Donnerstag, 30. Dezember 2021

Monatsrückblick Dezember 2021

 


Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, ihr hattet schöne Weihnachtsfeiertage und genießt noch die Zeit zwischen den Jahren? Im Dezember habe ich acht Bücher gelesen - den Anfang hat der Auftakt der Reihe Die Bibliothekare von Genevieve Cogman gemacht - Die unsichtbare Bibliothek hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf die Folgebücher der Reihe.

Aus der Bibliotheks-Onleihe habe ich mir kurzfristig zwei der Weihnachtsbücher von Matt Haig ausgeliehen - besonders gefallen hat mir Ein Junge namens Weihnacht, da in der Geschichte dieser besondere Weihnachtszauber enthalten ist.

Ein weiteres Highlight war der sechste und leider letzte Band der Reihe Die besonderen Kinder von Ransom Riggs. Die Zukunft der besonderen Kinder ist nochmal abenteuerlich und wirklich phantastisch!

Ein ganz besonderes Sachbuch gab es auch noch: Das Buch der Nacht von Bernd Brunner - dieses Buch möchte ich allen Nachtschwärmern wärmstens ans Herz legen!


Neue Bücher sind im Dezember auch eingezogen. Da ich zum Nikolaus und zu Weihnachten keine Bücher, sondern immer Buchgutscheine bekomme, verbringe ich die Zeit nach Weihnachten immer mit ausgiebigen Stöbern und erfülle mir damit einige Buchwünsche.
Ich freue mich immer sehr über die Gutscheine und möchte an dieser Stelle noch einmal herzlich danke sagen an Familie und Feunde!

Im Dezember sind daher folgende Printexemplare bei mir eingezogen:
  • Ken Follett - Never: Die letzte Entscheidung
  • Cornelia Funke/ Guillermo del Toro - Das Labyrinth des Faun (für den re-read)
  • C.K. Mc Donnell - The Stranger Times
  • Walter Moers - Die Stadt der träumenden Bücher
  • Walter Moers - Das Labyrinth der träumenden Bücher
  • Raynor Winn - Der Salzpfad




eBooks gab es auch noch:
  • Ewald Arenz - Herr Müller, die verrückte Katze und Gott
  • Dave Eggers - Every
  • Garth Nix - Die magischen Buchhändler von London
    (das eBook erscheint am 01.03.2022 und gibt es aktuell zum reduzierten Vorbestellerpreis, das Print erscheint am 21.03.2022)
     
Fortsetzung folgt...  :-)

Ich freue mich schon auf viele schöne Lesestunden!


Hier noch mein monatliches Update zur Jahreschallenge #21für2021 - Im Dezember habe ich ein Buch von meiner Liste gelesen: Die Bibliothekare 1: Die unsichtbare Bibliothek von Genevieve Cogman.
Aktueller Stand: 10/21 Bücher. Meine Leseliste und weitere Teilnehmer findet ihr hier: #21für2021 - Meine Leseliste


Die Monatsstatistik:

Mein Lesemonat in Zahlen

8 gelesene Bücher
3.915 gelesene Seiten
durchschnittlich 126 gelesene Seiten pro Tag


Bewertungen
 2 x 5 Sterne
1 x 4,5 Sterne
4 x 4 Sterne
1 x 3 Sterne




Gelesene Bücher im Dezember


Genevieve Cogman - Die Bibliothekare 1: Die unsichtbare Bibliothek

Ein abenteuerlicher Auftakt zu einer magischen Reihe, in der Bücher die Hauptrolle spielen. Tolles Setting mit einem spannenden Verlauf! 4,5 / 5 Sterne


Ursula Poznanski - Shelter

Ein hochaktueller Jugendthriller, in dem eine erfundene Story gefährliche Ausmaße annimmt. Spannend und zugleich beängstigend. 4/5 Sterne


Ransom Riggs - Die besonderen Kinder 6: Die Zukunft der besonderen Kinder

Ein -im wahrsten Sinne des Wortes- besonderer Abschluss der Reihe. Es wird spannend, magisch und abenteuerlich. Sehr lesenswert! 5/5 Sterne

Lesehighlight



Matt Haig - Ein Junge namens Weihnacht

Ein wundervolles Weihnachtsmärchen - abenteuerlich, magisch und winterlich schön. Sehr lesenswert! 5/5 Sterne

Lesehighlight


Matt Haig - Ich und der Weihnachtsmann

Eine schöne Winter-Weihnachtsgeschichte mit neuen Abenteuern. Magisch und sehr schön illustriert. 4/5 Sterne


