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Vergissmeinnicht – Band 3
Wenn Quinn nach seinen Abenteuern im Saum eines weiß, dann das: Matilda ist seine große Liebe, ganz egal, wie anstrengend ihre Familie ist. Eigentlich sollten sich die beiden gerade nur auf den großen Schulball freuen. Wenn da nicht dieses rätselhafte Sternentor-Ritual wäre, durch das Quinn als angeblicher Auserwählter die Welt retten soll. Und flüchtige Schwarzalben, die versteckt werden wollen, sowie ein ominöses Orakel, das im entscheidenden Moment immer wieder verschwindet. Mit anderen Worten: ein ganz normaler Dienstag. Dann gerät Matilda auch noch ins Visier mächtiger Feinde. Zusammen mit Quinn muss sie Geheimnisse entschlüsseln, die den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten …
(Quelle: Inhaltsangabe - S. Fischer Verlage)
Nachdem mir die ersten beiden Bände der Vergissmeinnicht-Trilogie so gut gefallen haben, war ich natürlich sehr gespannt auf das große Finale. In Was die Welt zusammenhält gibt es überraschende Entwicklungen, zudem werden alle Geheimnisse gelüftet.
Sehr hilfreich ist der Buchbeginn: Hier gibt es einen ausführlichen Rückblick - „Was bisher geschah“ wird mit der herrlich lockeren und etwas frechen Art vom liebgewonnenen Wasserspeierdämon Baximilian „Bax“ Grimm erzählt, der natürlich auch in diesem Band mit dabei ist. Zudem gibt es hinten im Buch noch ein Personenverzeichnis und ein Glossar, was den Wiedereinstieg sehr erleichtert.
Nach den letzten dramatischen Geschehnissen und den überraschenden Neuigkeiten rund um Quinn, der angeblich der Auserwählte ist und durch ein geheimnisvolles Sternentorritual die Welt retten soll, hofft das frisch verliebte Pärchen, etwas Ruhe zu finden. Doch um Matilda und Quinn passiert weiter einiges: Neben ganz irdischen Problemen, wie Matildas etwas anstrengende Familie sowie dem großen Schulball, der von einer ganz besonderen Frau höchstpersönlich organisiert wird, geschehen noch einige besorgniserregende Ereignisse im Saum. In der magischen Parallelwelt, die Quinn durch Portale aufgrund seiner Vorfahren betreten kann, versuchen er und seine Freunde ein ominöses Orakel zu retten, das möglicherweise wertvolle Hinweise zum Sternentorritual hat. Doch auch die gefährliche Schwarzmagierin Morena hat es auf das Orakel abgesehen…
Da Matilda als normale Erdenbürgerin den Saum nicht betreten kann, reist sie zusammen mit ihrer Cousine und besten Freundin Julie durch den Traumkorridor auf der Suche nach Antworten zu den vielen Fragen. Doch schon bald überschlagen sich die Ereignisse und sowohl Matilda als auch Quinn geraten in Gefahr.
Der finale Band der Trilogie ist wieder in der Ich-Perspektive abwechselnd aus Matildas und Quinns Sicht geschrieben, sodass wir immer einen guten Überblick über die Ereignisse haben. Der Schreibstil ist angenehm locker und dank dem Rückblick kann man problemlos wieder in die etwas komplexe Geschichte einsteigen. Die vielen Rätsel und Geheimnisse werden hier nach und nach gelüftet bis hin zu einem großen Finale, das noch einige Überraschungen bereithält. Es wird spannend, dramatisch und auch abenteuerlich, doch zwischendurch blitzt immer wieder etwas Humor und der gewisse Jungendbuch-Flair auf, was hier gut passt.
Sehr gefallen haben mir wieder die detailreichen Schauplatzbeschreibungen – sowohl in der magischen Parallelwelt als auch auf der Erde wird alles sehr gut geschildert. Es gibt ein Wiedersehen mit schon bekannten Charakteren, aber auch ein paar neue kommen hinzu – manche mit düsteren Absichten.
„Das musste sie sein: Morena, die Schwarze Witwe, umgeben von einer Art unsichtbarer Dunkelheit, etwas zutiefst Bösartigem, das sich auszudehnen und wieder zusammenzuziehen schien wie im Rhythmus eines Herzschlags, bereit, nach mir zu greifen, wenn ich es denn ließe.“ (Quinn) – Seite 122, eBook
Ganz sympathisch ist natürlich der Wasserspeierdämon Bax, der mit seiner schlagfertigen Art die Geschichte immer herrlich aufmischt. Besonders gefreut hat es mich, dass er hier nun eine noch etwas zentralere Rolle spielt.
Höchstens drei Minuten, nachdem wir in den Tunnel gefahren waren, sahen wir Bax‘ gehörnten Fuchskopf in all seiner steinernen Herrlichkeit aus dem Rucksack ragen. (…)
„Ganz schon eng in diesem Rucksack. Außerdem riecht es, als wäre hier ein Eukalyptusbonbon drin gestorben.“ – Seite 251, eBook
Neben vielen magischen und phantastischen Elementen spannt die Autorin auch immer wieder Bögen zu ihren anderen Büchern, wie der Silber-Trilogie, in der es um Träume und den Korridor mit dem Traumtüren geht, in dem Matilda und Julie unterwegs sind.
„Sie drehte den Türknauf, und im nächsten Moment standen wir in einem schier unendlich langen, unendlich verzweigten Korridor voller Türen, von denen keine der anderen glich. Das hier war der Untergrund, der unterirdische Teil des Saums und der natürliche Lebensraum von Nachtmahren, Vampirmotten und diversen Dämonen.“ – Seite 105, eBook
Genau wie die beiden Vorgänger ist die Buchgestaltung wieder sehr gelungen: Es ist mit dem bunten Cover und dem farbigen Buchschnitt ein toller Hingucker im Bücherregal.
Mein Fazit: Ein gelungenes Finale der Fantasy-Trilogie – magisch, abenteuerlich und spannend. Nach und nach werden sämtliche Geheimnisse und Rätsel gelüftet und die Handlung hält noch einige Überraschungen bereit.
Mal unterhaltsam und etwas humorvoll mit typischen Jugendbuch-Elementen bis hin zu abenteuerlichen und gefahrvollen Abschnitten – eine Mischung, die Kerstin Gier gut gelungen ist. Sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Vergissmeinnicht - Was die Welt zusammenhält
Autorin: Kerstin Gier
Genre: Fantasy / All Age
Seitenanzahl: 528
Verlag: FISCHER
Erstveröffentlichung: 27. November 2024
Vergissmeinnicht - die Trilogie:
Band 1 - Was man bei Licht nicht sehen kann
Band 2 - Was bisher verloren war
Band 3 - Was die Welt zusammenhält
Vielen Dank an die S. Fischer-Verlage
und Netgalley
für das Rezensionsexemplar!


