Dienstag, 28. Juni 2016

Rezension zu "Ein ganz neues Leben" von Jojo Moyes



Zum Buch
Band 2 der Reihe um Louisa Clark



Inzwischen sind 18 Monate nach dem traurigen Ereignis vergangen. Das gemeinsame halbe Jahr mit Will Traynor hat Louisa verändert. Nachdem sie einige Zeit durch Europa gereist ist, lebt sie nun in London und arbeitet am Flughafen in einem Pub. Doch von einem erfüllten und erfolgreichen Leben, wie Will es sich immer für sie gewünscht hat ist sie weiter denn je entfernt. Für Louisa ist Will immer noch allgegenwärtig, die Trauer noch längst nicht überwunden. So existiert sie von Tag zu Tag - ohne richtig zu leben und mit dem Gefühl, Will enttäuscht zu haben.
Doch eines Tages treten neue Menschen in ihr Leben. Vor allem ein junges Mädchen bringt Louisas Leben gehörig durcheinander. Was hätte Will zu allem gesagt? Tapfer stellt sich Louisa den neuen Herausforderungen im Leben, wo noch einige Überraschungen auf sie warten...





"Wir sahen zu, wie die Sonne langsam unterging und die länger werdenden Schatten in unsere Richtung krochen, und ich dachte an die Skyline von New York und die Tatsache, dass niemand völlig frei war. Vielleicht ging alle Freiheit -die körperliche, die persönliche- in Wahrheit immer auf Kosten von jemand anderem oder etwas anderem."  - Seite 292 (eBook)



Nachdem mich Ein ganzes halbes Jahr so begeistert hat, war ich sehr gespannt, wie es nun mit Louisa Clark weitergeht. Hat sie ihr Glück gefunden? Wie lebt sie ihr Leben ohne Will? Es warten eine neue Herausforderungen auf sie. Es gibt viel Neues und Überraschendes, aber auch ein Wiedersehen mit den schon bekannten Charakteren. Was Jojo Moyes besonders gelungen ist: Auch wenn Will hier eigentlich kein Hauptcharakter mehr ist, ist er aber doch während der ganzen Geschichte allgegenwärtig. Das hat mir sehr gut gefallen.


"Und in diesem Augenblick änderte sich alles. Ich erkannte, was ich tatsächlich bewirkt hatte. Ich erkannte, dass ich der Mittelpunkt für jemanden sein konnte, der Grund, am Leben zu bleiben. Ich erkannte, dass ich genügen konnte." - Seite 348 (eBook)



Mein Fazit: Eine sehr gelungene Fortsetzung! Auch wenn dieses Buch keine Fortsetzung im klassischen Sinne ist, sondern fast schon ein eigenständiger Roman, hat mir diese Geschichte sehr gut gefallen. Es wird nie langweilig in Louisas Leben, es gibt einige interessante Überraschungen. Besonders der wunderbare Schreibstil hat mich wieder begeistert - es wird mal dramatisch, mal traurig und manchmal gibt es auch Momente zum schmunzeln. Genau wie der Vorgänger hätte ich dieses Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen. Es hat vielleicht nicht ganz die Magie von Ein ganzes halbes Jahr, aber es ist dennoch genau so lesenswert! Ein sehr schönes Buch.

Meine Bewertung: 



Titel: Ein ganz neues Leben
Autorin: Jojo Moyes
Genre: Roman / Drama
Seitenanzahl: 528
Verlag: Rowohlt / Wunderlich

Die Bücher der Reihe um Louisa Clark:
Band 1 - Ein ganzes halbes Jahr
Band 2 - Ein ganz neues Leben
Band 3 - Mein Herz in zwei Welten


Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Montag, 20. Juni 2016

Rezension zu "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes


Zum Buch
Band 1 der Reihe um Louisa Clark

Die 26-jährige Louisa Clark lebt in dem beschaulichen Örtchen Hailsbury und liebt ihre Arbeit in einem kleinen Cafe. Für sie bricht daher eine Welt zusammen, als das Geschäft schließen muss. Enttäuscht ist sie auch von ihrem langjährigen Freund Patrick, der ihr in dieser Situation auch keine große Hilfe ist - er ist nur mit sich selbst beschäftigt. Schließlich bekommt sie vom Jobcenter eine Stelle als Pflegehilfe vorgeschlagen: Gut bezahlt und in einem noblen Viertel. Unsicher, ob das wirklich das Richtige für sie ist, geht Lousia schließlich zu dem Vorstellungsgespräch - und bekommt den Job. Doch Will Traynor, der nach einem Unfall seit zwei Jahren im Rollstuhl sitzt und sich nur eingeschränkt bewegen kann, ist sehr abweisend zu ihr. Doch Louisa gibt nicht auf. Nach und nach nähern sich die beiden an und zaubert Will mit ihrer verrückten Art ein Lächeln ins Gesicht.
Doch dann erfährt Louisa zufällig etwas, was sie zutiefst schockiert - und den wahren, traurigen Grund, warum sie sich nur für ein halbes Jahr um Will kümmern soll. Die traurige Wahrheit will sie einfach nicht hinnehmen und versucht alles, um Will zurück ins Leben zu holen...