Bernd Brunner - Das Buch der Nacht

Ein sehr interessantes Buch über die Nacht - toll geschrieben und empfehlenswert für alle Nachschwärmer! 4/5 Sterne


Abdulrazak Gurnah - Das verlorene Paradies

Eine außergewöhnliches Buch mit Stärken und Schwächen. Beeindruckende Schauplatzbeschreibungen, dennoch fehlte etwas. 3/5 Sterne


Diana Gabaldon - Die Outlander-Saga 9: Das Schwärmen von tausend Bienen

Auch im 9. Band der Outlander-Saga wird es wieder spannend, dramatisch und emotional. Lesenswert! 4/5 Sterne


Ausblick auf den Januar


In den nächten Tagen folgt  noch der Jahresrückblick mit den Lesehighlights aus 2021 und meine Leseliste zu #22für2022.

Lesepläne

Ken Follett - Never: Die letzte Entscheidung
Oscar de Muriel - Frey & McGray 6: Das Geheinmis von Windsor Castle
Moritz Rinke - Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández Garcia
Genevieve Cogman - Die Bibliothekare 2: Die maskierte Stadt
Sophie Cleverly - Violet and Bones: Der lebende Tote von Seven Gates
Hanya Yanagihara - Zum Paradies  ~ erscheint am 11.01.2022

... ansonsten entscheide ich wie immer spontan.


Ich wünsche euch einen Guten Rutsch und alles Gute für das neue Jahr - bleibt gesund!
Viele liebe Grüße, eure Nicole




Mittwoch, 29. Dezember 2021

Rezension zu " Das Schwärmen von tausend Bienen" von Diana Gabaldon

 

Zum Buch

Die Outlander-Saga - Band 9

Im historischen Roman Outlander – Das Schwärmen von tausend Bienen müssen Claire und Jamie Fraser inmitten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges um ihre Familie und ihre Liebe kämpfen.

1779 steht für Claire Randall und Jamie Fraser mehr auf dem Spiel als jemals zuvor: Zwar sind sie überglücklich über Briannas Heimkehr – doch niemand weiß, ob die Gefahr, die ihre Tochter mit Mann und Kindern zur Flucht aus dem 20. Jahrhundert gezwungen hat, wirklich gebannt ist. Wie können Claire und Jamie ihrer Familie inmitten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges Schutz bieten?
Währenddessen hadert der junge William Ransom noch immer mit seiner wahren Abstammung. Und Lord John Grey muss sowohl einen Weg zur Versöhnung finden, als auch neuen Gefahren entgegentreten – im Namen seines Sohnes, und in seinem eigenen ... (Quelle: Auszug aus dem Klappentext - Droemer Knaur-Verlag)



Das Schwärmen von tausend Bienen ist der neunte Band der Outlander-Saga und erzählt die Geschichte von Claire und Jamie Fraser, sowie ihren Familienmitgliedern, Freunden und Weggefährten weiter. Nachdem in den ersten acht Bänden mit insgesamt weit mehr als 8.500 Seiten einiges geschehen ist, schließt der neue Roman fast nahtlos an den Vorgänger an, der im Oktober 2015 erschienen ist.

„Wir wissen, dass etwas auf uns zukommt. Es wird etwas geschehen – etwas Bestimmtes, das ernst ist und schlimm. Wir stellen es uns vor, wir schieben es von uns. Es wälzt sich langsam, unausweichlich in unsere Gedanken zurück.“ (Buchbeginn) – Seite 9, eBook


Das Buch ist Im Jahr 1779 angesiedelt. Gerade erst sind Claire und Jamie nach Fraser‘s Ridge in North Carolina zurückkehrt – hinter den beiden liegen schweren Zeiten, die ihnen fast die Liebe und das Leben gekostet hätte. Kurz darauf kommt ihre Tochter Brianna mit ihrem Mann Roger und den Kindern Jem und Mandy heim – aus dem 20. Jahrhundert, wo sie vor einer großen Gefahr geflohen sind.
Besonders am Anfang des knapp 1.150 Seiten umfassenden Romans (beim eBook sind es sogar 1.435 Seiten) gibt es immer wieder längere Gespräche über Vergangenes, was gleichzeitig ein sehr guter Rückblick ist. Gerade hier werden wichtige Geschehnisse nochmal in Erinnerung gerufen.
Auch wird einiges, was in den letzten Romanen vielleicht etwas im Hintergrund angesiedelt war, in den Vordergrund gerückt – alle Figuren verarbeiten Schicksalsschläge und denken über vergangene Ereignisse nach. Gerade hier wird es oft emotional. Dieses ist der Autorin sehr gut gelungen.

