Dienstag, 31. Dezember 2019

Monatsrückblick Dezember 2019


Hallo ihr Lieben,
heute gibt es den letzten Monatsrückblick 2019 - unglaublich, wie schnell das Jahr vorbei ist.
Im Dezember habe ich sechs Bücher gelesen, wovon ich mir ein besonderes Highlight extra für die Weihnachtsfeiertage aufgehoben hatte: Den 3. Band der Spiegelreisenden-Saga von Christelle Dabos. Das Gedächtnis von Babel steht seinen beiden starken Vorgängern in nichts nach. :)
In den letzten Tagen habe ich dann noch ein Buch gelesen, das ich mir aus der Onleihe der Bibliothek geliehen hatte: Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger. Die Geschichte hat mich mit ihrem unvorhesehbaren Verlauf sehr überrascht und gehört mit zu meinen Monatshighlights. Ebenso positiv überrascht hat mich Der Hof der Wunder von Kester Grant.

Zu Weihnachten sind neben Buchgutscheinen auch drei neue Printbücher eingezogen:
  • Sally Green - Kingdoms of Smoke 1: Die Verschwörung von Brigant
  • Edward Snowden - Permanent Record
  • Ulrich Alexander Boschwitz - Der Reisende


Einen Teil der Buchgutscheine habe ich schon für ein paar eBooks eingelöst - bis auf Cassandra Clare gab es alle anderen Bücher im Dezember im eBook-Deal, an denen ich einfach nicht vorbeigehen konnte:
  • Katharina V. Harderer - Black Alchemy 1: Das Schwert der Totengöttin
  • Cassandra Clare - Die dunklen Mächte 3: Queen of Air and Darkness
  • Bernhard Hennen - Die Chroniken von Azuhr 2. Die Weiße Königin
  • David Lagercrantz - Millennium-Trilogie 6: Vernichtung
  • Vea Kaiser - Rückwärtswalzer
Ich freue mich schon darauf, sie alle zu lesen! 



Ebenfalls eingezogen: Ruby, das Punk- Einhorn. :D




Hier noch die aktuellen News zu #19für2019: In diesem Monat habe ich leider kein Buch von meiner Liste gelesen. Aktueller und abschließender Stand: 13/19 Büchern. Meine Liste und die Updates findet ihr hier: #19für2019 - Meine Leseliste 
 Auch 2020 wird es eine Leseliste geben. Diese werde ich im Laufe des Januars veröffentlichen. veröffentlichen.

Auch mein Jahresrückblick mit den Buchhighlights aus 2019 geht in den nächsten Tagen online.


  Hier kommt nun meine Monatsstatistik für den Dezember:


Mein Lesemonat in Zahlen

  6 gelesene Bücher
  3.039 gelesene Seiten
durchschnittlich 98 gelesene Seiten pro Tag

Bewertungen
  4 x 5 Sterne
2 x 4 Sterne

Gelesene Bücher im Dezember 
 
Stephen Chbosky - Der unsichtbare Freund

Ulrich Alexander Boschwitz - Menschen neben dem Leben

Kester Grant - Der Hof der Wunder



Monatshighlights
 
Die Spiegelreisende 3: Das Gedächtnis von Babel
Christelle Dabos

Der Hof der Wunder
Kester Grant

Der Wal und das Ende der Welt
John Ironmonger


Lesepläne und Neuerscheinungen 
 
Im Januar möchte ich gerne folgende Bücher lesen:

Oscar de Muriel - Frey & McGray 4: Im Bann der Fledermausinsel
Katharina V. Haderer - Black Alchemy 1: Das Schwert der Totengöttin
Jess Kidd - Die Ewigkeit in einem Glas
Edward Snowden - Permanent Record


Ansonsten entscheide ich wie immer spontan. :)

Und noch eine Neuerscheinung, auf die ich mich freue:
Niklas Natt och Dag - 1794 ~ erscheint am 03.01.2020


Ich wünsche euch nun einen guten Rutsch und alles Gute für das neue (Lese-) jahr!
Viele liebe Grüße, eure Nicole


Sonntag, 29. Dezember 2019

Rezension zu "Der Wal und das Ende der Welt" von John Ironmonger

Zum Buch


Das Dorf, der Mann und der Wal

Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt. John Ironmonger erzählt eine mitreißende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Welt, in der wir leben? Was brauchen wir, um uns aufgehoben zu fühlen? Und was würdest du tun, wenn alles auf dem Spiel steht? Ein kleiner Ort in Cornwall und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.  
(Quelle: Auszug aus dem Klappentext)



