Samstag, 31. August 2019

Rezension zu "Die Sprache der Dornen" von Leigh Bardugo

Zum Buch


Sechs düsterschöne Mitternachtsgeschichten

Hungrige Wälder, magische Künste und schreckliche Geheimnisse: In der Welt von Kaz Brekker und seinen Krähen erzählt man sich in langen Winternächten gern Geschichten voller dunkler Versprechungen. Sechs davon sind hier zusammengetragen und werden von aufwendigen Illustrationen zum Leben erweckt. Von der Meerjungfrau, deren Stimme furchtbare Stürme heraufbeschwört, über eine alte Kräuterfrau, die viel mehr ist als sie scheint, bis zum hässlichen Fuchs, der sich beim falschen Mädchen einschmeichelt…
(Quelle: Klappentext)


Die Sprache der Dornen enthält sechs märchenhafte Erzählungen, die, wie auch schon die Grisha-Trilogie und die Krähen- Dilogie in dem Fantasy-Universum Grishaverse angesiedelt sind. Zu allererst fällt die Optik des Buches in Auge, das wirklich ein Schmuckstück ist: Es ist eine gebundene Ausgabe mit einem toll gestalteten Cover. Ein Highlight wartet dann noch innen, denn jede Geschichte enthält wunderschöne, auf die Handlung abgestimmte Illustrationen, die sich mit jeder Seite erweitern und am Ende ein komplettes Bild ergeben. Dazu sind die Erzählungen selbst noch abwechselnd in zwei Farben gedruckt.




In ihrem interessanten Nachwort erzählt Leigh Bardugo, was sie zu diesen Märchen inspiriert hat. Hinten im Buch findet man auch eine sehr schön gestaltete Karte der großartigen Fantasywelt, in der neben den Krähen- und Grisha-Büchern auch diese sechs Märchen angesiedelt sind:

Aus Semeni
1. Ayama und der Dornenwald

Aus Rawka
2. Der zu kluge Fuchs
3. Die Hexe von Duwa
4. Kleines Messer

Aus Kerch
5. Der Soldatenprinz

Aus Fjerda:
6. Als das Wasser das Feuer ersang

Zu den einzelnen Inhalten möchte ich gar nicht viel sagen, da man sich hier einfach überraschen lassen sollte. Es wird märchenhaft, düster und spannend. Die Storys sind toll geschrieben und oft voller Magie und unscheinbarer Helden, aber manchmal auch grausam. Manche Storys enden anders als man denkt. Am besten haben mir Ayama und der Dornenwald und Kleines Messer gefallen. Besonders diese oft düstere märchenhafte Atmosphäre ist der Autorin in den Geschichten sehr gut gelungen.


"Die Grauborkenbäume waren hoch, und das dornenbedeckte Gestrüpp dazwischen so dicht, dass Ayama nichts als Dunkelheit erkennen konnte. Sie wusste, dass sie hier den Sohn des Königs finden würde.“ (aus Ayama und der Dornenwald) – Seite 17


Dieses Buch ist ein Muss für alle, die schon die Geschichten aus dem Grishaverse von Leigh Bardugo gelesen haben, aber auch Neulinge können hier einen Einblick bekommen.


"Also schließt die Fenster fest und seht zu, dass der Riegel sicher vorgelegt ist. Dunkle Dinge haben eine Art, durch schmale Ritzen zu gelangen.“ – Seite 119


Mein Fazit: Ein wundervoll illustriertes Buch mit sechs düsterschönen Märchen aus der Welt der Grisha- und der Krähen-Saga. Es wird geheimnisvoll, magisch, düster und auch grausam – die Storys handeln von Mutigen und Helden, von Verlierern und Verrätern, von geheimnisvollen Hexen und Meerjungfrauen. Ein Muss für alle Fans von Leigh Bardugo – und denen, die es noch werden wollen. 


Meine Bewertung: 





Titel: Die Sprache der Dornen

Autorin: Leigh Bardugo
Genre: Fantasy / Kurzgeschichten
Seitenanzahl: 288
Verlag: Droemer Knaur
Erstveröffentlichung: 01. Oktober 2018


 
Die Bücher aus dem Grishaverse

Die Grisha-Trilogie
Band 1 - Goldene Flammen
Band 2 - Eisige Wellen
Band 3 - Lodernde Schwingen

Thron aus Gold und Asche (King of Scars)
Band 1 - King of Scars
Band 2 - Rule of Wolves

Die Krähen-Saga (Glory or Grave)
Band 1 - Das Lied der Krähen
Band 2 -  Das Gold der Krähen 

Illustrierte Begleitbände
-
Die Sprache der Dornen (Erzählungen aus der Grisha-Welt)
- Die Leben der Heiligen (Heiligen-Legenden aus der Grisha Welt)