„Erinnerungen und Empfindungen taumelten in Bruchstücken durch seinen Kopf; er ließ ihnen freien Lauf und versuchte nicht, ihnen Einhalt zu gebieten oder mehr als hier und dort ein Bild aufzuschnappen.“ – Seite 26, eBook


Der Roman wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt: Neben den Geschehnissen um Claire und Jamie stehen auch Brianna und ihr Mann Roger im Vordergrund – ebenso gibt es ein Wiedersehen mit Jamies Neffen Ian. Auch Lord John Grey und sein Stiefsohn William Ransom sind wieder mit dabei – letzterer sucht nach einer rätselhaften Entdeckung seinen verschollenen Vetter Benjamin Grey, der für tot gehalten wird. Und über allem schwebt der amerikanische Unabhängigkeitskrieg…

Es wird mal spannend und mal dramatisch, dann traurig und auch wieder berührend – die Wege aller Charaktere ist interessant zu verfolgen. Wie schon von Diana Gabaldon gewohnt, schreibt sie auch hier wieder sehr detailliert: Neben großartigen Schauplatzbeschreibungen erwähnt sie selbst kleinste Gesten, Handlungen und Gedanken der Figuren.

„Die Atmosphäre im Zimmer verschob sich.“ – Seite 297, eBook


Ab und an gibt es einige Abschnitte, wo es zu ausufernd wird – manches wird unnötig in die Länge gezogen. In anderen Kapiteln passt die ausführliche Art wiederum sehr gut. Es gibt einige Überraschungen und interessante Entwicklungen – zudem werden noch einige Geheimnisse gelöst.

Nachdem mir der achte Band nur mittelmäßig gefallen hatte, hat die Saga hier wieder etwas an Stärke zugenommen. Auch die Mischung vom historischen Roman mit einem kleinen Hauch Fantasy ist gut gelungen. Hinten im Buch gibt es noch einen Abschnitt mit ausführlichen Beschreibungen und Anmerkungen zu historischen Persönlichkeiten und Schauplätzen.


Mein Fazit: Wieder ein lesenswerter Band der Outlander-Saga. Es wird spannend, dramatisch, abenteuerlich und emotional. Gewohnt detailreich mit einer sehr guten Figurenzeichnung erzählt Diana Gabaldon die Geschichte um Claire und Jamie weiter – mit weit über 1.000 Seiten ein umfangreicher Schmöker – einige wenige Abschnitte sind etwas langatmig und zu ausufernd, jedoch macht das nur einen geringen Anteil aus. Ein sehr lesenswerter Roman für alle Outlander Fans!


Meine Bewertung:



Titel: Das Schwärmen von tausend Bienen
Autorin: Diana Gabaldon
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 1.152 (Print) / 1.435 (eBook)
Verlag: Droemer Knaur
Erstveröffentlichung: 23. November 2021



Die Reihenfolge der Outlander-Saga:
Band 1 - Feuer und Stein                              
Band 2 - Die geliehene Zeit                           
Band 3 - Ferne Ufer                                           
Band 4 - Der Ruf der Trommel                            
Band 5 - Das flammende Kreuz
Band 6 - Ein Hauch von Schnee und Asche
Band 7 - Echo der Hoffnung
Band 8 - Ein Schatten von Verrat und Liebe
Band 9 - Das Schwärmen von tausend Bienen


Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 22. Dezember 2021

Rezension zu "Das verlorene Paradies" von Abdulrazak Gurnah

 

Zum Buch

Vom verlorenen Paradies, Geheimnissen und Gefahren…

Ostafrika, Ende des 19. Jahrhunderts: Der zwölfjährige Yusuf führt mit seiner Familie ein einfaches Leben auf dem Land. Als der Vater sich mit seinem kleinen Hotel verschuldet, wird Yusuf in die Hände von Onkel Aziz gegeben und landet im lebhaften Treiben der Stadt, zwischen afrikanischen Muslimen, christlichen Missionaren und indischen Geldverleihern. Die Gemeinschaft dieser Menschen ist alles andere als selbstverständlich und von subtilen Hierarchien bestimmt. Yusuf hilft in Aziz‘ Laden und bei der Pflege seines paradiesisch anmutenden Gartens. Doch als der Kaufmann ihn auf eine Karawanenreise ins Landesinnere mitnimmt, endet Yusufs Jugend abrupt. Die gefährliche Unternehmung bringt Krankheit und Tod und zeigt allen Teilnehmern schmerzhaft, dass die traditionelle Art des Handels keine Zukunft mehr hat. Was Yusuf erlebt, lässt ihn erwachsen werden. So verliebt sich der junge Mann nach seiner Heimkehr kopfüber, aber er und alle um ihn herum werden brutal mit der neuen Realität der deutschen Kolonialherrschaft konfrontiert. (Quelle: Auszug aus dem Klappentext - Penguin Verlag)


