Freitag, 28. April 2017

Rezension zu "Flavia de Luce - Mord ist nicht das letzte Wort" von Alan Bradley



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Flavia de Luce - Band 8

Nach den turbulenten Ereignissen im Mädcheninternat in Kanada kehrt Flavia de Luce endlich heim nach Buckshaw - doch leider hat Dogger -Mann für alles auf dem Anwesen und Flavias engster Vertrauter- traurige Neuigkeiten. Ihr Vater liegt mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Auch ihre beiden älteren Schwestern Ophelia und Daphne haben mal wieder das Kriegsbeil ausgegraben und sind alles andere als einfühlsam. Um der grauen Stimmung zu entkommen, schwingt Flavia sich auf ihr treues Fahrrad Gladys und stattet der Pfarrersfrau Cynthia einen Besuch ab. Diese bittet sie, dem abgeschieden lebenden Holzbildhauer Mr. Sambridge eine Nachricht zu übermitteln. Als niemand die Tür öffnet, betritt Flavia das Haus und staunt nicht schlecht: Mr. Sambridge ist tot und hängt kopfüber an der Schlafzimmertür. Sofort nimmt die begeisterte Hobbydetektivin die Ermittlungen auf und kommt einigen Geheimnissen auf die Spur...


"Ich stieg ab und lehnte Gladys an die Friedhofsmauer. Hier war sie gut aufgehoben, bis ich sie wieder abholte, um nach Hause zu fahren. Außerdem liebte Gladys Friedhöfe, sodass  die Wartezeit trotz des Regens für sie geradezu ein Vergnügen war." -Seite 23, eBook


Nachdem mir die im März 2017 veröffentlichte Kurzgeschichte Das Geheimnis des kupferroten Toten schon sehr gut gefallen hatte, war ich nun noch gespannter auf den achten Band um Flavia de Luce - der 12-jährigen charmanten Hobbydetektivin, die eine Vorliebe für Chemie und Gifte hat. Auch nach ihrer Rückkehr aus Kanada gibt es wieder einiges zu tun - ein Toter, der kopfüber an seiner Schlafzimmertür hängt. Flavia ist sofort in ihrem Element und ermittelt - natürlich bevor die Polizei eintrifft. Bei ihrer Bestandsaufnahme entdeckt sie, dass der Tote auffallend viele und gut erhaltene Kinderbücher in seiner Sammlung hat - eine Sache, der sofort nachgegangen werden muss...


"Erstaunlich, was für ein Hochgefühl so ein Leichenfund auslösen kann! Ich leckte meinen geistigen Bleistift an und machte mir ein paar Notizen." -Seite 34, eBook


Auch im achten Band gibt es eine spannende Story: Eine Hobbydetektivin in ihrem Element und viele interessante Entwicklungen. Wie bei den vorigen Bänden ist auch dieses Buch wieder in der Ich-Perspektive geschrieben, was sehr gut passt. Neben ihren cleveren Gedankengängen lässt Flavia uns Leser hier wieder das ein oder andere Mal schmunzeln. Genau dieses lockert die Geschichte immer so schön auf. Auch gibt es hier ein Wiedersehen mit schon bekannten Nebencharakteren: Die Haushälterin Mrs Mullet, der unersetzbare Dogger und natürlich die etwas fiesen Schwestern Feely und Daffy -  und seit kurzem neu im Hause Buckshaw: Cousine Undine.
Die Handlung bleibt durchgehend spannend, lässt sich gut lesen und hält einige Überraschungen bereit - besonders zum Ende hin.
Das Cover gefällt mir ganz gut - wobei ich aber sagen muss, das mir die ursprüngliche Covergestaltung (bunt und wunderschön illustriert mit Flavia auf dem Titelbild) noch etwas besser gefallen hat. Doch diese Veränderung tut der Reihe inhaltlich natürlich keinen Abbruch.

Noch kurz zu der Frage, ob man Mord ist nicht das letzte Wort auch lesen kann, ohne die Vorgänger zu kennen: Ja. Die Geschichte an sich ist ein abgeschlossener Fall, es tauchen zwar immer wieder kurze Rückblicke auf vergangene Ereignisse auf, die aber in kurzen Sätzen schnell erklärt werden. Dennoch würde ich empfehlen, die Reihe von Anfang an zu lesen - so lernt man die gute Flavia einfach noch etwas besser kennen und erfährt einfach mehr über die Hintergründe.

Mein Fazit: Wieder ein tolles und gelungenes Abenteuer mit der inzwischen liebgewonnenen Hobbydetektivin! Ein interessanter neuer Fall und die spannende, spezielle Ermittlung im Flavia-Stil machen auch den achten Band wieder zu einem Krimi der etwas anderen Art. Aus Flavias Sicht geschrieben lässt es sich flüssig lesen, ist sehr gut verständlich und hält besonders zum Ende hin einige Überraschungen bereit. Mir hat es sehr gut gefallen und kann die Geschichte allen an Herz legen, die mal eine ganz besondere Ermittlerin kennen lernen wollen. Sehr lesenswert!

 
Meine Bewertung: 




Titel: Flavia de Luce 8: Mord ist nicht das letzte Wort
Autor: Alan Bradley
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 352
Verlag: Penhaligon
Erstveröffentlichung: 25. April 2017


Die Bücher der Reihe um Flavia de Luce:
Band 1 - Mord im Gurkenbeet
Band 2 - Mord ist kein Kinderspiel
Band 3 - Halunken, Tod und Teufel
Band 4 -Vorhang auf für eine Leiche
Band 5 - Schlussakkord für einen Mord
Band 6 - Tote Vögel singen nicht
Band 9 - Der Tod sitzt mit im Boot
Band 10 - Todeskuss mit Zuckerguss
Band 11 - Des Henkers letzte Mahlzeit

eBook-Short Story - Das Geheimnis des kupferroten Toten 


Vielen Dank an das Bloggerportal  und Penhaligon für das Rezensionsexemplar!


Mittwoch, 26. April 2017

Rezension zu "Exkarnation - Krieg der alten Seelen" von Markus Heitz

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Band 1 der Exkarnation-Dilogie

Als Claire Riordan morgens ihr kleines Café betritt, ahnt sie noch nicht, dass sich gleich ihr ganzes Leben ändert: Als sie am Fenster beobachtet, wie ihr Mann Finn überfallen wird, will sie ihm zur Hilfe eilen - und wird von einem Wagen überrollt. Claire stirbt an Ort und Stelle - doch ihre Seele verlässt die Erde nicht. Hilflos muss sie schließlich mit ansehen, wie ihr Mann erschossen wird. Ehe Claire versteht, was mit ihr geschieht, fährt ihre Seele in den Körper der jungen Frau Lene von Bechstein ein, die gerade einen Selbstmordversuch hinter sich hat. Nun möchte Claire nur noch eines: Den Mörder ihres Mannes finden.  Doch Lenes Körper war für eine andere Seele vorgesehen - ohne es zu ahnen, gerät sie mitten in einen Krieg alter Seelen, der weit zurückreicht...


"Jeder wich ehrfürchtig vor ihm zurück, ob Besucher oder Angestellte. Dazu brauchte er weder eindrucksvolle Kleidung noch Waffen. Die Aura der Macht drängte sie zur Seite, ohne dass er sie anschauen oder die Stimme erheben musste." - Seite 244


Krieg der alten Seelen ist der erste Band von Markus Heitz' Exkarnation-Dilogie und beginnt schon mit einem rasanten Anfang - auf den ersten 25 Seiten passiert schon eine Menge und lässt erahnen, dass da noch einiges kommt. Der Verlauf der Geschichte ist spannend: Es gibt verschiedene Erzählstränge, die im ersten Anschein noch nicht viel miteinander zu tun haben. Doch nach und nach erfährt man, in welcher Weise diese tatsächlich zusammenhängen.
Dieser Mystery-Thriller, in dem Seelenwanderer und viele weitere interessante und phantastische Figuren eine zentrale Rolle spielen, ist meiner Meinung nach sehr hochwertig und erfordert so manches Mal vollste Konzentration: Die Geschichte ist umfangreich,  enthält viele Details und ist wirklich gut konstruiert. Auch wenn es manches mal etwas kompliziert wird, bleibt sie durchgehend spannend und sehr gut verständlich.
Sehr passend finde ich hier die die sorgfältig ausgewählten Zitate rund um die Thematik der Seele und Unsterblichkeit,  die man am Anfang eines jeden Kapitel findet.
Die Entwicklung der Geschichte hält einige Überraschungen bereit und sehr gut gelungen.


"Die Ausstrahlung des Ortes gefiel Claire nicht und passte zu dem, was sie gerade gehört hatte. Die Bedrohung, das Unheimliche und Böse griff nach ihr, sogar das Licht war feindlich und schuf Schatten, die sich ohne Zutun bewegten."- Seite 301


Mein Fazit: Ein spannender und hochwertiger Mystery-Thriller, der einen sehr  interessanten Verlauf nimmt. Es wird mal unheimlich, mal geheimnisvoll und dann wieder rasant spannend mit einigen Horror-Elementen. Zusammen mit den teils phantastischen Figuren und Geschehnissen eine tolle Mischung. Einen halben Stern ziehe ich ab, da es immer mal kleine Momente gab, wo ich kurzzeitig den Überblick über die verschiedenen Ziele der unterschiedlichen Organisationen/Personen verloren habe. Doch ich habe den Faden immer schnell wieder gefunden und muss sagen, das mich das gelungene Finale nun sehr neugierig auf den zweiten Teil gemacht hat. Von mir gibt es 4,5 Sterne und auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

Meine Bewertung:



Titel: Exkarnation 1 - Krieg der alten Seelen
Autor: Markus Heitz
Genre: Mystery-Thriller
Seitenanzahl: 608
Verlag: Droemer Knaur

Die Bücher der Exkarnation-Dilogie:
Band 1 - Krieg der alten Seelen
Band 2 - Seelensterben

Mittwoch, 19. April 2017

Rezension zu "Bestechung" von John Grisham

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Ein Korruptionsfall mit ungeahnten Außmaßen...

Lacy Stoltz und ihr Kollege Hugo Hatch arbeiten für das BJC (Board on Judicial Conduct), das für die Berufsaufsicht zuständig ist und Anzeigen über standeswidrigem Verhalten von Richtern in Florida untersucht. Bald bekommen sie es mit einem Fall zu tun, der alle bisherigen richterlichen Fehlverhalten in den Schatten stellt: Ein Richter in Florida soll jahrelang Bestechungsgelder in unglaublicher Höhe angenommen haben - und noch einiges mehr. Nach eingehender Überprüfung  nimmt das BJC den Fall an und Lacy beginnt sofort zu ermitteln. Schnell wird klar, dass der Fall sehr brisant ist und ungeahnte Ausmaße annehmen wird. Doch so diskret sie und ihr Kollege bei ihren Ermittlungen auch vorgehen, den Gegnern bleibt nichts verborgen. Schon bald schweben sie in großer Gefahr... Wird Lacy Licht ins Dunkel bringen und den Richter überführen?


"Er suchte sich eine Bank mit Aussicht auf die Bucht, blieb lange dort sitzen und machte sich Vorwürfe. Aus einem kleinen, dunklen Komplott war plötzlich etwas sehr viel gefährlicheres geworden." -Seite 138, eBook


Ich lese seit vielen Jahren mit Begeisterung die spannenden Justiz-Thriller von John Grisham und war dementsprechend gespannt auf sein neuestes Buch. In Bestechung geht es um einen Richter, der jahrelang Bestechungsgelder entgegen genommen haben soll - doch dieses ist nur ein Punkt auf einer Liste, die immer länger wird. Lacy Stoltz ist Anwältin der Rechtsaufsichtsbehörde und beginnt in diesem besonders brisanten Fall mit ihren Ermittlungen - und gerät bald darauf in Lebensgefahr...
Die Erzählweise ist sehr klar und gut verständlich, anfangs wird viel zu dem umfangreichen Fall erklärt, mit dem es Lacy und ihre Kollegen vom BJC zu tun haben. Da dieser Fall sehr umfangreich und verstrickt ist, ist diese ausführliche Schilderung über die Hintergründe sehr sinnvoll und gut gewählt. Nur leider kommt danach die Geschichte nicht so richtig in Schwung, sie plätschert eher vor sich hin. Im Mittelteil kommt dann zwar etwas Schwung in die Geschichte, doch das Ende bleibt etwas zu vorhersehbar.
Womit Grisham aber hier wieder überzeugt, ist mit seiner Fachkenntnis als ehemaliger Anwalt. Alle fachlichen Erläuterungen -vom Rechtssystem, über den Arbeitsalltag eines Anwalts bis hin zum Prozessablauf- sind sehr gut verständlich.

Mein Fazit: Ein solider, gut geschriebener Justiz-Thriller mit kleineren Schwächen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die sehr gut ausgearbeiteten Fakten. Leider fehlte mir bei dieser Geschichte aber das gewisse Etwas, sie plätschert ein wenig vor sich hin - es fehlten die fesselnden und überaschenden Momente. Das ist etwas schade, denn die Idee der Story ist wirklich klasse. Es gibt aber auch positives: Die Charaktere und der Fall sind gut ausgearbeitet und das Buch lässt sich flüssig lesen und bietet eine interessante Geschichte.
Kurz gesagt: Trotz kleiner Schwächen ein gutes und durchaus lesenswertes Buch, das sich bei den John Grisham-Romanen im guten Mittelbereich befindet. 

Meine Bewertung: 



Titel: Bestechung
Autor: John Grisham
Genre: Justiz-Thriller
Seitenanzahl: 448
Verlag: Heyne



Vielen Dank an das Bloggerportal  und Heyne für das Rezensionsexemplar! :)