Donnerstag, 29. August 2019

Rezension zu "Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" von Stuart Turton

Zum Buch

Eine ungewöhnliche Mordermittlung und rätselhafte Ereignisse…

Maskenball auf dem Anwesen der Familie Hardcastle. Am Ende des Abends wird Evelyn, die Tochter des Hauses, sterben. Und das nicht nur ein Mal. Tag für Tag wird sich ihr mysteriöser Tod wiederholen – so lange, bis der Mörder endlich gefasst ist.
Familie Hardcastle lädt zu einem Ball auf ihr Anwesen Blackheath. Alle Gäste amüsieren sich, bis ein fataler Pistolenschuss die ausgelassene Feier beendet. Evelyn Hardcastle, die Tochter des Hauses, wird tot aufgefunden. Unter den Gästen befindet sich jemand, der mehr über diesen Tod weiß, denn am selben Tag hat Aiden Bishop eine seltsame Nachricht erreicht: Heute Abend wird jemand ermordet werden. Es wird nicht wie ein Mord aussehen, und man wird den Mörder daher nicht fassen. Bereinigen Sie dieses Unrecht, und ich zeige Ihnen den Weg hinaus. Tatsächlich wird Evelyn nicht nur ein Mal sterben. Bis der Mörder entlarvt ist, wiederholt sich der dramatische Tag in Endlosschleife. Doch damit nicht genug: Immer, wenn ein neuer Tag anbricht, erwacht Aiden im Körper eines anderen Gastes und muss das Geflecht aus Feind und Freund neu entwirren. Jemand will ihn mit allen Mitteln davon abhalten, Blackheath jemals wieder zu verlassen. (Quelle: Klappentext)


„Der Lakai“, wiederhole ich für mich. Ich habe keine Ahnung, wer sich dahinter verbirgt, aber das Gefühl, das dieses Wort in mir auslöst, ist unverkennbar. Aus irgendeinem Grund habe ich schreckliche Angst vor dieser Person. – Seite 40, eBook


Auf dieses Debüt des Autors Stuart Turton bin ich zufällig gestoßen – der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht. Tatsächlich hat sich dieses Buch zu einer positiven Überraschung entpuppt, das mich mit seinem außergewöhnlichen Stil überzeugt hat.
Es geht um Evelyn Hardcastle, die am Abend eines Balls tot aufgefunden wird. Doch wer ist der Mörder? Zudem stellt sich die Frage, welche dunklen Geheimnisse das heruntergekommene Anwesen Blackheath, sowie die illustren Gäste noch verbergen.


„Jedes Gespräch scheint mit Nadelstichen gespickt, überall lauert Gefahr, die Luft ist voller Dornen.“ – Seite 102, eBook


Dieser Krimi ist wirklich besonders: Nicht nur, dass dieser einen historischen Charme versprüht, er hat auch eine ganz einzigartige Erzählweise: Die anfangs noch unbekannte Hauptfigur erlebt den Tag, an dem der Mord geschehen soll, acht Mal – aus völlig unterschiedlichen Perspektiven. Der Erzähler (aus dessen Sicht das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist) wacht morgens auf - im Körper einer Person, die an diesem Wochenende auf dem Anwesen Blackheath anwesend sind. Wer denkt, dass das nach ermüdender Wiederholung klingt, wird überrascht: Denn genau dieser Perspektivwechsel ist sehr spannend und dem Autor wirklich gelungen. Neben der komplexen Geschichte und dem Rätsel, wer Freund und wer Feind ist, kommt noch eine andere Frage auf: Wer ist Aiden Bishop wirklich?
Nach und nach setzen sich die anfangs rätselhaften Geschehnisse zu einem Gesamtbild zusammen, dass mehr als überrascht. Viele einzelne Fäden werden entwirrt – manchmal wird es etwas verwirrend, aber dennoch ist es unheimlich spannend zu lesen, da man als Leser fleißig miträtseln kann. Eines kann ich an dieser Stelle verraten: Es kommt völlig anders, als man denkt.
Am Anfang des Buches findet man die Einladung an die Gäste, die zugleich auch ein kleines Personenregister enthält, was ab und an sehr hilfreich ist.

Mein Fazit: Ein gelungenes Krimi-Debüt, das mit seinem historischen Charme und einer ganz besonderen Erzählweise überrascht. Es wird komplex und manchmal etwas verwirrend, aber dennoch spannend und richtig gut! Die Geschichte steckt voller Überraschungen, dunkler Geheimnisse, rätselhafter Charaktere und ungeahnten Entwicklungen. Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Wer besondere Krimis mag, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen!


