Dienstag, 29. November 2016

Rezension zu "Fast genial" von Benedict Wells

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Ein abenteuerlicher Road-Trip durch die USA...

Der fast achtzehnjährige Francis Dean lebt zusammen mit seiner Mutter in einem Trailerpark am Stadtrand von Claymont. Nach der Scheidung von seinem Stiefvater geht es bei den beiden bergab, seine Mutter wird psychisch krank. Als diese schließlich in eine Klinik eingewiesen wird, offenbart sie Francis, dass sein leiblicher, ihm unbekannter Vater ein Genie ist. Fest entschlossen, seinen Erzeuger kennen zu lernen, macht sich Francis auf die Suche nach dem Mann. Auf ihn wartet ein abenteuerlicher Road-Trip quer durch die USA, der schließlich zum Abenteuer seines Lebens wird. Von dieser Reise, die er nicht allein antritt, erhofft er sich vieles, vielleicht sogar ein besseres Leben. Was erwartet ihn wirklich an der Westküste?


"Es gab diese Momente im Leben, in denen alles einen Sinn bekam und in denen man von einer auf die andere Sekunde wusste, was man zu tun hatte. Francis sah die Dinge nun klar: Er musste seinen Vater finden. Alles würde sich ändern, wenn er ihn traf." - Kapitel 2, NEW YORK


Nach Vom Ende der Einsamkeit ist das mein zweites Buch von Benedict Wells. Hier geht es um einen Teenager, der plötzlich erfährt, wer sein Vater ist und welche Geschichte hinter alldem steckt. Fest entschlossen, diesen Mann kennen zu lernen, macht er sich auf eine weite Reise...
Bevor Francis sich auf den abenteuerlichen Road-Trip begibt, lernt man ihn und sein derzeitiges Leben kennen. Sehr schnell wird klar, dass seine Mutter und er es nicht immer leicht hatten. Man merkt, das Francis seine Mutter trotz allem liebt und sich um sie kümmert, gleichzeitig wird auch klar, dass er große Angst vor der Zukunft hat und vielleicht für immer im Trailerpark leben wird. Dieses wird sehr detailreich und verständlich beschrieben. Auch die weiteren Protagonisten -alle sehr unterschiedlich- lernt man sehr gut kennen, auch sie haben Sorgen und Ängste. Der Road-Trip selbst ist spannend, niemand weiß, was Francis und seine Freunde an der Westküste wirklich erwartet. Es wird schließlich ein Abenteuer mit Höhen und Tiefen...


"Die Sonne schien ihm ins Gesicht, eine leichte Brise kam auf. Er ahnte, dass das ein glücklicher Moment in seinem Leben war, und blickte in die Weite des pazifischen Ozeans." - Kapitel 4, SAN FRANCISCO


Mein Fazit: Ein interessanter und unterhaltsamer Roman, der zugleich spannende als auch traurige Momente hat. Die Geschichte, die meist sehr abenteuerlich ist, lässt sich flüssig lesen und überrascht mit einem packenden und sehr ungewöhnlichen Ende. Einzig im Mittelteil der Handlung gab es kleine Schwächen, einige Szenen wirkten etwas verloren und fehl am Platz. Alles in allem ist es aber ein gutes und lesenswertes Buch.

Meine Bewertung: 



Titel: Fast genial
Autor: Benedict Wells
Genre: Romane, Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 336
Verlag: Diogenes

Sonntag, 27. November 2016

Rezension zu "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells

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Das Überwinden von Einsamkeit und Verlust

Jules und seine beiden älteren Geschwister Marty und Liz wachsen behütet auf. Doch ihre schöne Kindheit endet schlagartig, als ihre Eltern bei einem tragischen Unfall ums Leben kommen. Schließlich kommen die Geschwister, die schon immer grundverschieden waren, auf ein Internat. Doch jedoch entfremden sie sich noch weiter voneinander und verlieren sich schließlich aus den Augen. Bei jedem von ihnen hat der viel zu frühe Tod der Eltern tiefe Spuren hinterlassen und jeder versucht anders, den Verlust zu verarbeiten. Im Internat lernt der verträumte Jules schließlich das geheimnisvolle Mädchen Alva kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, erst viel später wird er sich seiner Gefühle bewusst und erfährt, was sie ihm bisher verschwiegen hat. Erst als Erwachsene begegnen sich die einst so guten Freunde wieder...
Ebenfalls als Erwachsene kreuzen sich die Wege der Geschwister erneut - inzwischen führt jeder sein eigenes Leben mit Höhen und Tiefen. Doch die Vergangenheit holt Jules, Marty und Liz gleichermaßen wieder ein. Finden die drei nach langer Zeit wieder einen gemeinsamen Weg?