Schon zum Erscheinungstermin im März 2019 war ich ziemlich neugierig auf dieses Buch – nun habe ich es endlich gelesen. Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass das Buch eine besondere Geschichte erzählt. Zunächst erfährt man alles über den außergewöhnlichen Tag, an dem gleich zwei sonderbare Ereignisse in dem verschlafenen Dörfchen St. Piran geschehen: Ein Mann wird am Strand gefunden - halb tot und vom Meer angespült. Kurze Zeit später strandet ein Wal. Beeindruckend und spannend zu verfolgen sind hier zunächst die Schilderungen, wie fast das gesamte Dorf zusammengetrommelt wird, um den Wal zu retten.


„Als der Wal liegen blieb, drehte sich der Kopf ganz leicht und kippte zu einer Seite, und Joe sah ihm plötzlich direkt ins Auge. Eine schreckliche Botschaft der Hoffnungslosigkeit schien direkt aus dem Herzen des Tieres zu kommen.“ – Seite 33, eBook


Auch lernen wir den gestrandeten jungen Mann Joe besser kennen. Nach und nach erfahren wir, was ihn von London nach St. Piran verschlagen hat. Joe ist Analyst in einer Investmentbank und berechnet jeden Tag verschiedene mögliche Szenarien.  Schon bald wird klar, das alles mit allem verbunden ist und  wie schnell diese Verbindungen die Welt aus dem Gleichgewicht bringen könnten. Die Entwicklung der Story ist interessant und irgendwie fesselnd – sie führt viel weiter, als ich zunächst gedacht habe.


„Die Welt wird immer komplexer, alles hängt immer noch stärker mit allem anderen zusammen.“ – Seite 98, eBook


Wie ein dreihundert Seelen Dorf, das weit abseits der großen Städte liegt, plötzlich in den Mittelpunkt gerät, ist beeindruckend zu verfolgen, auch die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Das Ende ist gut gewählt und hält einige Überraschungen bereit.


„Er wandte sich vom Strand ab und entdeckte einen Trampelpfad, der zu den Klippen führte. Hinter einer Felsnase verborgen blickte er wieder auf den Ozean hinaus. Wie können wir uns diesen Planeten mit einer so gigantischen Menge Wasser teilen und trotzdem fast nie daran denken?“ – Seite 74, eBook


Mein Fazit: Ein besonderes Buch, das überrascht. Die Geschichte über ein kleines englisches Küstendorf, einen jungen Mann aus der Großstadt und einen Wal ist interessant und packend zu verfolgen. Besonders der Verlauf der Story ist völlig unvorhersehbar und entwickelt sich in eine Richtung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Ein Buch, das viele Facetten hat: Es ist auf gewisse Weise packend, sehr interessant und berührend, regt aber auch gleichzeitig zum Nachdenken an. Sehr lesenswert!


Meine Bewertung: 




Titel: Der Wal und das Ende der Welt
Autor: John Ironmonger
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 480
Verlag: S. Fischer
Erstveröffentlichung: 27. März 2019

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Rezension zu "Die Spiegelreisende 3: Das Gedächtnis von Babel" von Christelle Dabos

Zum Buch

Band 3 der Spiegelreisenden-Saga

Fast drei Jahre hat Ophelia Thorn nicht mehr gesehen. Auf ihre Heimatarche Anima verbannt, fristet sie ein ereignisloses Dasein. Bis sie auf eine Postkarte stößt, die ihr einen wertvollen Hinweis gibt. Und so reist sie heimlich nach Babel, einer Arche mit strikten Vorschriften und argwöhnischen Bewohnern, die Robotern mehr gleichen als Menschen. Dort angekommen, muss sie sich als "Lehrling" beweisen und sieht sich plötzlich in eine tödliche Geschichte verstickt.
Auf einer Arche, die aus tausend Inseln besteht, und wo Menschen mechanisch absurden Gesetzen folgen, muss sich Ophelia allein durch ein immer bedrohlicheres Geflecht an Lügen kämpfen – und kommt auf ihrer Suche nach Thorn der "letzten Wahrheit" riskant nah. 
(Quelle: Klappentext)


„Ophelia blinzelte geblendet: Sie musste den Kopf in den Nacken legen, um den Turm der Gedenkstätte ganz mit einem Blick zu erfassen. Seine Größe war so kolossal, seine Glaskuppel so strahlend, dass man ihn für einen Leuchtturm halten konnte, der die gesamte Welt erhellen sollte.“ – Seite 82


