Mittwoch, 30. August 2017

Rezension zu "Crossroads - Ein Inspektor Norcott-Roman" von Jürgen Albers

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Band 1 um Inspektor Charles Norcott

Im Jahr 1940: Nach einem privaten Schicksalsschlag wird Detective Chief Inspector Charles Norcott von London auf die britischen Kanalinseln versetzt, wo er vor einiger Zeit die Leitung der dortigen Polizeikräfte übernommen hat. Mitten in der Unsicherheit des Zweiten Weltkrieges und der bangen Frage, wann die deutsche Wehrmacht die Inseln besetzen wird, erreicht ihn eine Meldung von der Nachbarinsel Guernsey: Eine junge Frau  wurde tot in ihrer Wohnung gefunden - erdrosselt. Sofort macht Norcott sich auf den Weg zum Tatort und ahnt zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass der Fall von Tag zu Tag rätselhafter werden wird. Doch nicht nur das: Durch die deutsche Besetzung und nun abgeschnitten vom Festland muss Norcott schnell erkennen, dass auf der kleinen Insel vielleicht mehr als nur ein Feind lauert...


"Staubteilchen tanzten dort in den letzten Strahlen der Frühsommersonne. Sie tauchte den Raum in unschuldig warmes Orange, heuchelte Ruhe und Frieden. Am Rand des Raumes hatte man eine große Tafel platziert. Die Bilder an dieser Tafel sprachen eine andere Sprache, zeigten den Tod in Schwarz-Weiß." - Seite 21, eBook


Der Krimi Crossroads spielt im Jahr 1940 auf der britischen Kanalinsel Guernsey und hat ein interessantes Setting - Chief Inspektor Charles Norcott hat nicht nur einen rätselhaften Mordfall zu lösen, sondern muss auch jeden Tag damit rechnen, dass die Deutschen die Kanalinseln besetzen - denn sie befinden sich mitten im Krieg...
Was mir bei diesem historischem Krimi sofort aufgefallen ist, ist die sehr gute Darstellung der Charaktere - Charles Norcott als Hauptfigur, aber auch die Nebencharaktere lernt man sehr gut kennen und kann so deren Gedankengänge und Pläne sehr gut verfolgen. Zudem gibt es einen besonderen Schauplatz - die britische Kanalinsel Guernsey. Man bekommt einen guten Einblick von  der Umgebung und der einzelnen Orte auf der Insel.
Der Handlungsverlauf ist besonders am Anfang sehr packend, viele Fragen tauchen auf, Hintergründe und mögliche Verdächtige werden hinterfragt und auch über Norcott erfährt man einiges. Im Mittelteil tauchen vereinzelt Längen auf, die Geschichte steht kurz auf der Stelle Dieses löst sich aber nach einigen Abschnitten glücklicherweise wieder auf. Nicht nur der Mordfall und die Folgen des Krieges halten die Inselbewohner in Atem - es gibt auf Guernsey einige Geheimnisse, mit denen niemand gerechnet hat. Alles kommt nach und nach ans Licht.
Im anschließenden Nachwort findet man noch ausführliche Erläuterungen zu einigen Begriffen und Fakten aus der damaligen Zeit. Ein besonderes Highlight: Am Ende gibt es eine Leseprobe von Erased - dem zweiten Band um Norcott, der Spannendes verspricht.


"Er würde einen verdammt guten Plan brauchen. Für dieses Schachbrett, auf dem keiner war, was er schien. Auf dem zwei Spiele gespielt wurden und mit doppelten Figuren." - Seite 402, eBook


Mein Fazit: Ein spannender Krimi mit einem sehr gut recherchiertem geschichtlichen Hintergrund, einem besonderen Schauplatz und überzeugenden Charakteren. Die einzelnen Puzzleteile kommen nach und nach an seinen Platz, es gibt einige Überraschungen in der Handlung, die man so nicht vermutet hätte. Bis auf kleine Längen im Mittelteil hat mir der Roman sehr gefallen, der Schreibstil ist angenehm und lässt sich flüssig lesen. Ein gelungenes Debüt, das neugierig auf die geplante Fortsetzung macht!

