Sonntag, 30. Juni 2019

Rezension zu "Die Anatomie der Nacht" von Jenn Bennett

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Kunst, Anatomie und Nacht…

Als spätabends die letzte Bahn ausfällt, wartet Beatrix „Bex“ Adams auf den Nachtbus. Sie hofft, dass ihre Mom nicht schon vor ihr zu Hause ist und ihr Fehlen bemerkt – denn so spät soll sie nicht mehr unterwegs sein. Nachts sind andere Leute unterwegs – und vielleicht hätte sie sonst nicht Jack kennen gelernt: Der schwarzgekleidete Typ, der in ihrem Alter ist und den etwas Geheimnisvolles umgibt. Kurz darauf lernt Bex Jack näher kennen und erfährt, dass er der Graffitikünstler ist, der seit einigen Wochen San Franciscos Bauwerke mit goldenen Buchstaben verziert. Beide haben eine Vorliebe für außergewöhnliche Kunst, denn Bex mag anatomische Zeichnungen.
Nach und nach kommen die beiden sich näher und erfahren so auch einige Geheimnisse voneinander…


„Er war künstlerisch veranlagt. Ich war künstlerisch veranlagt. Ich lächelte und war albern glücklich darüber.“ – Seite 104


Ich bin ja schon seit längerer Zeit begeisterte Leserin der Bücher aus dem Königskinder-Verlag, (ein Imprint des Carlsen-Verlages), der von 2013 bis 2018 viele tolle und außergewöhnliche Bücher herausgebracht hat.  Diese fielen besonders durch die schönen Cover und den sorgfältig ausgewählten Geschichten auf. „Die Anatomie der Nacht“ ist mir zunächst durch den Titel aufgefallen – er klingt dunkel-geheimnisvoll. Dahinter verbirgt sich die Geschichte von Bex und Jack, die sich im Nachtbus kennen lernen. Die Autorin Jenn Bennett hat mit den Beiden zwei tolle und interessante Charaktere geschaffen:  Bex möchte medizinische Illustratorin werden und hat eine Vorliebe für anatomische Zeichnungen. Jack ist auch ein Künstler – aber auf andere Art. Er verziert nachts die Stadt mit Graffitis – an verschiedenen Orten tauchen gesprühte Worte in goldener Farbe auf. Nur Bex weiß von seinem Geheimnis. Nach und erfahren wir auch warum er das tut.  


„Sich lebendig zu fühlen ist vielleicht wirklich nur ein Adrenalinstoß, aber mit einem hatte Jack Recht: Es war das Risiko definitiv wert.“ – Seite 347


Zwischen den beiden entwickelt sich langsam eine Liebesgeschichte, die schön erzählt und keineswegs kitschig ist. Beide haben zudem noch mit persönlichen Problemen zu kämpfen, die im Laufe der Geschichte sichtbar werden. Es wird mal schön und auch berührend, mal geheimnisvoll, etwas dunkel und auch mal traurig.
Die Handlung wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Beatrix, die von allen nur Bex genannt wird, erzählt. Die Story ist schön geschrieben, nach und nach wird vieles, was zunächst nur am Rande eine Rolle spielte, sichtbar und hält ein gelungenes Finale bereit.

Mein Fazit: Eine berührende Geschichte mit besonderen Charakteren. Gerade die beiden Hauptfiguren haben mir unheimlich gut gefallen – genauso wie die vielen Facetten: Es wird mal geheimnisvoll und etwas dunkel, dann wieder schön und auch sehr berührend. Auch die Liebesgeschichte ist toll erzählt – ganz ohne Kitsch. Ein sehr gelungenes Königskind, das ich empfehlen kann! 

