Dienstag, 15. August 2017

Rezension zu "Das Glück meines Bruders" von Stefan Ferdinand Etgeton

Zum Buch


Zwei Brüder und ihre Reise in die Vergangenheit

Im Sommer 2010 beschließen die Brüder Botho und Arno van Dijk zusammen mit Arnos Verlobte Anja eine Reise in das belgische Dorf Doel zu machen. Für die beiden Brüder ist es eine Reise in die Vergangenheit: In dem kleinen Dorf, das demnächst einem Hafenausbau weichen muss und inzwischen ein verlassener Ort ist, lebten ihre inzwischen verstorbenen Großeltern. Botho und Arno habe hier viele Sommer- und Winterferien in ihrer Kindheit und Jugend verbracht. Bevor das alte, verlassene Haus nun endgültig abgerissen wird, verbringen sie nochmal ein paar Tage dort. Die Erinnerungen an damals waren aber nicht immer idyllisch - das wird den beiden inzwischen erwachsenen Männern nun bewusster, als sie zunächst dachten...



"Ich liebte die baumbestandenen Straßen in einer endlosen Stadt, staunte über den vergangenen Reichtum, der sich manchmal noch in den verzierten Fabrikfassaden zeigte. Ich genoss es, mitten in der Nacht Currywurst zu essen. Ich spazierte auf den alten Halden." - (Botho über seinen aktuellen Wohnort Bochum, Seite 38)


Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich durch die Inhaltsangabe, die von zwei Brüdern erzählt, von denen am Ende der Geschichte der gesündere eher der verlorene sein wird und der beschädigte sein Glück findet. Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass der Schreibstil sehr speziell ist - die Sätze sind sehr lang, in einem ganz außergewöhnlichen Ton und durch viele "und" und "oder" miteinander verbunden. Anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, doch es wird schnell klar, dass genau diese Schreibweise gut zum gesamten Stil des Romans passt. Und dieser hat viele Facetten: Eine Reise an einen Ort ihrer Kindheit wird für die beiden Brüder Botho und Arno eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle - vieles, was längst vergessen oder verdrängt war, bricht schmerzhaft wieder an die Oberfläche. Es wird mal bewegend, manchmal komisch und seltsam, aber auch berührend und melancholisch. Diese Stimmungen und die unterschiedlichen Atmosphären sind dem Autor sehr gelungen.
Doch ich muss auch sagen, dass mir die Charaktere trotz allem eher fremd geblieben sind, ich konnte manche Entscheidungen nicht wirklich nachvollziehen und sie wirkten auf mich oft eher wie Teenager, als wie Erwachsene. Mich konnte die Handlung daher nicht ganz erreichen, so wie es eigentlich hätte sein sollen.
Was sehr gelungen und hochwertig ist, ist die Buchgestaltung. Das Cover ist schlicht und in Grautönen gehalten, was sehr gut mit der dezenten, gelben und weißen Schrift harmonisiert.  Auch der Titel Das Glück meines Bruders passt perfekt zum Inhalt.


"Da war die Schaukel. Die Schaukel, die Kindern eine Idee von Grenzenlosigkeit geben kann, auf der man versuchen kann, zu entkommen und wegzufliegen in eine andere Galaxie, in eine neue Freiheit: Ein bisschen mehr Schwung, noch ein bisschen mehr Schwung, dann schafft man es." - Seite 72


Mein Fazit: Selten war ich mir bei einem Buch so unsicher, wie bei diesem. Es ist einerseits ein sehr gutes und anspruchsvolles Buch, doch mich persönlich konnte es nicht ganz erreichen. Die Charaktere und insbesondere deren Handlungen konnte ich nicht immer nachvollziehen, der Schreibstil war mir mitunter etwas zu anstrengend. Doch auch wenn es mich nur teilweise angesprochen hat, so ist es dennoch ein hochwertiger Roman, der mit Sicherheit viele andere Leser begeistern wird. 

Meine Bewertung: 





Titel: Das Glück meines Bruders
Autor: Stefan Ferdinand Etgeton
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 240
Verlag: C.H. Beck



Vielen Dank an den C.H. Beck-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)

Gemeinsam Lesen #119

Die Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade "Das Glück meines Bruders" von Stefan Ferdinand Etgeton und bin auf Seite 191 von 240.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Zum Buch


"Diese Angst feierte zwar nicht mit, in den Kneipen und im Klub war sie für ein paar Stunden vergessen, aber spätestens um sieben in der Frühe setzte sie sich im Imbiss oder beim Bäcker wieder neben mich und sah mich vorwurfsvoll an."