Meine Bewertung: 




Titel: Crossroads - Ein Inspektor Norcott-Roman
Autor: Jürgen Albers
Genre: Historischer Krimi
Seitenanzahl: 616
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Die Bücher der Reihe um Charles Norcott:
Band 1 - Crossroads
Band 2 - Erased

Weitere Rezensionen findet ihr hier:
Laberladen
Nisnis Bücherliebe

Vielen Dank an Jürgen Albers für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 26. August 2017

Rezension zu "Wédora - Schatten und Tod" von Markus Heitz

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Wédora - Band 2

Seitdem die beiden Freunde Liothan und Tomeija durch magische Weise in die schwer befestigte Wüstenstadt Wédora gelangt sind, bekamen sie es mit gefährlichen Intrigen und unglaublichen Verschwörungen zu tun und konnten diese bisher erfolgreich bekämpfen. Nun warten neue Abenteuer auf sie: Liothan, der Halunke mit Herz, verfällt in alte Gewohnheiten und findet in der Unterwelt Wédoras schnell Anschluss. Tomeija bekommt unterdessen von dem geheimnisumwobenen Herrscher der Stadt einen Auftrag, von dem sie noch nicht ahnt, dass sie bei ihren Ermittlungen schon bald auf ihren Freund aus Kindertagen treffen wird und vor schweren Entscheidungen steht...
Doch auch vor und in der mächtigen Wüstenstadt gehen mysteriöse Dinge vor - neue Verschwörungen werden im Verborgenen geschmiedet, geheimnisvolle Personen tauchen auf... Und nicht nur das:  Im gefährlichen Sandmeer außerhalb brodelt es - zwei benachbarte Königreiche rüsten sich zu einem Krieg, der Verheerendes nach sich ziehen kann, denn auf neutralem Boden dazwischen liegt Wédora...


"Tomeija konnte sich besser als er gegen Angriffe verteidigen. Aber Wédora war eine Stadt, in der Überraschungen an jeder Ecke warteten. Und nicht immer waren es gute." - Seite 256


Da ich im letzten Jahr schon mit Begeisterung den ersten Band um die Wüstenstadt Wédora gelesen habe, war ich nun sehr gespannt auf die Fortsetzung. Auch in "Schatten und Tod" warten auf den Leser viele Überraschungen: Neben neuen Intrigen, Verschwörungen und unheimlichen Geschehnissen gibt es wieder einiges zu entdecken und das schon direkt zu Beginn - Liothan findet in seinem Haus einen geheimnisvollen Schacht, der ihn tief unter die Erde führt. Auch für Tomeija wird es gefährlich - sie macht Entdeckungen, wie sie unheimlicher nicht sein können.
Dieses ist tatsächlich nur ein kleiner Einblick in den umfangreichen Dark Fantasy-Roman, der noch einiges mehr zu bieten hat: Es gibt mehrere Erzählstränge, viele interessante Schauplätze, phantastische Horrorelemente, sowie ein Wiedersehen mit altbekannten Figuren. Aber auch neue kommen hinzu und nicht alle sind menschlich... Lasst euch vom Handlungsverlauf einfach überraschen!
Anfangs hatte ich Bedenken, dass ich nicht sofort wieder in die Geschichte hineinfinden werde, doch eine große Hilfe gibt es direkt zu Beginn: Ein kurzer Rückblick, der die wichtigsten Geschehnisse aus dem ersten Band zusammenfasst. Dazu gibt es noch ein Personenregister und ein Liste mit den Übersetzungen der wichtigsten Begriffe. Auch sehr gut gestaltete Karten von Wédora und ihrer Umgebung sind vorhanden - man findet sich also wunderbar zurecht. :)
Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und detailreich, der Handlungsverlauf bietet viel Abwechslung und der Weltenaufbau ist gelungen. Durch den regelmäßigen Perspektivwechsel bleibt es durchgehend spannend.
Um die Geschehnisse in diesem Band nachvollziehen zu können, empfehle ich, zuerst unbedingt den Vorgänger "Staub und Blut" zu lesen - dort erfährt man unter anderem viele interessante Details zum Stadtaufbau und dem Leben in und außerhalb von Wédora.


"Er zog die Kapuze über und richtete den Blick hinauf, wo die Sonne durch den lichten Staubschleier schien. Sie war nun seine ständige Begleiterin. Furcht verspürte er nicht. Die Geister waren wieder da, freundlich wie stets und redeten ihm gut zu."- Seite 281


Mein Fazit: Schatten und Tod steht seinem Vorgänger Staub und Blut in nichts nach - die Geschichte um Wédora und die beiden Freunde Liothan und Tomeija bleibt weiterhin spannend. Hier wird es noch eine Spur düsterer als im Vorgänger. Neue Geheimisse werden gelüftet, Intrigen geschmiedet und Unheimliches geplant - hinzu kommen viele phantastische Elemente, interessante Figuren, unheimliche Kreaturen und etwas Horror. Eine tolle Mischung und somit ein sehr gelungener Dark-Fantasy Roman mit packendem Finale!