Meine Bewertung: 




Titel: Die Anatomie der Nacht
Autorin: Jenn Bennett
Genre: Jugendbuch / All Age
Seitenanzahl: 352
Verlag: Carlsen / Königskinder

Freitag, 28. Juni 2019

Rezension zu "Flavia de Luce - Todeskuss mit Zuckerguss" von Alan Bradley

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Flavia de Luce - Band 10

Nach den letzten Ereignissen hat die leidenschaftliche Chemikerin und erfolgreiche Hobbydetektivin Flavia de Luce zusammen mit Dogger, dem langjährigen Diener im Hause de Luce ein Detektivbüro gegründet. Schon bald wartet der erste Fall auf Arthur W. Dogger & Partner und dieser passiert ausgerechnet auf der Hochzeit von Flavias Schwester Ophelia: Nach einer etwas turbulenten Zeremonie will das Brautpaar die Hochzeitstorte anschneiden – ein großer Moment für alle Anwesenden. Doch alles kommt anders: Kaum setzt Ophelia das Messer an, zerreißt der markerschütternde Schrei der Braut die erwartungsvolle Stille – denn aus dem Tortenstück ragt ein Finger. Natürlich ist Flavia sofort zur Stelle und hat schon bald darauf eine Spur.  Und diese ist weitreichender als zunächst geahnt…



Ich bin seit langem schon begeisterte Flavia-Leserin, daher habe ich mich umso mehr gefreut, dass nun der 10. Band um die charmante Hobbydetektivin erschienen ist. Neben einem spannenden Fall kommt natürlich auch Flavias spezielle schwarzhumorige Art nicht zu kurz:


„Zum Heiraten sind Kirchen wunderbar geeignet. Man ist von Heerscharen von Toten umgeben, deren lauschende Gebeine stumme Zeugen jeglichen Versprechens sind, das vor dem Altar gegeben (und gebrochen) wird.“ – Seite 18, eBook


Ihr nächster Fall wartet ausgerechnet auf der Hochzeit ihrer älteren Schwester Ophelia – ein abgetrennter Finger steckt in der Hochzeitstorte! Flavia beginnt sofort mit ihren Ermittlungen und sichert zuerst mal das Beweisstück, das schon nach kurzer Zeit so einiges verrät…
Was mir bereits beim letzten Band schon sehr gut gefallen hat, ist, dass Flavia nun gemeinsam mit Dogger ermittelt. Die Nebenfigur, die schon seit dem ersten Band mit dabei ist und sich um das de Luce-Anwesen namens Buckshaw kümmert, rückt nun mehr in den Mittelpunkt. Neu ist auch, dass die beiden nun ein Detektivbüro gegründet haben. Wie gewohnt ist die Zwölfjährige der örtlichen Polizei immer eine Spur voraus…
Während im letzten Band die Handlung überwiegend in einer anderen Ortschaft spielte, geht es in Todeskuss mit Zuckerguss wieder „back to the roots“ – also zurück zum interessanten Anwesen Buckshaw, sowie in Flavias hauseigenes Chemielabor.


„Ich erkannte auf Anhieb, dass keine dieser Fragen leicht zu beantworten war. Jede einzelne war so verzwickt wie der ganze Fall, der zu den skurrilsten gehörte, mit denen ich je zu tun gehabt hatte.“ – Seite 190, eBook


Der Schreibstil ist wie gewohnt in typischem „Flavia-Stil“ – das Buch ist in der Ich-Perspektive aus Sicht von Flavia geschrieben. So kann man alle Überlegungen und die Ermittlungsvorgänge hautnah mit verfolgen. Der Fall an sich gibt anfangs einige Rätsel auf und ist weitreichender, als zunächst gedacht. Es bleibt spannend mit einem überraschenden Verlauf.

Mein Fazit: Auch der 10. Band um die besondere Hobbydetektivin Flavia de Luce ist sehr gelungen. Es gibt einen neuen, spannenden Fall, dessen Ermittlungen sich sehr interessant entwickeln. Auch der spezielle Flavia-Charme kommt nicht zu kurz – mir hat Todeskuss mit Zuckerguss sehr gut gefallen  - ein gelungener Band der außergewöhnlichen Krimireihe!



Meine Bewertung: 





Titel: Flavia de Luce 10 - Todeskuss mit Zuckerguss
Autor: Alan Bradley
Übersetzt von: Katharina Orgaß, Gerald Jung
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 320
Verlag: Penhaligon
Erstveröffentlichung: 24. Juni 2019



Die Bücher der Reihe um Flavia de Luce:
Band 1 - Mord im Gurkenbeet
Band 2 - Mord ist kein Kinderspiel
Band 3 - Halunken, Tod und Teufel
Band 4 -Vorhang auf für eine Leiche
Band 5 - Schlussakkord für einen Mord
Band 6 - Tote Vögel singen nicht
Band 9 - Der Tod sitzt mit im Boot
Band 10 - Todeskuss mit Zuckerguss
Band 11 - Des Henkers letzte Mahlzeit

eBook-Short Story - Das Geheimnis des kupferroten Toten 


Vielen Dank an das Bloggerportal  und Penhaligon für das Rezensionsexemplar!