"Wie ein sich ausbreitender Riss nahmen meine Ängste zu. Ich begann, mich vor dem Dunkeln fürchten, vor dem Tod, vor der Ewigkeit." - Seite 55


Benedict Wells hat hier eine sehr einfühlsame Geschichte geschrieben, die man, einmal angefangen, nur sehr schwer wieder aus der Hand legen kann. Im Mittelpunkt stehen drei Geschwister, die durch den plötzlichen Tod der Eltern mitten aus ihrer behüteten Kindheit gerissen werden - jeder geht anders mit dem Schicksalsschlag um. Das Buch ist aus Sicht des jüngsten Bruder Jules geschrieben, der als Erwachsener seine Vergangenheit Revue passieren lässt. Er erzählt, wie sein Leben und das seiner Geschwister verlaufen ist, das vom schmerzhaften Verlust der Eltern geprägt ist. Auch das geheimnisvolle Mädchen Alva, dass er im Internat kennen gelernt hat, spielt in seinen nächsten Lebensjahren eine zentrale Rolle. An vielen Stellen wird es traurig, doch gerade diese, manchmal sensiblen Situationen werden sehr gut wiedergegeben. Gerade bei Jules ist das Überwinden von Einsamkeit und Verlust ein großes Thema.


"Zu Hause erwartete mich Stille, ein mir seit Jahren vertrautes Geräusch." -Seite 162


Die Charaktere sind hier sehr gut beschrieben, wie sie denken, fühlen, handeln - alles ist hier sehr gut beschrieben. Der Schreibstil und die Erzählweise sind unheimlich gelungen.


"Dann sieht er zu mir und lächelt plötzlich. Es ist ein schönes, seltenes Lächeln, hintergründig und fast ein bisschen weise. Ein Lächeln, mit dem er alles retten kann." -Seite 347


Mein Fazit: Vom Ende der Einsamkeit ist ein sehr besonderes und tiefgründiges Buch. Es ist eine schöne, sehr berührende und traurige Geschichte - jedoch lässt sie den Leser nicht völlig traurig zurück. Benedict Wells findet die richtigen Worte zum Thema Einsamkeit und Verlust, aber auch eine große Liebesgeschichte hat hier ihren Platz. Es war mein erstes Buch von dem Autor und sicherlich nicht mein Letztes. Ein sehr gelungener Roman, der durch seine besondere Schreibweise überzeugt.

Meine Bewertung: 






Titel: Vom Ende der Einsamkeit
Autor: Benedict Wells
Genre: Romane / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 368
Verlag: Diogenes

Vielen Dank an den Diogenes-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)

Donnerstag, 24. November 2016

Rezension zu "DNA" von Yrsa Sigurdardóttir



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Ungeahnte Verknüpfungen...

Eine junge Mutter wurde mitten in der Nacht in ihrem Haus in Reykjavik brutal ermordet. Die einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter Margrét, die sich unbemerkt verstecken konnte. Doch das Mädchen ist seitdem verschlossen. Kommissar Huldar, dem der Fall übertragen wurde und zum erstem Mal eine Ermittlung leitet , ist erschüttert und fest entschlossen, den Täter so schnell wie möglich zu fassen. Als jedoch wenig später eine weitere Frau auf ähnlich schreckliche Weise ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Um mehr von der sensiblen Margrét zu erfahren, wird die Psychologin und Leiterin eines Kinderhauses hinzugezogen. Für Huldar ein weiteres Problem - mit Freyja hat er einst eine Nacht verbracht und sich ihr als Zimmermann vorgestellt. Doch um dem Mörder auf die Spur zu kommen, müssen Freyja und Huldar zusammen arbeiten. Was hat das siebenjährige Mädchen wirklich mitbekommen?
Währenddessen stößt der Hobbyfunker Karl auf einen isländischen Funksender, der kryptische Botschaften zu den beiden Opfern hinterlässt. Als er beschließt, der Sache selbst auf den Grund zu gehen, gerät er unwissentlich in große Gefahr...