Das verlorene Paradies von Literaturnobelpreisträger Abdulrazak Gurnah erschien im Original erstmals im Jahr 1994 und ist nun seit Dezember 2021 wieder in deutscher Übersetzung verfügbar.
Hauptfigur hier ist der 12-jährige Yusuf, der in einfachen Verhältnissen aufwächst. Sein Leben ändert sich plötzlich, als sein Onkel Aziz ihn bei einem seiner Besuche mit zu sich in die Stadt nimmt – fortan soll er für ihn arbeiten. Neben Tätigkeiten im Kaufmannsladen seines Onkels zieht es ihn immer wieder in den beeindruckenden Garten hinter dem Haus, wo er dem Gärtner ab und an hilft. Einige Jahre später nimmt Aziz Yusuf schließlich mit auf eine Karawanenreise - die Reise wird zu einem gefährlichen Abenteuer und verlangt sowohl Yusuf als auch den anderen Teilnehmern alles ab…

„Als er mitten in der Nacht die Augen aufmachte, ließ der Anblick des nur zur Hälfte besetzten, in düsteres Licht getauchten Waggons den Wunsch in ihm aufkommen, laut zu schreien. Die Dunkelheit draußen war eine unermessliche Leere, und er hatte Angst, der Zug sei schon zu weit in sie eingedrungen, um sicher zurückkehren zu können.“ - Seite 26, eBook


Der Roman lässt sich von Beginn an gut lesen und man bekommt schnell einen detaillierten Einblick in Yusufs Leben. Schnell wird auch klar, warum der Junge fortan bei seinem Onkel leben wird und dort nicht als seinen Neffen, sondern als Mitarbeiter behandelt wird. Interessant und etwas geheimnisvoll sind die Abschnitte, die Yusuf in dem wundervollen Garten verbringt, der hinter hohen Mauern verborgen liegt. Zudem umgeben Aziz einige dunkle Geheimnisse – sowohl dessen Handelsgeschäfte, als auch die Bewohner seines Hauses. Yusufs Weg wird noch dramatisch und auf der Karawanenreise auch lebensgefährlich…

Beeindruckend sind hier die Beschreibungen der Schauplätze. Bildgewaltig hält der Autor hier Momentaufnahmen der Landschaft fest.

Yusuf ging ein Stück weit am Ufer entlang und trat dabei auf die riesigen steine, die am Bach verstreut lagen. (…) Bald kam er zu einem Wasserfall und blieb stehen, um ihn zu betrachten. Etwas von einem Geheimnis, von einem Zauber, der jedoch Güte und Versöhnlichkeit atmete, lag über dem Ort.“ – Seite 75, eBook


Zwischendurch wird es mal etwas mystisch und unheimlich, dann auch wieder dramatisch und auch irgendwie bedrückend. Yusuf wird auf der Reise mit schrecklichen Ereignissen konfrontiert:

„Nicht bloßes Entsetzen war es, sagte er, durchaus nicht, sondern das Entsetzen, das allem Form verlieh. Und er hatte Dinge gesehen, auf die er gänzlich unvorbereitet gewesen war.“ – Seite 163, eBook


Auch wenn das Buch gut geschrieben ist, fehlte mir doch etwas. Einzelne Szenen wirkten etwas abgehackt, Yusuf als Hauptfigur wird zwar zunächst gut beschrieben, aber er selbst geht oft zwischen den anderen Charakteren unter, was ich etwas schade fand.


Mein Fazit: Ein außergewöhnlicher Roman mit Stärken und Schwächen. Beeindruckend sind die Schilderungen der Schauplätze – es wird geheimnisvoll und mal etwas mystisch, aber auch dramatisch und bedrückend. Jedoch waren einige Abschnitte etwas zu abgehackt und die Hauptfigur geht zwischen den anderen Charakteren etwas unter. Leider hat mir etwas bei diesem Roman gefehlt - ich hoffe aber, dass das Buch noch begeisterte Leser*innen finden wird.

Meine Bewertung:





Titel: Das verlorene Paradies
Autor: Abdultazak Gurnah
Genre: Roman
Seitenantahl: 336
Verlag: Penguin
Erstveröffentlichung: 1996 (in deutscher Übersetzung)
Neuveröffentlichung: 08. Dezember 2021


Vielen Dank an das Bloggerportal und Penguin für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 17. Dezember 2021

Rezension zu "Das Buch der Nacht" von Bernd Brunner

 

Zum Buch

Das Buch für Nachtfreunde, Nachtschwärmer und Nachtgestalten.

Mit dem Einbruch der Dunkelheit beginnt eine Zeit, in der sich die gewohnten Koordinaten unserer Wahrnehmung verschieben. Bernd Brunner streift durch die wundersamen Stunden zwischen Dämmerung und Morgengrauen und beleuchtet unser Verhältnis zur Nacht auf dem Grenzgebiet zwischen Geschichte, Mythologie, Biologie und Literatur.

In Bernd Brunners „Buch der Nacht“ begegnen wir mystischen Nachtgestalten, Aberglaube und Bräuchen und begeben uns auf eine Entdeckungsreise, die uns darüber staunen lässt, welche Geheimnisse die Nacht bis heute birgt.
(Quelle: Auszug aus dem Klappentext - Galiani Berlin -Verlag)



„Zunächst ist es nur ein Moment der Irritation, doch dann nimmt man es wirklich wahr: Die Zeit der Dämmerung ist gekommen. Die Farben verblassen. Das Licht wird schwächer und sanfter, die Schatten werden länger.“ (aus dem Kapitel „Wenn die Sonne untergeht“) – Seite 10, eBook


… es waren diese ersten Sätze, die mich sehr neugierig auf Das Buch der Nacht gemacht haben:
In seinem neuen Sachbuch erzählt der Autor Bernd Brunner in 36 kurzen Kapiteln Wissenswertes, Interessantes und Erstaunliches rund um die Nacht. Angefangen bei der Dämmerung, über die besondere Stille der Nacht, vom Schlafen und Träumen, über Nachtgestalten, Mitternachtszauber und nächtlichen Verbrechen bis hin zum Sonnenaufgang - dieses sind nur einige wenige Themen aus dem Buch. Jedes Kapitel ist detailreich geschrieben – mal mit wissenschaftlichen und historischen Fakten, dann mal leicht geheimnisvoll und träumerisch anmutend.

„Die Nacht hat tausend Augen, und der Tag nur eins.“ (Zitat von Francis William Bourdillon) – Seite 25, eBook


Schnell wird klar, dass der Autor zu jedem Abschnitt ausführlich recherchiert hat – ob zum Thema Nachtreisen, der Entwicklung der Straßenlaternen oder auch nachtaktiven Tieren wie Eule und Fledermaus – vieles wird trotz relativ kurzer Kapitel detailreich geschildert. Oft finden sich gut ausgewählte Zitate zum jeweiligen Thema: Aus verschiedensten Romanen, Sachbüchern. Berichten und Sprichwörtern. Auch Gedichtzeilen wie etwa aus Charles Baudelaires Abenddämmerung oder Mondesaufgang von Anette von Droste-Hülshoff finden hier an den passenden Stellen einen Platz.

Einige Fakten rund um die Geheimnisse der Nacht sind überraschend – es gibt einiges zu entdecken. Auch, wie die Nacht auf der Erde vor den Menschen aussah, bevor die Dunkelheit mit künstlichem Licht vertrieben wurde, ist sehr interessant.

„Wenn es stockfinster ist, ändert sich die Wahrnehmung dramatisch, selbst sehr Vertrautes zeigt sich nun anders, eine Parallelwelt tut sich auf: Konturen verschwimmen oder verschwinden ganz, und aus Schatten können Geister werden.“ (aus „Nächtliche Verwandlungen“) – Seite 117, eBook


Manche Kapitel sind interessanter als andere – manche sind ein wenig „trocken“, aber das fällt bei den vielen Themen kaum ins Gewicht.

Mein Fazit: Ein sehr interessantes Buch über die Nacht. Von historischen Fakten über Mystik, von Biologie über Literarisches – die vielen kurzen Kapitel sind sehr facettenreich und informativ. Der Schreibstil ist angenehm, je nach Thema mal sachlich und dann wieder leicht träumerisch. Sehr gut recherchiert und lesenswert für alle Nachtschwärmer!


Meine Bewertung:





Titel: Das Buch der Nacht
Autor: Bernd Brunner
Genre: Sachbuch
Seitenantahl: 192
Verlag: Galiani Berlin (ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch)
Erstveröffentlichung: 07. Oktober 2021


Vielen Dank an den KiWi-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!