Montag, 24. Juni 2019

Rezension zu "DOORS 2 - Drei Sekunden (Intro)" von Markus Heitz

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Das Intro zur 2. DOORS-Staffel

Suna Levents Treiben als Hackerin im Auftrag der Kadoguchi-Stiftung ist hochgradig illegal. Illegal, aber harmlos – denn wer sich für Informationen über Particulae, Ark und Türen interessiert, bei dem kann es sich doch nur um einen von diesen Esoterik-Spinnern handeln. Oder?
Als Sunas Dasein von jetzt auf gleich auf dem Spiel steht, ist sie sich da plötzlich nicht mehr so sicher. Dabei bleiben Suna lediglich drei Sekunden, um eine Entscheidung über Leben und Tod zu treffen. Für sich und andere … 
(Quelle: Inhaltsangabe vom Verlag)

 


„Sunas drei Sekunden waren fast um.

Eine Entscheidung musste getroffen werden.

Eine Entscheidung auf Leben und Tod.“ – Seite 14, eBook

…mit diesen drei Sätzen endet das Intro der 2. DOORS-Staffel, das in den drei Büchern Wächter, Energija und Vorsehung unterschiedlich fortgesetzt wird. Die junge Frau Suna ist als Hackerin tätig – sie sucht das Netz nach für sie harmlos klingenden Begriffen ab – nichtsahnend, das sich genau dahinter viel mehr verbirgt. Plötzlich schwebt sie in Lebensgefahr und muss innerhalb von drei Sekunden eine Entscheidung treffen…

Während das Intro zur ersten DOORS-Staffel knapp 80 Seiten lang war, ist Drei Sekunden  mit knapp 19 Seiten eher kurz – dennoch bekommt man einen guten, knappen Einblick in den Inhalt und erfährt, welche Charaktere in den einzelnen Geschichten eine zentrale Rolle spielen werden. Viel kann man natürlich zur Entwicklung  der einzelnen Geschichten noch nicht sagen, aber diese wenigen Seiten enthalten viel Rätselhaftes und machen definitiv neugierig auf die drei Romane, die am 01. August 2019 erscheinen. Kurze Inhaltsangeben hierzu, sowie zu den Büchern der ersten Staffel findet man am Ende des eBooks.

Mein Fazit: Ein kurzes Intro, das aber auf seinen wenigen Seiten sehr neugierig macht. Den Leser wird wohl einiges an Mystery, Spannung und Abenteuer erwarten. Ich bin gespannt und freue mich auf das neue DOORS-Abenteuer!

Meine Bewertung: 




Titel: DOORS - Drei Sekunden (Das Intro zur 2. DOORS-Staffel)
Autor: Markus Heitz
Genre: Mystery
Seitenanzahl: 19
Verlag Knaur

Die Bücher der 1. DOORS-Staffel
DOORS - Der Beginn (Intro)
DOORS ? - Kolonie
DOORS ! - Blutfeld
DOORS X - Dämmerung

Die Bücher der 2. DOORS-Staffel
DOORS - Drei Sekunden (Intro)
DOORS - Wächter
DOORS - Energija
DOORS - Vorsehung

Das Intro ist bereits erhältlich, die drei Romane der 2. Staffel erscheinen am 01.08.2019

Viele weitere interessante Infos rund um die DOORS-Staffeln, sowie Trailer, Downloads und die Newsletteranmeldung findet ihr hier: https://www.markus-heitz.de/

Sonntag, 23. Juni 2019

Rezension zu "Flug und Angst" von Stephen King & Bev Vincent

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Siebzehn unheimliche Erzählungen

Flug und Angst ist eine Anthologie mit siebzehn Kurzgeschichten, in denen das zentrale Thema das Fliegen ist – natürlich mit einer gewissen unheimlichen Note. Die Herausgeber sind Stephen King und Bev Vincent, die neben zwei eigenen Kurzgeschichten auch das Vor- und Nachwort verfasst haben. Schon so mancher Titel lässt erahnen, dass die Erzählungen, die meist hoch über den Wolken spielen, oft gruselig werden.
 
„Es gibt Geschichten darüber, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen; hier ist eine, die einem die Wirbelsäule hochkriecht, Zentimeter um Zentimeter, und anschließend lange, sehr lange im Gedächtnis bleibt.“ (aus der Einleitung zu CARGO) – Seite 17, eBook
 
Das Buch enthält folgende Storys:

  • Michael E. Lewis – Cargo
  • Arthur Conan Doyle – Das Grauen in der Höhe 
  • Richard Matheson – Albtraum auf 20.000 Fuß 
  • Ambrose Pierce – Die Flugmaschine 
  • E.C. TUBB – Luzifer!
  • Tom Bissell - Die Fünfte Kategorie 
  • Dan Simmons – Zwei Minuten fünfundvierzig Sekunden 
  • Cody Goodfellow – Diablitos
  • John Varley – Luftangriff 
  • Joe Hill – Freigabe erteilt 
  • David J. Show – Kriegsvögel 
  • Ray Bradbury – Die Flugmaschine 
  • Bev Vincent – Zombies im Flugzeug
  • Roald Dahl – Alt werden sie nicht
  • Peter Tremayne – Mord im Himmel 
  • Stephen King – Ein Fachmann für Turbulenzen 
  • James Dickey – Im Fall

Jede Geschichte enthält eine kurze Einleitung (ebenfalls geschrieben von Stephen King) mit interessanten Infos zum jeweiligen Autor und einen kleinen Einblick in die Story. Das hat mir sehr gut gefallen, denn manche Autoren, wie beispielsweise Cody Goodfellow oder John Varley waren mir noch völlig unbekannt. Die einzelnen Storys sind inhaltlich völlig unterschiedlich, haben neben dem zentralen Thema Fliegen noch eine Gemeinsamkeit – sie sind unheimlich. Oftmals auch sehr gruselig mit so manchen Horrorelementen:


„Die Finsternis sprang aus den Sitzen, füllte den Gang und strömte ihm wie eine Armee von Wanderarmeisen entgegen.“ ( aus DIABLITOS) – Seite 158, eBook


Ob unheimliche Frachten, merkwürdige Kreaturen auf den Tragflächen, mysteriöses Leben weit über den Wolken, ein rätselhafter Mord in einem Linienflugzeug oder ein Gegenstand im Handgepäck, das den Flug zum schlimmsten Albtraum macht – thematisch hat diese Anthologie viel zu bieten.
Jedoch muss ich leider sagen, dass mich nur wenige der Geschichten fesseln konnten. Einige waren sehr blass und durch zu viel drumherum ist der Kern der Storys eher unklar geblieben oder die Geschichte bricht plötzlich ab und lässt den Leser ratlos zurück.

Tatsächlich hat mir das Vorwort von Stephen King mit am besten gefallen – er schildert einige unheimliche Fakten rund ums Fliegen und berichtet von einer Nahtoderfahrung während eines Fluges. Meine persönlichen Favoriten unter den Storys waren Mord im Himmel, Ein Fachmann für Turbulenzen, Zombies im Flugzeug und Cargo.

Mein Fazit: Eine Anthologie, die mich zweigeteilt zurück lässt. Positiv sind die Worte der Herausgeber: Stephen Kings Vorwort, seine informativen Einleitungen zu jeder einzelnen Story und auch das Nachwort von Bev Vincent sind interessant zu lesen. Einige der Storys haben mir sehr gut gefallen (sehr empfehlenswert: Mord im Himmel von Peter Tremayne), viele aber waren eher blass und konnten mich nicht mitreißen. Von daher gebe ich diesem Buch drei Sterne.


Meine Bewertung: 




Titel: Flug und Angst
Autoren: Stephen King, Bev Vincent und weitere
Genre: Mystery / Kurzgeschichten
Seitenanzahl: 448
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: 10. Juni 2019


Vielen Dank an das Bloggerportal und Heyne für das Rezensionsexemplar!