Meine Bewertung: 




Titel: Wédora - Schatten und Tod
Autor: Markus Heitz
Genre: Dark-Fantasy
Seitenanzahl: 656
Verlag: Knaur
 





Die Bücher um die Wüstenstadt Wédora:
Band 2: Wédora - Schatten und Tod


Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar!

Montag, 21. August 2017

Rezension zu "Aquila" von Ursula Poznanski

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Verlorene Erinnerungen...

Als die Kunststudentin Nika am späten Sonntagmorgen erwacht, ahnt sie noch nicht, dass nun nichts mehr so sein wird wie zuvor. Schon der Blick in den Badezimmerspiegel erschreckt sie zutiefst, denn dort hat jemand eine Botschaft hinterlassen: "Letzte Chance". Nika ist ratlos, kann sich an überhaupt nichts mehr erinnern. Kurz darauf entdeckt sie, dass ihr Handy, ihr Pass und der Haustürschlüssel verschwunden ist - ebenso wie ihre Mitbewohnerin Jenny. Doch damit nicht genug: Durch Zufall entdeckt Nika, dass heute nicht Sonntag ist, sondern schon Dienstag. Was ist in der Zeit zwischen Samstagabend und Dienstagmorgen wirklich geschehen? Verzweifelt macht sie sich auf der Suche nach ihren verlorenen Erinnerungen und der Wahrheit. Nach und nach stößt sie auf Hinweise, wie sie unheimlicher nicht sein könnten...


"Mit dem flauen Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war, kehrt sie ins Bad zurück. Starrte auf den Spiegel, auf diese beiden Worte: LETZTE CHANCE." -Seite 9


Der mit Spannung erwartete neue Jugendthriller von Ursula Poznanski beginnt genau so, wie erwartet: Man ist sofort mittendrin in der Geschichte und kann fleißig miträtseln, was es mit den seltsamen Geschehnissen auf sich hat. Hauptfigur ist die neunzehnjährige Studentin Nika, die ein Auslandssemester in Siena, Italien absolviert. Doch eines Morgens wacht sie auf, hat keine Erinnerungen an die letzten beiden Tage und einen Zettel mit mysteriösen Sätzen in der Hosentasche, die im ersten Moment zusammenhanglos scheinen - dazu noch die rätselhafte Nachricht auf dem Badezimmerspiegel. Es ist sehr spannend zu verfolgen, welche Schritte Nika nun geht, wem sie begegnet und was es mit allem auf sich hat. Es gibt viele Fragen, die sich langsam nach und nach auflösen und die Handlung so sehr spannend gestalten. Der Schreibstil ist gewohnt gut, die Geschichte lässt sich flüssig lesen.

Der ganze Handlungsverlauf, die vielen Rätsel und auch die Frage, wem Nika noch vertrauen kann, ist sehr gut gelungen. Bis auf kleine Schwächen im Mittelteil, wo sich die Geschichte ein wenig im Kreis dreht und einem Detail am Ende hat mir der Roman sehr gut gefallen. Es gibt einige Überraschungen  und kommt ganz anders als man denkt - genau so soll es sein.

Das Cover fällt einem sofort ins Auge und ist gut gestaltet. Wobei ich anmerken muss, dass es in natura noch besser aussieht als auf dem Bild - denn was dort schlecht zu erkennen ist: Der Aquila-Schriftzug ist golden und hervorgehoben - ein schöner Hingucker. Der Titel des Buches ist sehr gut gewählt, im Laufe der Handlung erfährt man schließlich, was genau es damit auf sich hat.


"Für ein paar Sekunden schloss sie die Augen, atmete tief durch - und hatte plötzlich das Gefühl, sich doch an etwas erinnern zu können. Es war wie ein verschwommenes Bild, das langsam schärfer wurde und ihr namenlose Angst einjagte, obwohl sie noch nichts darauf erkennen konnte." -Seite 46


Mein Fazit: Ein spannender Jugendthriller, bei dem alles anders kommt als man im ersten Augenblick vermutet. Der gesamte Handlungsverlauf ist packend - mir fiel es sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Wie sich letztendlich die vielen losen Fäden zusammenfügen, ist sehr überraschend und unvorhersehbar. Bis auf kleine Schwächen ein wirklich gutes Buch mit interessanten Schauplätzen und gut konstruierten Wendungen. Lesenswert, 4,5 Sterne von mir!


Meine Bewertung: 





Titel: Aquila
Autorin: Ursula Poznanski
Gernre: Jugendbuch/-thriller
Seitenanzahl: 432
Verlag: Loewe
Erstveröffentlichung: 14. August 2017



Samstag, 19. August 2017

Rezension zu "Die goldene Stadt" von Sabrina Janesch

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Die abenteuerliche Suche nach der goldenen Stadt

Peru im 19. Jahrhundert: Seit seiner Kindheit hat der Deutsche Augusto R. Berns einen Traum: Er möchte die sagenumwobene Inkastadt Machu Picchu finden. Als junger Erwachsener wagt er schließlich die Überfahrt nach Peru, wo er ihn erst die Schrecken des Spanisch-Südamerikanischen Krieges erwarten. Nach einer schweren Zeit wird Berns schließlich Ingenieur bei der Eisenbahn, wo er vielversprechende Informationen für seine Expedition sammelt. Eines Tages ist es schließlich soweit: Zusammen mit dem Amerikaner Harry Singer macht er sich auf den Weg in den tiefsten Dschungel, mit der großen Hoffnung, die verlorene Stadt der Inka zu finden - El Dorado. Doch was wird nach dieser phantastischen Entdeckung geschehen? Das gesamte Leben von Augusto Berns hält viele Überraschungen bereit...


"Viel passte nicht hinein in eine Seekiste, das wusste Rudolph, aber die Aufnahmefähigkeit seines Kopfes schien unbegrenzt. Eines jedenfalls hatte er begriffen: Man durfte sich keine Zeit lassen. All das Gute, was einem widerfuhr, war nichts als eine Leihgabe, nur das Schlechte war einem auf ewig sicher." - Seite 117


Schon der Klappentext lässt eine spannende Abenteuergeschichte erwarten - und genau das ist Die goldene Stadt auch. Sabrina Janesch erzählt die Geschichte von Rudolph August Berns, der sich später Augusto Rodolfo Berns nennt - ein Deutscher, der sich in Peru auf die Suche nach Machu Picchu macht - die verlorene Stadt der Inka. Bevor es mit dem Roman losgeht, berichtet die Autorin ausführlich, wie sie auf die Idee zu diesem Buch kam, wie ihre Recherchen verlaufen sind und was genau auf historischen Fakten beruht. Dazu sind einige schwarz-weiß-Bilder abgebildet. Dieses ist sehr informativ und interessant zu lesen.
Die Handlung beginnt schließlich im Jahr 1942 - dem Geburtsjahr von Berns. Ausführlich und mit vielen kleinen, wichtigen Details wird hier dessen Lebensgeschichte erzählt - bis hin ins Erwachsenenalter. Der Schreibstil ist klar, schön detailreich und packt den Leser sehr schnell. Auch die vielen Schauplätze - ob verschiedene Orte in Deutschland und Amerika, oder auch in den peruanischen Anden- alle sind wunderbar beschrieben, man kann sich alles genau vorstellen. Auf Berns warten Niederlagen, Erfolge und in jedem Fall viele Abenteuer. Der gesamte Verlauf der Handlung ist unheimlich spannend zu verfolgen.
Auch wenn man nur wenig oder keine Vorkennisse der Thematik hat - alles Wissenswerte über die Inka und El Dorado wird sehr gut erklärt, besonders im oben erwähnten Vorwort der Autorin.
Das Cover ist schlicht und schön - sehr passend zu einer Abenteuergeschichte, die mitten im 19. Jahrhundert spielt.


"Glückseligkeit übermannte ihn. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er das unbestimmte Gefühl, dass die Dinge sich am rechten Platz befanden. Er war wirklich in Peru, und nichts konnte ihn jetzt noch daran hindern, sich vorbehaltlos und unwiderruflich diesem Land zu verschreiben." - Seite 161


Mein Fazit: Ein spannender, historischer Abenteuerroman, der mir unheimlich gut gefallen hat! Neben einer abenteuerlichen Handlung mit besonderen Charakteren gibt es wunderbare Schauplätze, die von der Autorin sehr detailreich beschrieben werden. Auch die Mischung aus historischem, abenteuerlichem und einer Lebensgeschichte ist gelungen und hat mir sehr gut gefallen. Ein besonderes Buch, bei dem man während des Lesens die Zeit vergisst. Sehr lesenswert! 

Meine Bewertung: 





Titel: Die goldene Stadt
Autorin: Sabrina Janesch
Genre: Historischer Abenteuerroman
Seitenanzahl: 544
Verlag: Rowohlt Berlin


Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)