Mittwoch, 31. März 2021

Rezension zu "Vanitas - Rot wie Feuer" von Ursula Poznanski

 

Zum Buch

VANITAS - Band 3


Ihre Verfolger haben sie in Wien aufgespürt. Die österreichische Polizei sucht sie in Zusammenhang mit einem Mordfall. Völlig auf sich allein gestellt tritt Blumenhändlerin Carolin die Flucht nach vorne an: Sie fährt nach Frankfurt, in die Hochburg ihrer Feinde, in die Höhle des Löwen. Für sie die gefährlichste Stadt der Welt, aber auch die, in der man sie zuletzt vermuten würde. Und gleichzeitig der einzige Ort, an dem sie die Chance sieht, ihrem Alptraum ein Ende zu setzen.
Ausgerüstet mit ihrem Wissen über den russischen Karpin-Clan, über Schwächen, Gewohnheiten und alte Feindschaften ihrer Gegner, beginnt Carolin, Fallen zu stellen und ein Netz aus Intrigen zu weben. Schon bald zieht sie eine blutige Spur durch Frankfurt - nur leider scheint es, als wäre ihre Rückkehr doch nicht unentdeckt geblieben... (Quelle: Inhaltsangabe - Knaur-Verlag)



Rot wie Feuer
ist der dritte und finale Band der Vanitas-Reihe von Ursula Poznanski. Nach dem großen Cliffhanger im Vorgängerband geht es an der Stelle sofort spannend weiter. Nach kurzer Einlesezeit ist man sofort wieder mitten im Geschehen. Dennoch unterscheidet sich dieser Band um einiges von den Vorgängern: Während der Hauptschauplatz dort noch der Wiener Zentralfriedhof ist, ist es hier nun die Stadt Frankfurt, denn dahin kehrt Carolin zurück – mit einem lebensgefährlichen Plan. Einst tauchte sie in Wien unter, nachdem sie bei dem gefährlichen Karpin-Clan vom BKA eingeschleust wurde – und dabei etwas entsetzlich schiefging. Carolin hat Schlimmes erlebt und dafür will sie sich nun rächen. Dafür geht sie über viele Grenzen und tritt etwas in Gang, was sich nicht mehr aufhalten lässt…

„Das Bewusstsein, dass wir einander so nah sind, dass da kilometerweit kein anderer Mensch ist als der, den ich am meisten fürchte, lässt meine Panik anwachsen. Ich atme, aber die Luft erreicht meine Lungen nicht.“ (Carolin) – Seite 260, eBook


Wie schon bei den beiden Vorgängern schafft es Ursula Poznanski, ihre Leser*innen von Anfang an zu fesseln. Es ist sehr spannend, Carolins weiteren Weg und ihre Pläne zu verfolgen. Die Handlung ist in der Ich-Perspektive aus Carolins Sicht geschrieben – somit lassen sich ihre Tätigkeiten sehr gut verfolgen. Ihre Gedanken kreisen komplett um den russischen Karpin-Clan, der ihr vor gut achtzehn Monaten fast das Leben genommen hätte. In den ersten beiden Bänden haben wir schon einiges erfahren, hier werden nun auch die letzten Rätsel gelöst.

Wie schon erwähnt, ist dieses Buch etwas anders als die ersten beiden Teile, zudem wird es auch ziemlich brutal. Auch wenn es sehr packend ist, waren mir Carolins Handlung manchmal doch etwas zu schräg. Ab und an wird es ein wenig skurril. Dennoch bleibt es spannend - alles steuert auf ein großes Finale zu, wo dann doch manches anders kommt als geplant.


„Stille. Alle Geräusche sind weit entfernt. Der Verkehrslärm gehört zu einer anderen Welt, es dringt nur ein zaghaftes Echo bis hierher ins Reich der Toten.“ – Seite 291/292, eBook


Mein Fazit: Ein packendes Finale der Vanitas-Reihe, das so manche düstere Überraschung verbirgt. Wie gewohnt schreibt die Autorin so, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann. Hier werden nun letzte Rätsel gelöst und Geheimnisse aufgedeckt. Auch wenn die Handlungen der Hauptfigur manchmal etwas schräg sind, bleibt es durchweg spannend. Lesenswert!


Meine Bewertung:




Titel: Vanitas 3 - Rot wie Feuer
Autorin: Ursula Poznanski
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 400
Verlag: Knaur
Erstveröffentlichung: 01. April 2021


Die Bücher der Vanitas-Serie:
Band 1 - Schwarz wie Erde
Band 2 - Grau wie Asche
Band 3 - Rot wie Feuer

Eine weitere Rezension zum Buch findet ihr bei Heike auf ihrem Blog Irve liest.


Vielen Dank an Droemer-Knaur für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 27. März 2021

Rezension zu "Über Menschen" von Juli Zeh

 

Zum Buch


Über Menschen und Ängste in aktuellen Zeiten


Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht.
(Quelle: Klappentext - Luchterhand-Verlag)



Über Menschen ist der neue Roman von Juli Zeh und ziemlich aktuell: Denn die Handlung ist im Frühjahr 2020 angesiedelt, zu der Zeit, als der erste Lockdown und damit die große Unsicherheit und die Angst vor dem Corona-Virus gerade erst beginnt.

