Mittwoch, 29. November 2017

Rezension zu "Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab" von Jonathan Stroud

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Band 5 der Reihe Lockwood & Co.

Nach den letzten Geschehnissen, in die vorallem Anthony Lockwood und seine Mitarbeiterin Lucy verwickelt waren, ist etwas Ruhe in die kleine Geisteragentur Lockwood & Co. eingekehrt. Doch diese währt nur kurz: Nach einem brisanten Hinweis, den der sprechende Geisterschädel im Glas Lucy anvertraut hat, gehen Anthony und seine Mitarbeiter der Spur nach – mit einem Ergenbis, mit dem sie so nicht gerechnet haben. Plötzlich steht vieles Infrage, vielleicht kann sogar DAS große Rätsel gelöst werden: Was war damals der Auslöser für die Geisterepidemie, die Großbritannien nun seit über fünfzig Jahren Nacht für Nacht heimsucht?  Doch Lockwoods Nachforschungen sind von Gegnern nicht gern gesehen und werden zur Lebensgefahr…


„Ich konnte Tufnell, der in der Seitenkulisse mit Lockwood sprach, gerade noch verstehen. Die beiden akustischen Ebenen überlagerten einander nicht, sondern woben sich ineinander, durch ein ganzes Jahrhundert voneinander getrennt.“ – Seite 147


Ich bin begeisterte Leserin der Reihe um Lockwood & Co. und habe mich schon sehr auf diesen 5. Band gefreut. Und Das Grauenvolle Grab hat wieder allerhand zu bieten: Spannende und toll beschriebene Schauplätze, wo sich Geister verschiedener Art tummeln und von den Mitarbeitern (und inzwischen auch Freunden) der kleinen Geisterjägeragentur Lockwood & Co. aufgespürt werden müssen. Hier geht es direkt am Anfang schon spannend-unheimlich los.
Wie schon gewohnt, gibt es hier wieder einige Abenteuer, doch gleichzeitig werden noch einige Geheimnisse gelüftet, die in den vorigen Bänden noch eher unklar waren: So lösen sich beispielweise die letzten Rätsel um den sympathischen Anthony Lockwood auf und es kommt im heimgesuchten London zu überraschenden Erkenntnissen.
Neben gruseligen Abschnitten gibt es auch immer mal wieder Szenen zum Schmunzeln. Ich mag ja besonders die Gespäche zwischen Lucy und dem Geisterschädel – sie ist schließlich die Einzige, die mit dem launischen Geist im Glas kommunzieren kann:


„Sprecht ihr etwa von mir?“ Die trübe Flüssigkeit kräuselte sich, hinter der Glaswand erschien das Gesicht des Geistes. Es bot nie einen sonderlich erfreulichen Anblick, aber heute sah er noch abstoßender aus als sonst, fand ich, wie die Visage einer Wasserleiche, auf die jemand draufgetreten ist.
„Kannst du bitte ein bisschen weniger ekelig aussehen?“, sagte ich ärgerlich. „Da wird ja die Milch sauer!“
„Ich war die ganze Nacht wach“, konterte der Geist, „so was hinterlässt eben seine Spuren. Bei euch übrigens auch.“ – Seite 76


Das Buch ist wie die Vorgänger auch aus der Sicht von Lucy Carlyle geschrieben, was nach wie vor sehr gut passt. Es lässt sich flüssig lesen und bietet mit abwechlungseichen Szenen eine sehr gute und spannende Unterhaltung. Das Cover ist im Stil der ganzen Reihe gehalten: Mit einem zentralen Bild, das zum auffallenden, immer gut gewählten Titel passt. Rundherum ein toller Blickfang! Um die Hintergründe zu verstehen würde ich empfehlen, die Reihe von Anfang an zu lesen, da viele aktuelle Ereignisse auf vergangene aufbauen.

Mein Fazit: Auch der 5. Band steht den starken Vorgängern in nichts nach: Es gibt wieder spannend-unheimliche Abenteuer, tolle Schauplätze und interessante Geister. Hier werden noch offene  Fragen geklärt und einige Geheimnisse gelüftet. Es wird phantastisch und überraschend und ist somit ein großartiger Abschluss der Reihe. Sehr lesenswert!


Meine Bewertung: 





Titel: Lockwood & Co. 5: Das Grauenvolle Grab

Autor: Jonathan Stroud
Genre: Jugendfantasy
Seitenanzahl: 512
Verlag: cbj

Die Bücher der Reihe Lockwood & Co.:
Band 1 ~ Die Seufzende Wendeltreppe
Band 2 ~ Der Wispernde Schädel
Band 3 ~ Die Raunende Maske
Band 4 ~ Das Flammende Phantom


Vielen Dank an das Bloggerportal und cbj für das Rezensionsexemplar! :)

Dienstag, 28. November 2017

Gemeinsam Lesen #133

Die Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade "Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab" von Jonathan Stroud und bin auf Seite 173 von 512.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Zum Buch
"Kurz bevor er im Gang zum großen Saal verschwand, setzte auch ich mich in Bewegung, aber Richtung Treppe." 