3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?

Bei diesem Buch bin ich nun auf den letzten 50 Seiten und bin mir noch völlg unsicher, ob es mir gefällt. Die Geschichte um zwei Brüder, die durch eine Reise an einen Ort ihrer Kindheit nochmal viel Vergangenes durchleben, ist schon lesenswert, doch mich persönlich konnte die Geschichte und speziell die Charaktere bisher noch nicht ganz erreichen. Um mehr zu sagen, muss ich es erst zuende lesen. Es bleibt also spannend - auch für mich, denn so unsicher kurzm vorm Schluss bin ich selten.

 
4. Gibt es Rezensionen von dir, bei denen sich deine Meinung mittlerweile verändert hat, und die du am liebsten völlig umschreiben würdest?

Da fällt mir spontan gerade kein bestimmtes Buch ein. Was mir wohl auffällt, wenn ich ältere Rezesnionen von mir lese: Sie waren, als ich angefangen habe zu rezensieren, sehr kurz. Heute gestalte ich sie etwas ausführlicher. Doch im Nachhinein verändere ich diese Rezensionen, die zum Teil schon 5-6 Jahre alt sind, nicht. Ich würde allerdings bei einem re-read nochmal eine komplett neue und ausführlichere Rezension schreiben, wie ich es auch bei Stephen King's "The Stand" gemacht habe. Die Meinung zu dem Buch ist übrigens gleich geblieben. :-)



Montag, 14. August 2017

Montagsfrage #101

Die Montagsfrage gibt es jede Woche bei Buchfresserchen.
Die Frage in dieser Woche:


Welche Bücher hast du zuletzt aussortiert?


Ich habe vor kurzen erst einige Bücher aussortiert und dem Bücherschrank gespendet. Die letzten Bücher, die ich aussortiert habe, habe ich vor mehreren Jahren mal als Mängelexemplare gekauft und irgendwie nie gelesen. Das waren:

Masken von Mara Lang

Der Außenseiter von Minette Walters

Kalter Mond von Giles Blunt

Da diese drei Bücher schon ewig auf dem SuB lagen und ich festegestellt habe, dass ich sie wahrscheinlich nie lesen werde, habe ich sie aussortiert. Gleichzeitig habe ich so ja auch Platz für neue Bücher geschaffen. ;-)


Samstag, 12. August 2017

Rezension zu "Ein angesehener Mann" von Abir Mukherjee

Zum Buch


Sam Wyndhams erster Fall

Kalkutta im Jahr 1919: Gerade erst aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, reist Captain Sam Wyndham von London nach Kalkutta, um dort als Ermittler tätig zu werden. Vieles ist noch ungewohnt für ihn - die tropische Hitze, schlammige Straßen und heruntergekommene Kolonialbauten  - hinzu kommt noch die große Unruhe und die zerrissene Bevölkerung, die zwischen alten Traditionen und der neuen Ordnung der britischen Besatzung steht.
Schon bald wartet ein Mordfall auf ihn, der ihn vor einige Rätsel stellt - schnell wird klar, dass der Tote zu den höheren Kreisen der britischen Gesellschaft gehörte. Seine Ermittlungen führen Sam und seine Kollegen schließlich in die Unterwelt Kalkuttas, wo sie auf noch größere Geheimnisse stoßen...


"Immerhin war er gut angezogen. Schwarze Fliege, Smoking, das ganze Programm. Wenn man schon umgebracht wurde, konnte man sich dafür auch richtig in Schale werfen." - Seite 9