"Irgendwie lag etwas Unheimliches in der Luft, wirkte das gräuliche Winterlicht düsterer als bei den benachbarten Häusern. Aber natürlich bildete sie sich das nur ein. Sie schüttelte das unbehagliche Gefühl ab, steckte den Schlüssel in die Jackentasche und atmete ruhig aus." -Seite 108


Bei dem neuen Thriller der isländischen Autorin Yrsa Sigurdardóttir fällt schon das spezielle Cover direkt ins Auge: Schlicht gehalten, doch über Namen und Buchtitel prangen zwei Streifen silbernes Klebeband - mit Blutspritzern. Und dieses spielt in dem Roman eine zentrale Rolle...
Die Handlung ist gut aufgebaut, man lernt die Charaktere sehr gut kennen. Im Mittelpunkt stehen Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja, die sich vor den Ermittlungen schon mal begegnet sind. Neben der spannenden Suche nach dem Mörder und dessen Beweggründe erfährt man auch einiges aus dem Privatleben der beiden. Hier wird gut zwischen ruhigen und rasanten Abschnitten gewechselt - so bleibt die Spannung auf den gesamten 480 Seiten gut erhalten. Schon der Prolog ist geheimnisvoll.


"Keiner von beiden nahm war, dass sich im Garten auf der Rückseite des Hauses etwas regte. Dort war jemand, der sich tiefer in den Garten zurückzog und schließlich in der Dunkelheit der Nacht verschwand." -Seite 293


Mein Fazit: Ein sehr guter Thriller. Es ist sehr spannend zu verfolgen, wie sich die einzelnen Puzzleteile am Ende zusammen setzen - dort warten einige Überraschungen! Als Leser kann man fleißig mit rätseln, was es mit den Morden auf sich hat und wer hinter alldem steckt. Bis auf wenige Stellen, wo die Geschichte vom eigentlichen Geschehen etwas abschweift, ist dieses Buch ein wirklich gelungener Thriller, besonders weil alles ganz anders kommt als gedacht...Ich vergebe 4,5 Sterne.



Meine Bewertung: 





Titel: DNA
Autorin: Yrsa Sigurdardóttir
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 480
Verlag: btb
Erstveröffentlicheng: 26. Septemner 2016

Sonntag, 20. November 2016

Rezension zu "Das Haus" von Mark Z. Danielewski

Zum Buch

Ein Haus, das ein Eigenleben führt...

Johnny Truant hatte es nicht immer leicht im Leben. Doch dieses ändert sich nochmal schlagartig, als der sonderbare alte Mann namens Zampanò stirbt. In dessen Nachlass findet Johnny etwas , das viel größer ist, als er zunächst ahnt: Unmengen an Seiten, Karten und Schnipsel - alles eng beschrieben. Denn Zampanò hat an einem Projekt gearbeitet, dem er den Namen Der Navidson Record gegeben hat. Eine Art Dokumentarfilm, das ein mysteriöses und unaussprechliches Geheimnis birgt. Der  preisgekrönte Fotojournalist Will Navidson, der einst den Pulitzer Preis erhielt, zieht mit seiner Familie in ein neues Haus. Schon bald merkt er, dass dieses über besondere Eigenschaften verfügt -  das Haus verfügt über Räume, die nicht im Grundriss verzeichnet sind. Anfangs ahnt Navidson noch nicht, in welchen Albtraum er geraten wird. Bei einer ersten Erkundung gerät er in Lebensgefahr. Schließlich zieht er Spezialisten hinzu und beginnt, die mysteriösen Ereignisse und das seltsame Eigenleben des Hauses filmisch festzuhalten...