„Es gibt jetzt so viele neue Begriffe. Social Distancing. Exponentielles Wachstum. Übersterblichkeit und Spuckschutzscheibe. Dora kommt schon seit Wochen nicht mehr mit. Vielleicht auch schon seit Monaten oder Jahren, aber durch Corona ist das Nicht-mehr-Mitkommen manifest geworden.“ – Seite 16, eBook


Genau zu diesem Zeitpunkt entschließt sich die 36-jährige Dora, Berlin den Rücken zu kehren und aufs Land zu ziehen – in dem kleinen Dorf Bracken in Brandenburg hat sich vor einigen Monaten ein altes Gutshaus mit großem Grundstück am Dorfrand gekauft. Im ersten Drittel des Romans erfahren wir überwiegend, wie sich Doras Leben bisher entwickelt hat und welche Gründe sie hatte, fast Hals über Kopf aus der Großstadtwohnung zu fliehen – und vielleicht auch vor ihrem Freund Robert, der ihr immer fremder geworden ist.

„Sie ließ nicht nur Robert hinter sich, sondern auch die Großstadt, die Enge, das Dauerfeuer der Informationen und Emotionen. Es fühlte sich an, als verließe sie die bekannte Welt, in einem Raumschiff auf dem Weg zu neuen Galaxien." – Seite 32, eBook


Ein Halt in ihrem Leben ist ihre Hündin mit dem besonderen Namen Jochen-der-Rochen, die hier auch einen besonderen Platz einnimmt.
Nach und nach lernt sie das Dorf kennen und auch deren Bewohner, die unterschiedlicher nicht sein können. Dora ist hin- und hergerissen: Muss sie Angst haben vor einigen – besonders vor ihrem direkten Nachbarn, der sich ihr als „der Dorf-Nazi“ vorgestellt hat? Gleichzeitig muss sie sich selbst wiederfinden und entscheiden, wie ihr zukünftiges Leben aussehen wird.

Über allem schwebt natürlich die Corona-Krise – all die realen Ängste, Unsicherheiten und die Hilflosigkeit hat die Autorin hier klar eingefangen.


„Die Räume riechen nach Desinfektionsmittel und Menschenleere.“ – Seite 203, eBook


Neben vielen Momentaufnahmen -sowohl von den verschiedenen Schauplätzen, als auch Kleinigkeiten aus Doras neuem Alltag- werden hier auch die verschiedenen Charaktere mit ihren ebenso verschiedenen Meinungen ausführlich beschrieben.

Interessant und überraschend ist, wie die Handlung sich entwickelt und in eine ganz andere Richtung führt als anfangs gedacht. Auch Doras Weg ist sehr gut zu verfolgen: Ihre Zweifel und Unsicherheit, in die sich manchmal Wut mischt, weil sie in manchen Momenten einfach nicht weiß, wie sie mit ihrem Nachbarn umgehen soll.

Mein Fazit: Ein interessanter und sehr aktueller Roman, dessen Handlungsverlauf überrascht und mit großartigem Schreibstil überzeugt. Das Buch lässt sich flüssig und sehr gut lesen – detailreich und mit der Kunst, Kleinigkeiten und Momentaufnahmen sehr gut einzufangen ist Juli Zeh hier ein bemerkenswerter und nachdenklicher Roman gelungen. Spannend zu verfolgen und sehr lesenswert! 


Meine Bewertung:





Titel: Über Menschen
Autorin: Juli Zeh
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 416
Verlag: Luchterhand
Erstveröffentlichung: 22. März 2021


Ebenfalls von Juli Zeh gelesen:
Unterleuten
Leere Herzen

Vielen Dank an das Bloggerportal und Luchterhand für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 24. März 2021

Rezension zu "Priest of Lies" von Peter McLean

 

Zum Buch

Der Kampf um den Rosenthron – Band 2

Tomas Piety war in seinem Leben schon vieles: Soldat, Priester, Gangster und sogar Spion. Aber jetzt hat er ein neues Ziel, das er erobern und sich untertan machen will: die Welt des Adels.

Als Tomas Piety aus dem Krieg zurückkehrte, wollte er vor allem eins: mit Hilfe seiner Gang sein Verbrechensimperium wiederaufbauen. Aber seine Vergangenheit als Spion für die Queen’s Men holte ihn ein und brachte ihm mehr Macht, als er sich erhofft hatte. Jetzt, wo halb Ellinburg in Schutt und Asche liegt und mit den Queen’s Men in seinem Rücken, kann Tomas den politischen Intrigen nicht mehr entkommen. Zeit, sich in die Höhle des Löwen zu wagen, Zeit, nach Dannsburg aufzubrechen. In der Hauptstadt kämpft der Adel jedoch nicht mit Schwertern, sondern mit Worten, aber das ist am Ende nicht weniger tödlich. In dieser Schlangengrube muss sich Tomas endgültig entscheiden, ob er ein Kämpfer für die kleinen Leute ist ... oder eben nur ein Lügenpriester. (Quelle: Klappentext - Klett-Cotta Verlag)


Priest of Lies ist der zweite Band der Dark-Fantasy-Reihe Der Kampf um den Rosenthron und die mit Spannung erwartete Fortsetzung von Priest of Bones. Nachdem Tomas Piety gemeinsam mit seinen Männern aus dem Krieg in seine Heimatstadt Ellinburg zurückgekehrt ist, musste er feststellen, dass sein gesamter Besitz in gegnerische Hände übergegangen war. Zusammen mit seiner Truppe, den Pious Men, erkämpfte er sich abenteuerlich und nicht ganz unblutig seinen Besitz zurück – dabei stieß er auf einige Überraschungen, die ihn zu neuen Entscheidungen gezwungen haben…

Seit den letzten Ereignissen und seiner Hochzeit mit Ailsa sind gut sechs Monate vergangen – inzwischen ist Tomas Piety ein angesehener und manchmal auch gefürchteter Mann in Ellinburg. Sein Ziel ist neben Gerechtigkeit eine Ausweitung seiner Macht auf weitere Stadtteile. Doch neue Feinde, die im Auftrag der gegnerischen Skanier operieren, nehmen immer mehr Einfluss auf den Westen der Stadt – ein tödlicher Machtkampf steht bevor…
Doch auch weitere Herausforderungen warten auf Tomas: Sein Weg führt ihn in die Hauptstadt Dannsburg, die Stadt des Rosenthrons, wo ihn eine Welt aus Intrigen, Verschwörungen und gefährlichen Geheimnissen erwartet…

Die Handlung ist wieder in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Tomas Piety geschrieben – alles wird detailreich geschildert, man kann seine Pläne und Gedanken sehr genau verfolgen. Schon im ersten Band wurde schnell klar, dass er ein kluger Kopf ist und vor allem seine Familie beschützen will, allerdings auch brutal handeln kann, wenn ihm Ungerechtigkeit widerfährt – besonders bei Verrat schreckt er vor nichts zurück. Mit Tomas Piety hat Peter McLean zweifelsohne eine sehr interessante Hauptfigur erschaffen – das ist dem Autor sehr gut gelungen. Aber auch die Nebenfiguren sind nicht weniger interessant. Manche haben wir im Vorgänger schon besser kennen gelernt, wie etwa Bloody Anne oder Billy the Boy, der eine besondere und gefährliche Gabe besitzt. Die beiden spielen auch hier wieder zentrale Rollen.

„Bloody Anne hatte sich ihren Namen in Abingon verdient – und seither noch hundertmal aufs Neue. (…)
Ich wusste, dass ich mich auf sie verlassen konnte. Bloody Anne war die beste rechte Hand, die ich mir nur wünschen konnte“
(Tomas) – Seite 62/63, eBook


Um manche Mitglieder der Pious Men ranken sich aber noch Geheimnisse, wie beispielsweise um Cutter:

„Cutter hatte etwas an sich, das einem unweigerlich Angst einflößte, und es gefiel mir nicht, dass ich nicht wusste, was dahintersteckte.“ – Seite 20, eBook



Auch hier wird es wieder abenteuerlich, oftmals ziemlich düster, brutal und blutig – aber auch unheimlich spannend! Sowohl die Geschehnisse in Ellinburg als auch in Dannsburg lassen sich spannend verfolgen und lösen nach und nach so manches Geheimnis auf. Es wird einige Überraschungen geben – gute wie auch böse.


„Treffen rivalisierender Chefs sind eher unüblich, kommen aber manchmal vor, und die einzige Regel, auf die man sich dabei immer einigt, ist, dass alle unbewaffnet kommen. Das ist auch die einzige Regel, die immer alle ignorieren und umgehen (…)
Jeder Ort, von dem man dir sagt, dass dort keine Waffen getragen werden müssen, ist ein Ort, an dem du dich besser nicht unbewaffnet begeben solltest.“
(Tomas) – Seite 349/350, eBook


Das Buch lässt sich flüssig lesen, enthält einiges an dunkler Magie und Horrorelementen - gut gelungene Dark Fantasy.

Mein Fazit: Der 2. Band Priest of Lies hat einiges zu bieten: Packende Dark Fantasy voller Abenteuer, Intrigen, Verschwörungen und Kämpfen, sowie einigen düsteren Überraschungen. Auch hier gibt es wieder sehr gut ausgearbeitete Charaktere, die einiges zu dieser fesselnden Reihe betragen. Manche Szenen sind nicht ohne – es wird oftmals brutal und sehr düster, aber auch ziemlich spannend. Eine gelungene Fortsetzung!


Meine Bewertung:





Titel: Der Kampf um den Rosenthron 2: Priest of Lies



Autor: Peter McLean
Genre: High-Fantasy / Dark-Fantasy
Seitenanzahl: 464
Verlag: Klett-Cotta / Hobbit Presse
Erstveröffentlichung: 20. März 2021





Der Kampf um den Rosenthron - die Bücher:

Band 1 - Priest of Bones
Band 2 - Priest of Lies






Vielen Dank an Klett-Cotta und Netgalley für das Rezensionsexemplar!