3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?

Dieses Buch ist ja inzwischen der 5. Band der großartigen Reihe um Anthony Lockwood und seiner Geisterjägeragentur. Da ich diese Reihe sehr mag, war ich schon unheimlich gespannt auf Das Grauenvolle Grab, das gestern am 27.11. erschienen ist. Bisher gefällt es mir sehr gut und ich habe das Gefühl, dass hier noch einige Geheimnisse ans Licht kommen, die in den vorigen Bänden offen geblieben sind. Ich werde berichten. :)



4.Wie stehst du zu dem Trend möglichst schöne und in Szene gesetzte Bilder zu machen? Siehst du dir diese Bilder lieber an oder ist es dir egal? Völlig überzogen oder absolut toll?

Sind damit Buch-Fotos gemeint? Wenn ja, dann finde ich das immer großartig, wenn jemand sich die Mühe macht, ein Buch zum Thema (also mit passenden Gegenständen) in Szene setzt. Mir fehlt da immer etwas die Fantasie, meine Fotos sind daher eher schlicht. Wenn mir aber mal eine gute Idee kommt, werde ich diese natürlich umsetzen.


Sonntag, 26. November 2017

Rezension zu "Über den wilden Fluss" von Philip Pullman

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Wie alles begann - die Vorgeschichte zu Der Goldene Kompass ...

Der elfjährige Malcolm lebt mit seinen Eltern in Oxford.  Ihr gemütliches Gasthaus liegt direkt am Ufer der Themse, auf der Malcolm oft mit seinem Kanu unterwegs ist, das er ‚La Belle Sauvage‘ getauft hat. So besucht er auch oft das Kloster auf der anderen Flusseite und  bietet dort regelmäßig seine Hilfe an. Eines Tages nehmen die Nonnen dort ein Baby auf, um das sich schnell einige Geheimnisse ranken. Malcolm schließt das kleine Mädchen sofort in sein Herz. Doch die Kleine scheint in großer Gefahr zu schweben und Malcolm tut alles, um die kleine Lyra Belacqua zu beschützen. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse…


„Er lehnte sich zurück und fühlte sich etwas benommen. Der vertraute Raum war warm, der Stuhl gemütlich und ein Teller Kekse stand auf dem Tisch. Wenn er sich in der Küche seiner Mutter in Sicherheit fühlte, dann spürte er hier in diesem kleinen Zimmer, wie groß die Welt sein konnte.“ – Seite 217


Da mir von Philip Pullmans His Dark Materials-Trilogie besonders der erste Band Der Goldene Kompass sehr gefallen hat,  war ich unheimlich gespannt auf diese Vorgeschichte. Hier ist das Mädchen Lyra Belacqua noch ein Baby, doch von ihr geht schon damals eine Besonderheit aus – und sie schwebt mit ihren wenigen Monaten schon in großer Gefahr. Doch sie hat in dem Jungen Malcolm einen großen Beschützer gefunden. Es ist spannend zu verfolgen, wie sich alles entwickelt – der Schreibstil ist genau so toll und ausführlich wie in der Trilogie. Neben der kleinen Lyra ist die Hauptfigur hier der elfjährige Malcolm, den man als Leser sofort ins Herz schließt.
Die Handlung entwickelt sich in einem angenehmen, langsamen Tempo, was zur gesamten Atmosphäre sehr gut passt. Es gibt zudem noch Geheimnisse, ein besonderes Gerät und interessante Forschungsansätze.
Welche Besonderheit mir schon in der Trilogie sehr gut gefallen hat und auch hier vorhanden ist: Jeder Mensch hat einen „Daemon“ – ein sogenanntes „Seelenwesen“ in Tiergestalt, das mit dem Mensch fest verbunden ist. Hier lernt man neben Malcolms Daemon Asta auch schon den berühmten Daemon von Lyra kennen: Pantalaimon.
Um dieses Buch zu verstehen, muss man aber nicht zwingend die Trilogie gelesen haben – hier wird alles sehr gut erklärt.
Das Cover ist sehr schön gestaltet – das abgebildete Kanu mit dem Jungen absolut passend gewählt.  Denn gerade das Kanu spielt hier eine sehr zentrale Rolle.


„Es war geschehen. Die Atmosphäre im Raum hatte sich ganz plötzlich verändert. Es herrschte eine Stimmung … sie konnte es nicht begreifen … es war, als würden alle anderen ein Geheimnis teilen, das sie nicht kannte, und ihren Blick geflissentlich meiden.“ – Seite 266


Mein Fazit: Ein wirklich tolles Buch, das mich von der ersten Seite an begeistert hat. Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Geschichte entwickelt sich langsam und hat eine ganz besondere Atmosphäre. Es ist unheimlich spannend zu lesen, was sich vor den Geschehnissen in der His Dark Materials-Trilogie ereignet hat. Hier gibt es einige Überraschungen, tolle Fantasy-Elemente und interessante Entwicklungen. Mir hat es sehr gut gefallen und kann dieses Buch nur empfehlen!


Meine Bewertung: 




Titel: Über den wilden Fluss

Autor: Philip Pullman
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 560
Verlag: Carlsen

Die Bücher der Reihe His Dark Materials:
Band 1 - Der Goldene Kompass
Band 2 - Das Magische Messer
Band 3 - Das Bernstein-Teleskop

Die Vorgeschichte:
Buch 1 - Über den wilden Fluss




Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)

Dienstag, 21. November 2017

Rezension zu "Leere Herzen" von Juli Zeh

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Von leeren Herzen und einer veränderten Welt

Deutschland, einige Jahre in der Zukunft:  Die Freunde und Geschäftspartner Britta Söldner und Babak Hamwi haben sich schon lange damit abgefunden, dass sich die Welt stark verändert hat, vorallem im politischen Bereich. Sie wollen nicht mehr für das verantwortlich sein, was schief läuft. So haben sie vor einiger Zeit ein Unternehmen namens Die Brücke gegründet und sind damit sehr erfolgreich. Nach außen hin als Heilpraxis für Psychotherapie getarnt, verbirgt sich jedoch etwas ganz anderes hinter den unscheinbaren Büroräumen – ein Geschäft mit dem Tod.
Doch plötzlich taucht unliebsame Konkurrenz auf. Britta versucht sofort, diese aufzuspüren und zu verdrängen. Doch alles läuft anders: Merkwürdiges geht vor, sie fühlt sich plötzlich verfolgt. Noch ahnt Britta nicht, dass sie mit ihren Plänen nicht nur ihr Unternehmen, sondern auch ihr Leben und das von Babak aufs Spiel setzt…


„Sie blickten sich mit derart unterschiedlichem Ausdruck an, Hatz freundlich und erwartungsvoll, Britta schwankend zwischen Angst und Wut, dass es ein Wunder ist, dass sie einander überhaupt sehen können.“ – Seite 100, eBook


Nachdem mir der außergewöhnliche Roman Unterleuten von Juli Zeh schon so gut gefallen hatte, war ich dementsprechend gespannt auf ihr neuestes Werk – und dieses hat wieder einiges vereint: Zum einen ein spannender Polit-Thriller, zum anderen aber auch ein gesellschaftskritischer Roman  mit beunruhigenden Zukunftsvisionen. 
Der Roman liest sich sehr gut – zuerst lernt man die Hauptfigur Britta kennen – wie sie zusammen mit ihrer Familie lebt, wie sie denkt und wie sie ihren Geschäftspartner Babak kennen gelernt hat. Und dann erfährt man natürlich, was sich genau hinter dem Unternehmen Die Brücke verbirgt und womit die beiden ihr Geld verdienen – dieses ist ziemlich überraschend, sehr erschreckend und überhaupt nicht vorhersehbar. Und dann taucht auch noch unerwartet Konkurrenz auf, die vernichtet werden muss…
Die Handlung spielt einige Jahre in der Zukunft und gibt einen eher unheimlichen Ausblick dahin – die Autorin hat ein eher beängstigendes Szenario mit verschiedenen Situationen und Geschehnissen detailliert dargestellt – wahrscheinlich liest sich dieses Buch deshalb so spannend wie ein Thriller. Gerade dieses absolut außergewöhnliche ist ihr wieder sehr gut gelungen. Jedoch bleiben hier trotz gutem Schreibstil meiner Meinung nach die einzelnen Charaktere etwas auf der Strecke. Auch wenn man Britta zu Anfang gut kennen lernt, bleiben die anderen Figuren eher blass – hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht.
Das Cover gefällt mir mit seiner Schlichtheit sehr gut – was sich hinter dem Titel und den Punkten verbirgt, bleibt daher erstmal ein Geheimnis – doch mehr darüber erfährt man im Laufe des Romans. Sehr gut gemacht.


„Babak ist aufgestanden und schaut aus dem Fenster, wo die Laternen der Fußgängerzone die Nacht beim Dunkelsein stören.“ – Seite 159, eBook


Mein Fazit: Ein Buch, das mit einer sehr außergewöhnlichen Handlung und einem wirklich guten Schreibstil überzeugt. Spannend wie ein Thriller mit erschreckenden Entwicklungen, gleichzeitig aber auch ein gesellschaftskritischer Roman mit einer eher düsteren Zukunftsvision und einem  „Was wäre wenn“-Szenario, was unheimlich interessant zu lesen ist. Nur bei den Charakteren hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Ansonsten kann ich dieses Buch aber empfehlen – es ist wirklich überraschend! 


Meine Bewertung: 




Titel: Leere Herzen
Autorin: Juli Zeh
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 352
Verlag: Luchterhand



Vielen Dank an das Bloggerportal und Luchterhand für das Rezensionsexemplar! :)