"Wenn ich ihn sah, wie er aus dem Fenster starrte, dachte ich, dass er vermutlich der traurigste Mensch war, den ich je getroffen hatte." -Seite 52, eBook


Ein ganzes halbes Jahr war mein erstes Buch von Jojo Moyes und hat mich sehr positiv überrascht! Die Geschichte von Lou und Will entwickelt sich nach und nach und ist unheimlich gut geschrieben. Man fühlt richtig mit den Hauptfiguren mit. Louisa tut mir sehr leid - sie hat einen Freund, der sie nicht wirklich liebt, eine Familie, die zwar für sie da ist, sie aber nicht wirklich ernst nimmt und schließlich wird dann noch das Cafe, in dem sie arbeitet geschlossen. Umso beeindruckender ist es, wie sie sich von dem zuerst ziemlich unfreundlichen Will nicht einschüchtern lässt und schließlich einen Zugang zu ihm findet. Doch dann erfährt sie die erschütternde Wahrheit und den Grund warum sie nur ein halbes Jahr hat, um ihn wieder vom Leben zu überzeugen.


"Es gibt normale Zeiten und solche, in denen die Stunden nicht zählen. Dann bleibt die Zeit stehen und entgleitet einem, und das Leben -das richtige Leben- scheint sich von einem zurückgezogen zu haben." -Seite 88, eBook



Mein Fazit: Ein sehr berührende Geschichte, die ans Herz geht. Mich hat dieser Roman und die ungewöhnliche Geschichte von Louisa und Will sehr begeistert. Man vergisst beim Lesen wirklich die Zeit. Die Charaktere sind sehr ausdrucksstark, der Schreibstil sehr passend. Auch die oft sehr traurigen Momente hat die Autorin mit sehr viel Feingefühl geschildert. Ein Buch, das man unbedingt lesen muss. Sehr beeindruckend!


Meine Bewertung: 


Titel: Ein ganzes halbes Jahr
Autorin: Jojo Moyes
Genre: Roman / Drama / Liebesgeschichte
Seitenanzahl: 544
Verlag: Rowohlt



Die Bücher der Reihe um Louisa Clark:
Band 1 - Ein ganzes halbes Jahr
Band 2 - Ein ganz neues Leben
Band 3 - Mein Herz in zwei Welten

Freitag, 17. Juni 2016

Rezension zu "Das Gleismeer" von China Miéville


Zum Buch

Das geheimnisvolle Meer der Schienen

Das Gleismeer ist eine von Schienen durchzogene Weite, das die weit voneinander entfernten Städte miteinander verbindet. Doch in dieser Leere existiert nicht nur das sich ständig verändernde Schienennetz, sondern auch riesige Kreaturen, die das Gleismeer zu einer lebensgefährlichen Zone gemacht haben. Nur die Züge durchqueren regelmäßig die gefährliche Wildnis. So auch die Medes, auf der der junge Sham anheuert. Die Medes-Crew macht überwiegend Jagd auf Riesenmaulwürfe, die sogenannten Moldywarps. Sham, der als Gehilfe des Arztes mitreist, ahnt noch nicht, was ihn auf dieser Fahrt alles erwarten wird. Als der Zug schließlich auf ein altes Wrack stößt und Sham sich in einem umgestoßenen Waggon umschauen soll, macht er eine interessante Entdeckung: Ein Gegenstand, der ein besonderes Geheimnis enthält. Sham lässt das schier Unglaubliche nicht mehr los und forscht nach. Ein Abenteuer mit ungewissen Ausgang wartet auf ihn...



"Verkrüppeltes Strauchwerk, schwarz wie Eisen, flog vorüber, wie auch echter Eisenschrott aus versunkener alter Zeit. Über dieses Panorama, soweit das Auge reichte, zog sich ein fantastisches, schier endloses Geflecht aus Schienensträngen. Das Gleismeer." - Seite 15, eBook


China Miéville hat hier einen außergewöhnlichen Roman mit einem sehr speziellen Schauplatz geschaffen: Eine von tausenden Schienen durchzogene Weite, in deren Erde unheimliche Gefahren lauern - Das Gleismeer. Auch in diesem Buch hat der Autor wieder seinen ganz eigenen, speziellen Schreibstil angewandt: So muss man sich erst daran gewöhnen, das im gesamten Buch für das Wort "und" nur das Zeichen "&" verwendet wird. (Dieses wird interessanterweise in Kapitel 33 auch angesprochen). Anfangs weiß man nicht wohin die Geschichte eigentlich führt, doch dieses kristallisiert sich nach und nach ein wenig heraus. Besonders Shams Entdeckung auf dem Wrack gibt der Geschichte nochmal eine ganz interessante Wendung.


Sehr erwähnenswert ist auch das Cover, das mit seiner tollen Gestaltung sofort ins Auge springt und perfekt zum Buch passt.


Mein Fazit:
Ein außergewöhnliches Buch, dass so seine Stärken und Schwächen hat. Beeindruckend ist, was für eine skurrile Welt der Autor hier geschaffen hat. Nachdem man sich an den sehr speziellen Schreibstil gewöhnt hat, liest sich die Geschichte ganz gut, manchmal sind allerdings bestimmte Namen und Fachausdrücke etwas verwirrend. Nachdem das erste Drittel etwas beschwerlich ist, nimmt die Story danach zwar etwas an Fahrt auf, doch leider bleibt sie etwas wirr. Auch wenn die Geschichte ist eine gute Mischung aus Science-Fiction, Fantasy und Steampunk enthält, hat mir eine klare Linie gefehlt. Gut, aber nicht ganz so stark wie andere Werke von ihm.


Meine Bewertung: 


Titel: Das Gleismeer
Autor: China Miéville
Genre: Science-Fiction / Steampunk
Seitenanzahl: 400
Verlag: Heyne
 

Vielen Dank an das Bloggerportal  und Heyne für das Rezensionsexemplar!