"Das Ganze hier, nehmen Sie es einfach nur als das, was es ist. Und falls Sie irgendwann einmal zufällig an diesem Haus vorbeikommen sollten, bleiben Sie nicht stehen, gehen Sie auch nicht langsamer, sondern laufen Sie einfach weiter. Da ist nichts. Seien Sie vorsichtig." -Seite 5


Schon lange wollte ich dieses außergewöhnliche Debüt lesen. Außergewöhnlich und sehr speziell ist dieses Buch in der Tat: Die Story besteht aus verschiedenen Sichtweisen und  Erzählebenen. Sozusagen eine Geschichte in der Geschichte. In der Einleitung lernen wir zunächst Johnny Truant kennen, der in einer unheimlichen Art und Weise berichtet, wie er im Nachlass des verstorbenen Mannes Zampanò dessen Mammutprojekt namens Der Navidson Record entdeckt. Dieses ist eine Art Dokumentation, auf vielen Seiten festgehalten über ein Haus, dass ein schlimmes Geheimnis birgt... Im Laufe der Handlung erfährt man mehr über den eigenbrötlerischen Zampanó, der das Verhalten Will Navidsons und die Veränderungen des Hauses bis ins kleinste Detail durchleuchtet und analytisch festhält. Dem zugrunde liegen die Videoaufnahmen von Navidson. Die zentrale Geschichte dieses Romans bildet dann Zampanòs Aufzeichnungen - bestehend aus unzähligen Fußnoten und Kommentaren von Johnny Truant, dessen Erlebnisse ebenfalls fortgeführt werden. Im ersten Moment etwas kompliziert, doch wenn man sich erst mal eingelesen und sich an den Stil gewöhnt hat, ist das Buch sehr gut verständlich.
Nicht nur die Geschichte sondern auch deren Gestaltung ist speziell: Die Schriftarten ändern sich, Seiten, die spiegelverkehrt geschrieben sind. Manche Seite sind nur mit einem Wort bedruckt, andere sind eng beschrieben. Ein wahrlich sonderbares Leseabenteuer. Dennoch gerät durch die vielen Verschachtelungen, die eigentliche Geschichte um das Haus, das ein Eigenleben führt, in den Hintergrund. Dieses finde ich sehr schade, da gerade diese Abschnitte die Besten im ganzen Buch waren. Die vielen Unterbrechungen und analytischen Abschweifungen zerstören die gerade aufgebaute Spannung, zudem werden die eingestreuten Sichtweisen von Johnny Truant auf die Dauer etwas nervig.


"Das Zuhause der Navidsons war während ihrer Abwesenheit zu etwas anderem geworden, und wenn die Veränderung auch nicht unbedingt unheilvoll oder gar bedrohlich war, so hatte sie dennoch jedes Gefühl von Sicherheit oder Wohlbehagen zerstört." -Seite 36


Mein Fazit: Dieses Buch ist wohl das außergewöhnlichste, welches ich bisher gelesen habe. Es ist schon beeindruckend, was der Autor hier erschaffen hat. Leider konnte es mich nicht ganz überzeugen. Die Idee von einem Haus, dass sich verändert, ist perfekt und hätte als "Solo-Story" einen klasse Horror- bzw. Mysteryroman abgegeben. Mir war das ganze Drumherum zu viel, die Spannung wird zerstört, es wird etwas langweilig. Die innere Gestaltung des Buches ist allerdings etwas ganz besonderes mit seinen vielen Schreibarten, kreuz und quer beschriebenen Seiten, usw. Dieses Spezielle hat mir gut gefallen. Dieses Werk ist eine echte Herausforderung für das man sich Zeit nehmen sollte. Man kann es nicht mal eben nebenbei lesen und muss sich wirklich darauf einlassen.
Mich konnte es leider nicht ganz überzeugen, weil es einfach viel zu überladen ist. Ich vergebe hierfür zwei Sterne. Schade.


Meine Bewertung: 



Titel: Das Haus / House of Leaves
Autor: Mark Z. Danielewski
Genre: Roman
Seitenanzahl: 797
Verlag: Klett-Cotta (Hardcover) / btb (Taschenbuch)

Mittwoch, 16. November 2016

Rezension zu "In 60 Buchhandlungen durch Europa" von Torsten Woywod

Zum Buch
"Buchhandlungen machen jede Stadt ein bisschen schöner und jeden Tag ein bisschen besser" - Seite 6
Buchhandlungen waren schon immer wunderschöne Orte - sie strahlen oft eine ganz eigene und magische Atmosphäre aus. Auch  für den Buchhändler Torsten Woywod sind Buchhandlungen schon immer etwas ganz Besonderes gewesen. Und so brach er im Sommer 2015 zu einer ganz besonderen Reise auf: Mit seinem ganzen Jahresurlaub und einem Europa-Interrail-Ticket im Gepäck machte er sich auf den Weg und besuchte die schönsten und außergewöhnlichsten Buchhandlungen Europas. In den vier Wochen besuchte er zwölf Länder und legte über elftausend Kilometer zurück. Insgesamt besuchte er über sechzig Buchhandlungen, von denen jede einzelne eine ganz besondere Geschichte zu erzählen hat.