Mit großer Begeisterung habe ich bereits die ersten beiden Bände der Spiegelreisenden-Saga gelesen – auch Das Gedächtnis von Babel, der 3. Band der Reihe, steht seinen Vorgängern in nichts nach. Anders als bei den nahtlos ineinander übergehenden Vorgängern sind hier seit den letzten Ereignissen knapp drei Jahre vergangen. Gerade am Ende des 2. Bandes ist viel Dramatisches geschehen,  einige Geheimnisse wurden aufgedeckt und dann verschwand auch noch Thorn spurlos.
Seitdem hofft Ophelia, die vom Pol wieder auf ihrer Heimatarche Anima zurückkehren musste, auf ein Lebenszeichen von ihm. Eine Spur führt sie schließlich auf die Arche Babel, wo das Leben der Bewohner nochmal komplett anders ist als das, was Ophelia bisher kennen gelernt hat. Nach einigen Nachforschungen findet sie Erstaunliches heraus und gerät gleichzeitig in große Gefahr…

Auch hier überzeugt Christelle Dabos wieder mit einem tollen Schreibstil, der uns Leser von der ersten Seite an fesselt. Spannend ist nach wie vor das einzigartige Szenario: Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr -  vor langer Zeit ist diese in 21 große Teile zerbrochen, die als Archen bekannt sind. Jeder Arche ist anders und hat ihre eigene Lebensweise und Gesetze.  Nach Ophelias Heimatarche Anima und dem eisigen Pol lernen wir nun eine neue Arche kennen: Babel. Hier ist noch einmal alles völlig anders – die Autorin beschreibt die Umgebung detailreich und bildgewaltig. Auch die Geschichte entwickelt sich spannend und wir kommen einem großen Geheimnis immer näher auf die Spur…


„Bisher war Ophelia überzeugt gewesen, dass sie hier nichts erleben könnte, was auch nur entfernt an den Pol erinnerte. Doch in diesem Moment wurde ihr klar, dass sie Babel unterschätzt hatte.“ – Seite 142


Neben den schon bekannten und liebgewonnenen Figuren lernen wir hier auch neue, interessante  Charaktere kennen. Auch die Fantasy-Elemente, wie die besonderen Fähigkeiten und Gaben der Einzelnen kommen hier gut zur Geltung.

Mein Fazit: Auch der 3. Band der Spiegelreisenden-Saga überzeugt auf ganzer Linie. Ein fesselnder und zugleich detailreicher Schreibstil, starke Charaktere in einem einzigartigen Welten-Szenario und ein packender Verlauf voller Überraschungen machen das Buch wieder zu einem wirklichen Lesehighlight! 

Meine Bewertung: 





Titel: Die Spiegelreisende Band 3 - Das Gedächnis von Babel
Autorin: Christelle Dabos
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 520
Verlag: Insel
Erstveröffentlichung: 17. November 2019


Die Bände der Spiegelreisenden-Saga
Band 3 - Das Gedächtnis von Babel





Viele weitere Infos rund um die Autorin und die Spiegelreisenden-Saga und findet ihr hier: https://www.diespiegelreisende.de/

 

Samstag, 21. Dezember 2019

Rezension zu "Der Hof der Wunder" von Kester Grant

Zum Buch


Von Gilden, Geistern und der Unterwelt

In einem alternativen Paris des Jahres 1828 ist die Französische Revolution fehlgeschlagen. Skrupellose Aristokraten teilen sich die Stadt mit kriminellen Gilden, die die Unterwelt regieren. Inmitten dieses brüchigen Friedens versuchen die Diebin Nina und ihre Adoptivschwester Ettie sich gegen Kaplan zur Wehr zu setzen, dem Obersten der Gilde für Menschenhandel und Prostitution. Nina und Ettie bleibt nichts anderes übrig, als sich den verfeindeten Gilden anzuschließen und bis zur großen Zusammenkunft, dem legendären Hof der Wunder, zu überleben. Aber als Kaplan den beiden auf die Schliche kommt, droht in ganz Paris ein Krieg auszubrechen ... (Quelle: Klappentext)



„Manchmal müssen wir einen schrecklichen Preis zahlen, um die Dinge zu beschützen, die wir lieben. Gibt es einen Preis, den ich nicht bezahlen würde, um meine Schwester zu retten? Nein. Den  gibt es nicht.“ (Nina) – Seite 45, eBook


Kester Grant hat hier ein außergewöhnliches Debüt hingelegt: Schauplatz ist hier ein alternatives Paris Ende der 1820er Jahre - die französische Revolution ist fehlgeschlagen. Nun regieren neun Gilden in der Unterwelt über die Stadt  – dazu gehören u. a.  die Gilden der Diebe, der Schmuggler, der Bettler  und der Meuchelmörder. Innerhalb der Gilden gibt es Rangordnungen vom Gildenherrn zum Meister. Um einen Verkauf an den gefürchteten Kaplan zu entgehen, der die Gilde des Fleisches anführt, schließt sich die junge Nina kurzerhand der Diebesgilde an, was ihr das Leben rettet. Doch nun ist ihre Adoptivschwester Ettie in Gefahr, denn Kaplan hat ein Auge auf das junge Mädchen geworfen. So beginnt für Nina und Ettie ein gefährliches Abenteuer, dass sie in die tiefsten Untergründe und dunkelsten Schlupfwinkel von Paris führt. Und schließlich tritt der Hof der Wunder zusammen – die große Zusammenkunft aller Gilden…


„Der Hof der Wunder tritt in geheimnisvollen, unberechenbaren Abständen zusammen. Der Ruf an den Hof wird von den Geistern verbreitet, nachdem der Bote es jedem Gildenherrn zugeflüstert hat. Sie geben den Ruf durch den Meister an ihre Kinder weiter, und so versammeln sich die Elenden.“ – Seite 101, eBook


Ich bin auf dieses Buch durch die Inhaltsangabe aufmerksam geworden – diese lässt schon erahnen, dass es ziemlich düster und zugleich außergewöhnlich werden wird. Die Geschichte selbst hat mich positiv überrascht: Es geht gleich von Anfang an rasant zu – die Story entwickelt sich schnell. Es beginnt anders als gedacht – nämlich mit der leiblichen Schwester von Nina. Ettie spielt erst etwas später eine zentrale Rolle. Es wird oft dramatisch, abenteuerlich, meist ziemlich düster und auch mal brutal – doch die dunkle, unheimliche Atmosphäre ist der Autorin sehr gut gelungen! Auch die vielen Schauplätze in dem alternativen Paris sind detailreich beschrieben – ebenso wie die vielen interessanten Figuren, wie beispielsweise der Tote Herr mit seinen „Geistern“ oder Montparnasse, der Meister der Messer.


„Trage Kleidung wie eine Maske, damit dich niemand wahrnimmt. Verstehst du? Trage sie, um dein wahres Gesicht zu verbergen. Du bist nicht Nina, das Kätzchen, du bist die Schwarze Katze. Zeige bei jeder Gelegenheit deine Zähne und Krallen, damit die anderen nicht vergessen, dass du gefährlich bist“ (Azelma zu Nina)   - Seite 13, eBook


Die Geschichte beginnt im Jahr 1823 und ist in vier Teile aufgeteilt, die sich bis ins Jahr 1832 erstrecken. Besonders hat mir auch der Schreibstil gefallen – er ist direkt, ohne viel drum herum und auf besondere Art eindringlich. Genau das passt zu dieser eher düsteren Geschichte. Man benötigt zwar etwas „Einlesezeit“, wie es ja bei den meisten Fantasy-Büchern der Fall ist, aber schnell bekommt man einen Überblick über die Gilden und deren Aufgaben, sowie über das Leben in diesem Paris. Alles ist sehr gut beschrieben und erklärt – das Buch ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht der Hauptfigur Nina geschrieben.

Mein Fazit: Ein außergewöhnliches Debüt, das mich positiv überrascht hat. Die Autorin hat hier ein besonders Setting geschaffen mit dunklen Schauplätzen, interessanten Charakteren und ein weit verzweigtes Netz aus kriminellen Gilden. Es wir ziemlich düster, sehr spannend, abenteuerlich und oft ziemlich überraschend. Die Geschichte entwickelt sich rasant und fesselt von Anfang an. Eine Leseempfehlung für alle Fans von Leigh Bardugos Krähen-Saga und allen, die dunkle und außergewöhnliche Fantasy lieben. Ein Lesehighlight!

Meine Bewertung:




Titel: Der Hof der Wunder
Autorin: Kester Grant
Genre: Fantasy / Dark-Fantasy
Seitenanzahl: 416
Verlag: Piper
Erstveröffentlichung: 02.12.2019



Vielen Dank an den Piper-Verlag  und Netgalley für das Rezensionsexemplar!