Sonntag, 8. April 2018

Rezension zu "Mein Name ist nicht Freitag" von Jon Walter

Zum Buch

Die Hoffnung auf Freiheit…

Amerika, in den Jahren des Bürgerkriegs: Der 12-jährige Samuel lebt zusammen mit seinem kleinen Bruder Joshua in einem Waisenheim. Doch plötzlich wird alles anders: Samuel wird in die Sklaverei verkauft – dort wird ihm alles genommen, selbst seinen Namen darf er nicht behalten. Von nun an heißt er Freitag. Fest entschlossen, irgendwann zu seinem kleinen Bruder zurückzukehren fügt Samuel sich in sein neues Leben auf einer Plantage in Mississippi ein. Zunächst ist es nicht leicht für den Jungen, denn als Sklave hat er keine Rechte mehr. Zudem darf niemand wissen, das er lesen und schreiben kann – und vor allem nicht, dass er den anderen Sklaven von nun an Unterricht gibt.  Schließlich rückt der Bürgerkrieg näher und die Hoffnung  von Gerechtigkeit und Freiheit rückt in weite Ferne…


Sie nimmt meine Hand und drückt sie fest. „Sie haben dir einen neuen Namen gegeben, bevor sie dich verkauft haben. Oder?“ Ich nicke und sie tätschelt mir den Handrücken, so als hätte sie es schon immer gewusst. „Also, wie ist dein richtiger Name?“
„Samuel.“ So, jetzt habe ich es ausgesprochen. Es ist schon lange her, dass ich meinen Namen gehört habe, aber es fühlt sich gut an. – Seite 151


Mein Name ist nicht Freitag ist der zweite Roman des Autors Jon Walter und spielt im 19. Jahrhundert, zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs. Hauptfigur ist der 12-jährige Samuel, der plötzlich von seinem kleinen Bruder getrennt und als Sklave verkauft wird. In der Ich-Perspektive aus Samuels Sicht geschrieben, erfährt man hautnah, wie es ihm ergeht und wie er bald beschließt, sein Geheimnis mit den anderen Slaven zu teilen – denn er kann lesen und schreiben und gibt den anderen von nun an Unterricht. Diese Szenen werden eindrucksvoll beschrieben und man merkt die kleine Freude, die mit dem neuen Wissen einhergeht. Doch alles in allem ist dieses Buch eher traurig, denn das zentrale Thema hier ist die damalige Sklaverei. Es ist erschreckend zu erfahren das diese Menschen keinerlei Rechte hatten und immer nur einen Wunsch – die Freiheit. Auch mit dem Bürgerkrieg wird Samuel konfrontiert…
Dieses Buch ist sehr gut geschrieben – neben Samuels aktuellem Leben auf der Plantage gibt es auch immer wieder kleine Rückblicke von Momenten mit seinem kleinen Bruder. Ob er ihn je wiedersehen wird? Sehr lesenswert ist auch das Nachwort, in dem Jon Walter beschreibt, wie dieser Roman entstanden ist und liefert noch einige Fakten zur damaligen Zeit.


„Mit zusammengekniffenen Augen starre ich ihn an und versuche, den Mann wiederzuerkennen, für den ich ihn gehalten habe. Er sieht noch immer stolz aus, aber da ist keine Freundlichkeit, wie ich erst angenommen habe. Keine Freundlichkeit und kein Sinn für Gerechtigkeit.“ – Seite 89


Mein Fazit: Ein sehr berührendes Buch, das die Geschichte eines Jungen erzählt, der plötzlich als Sklave verkauft wird. Es wird traurig und ergreifend, aber es gibt auch immer wieder Momente voller Hoffnung und kleine Erfolgserlebnisse. Doch es wird auch dramatisch, der Handlungsverlauf hält einige Überraschungen bereit. Ein wichtiges und sehr lesenswertes Buch.


Meine Bewertung: 







Titel: Mein Name ist nicht Freitag
Autor: Jon Walter
Genre: Jugendbuch / -drama
Seitenanzahl: 448
Verlag: Carlsen / Königskinder

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