"Ich liebe Buchhandlungen."
- mit dieser Liebeserklärung beginnt der besondere Reisebericht von Torsten Woywod, der seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat. Der gelernte Buchhändler erfüllte sich mit dieser Reise einen ganz besonderen Traum und lässt uns mit diesem Buch an seiner Reise teilhaben. Diese konnte man bereits auf seiner Facebook-Seite Around the World in 100 Bookshops verfolgen, wo er während seiner Reise immer wieder tolle Fotos postete. Da ich, wie viele andere Buchliebhaber auch, eine Vorliebe für schöne und außergewöhnliche Buchhandlungen habe, habe ich die Website mit großem Interesse verfolgt. Daher habe ich mich besonders gefreut, dass es nun ein Buch dazu gibt. Dieses listet nochmal alle besuchten Länder, Städte und Buchhandlungen von Torsten Woywod auf, er erzählt ausführlich von seinen Erlebnissen der Reise. Was mir besonders gut gefallen hat, sind die ausführlichen Beschreibungen der Buchhandlungen. Gerade wenn kein Foto davon vorhanden ist, kann man sich diese sehr gut bildlich vorstellen.

"Was von außen zunächst einmal wie eine große gotische Kirche aussieht, die mit ihren haushohen Fenstern und den kupferroten Backsteinen zufrieden in der Mittagssonne schlummert, entpuppt sich beim Betreten als Eintausend-Quadratmeter-Buchhandlung, die wahrhaft ihresgleichen sucht."
                                                                       (Buchhandlung "Waanders in de Boeren", Niederlande) - Seite 30

Natürlich gibt es auch viele Fotos in diesem Band, die den Leser oft in Staunen versetzen. Man möchte am liebsten sofort die Koffer packen und hinreisen. Neben seinen persönlichen Eindrücken listet Woywod auch immer wieder interessante Fakten zu den verschiedenen Orten auf. Hier hat wahrlich jedes Haus eine eigene Geschichte. Sehr schön ist auch das Vorwort von Autor Benedict Wells, der ebenfalls eine Leidenschaft für Buchhandlungen hat.

"Der Raum ist schwarz gehalten und ähnelt einer Lounge, was durch die rot bespannten Chesterfield-Sofas an der hinteren Wand unterstrichen wird. Das eigentliche Highlight sind jedoch die über fünfhundert Bücher, die von der Decke herabhängen und dafür sorgen, dass man sich beim Betreten des Raumes wie unter einem Himmel voller Bücher fühlt." 
                                                                                           (Buchhandlung "Cook and Book", Belgien) - Seite79


Mein Fazit: Ein wundervolles Buch, bei dem jeden Buchliebhaber sofort das Fernweh packt! Sehr interessant voller beeindruckender Orte, schön geschrieben mit vielen gut recherchierten Hintergrundinfos. Das ideale Buch für jeden, der in Buchhandlungen ganz besondere Orte sieht. Und natürlich ist dieses Buch auch ein guter, buchiger Reiseführer. Sehr lesenswert.



Meine Bewertung: 


Titel: In 60 Buchhandlungen durch Europa - Meine Reise zu den schönsten Bücherorten unseres Kontinents
Autor: Torsten Woywod
Genre: Reisebereicht
Seitenanzahl: 256
Verlag: Eden Books
Erstveröffentlichung: 11. Oktober 2016


Die beiden Bücher von Torsten Woywod:
  In 60 Buchhandlungen durch Europa
 In 80 Buchhandlungen um die Welt



Viele beeindruckende Fotos und Infos zu Torsten Woywoods Buchhandlungsreisen findet ihr auf der Facebook-Seite: