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Alle Toten fliegen hoch – Band 6
Mit Mitte fünfzig zieht der Erzähler zu seiner Mitte achtzigjährigen Mutter aufs Land, um dort an einem Roman über das Theater mit dem Titel Scham und Bühne zu schreiben. Es werden unvergleichliche, ereignisreiche Wochen, in denen er durch die Hilfe seiner Mutter aus einer tiefen Lebenskrise findet.
Nachdem er in Wien von einem Schlaganfall aus der Bahn geworfen wurde, hofft Joachim Meyerhoff, durch einen Neuanfang in Berlin wieder Fuß zu fassen. Doch alles kommt anders als gedacht. Die neue Stadt zerrt an den Nerven und die künstlerische Arbeit als Schriftsteller und Schauspieler fällt ihm von Tag zu Tag schwerer.
Auf der Geburtstagsfeier seines kleinen Sohnes ereignet sich ein Zwischenfall, der keinen Zweifel daran lässt, dass es so nicht weitergehen kann. Der Erzähler verlässt Berlin und zieht zu seiner Mutter aufs Land, die auf einem herrlichen Grundstück unweit vom Meer ein sehr selbstbestimmtes Leben führt. Mutter und Sohn sind sich immer schon sehr nah gewesen, aber diese gemeinsamen Wochen werden zu einer besonderen Zeit. Der Sohn klinkt sich ein in den Tagesablauf der Mutter, beginnt seinen Theaterroman und andere Geschichten zu schreiben und findet allmählich heraus aus Zorn und Nervosität, die ihn sein ganzes Leben begleitet haben.
(Quelle: Inhaltsangabe - KiWi-Verlag)
Nach seinem letzten Buch Hamster im hinteren Stromgebiet, das ich 2020 gelesen habe, war ich sehr gespannt auf den neuen Roman von Autor und Schauspieler Joachim Meyerhoff. „Man kann auch in die Höhe fallen“ ist der 6. Band der autobiografischen Romanreihe Alle Toten fliegen hoch.
Nachdem er mit Anfang fünfzig einen Schlaganfall erlitten hatte, zieht der inzwischen sechsundfünfzigjährige Erzähler Joachim Meyerhoff mit seiner Familie von Wien nach Berlin, um einen Neuanfang zu wagen. Doch dieses ist schwieriger als gedacht – der alltägliche Stress inmitten einer Großstadt zerrt an den Nerven und macht es ihm schwer, sich auf seine kreativen Tätigkeiten zu konzentrieren.
„So wie der Schlaganfall in Wien mein Sprachzentrum lahmgelegt hatte, so legte die Stadt Berlin mein Schreibzentrum lahm.“ – Seite 16, eBook
Schließlich beschließt der Erzähler für eine Weile zu seiner Mutter aufs Land zu ziehen, um dort einen Roman über das Theater zu schreiben. Die sechsundachtzigjährige Frau lebt auf einem weitläufigen Grundstück in der Nähe vom Meer und lebt ein freies, selbstbestimmtes Leben. Das Verhältnis von Mutter und Sohn war schon immer sehr gut, aber diese gemeinsamen Wochen auf dem Land sind nochmal etwas Besonderes. Und allmählich findet er auch wieder die Ruhe zum Schreiben.
Wie schon im Vorgängerroman überzeugt Joachim Meyerhoff hier wieder mit einem klaren und detaillierten Schreibstil. Auch die Mischung aus unterhaltsamen und tragikomischen Momenten sowie ernsteren und nachdenklichen Abschnitten ist sehr gelungen.
Man bekommt einen sehr guten Einblick in die aktuelle Lebenssituation des Erzählers und auch in den Lebensalltag seiner Mutter. Die sechsundachtzigjährige Frau, die oft ziemlich schlagfertig ist, schließt man sofort ins Herz – besonders am Anfang gibt es auch mal leicht schräg-humorvolle Momente – angefangen mit einer etwas rasanten Autofahrt, die dem Sohn nicht so gut bekommen ist:
Meine Mutter half mir auf, kraftvoll und bestimmt, und ich schlingerte zurück zum Wagen. Plötzlich lachte sie los: „Du lieber Himmel! Wie du aussiehst! Schwarz angezogen und käseblass. Genauso stelle ich mir den Tod vor, wenn er mich holen kommt. Fehlt nur noch die Sense.“ – Seite 22, eBook
In den einzelnen Kapiteln lernen wir die Mutter sehr gut kennen - von aktuellen Geschehnissen und gemeinsamen Momenten bis hin zu Einblicken in die Vergangenheit, die nicht immer einfach war.
„Als ich später im Bett lag, in demselben Zimmer, in dem ich schon als Kind gelegen hatte, war ich erfüllt von Verlorenheit, aber doch auch von Geborgenheit. Es war ein schöner, abenteuerlicher Tag gewesen mit meiner Mutter.“ – Seite 37, eBook
Neben einigen Arbeiten, die er auf dem großen Grundstück ausführt, gibt es auch immer wieder Kapitel, in denen der Erzähler von seiner Arbeit als Schauspieler am Theater mit vielen besonderen und manchmal schrägen Momenten berichtet, sowie von auch Momentaufnahmen aus seiner Kindheit.
Alles ist sehr interessant zu verfolgen, nur einige wenige Stellen sind etwas in die Länge gezogen. Jedoch ist das nur eine winzige Kritik am Rande. Ich bin in diese Romanreihe mit dem 5. Band „Hamster im hinteren Stromgebiet“ eingestiegen und hatte keine Probleme, mich zurechtzufinden. Man kann auch dieses Buch ohne Vorkenntnisse lesen.
Mein Fazit: Wieder ein lesenswertes Buch aus der biografischen Romanreihe „Alle Toten fliegen hoch“. Hier zieht der Erzähler für einige Zeit zu seiner Mutter aufs Land, um die richtige Balance in seinem Leben zu wiederzufinden und erlebt besondere Momente mit seiner sympathischen Mutter. Immer klar und detailreich geschrieben - mal ernst und nachdenklich, dann aber auch wieder sehr unterhaltsam mit etwas Humor und tragikomischen Momenten – eine gelungene Mischung. Ein sehr lesenswertes Buch, dem ich 4,5 Sterne gebe.
Meine Bewertung:
Titel: Man kann auch in die Höhe fallen
Autor: Joachim Meyerhoff
Genre: Biografischer Roman
Seitenanzahl: 368
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erstveröffentlichung: 07. November 2024
Alle Toten fliegen hoch - die Bücher:
Band 1 - Amerika
Band 2 - Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
Band 3 - Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
Band 4 - Die Zweisamkeit der Einzelgänger
Band 5 - Hamster im hinteren Stromgebiet
Band 6 - Man kann auch in die Höhe fallen
Vielen Dank an den KiWi-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

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