Meine Bewertung: 




Titel: Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
Autor: Stuart Turton
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 605
Verlag: Tropen / Klett Cotta



Vielen Dank an Klett-Cotta und Netgalley für das Rezensionsexemplar! :)




Samstag, 24. August 2019

Rezension zu "King of Scars" von Leigh Bardugo


King of Scars – Band 1

Niemand weiß, was Nikolai, der junge Herrscher von Ravka, während des blutigen Bürgerkrieges durchgemacht hat. Und wenn es nach Nikolai geht, soll das auch so bleiben. Doch während sich an den Grenzen Ravkas neue Feinde sammeln und der junge Herrscher alle Hände voll zu tun hat, Geld und Verbündete für den Wiederaufbau seiner Heimat aufzutreiben, wachsen dunkle Kräfte in ihm heran und werden mit jedem Tag stärker. Schließlich begibt Nikolai sich mit der legendären Grisha Zoya auf eine gefährliche Reise, um seiner dunklen Magie Herr zu werden – oder alles zu verlieren …





„In der Dunkelheit bewegte sich etwas. Dima sah ein Aufblitzen des Mondlichts, den Glanz von etwas, das Augen sein mochten. Und dann schien es, als risse sich ein Stück des Schattens los und glitte durch die Scheune.“ – Seite 17, eBook


Von Leigh Bardugo habe ich bereits mit großer Begeisterung die zweibändige Krähen-Saga gelesen und somit schon einen kleinen Einblick in die Grisha-Welt bekommen. In ihrem neuesten Buch King of Scars, der gleichzeitig auch der Auftakt der neuen Saga Thron aus Gold und Asche ist, führt Leigh Bardugo die Geschichte von Nikolai Lantsov fort, einer berühmten Figur aus ihrer Grisha-Trilogie. Zunächst war ich unsicher, ob ich dieses Buch lesen kann, ohne die Grisha-Trilogie zu kennen – doch meine Sorgen waren unbegründet: King of Scars ist auch ohne Vorkenntnisse sehr gut verständlich. Wichtige Ereignisse, die in der Vergangenheit geschehen sind, werden hier ausreichend erklärt. Die Geschichte spielt wieder in der großartigen Fantasywelt, in der neben den Grisha-Romanen auch die Krähen-Saga angesiedelt ist. Somit gibt es auch ein Wiedersehen mit einer Hauptfigur aus der Krähen-Dilogie, die hier ein ganz eigenes Abenteuer erlebt…

Die Geschichte der Hauptfigur Nikolai entwickelt sich spannend – schon auf den ersten Seiten wird es sehr spannend. Dieser ist von einer rätselhaften dunklen Macht ergriffen, die ihn regelmäßig zu einem dunklen Wesen werden lässt. Um dieses unter Kontrolle zu bringen, begibt sich Nikolai zusammen mit der Grisha Zoya auf eine abenteuerliche Reise zu einem dunklen Ort…
Dieses ist nur ein Punkt der umfangreichen Fantasy-Story, die einiges zu bieten hat. Es wird düster, abenteuerlich, spannend und steckt voller überraschender Entwicklungen. Besonders zum Ende hin wird es rasant.


„Die Hufe des Pferdes donnerten, und die Räder der Kutsche ratterten und sprangen, während neben ihr der Zar von Ravka mit den nadelspitzen Zähnen knirschte und an seinen Ketten zog.“ – Seite 20, eBook


Mein Fazit: Wieder ein Fantasy-Meisterwerk aus der Feder von Leigh Bardugo! Im Auftakt ihrer neuen Dilogie gibt es ein Wiedersehen mit altbekannten Charakteren aus der Grisha-Trilogie und der Krähen-Saga. Für Fans der Reihen ein Muss, aber auch für Neulinge sehr gut geeignet, da alles wissenswerte sehr gut erklärt wird. Detailreich beschriebene Schauplätze und neue, dunkle Abenteuer machen dieses Buch zu einem gelungenen Auftakt der geplanten Dilogie. Sehr lesenswert!  


Meine Bewertung: 






Titel: King of Scars - Thron aus Gold und Asche 
Autorin: Leigh Bardugo
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 512
Verlag: Droemer Knaur
Erstveröffentlichung: 20. August 2019


Die Bücher aus dem Grishaverse

Die Grisha-Trilogie
Band 1 - Goldene Flammen
Band 2 - Eisige Wellen
Band 3 - Lodernde Schwingen

Thron aus Gold und Asche (King of Scars)
Band 1 - King of Scars
Band 2 - Rule of Wolves

Die Krähen-Saga (Glory or Grave)
Band 1 - Das Lied der Krähen
Band 2 -  Das Gold der Krähen 

Illustrierte Begleitbände
-
Die Sprache der Dornen (Erzählungen aus der Grisha-Welt)
- Die Leben der Heiligen (Heiligen-Legenden aus der Grisha Welt)


Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar!