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Die geheimen Tagebücher des Hendrik Groen - Band 2
Nach einem Jahr Pause beschließt der
sympathische Senior Hendrik Groen, 2015 wieder ein neues Tagebuch zu schreiben,
um seinen Alltag in einem Amsterdamer Altenheim festzuhalten. Inzwischen 85
Jahre alt, aber immer noch einigermaßen fit, widmet sich Hendrik zusammen mit
seinen Freunden den Aufgaben des 2013 gegründeten Clubs "Alanito"
(Alt aber nicht tot), mit dem sie regelmäßig Ausflüge organisieren, um den etwas
eintönigen Alltag im Altenheim zu entfliehen. Auch in diesem Jahr haben sie
wieder schöne Pläne und es steht sogar der erste kleine Urlaub an. Nach wie vor
wird der kleine Club kritisch beäugt, zum einen von der Heimleitung und zum
anderen von den Nichtclubmitgliedern - bei letzteren wohl eher aus Neid. Das
neue Jahr hält für Hendrik und seine Freunde einige Abenteuer bereit, aber
neben vielen Schönen gibt es auch traurige Momente...
"Die Angst vor der Fahrt war ganz unbegründet gewesen. Ich war mit mir selbst zufrieden, weil ich mich nicht in irgendwelche faulen Ausreden geflüchtet hatte. Die weisen Worte meiner Frau fallen mir immer noch regelmäßig ein: Man bereut in erster Linie die Dinge, die man nicht getan hat." - Seite 272, eBook
Nachdem mich im vergangenen Jahr schon das
erste Groen-Tagebuch Eierlikörtage sehr begeistert hat, war ich
dementsprechend gespannt auf das neue Tagebuch. Dieses ist, wie schon gewohnt
wieder im Tagebuchstil erzählt. Diese Erzählweise ist sehr gut gewählt, denn
auch wenn dieses Buch in Tagesabschnitte unterteilt ist, so lässt es sich
trotzdem so fesselnd lesen wie ein Roman. Der charmante Hendrik ist zwar nun fast zwei Jahre
älter, aber von seinem manchmal trockenen Humor hat er nichts verloren. Neben
Einträgen, die oft zum Schmunzeln sind, gibt es auch immer wieder rührende und
auch traurige Abschnitte, denn das Alter hinterlässt auch bei den
Alanito-Mitgliedern seine Spuren.
Sehr schön beschrieben sind hier wieder die
Ausflüge und Ideen des "Alt aber nicht tot"-Clubs, die zeigen, dass
man auch im höheren Alter und trotz einiger Einschränkungen noch schöne Sachen
unternehmen kann.
Mit dabei sind auch wieder viele bekannte
Charaktere, über die Hendrik wieder fleißig berichtet; neben der bissigen Bewohnerin Frau Slothouwer darf
natürlich auch Hendriks bester Freund Evert nicht fehlen, der immer einen
flotten Spruch auf den Lippen hat und dem sprichwörtlich der Schalk im Nacken
sitzt.
"Evert kam gestern vorm Essen vorbei, um sich einen Schnaps zu holen, denn sein Vorrat war erschöpft, und er hatte keine Lust, Sturm und Regen zu trotzen, um zum Laden zu gehen. Er hat schon mal eine Anfrage an die Direktorin gestellt, ob unser Supermarkt unten nicht auch Alkohol verkaufen könnte." - Seite 32, eBook
"Früher bildete Frau Slothouwer ein unausstehliches Duo mit ihrer Schwester. Seit diese letztes Jahr plötzlich verstorben ist, hat die übrig gebliebene Slothouwer die Portion Bosheit von ihrer Schwester noch auf ihre draufgepackt." - Seite 20, eBook
Das Cover ist ganz im Stil seines
Vorgängers gehalten -wieder schlicht mit einer gelungenen Illustration von
Hendrik Groen, den man ja inzwischen schon ins Herz geschlossen hat.
Mein Fazit: Eine wunderbare Fortsetzung,
die seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Neben den Berichten aus seinem Alltag
wirft Hendrik auch immer wieder einen kritischen Blick auf die Geschehnisse in
der Welt. Es wird wieder humorvoll und interessant, aber auch berührend und
traurig. Gerade diese vielen Facetten machen dieses Buch sehr lesenswert. Wer
Eierlikörtage schon mochte, wird auch vom neuen Tagebuch begeistert sein. Auf
jeden Fall eine Leseempfehlung!
Meine Bewertung:
Titel: Tanztee - Das neue geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 85 Jahre
Genre: Roman
Seitenanzahl: 480
Verlag: Piper
Erstveröffentlichung: 20. März 2017
Die geheimen Tagebücher des Hendrik Groen:
Band 1 - Eierlikörtage
Band 2 - Tanztee
Band 3 - Herrenabend
Vielen Dank an den Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Liebe Nicole,
AntwortenLöschendas klingt super!! Aber das kann ich dem SuB nicht antun, der leise weint ;-)
Viele Lesegrüße, Heike