...schon der erste Satz lässt einen spannenden Fall erahnen, der sofort einige Fragen aufwirft: Ein britischer Beamter, der tot in einer düsteren Gasse in Black Town gefunden wird - jenem riesigen Viertel Kalkuttas, in dem nur die indische Bevölkerung lebt. Dieser Mordfall ist zugleich Sam Wyndhams erster Fall in Indien, der größer und verstrickter ist, als er zunächst ahnt...
"Ein angesehener Mann" ist ein Krimi der besonderen Art - er spielt Anfang der 1920er Jahre in Kalkutta, dessen unruhige Atmosphäre der Autor perfekt wiedergibt. Nicht nur die Schauplätze, die hier detailreich beschrieben werden und den Leser hier quer durch Kalkutta führen, sondern auch die Charaktere kommen sehr gut zur Geltung. Der Kriminalroman ist in der Ich-Perspektive von Sam Wyndham geschrieben, den man nach und nach besser kennen lernt und so auch erfährt, was ihn nach Indien geführt und mit welchen persönlichen Problemen er zu kämpfen hat.
Die Handlung ist atmosphärisch sehr dicht, man sollte sich etwas Zeit nehmen für dieses Buch - nicht nur der Mordfall und Sams Privatleben spielen hier eine Rolle, sondern auch die politischen Unruhen im Land. Der Autor schildert hier verständlich die historischen Hintergründe vom damaligen British-Indien. Eine gute Hilfestellung ist auch die Karte vorn im Buch, die alle wichtigen Handlungsorte in Kalkutta markiert. Auch das Cover ist sehr gelungen - es passt zu diesem besonderen Roman.
Anfangs habe ich erst etwas gebraucht, um mich einzulesen - in der ersten Hälfte zieht sich die Geschichte an manchen Stellen etwas. Doch dafür hat mir die zweite Hälfte umso besser gefallen, denn da kommt es schließlich zu interessanten Entwicklungen, mit denen niemand gerechnet hat.


"Ich drehte mich im Kreis. Keine der Möglichkeiten ergab viel Sinn. Mein erster Fall in Kalkutta nahm jedenfalls keinen besonders vielversprechenden Anfang. Im gegenteil, er schien zu den Sonderbarsten zu gehören, mit denen ich es je zu tun hatte." - Seite 54


Mein Fazit: Ein außergewöhnlicher und sehr guter Kriminalroman! Atmosphärisch dicht und mit besonderen Schauplätzen überrascht das Buch - es gibt interessante und unvorhersehbare Wendungen, besonders zum Ende hin. Ein Buch, das man in Ruhe lesen sollte, da es viele Details enthält und man einiges über die historischen Hintergründe erfährt. Doch es lohnt sich! Einen halben Stern ziehe ich ab, da es anfangs ein paar Längen gibt, doch insgesamt  ist es ein sehr gelungener historischer Krimi! 

Meine Bewertung: 





Titel: Ein angesehener Mann - Sam Wyndham 1
Autor: Abir Mukherjee
Genre: Historischer Krimi
Seitenanzahl: 512
Verlag: Heyne

Donnerstag, 10. August 2017

Blogparade - Du und dein Blog

Hallo ihr Lieben.

im Juli 2017 hat Steffi von Angeltearz liest die Blogparade ins Leben gerufen. Bei dieser tollen Aktion geht es um das Miteinander in der großen Bloggerwelt und stellt die Menschen vor, die hinter den Blogs stecken - denn Respekt, Akzeptanz und Toleranz sind das Wichtigste. :)
Zu diesem Thema hat Steffi acht Fragen zusammengestellt, die ich natürlich gern beantworte.

Alle Informationen rund um Steffi's Aktion und die Fragen findet ihr hier:  


Hier sind meine Antworten:

Wer bist du? Stell dich vor!  

Mein Name ist Nicole, bin anfang dreißig und passenderweise am Welttag des Buches geboren. Ich lebe seit zehn Jahren im Ruhrgebiet und fühle mich ganz wohl hier. Eine Vorliebe für Bücher habe ich schon seit meiner Kindheit. Lesen ist einfach das Schönste, denn man kann in viele wunderbare Geschichten eintauchen, wann immer man will. 


Seit wann bloggst du? Und wie bist du zum Bloggen gekommen?

Meinen kleinen Bücherblog mit dem Namen Nicoles Bücherwelt habe ich im April 2015 ins Leben gerufen. Ich habe schon vorher gerne Rezensionen geschrieben und über Bücher diskutiert und fand die Idee eines eigenen Blogs immer faszinierend, da ich selbst immer gerne auf Buchblogs stöbere und nach Buchtipps Ausschau halte. So habe ich mich, wenn auch anfangs sehr unsicher, einfach mal getraut. Eine liebe Freundin hat mir in der Anfangszeit viele hilfreiche Tipps gegeben. Und so bin langsam hineingewachsen und es macht mir bis heute unheimlich viel Spaß. 


Weiß dein Umfeld davon, dass du bloggst? Wenn ja, was sagen sie dazu? Wenn nein, warum nicht?
Ja, die meisten wissen es. Allerding ist das für viele eher eine fremde Welt. Ich stoße öfter auf Unverständnis, wenn ich die häufig gestellte Frage, ob ich denn damit auch Geld verdiene, verneine. Es ist einfach mein Hobby und eine großen Leidenschaft - genau wie das Lesen.


Nutzt du Social Media? Und wie kann man dir folgen? 

Ja, nutze ich und man mir hier folgen:
oder direkt über GFC auf meinem Blog

Gibt es etwas, was dich an der Bloggerwelt stört? Und was würdest du dir wünschen? (Trau dich und sei ehrlich) 

Ich habe bisher noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Zu mir waren alle (ob Blogger, Buchverlage oder Autoren) immer sehr herzlich und freundlich, daher kann ich selbst nicht von schlechten Erfahrungen sprechen.
Wovon ich aber schon gehört habe, ist das, was Steffi angesprochen hat. Missgunst und Neid, was ich ganz schlimm finde. Ich gönne anderen ihren Erfolg und freue mich mit ihnen. 


Und was magst du an der Bloggerwelt? 

Das herzliche Miteinander. Ich wurde damals sofort herzlich in die Bloggerwelt aufgenommen, bekam hilfreiche Tipps und aufmunternde Rückmeldungen. Auch schätze ich den Kontakt. Durch das bloggen habe ich viele liebe Menschen kennen gelernt und neue, tolle Blogs entdeckt.


Liest du auch außerhalb deines eigenen "Blogbereiches" oder liest du als z. B. Buchblogger nur Buchblogs? 

Ich bin meistens in der Buchbloggerwelt unterwegs, aber mache Bluchblogs berichten nebenher ja auch über andere Sachen, wie z.B. Reisen, Fotografie oder andere Projekte. Das finde ich auch sehr interessant. 


Vernetzen ist wichtig. Hast du Lieblingsblogs? Zeig mal!

Ja, es gibt viele tolle Blogs, die ich gerne und regelmäßig besuche. Ein paar nenne ich mal hier:

weitere Blogs findet ihr rechts unten in meiner Blogroll. :) 
(Nächstes Projekt: Blogroll erweiten)


An dieser Stelle nochmal ein Dankeschön an Steffi! :) Es hat Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten.

Dienstag, 8. August 2017

Gemeinsam Lesen #118

Die Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade "Ein angesehener Mann" von Abir Mukherjee und bin auf Seite 29 von 512.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Zum Buch


"Banerjee rutschte nervös auf seinem Sitz hin und her."


3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?

Von diesem besonderen Krimi habe ich schon viel Positives gehört und er scheint schon durch seinen Schauplatz sehr interessant zu sein - die Handlung spielt im Jahr 1919 in Kalkutta. Ich habe gerade erst begonnen, daher kann ich noch nicht viel sagen, aber der Schreibstil und auch die Beschreibung der Schauplätze ist sehr gut. Ich bin gespannt und werde berichten.



4. Nimmst du dir bei bestimmten Büchern vor, sie nochmal zu lesen? Wenn ja, tust du es wirklich?

Ja, ich möchte einige Bücher aus meiner Sammlung unbedingt nochmal lesen. Bei Stephen King's The Stand hat es schon geklappt, nun folgt demnächst ES. Aber es gibt auch Bücher, bei denen ich noch nicht die Zeit gefunden habe, sie nochmal zu lesen, einfach weil es noch so viele ungelesene Bücher gibt, die ich unbedingt noch lesen möchte. Doch ein Re-read ist angedacht bei folgenden Büchern: Harry Potter von J.K. Rowling, Der Schwarm von Frank Schätzing und die Arkadien-Trilogie von Kai Meyer.


Montag, 7. August 2017

Rezension zu "Die Brut - Sie sind da" von Ezekiel Boone

Zum Buch


Band 1 der Reihe Die Brut

Von einem auf den anderen Tag gerät die Welt aus den Fugen - überall geschehen merkwürdige Ereignisse: In Peru stirbt eine Wandergruppe während einer Führung durch den Dschungel, in Indien zeigen die Seismographen Erschütterungen mit einem merkwürdig regelmäßigen Muster an - doch es folgt kein Erdbeben. Als dann noch in einer kleinen Provinz in China  angeblich versehentlich eine Atombombe gezündet wird und Agent Mike Rich bei einem abgestürzten Flugzeug in Minneapolis etwas grauenvolles bei den Opfern entdeckt, wird vielen plötzlich klar: Es gibt eine Bedrohung, die eine Gefahr für die Menschheit ist - sie ist klein, grausam, schwarz und vermehrt sich rasend schnell...
Kann die Verbreitung aufgehalten werden?  Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...


