheimliches Hotel mit dunklen Geheimnissen...

Die 15-jährige Sophie ist nicht gerade davon begeistert, die nächsten Tage mit ihren Eltern in einem alten Hotel zu verbringen - schon bevor sie es betritt, hat sie kein gutes Gefühl: Mit dem Grandhotel Rabenfels, dass nach 100 Jahren renoviert und wiedereröffnet wurde, stimmt etwas nicht. Sophies Befürchtung bewahrheiten sich schließlich. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, sind ihre Eltern verschwunden. Und nicht nur das - Wände sind plötzlich da, wo keine sein sollten, endlose Gänge führen ins Nichts und alte Gemälde führen ein Eigenleben. Und dann sind da noch die vielen Spiegel... Sophie fühlt sich mehr denn je beobachtet. Im dunklen Keller stößt sie schließlich auf Max und seine Freunde. Schnell wird klar: Es lauert etwas Böses hinter den Spiegeln. Zusammen mit Max versucht Sophie hinter das Geheimnis des Hotels zu kommen. Dieses ist alles andere als ungefährlich und birgt viele Schatten...


"Endlose Korridore. Leere Gänge. Ihre Schritte geschluckt von durchgelaufenen dicken Teppichen voller Löcher. Bei ihrer Ankunft war es hier noch richtig trubelig gewesen, laut und voller Leben. Jetzt kam ihr das Hotel sehr einsam vor. Stiller. Dunkler. Irgendwo knarrte es." -Seite 19


Nachdem mir Der Ruf des Henkers schon sehr gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf Björn Springorums neuestes Werk. Und Spiegel des Bösen hat einiges zu bieten: Ein großes altes Hotel, das abgelegen auf einem hohen Felsplateau liegt, umgeben von Bergen. Doch das legendäre Grandhotel Rabenfels hat ein dunkles Geheimnis, dass es in den unzähligen Gängen und Zimmern hütet...
Die Geschichte hat einige Besonderheiten: Ein toller Schauplatz, der mich (auch wenn es eine völlig andere Geschichte ist) ein wenig an das Overlook Hotel aus Stephen Kings Shining erinnert. Das Grandhotel Rabenfels wird vom Autor detailreich beschrieben, man kann sich die unheimlichen Veränderungen, die im Gebäude vorgehen, sehr gut vorstellen. Neben einer spannenden Story, die viele Geheimnisse enthält, haben mir besonders die die vielen tollen Figuren gefallen - Charaktere aus längst vergangenen Zeiten, Geister, Phantome und Hexen. Alles ist sehr gut aufeinander abgestimmt und passt perfekt in die Handlung.
Zwischen den aktuellen Geschehnissen gibt es immer mal wieder Rückblicke in die Vergangenheit, wodurch man nach und nach erfährt, was damals wirklich passiert ist. Die Atmosphäre ist meist düster und etwas gruselig, besonders das Geheimnis um die Spiegel ist fesselnd. Der Schreibstil ist flüssig, wodurch sich die Geschichte sehr gut lesen lässt.

Das Buch ist auch äußerlich ein Hingucker: Die dunkle Gestaltung mit intensiven Farben passt sehr gut zum phantastischen Inhalt. Dazu hat jeder Kapitelanfang eine schön gestaltete, schwarze Umrandung. Insgesamt ein wirklich schönes und hochwertiges Buch.  


"Aber hattest du nicht auch schon den Eindruck, dass dieses Hotel von einem auf den anderen Tag anders ist. Älter, leerer, größer? Das mal Abend ist, obwohl gerade erst Morgen war? Dass es Türen gibt, wo vorher keine waren? Gänge, die ins Nichts führen? Und dann noch dieses Gefühl, dass man eigentlich nie allein ist. Dass man beobachtet wird." (Max) -Seite 65


Mein Fazit: Ein schaurig-schöner und phantastischer Roman, der mit einem unheimlichen Schauplatz und tollen Figuren überzeugt. Die Story ist spannend und voller Geheimnisse, die erst nach und nach ans Licht kommen. Dazu gibt es noch eine gute Portion Grusel, Einblicke in vergangene Zeiten und eine kleine Liebesgeschichte. Mir hat Spiegel des Bösen wirklich gut gefallen, gerade weil so unheimlich viel auf den 384 Seiten passiert. Es hätte daher gern noch ein paar Seiten länger sein dürfen. Ein tolles Jugendbuch, dass auch Erwachsene begeistert!
Ich hoffe, dass wir noch einiges von Björn Springorum lesen und hören werden! :)

Meine Bewertung:






Titel: Spiegel des Bösen
Autor: Björn Springorum
Genre: Jugendbuch / Phantastik / All Age
Seitenanzahl: 384
Verlag: Thienemann

Kommentare:

  1. Hey Nicole!
    Eine tolle Rezension.
    Das Buch habe ich auf der Leipziger Buchmesse mitgenommen und bin schon sehr gespannt drauf.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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    1. Hi Nicci,
      Danke! Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Lesen. :)

      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Hallo NIcole,

    danke für deine Rezension. Das Buch werde ich gleich auf meine Wunschliste setzen, denn ich liebe solche Bücher, die an einem bestimmten Ort spielen (Hotel, Schiff, Internat, Zug, etc.). Und zu gruselig kann es als Jugendbuch dann ja auch nicht werden, denn Horrorliteratur ertrage ich nur in Maßen. (-:

    Viele Grüße, Ramona (#litnetzwerk)

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    1. Hallo Ramona,

      genau deshalb ist mir das Buch zuerst aufgefallen: Wegen dem besonderem Schauplatz!
      Nein, es ist kein Horrorroman - es hat zwar gruselige und vielleicht leichte Horror-Elemente, aber es ist alles noch im Rahmen. :)

      Liebe Grüße
      Nicole

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