"Es sah aus, als wäre die Wand schwarz verschmiert. Asche, dachte sie - aber nein. Sie hob die Lampe höher und wusste, es war etwas anderes. Etwas Älteres. Sie hatte in den Höhlen schon Bilder an den Wänden gesehen, aber dieses hier sah anders aus. Das wusste sie sofort. Es zeigte eine Spinne. Bei dem Anblick fröstelte sie." -Seite 84


In Die  Brut - Sie sind da geht es um eine Bedrohung, wie sie gruseliger nicht sein kann: Wie das düstere Cover mit den Spinnweben schon verrät, geht es um Spinnen. Wie diese aussehen, wie groß sie sind und was sie anrichten, erfährt man im Laufe der Geschichte. Es wird gruselig und auch ekelig - die unheimliche Atmosphäre ist dem Autor somit sehr gelungen.
Zuerst bekommt man einen Einblick auf die weltweiten Ereignisse, die nach und nach aufzeigen, welche Bedrohung sich auf der Erde anbahnt. Wie etwa eine Biologin, die sich auf die Spinnenforschung spezialisiert hat:  Sie bekommt eine FedEx- Sendung mit einem sehr beunruhigendem Inhalt. Doch auch an anderen Orten bahnt sich Schreckliches an.
Auch wenn die Horror-Elemente gelungen sind, fand ich die Handlung etwas schwach. Es dauert unheimlich lange, bis etwas Schwung in die Geschichte kommt. Es gibt viel zu viele Nebenschauplätze, die bei  diesem  überschaubaren Seitenumfang viel zu lang und unübersichtlich werden. Die Spannung geht somit etwas verloren. Als die Handlung dann auf den letzten Seiten doch noch an Fahrt aufnimmt, ist das Buch auch schon zu Ende - ohne ein wirkliches Ende.  Die Charaktere waren mir meist zu oberflächlich, oft schweift der Autor zu Sachen ab, die in diesem Buch eigentlich nicht groß von Interesse sind - wie etwa, wer mit wem eine Affäre hatte. Ich hätte mir hier mehr Infos zu dem Thema gewünscht, was der Ursprung für die Spinnen-Invasion war, vielleicht mit einem kleinen Rückblick in die Vergangenheit.
Gut gelungen hingegen ist aber die ganze Buchgestaltung: Ein düsteres Cover mit Spinnweben und die rot gefärbten Seitenränder sind ein Hingucker. Und natürlich der Titel, der schon Gruseliges erahnen ist.


"Er hatte nichts übersehen. Aber er irrte sich. Ganz hinten in der Dunkelheit regte sich leise etwas in der Asche." - Seite 151


Mein Fazit: Ein gruseliger Thriller mit Horrorelementen, der mich leider nicht ganz überzeugen konnte. Während die unheimliche Atmosphäre dem Autor gut gelungen ist, dauert es sehr lang, bis etwas Schwung in die Handlung kommt, es wird lange drum herum geredet. Es gibt sehr viele Nebenschauplätze - für ein 400 Seiten-Buch war das etwas zu viel. Auch mit den Charakteren konnte ich mich nicht recht anfreunden  - sie waren eher oberflächlich und blass. Der Schreibstil ist dagegen ganz gut, das Buch lässt sich flüssig lesen. Manche Stellen haben es in sich - es wird sehr gruselig. Da ist das Cover sehr gut getroffen. Leider konnte mich die Geschichte dennoch nicht wirklich überzeugen, daher vergebe ich nur zwei Sterne. Schade! 

Meine Bewertung: 






Titel: Die Brut 1 - Sie sind da
Autor: Ezekiel Boone
Genre: Thriller / Horror
Seitenanzahl: 400
Verlag: Fischer

Die Bücher der Reihe Die Brut:
Band 1: Die Brut - Sie sind da
Band 1: Die Brut - Die Zeit läuft  ~ erscheint am 24.08.2017