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Vergissmeinnicht – Band 2
Mit Feen abzuhängen, durch Portale in eine Parallelwelt zu spazieren und Superkräfte zu besitzen, daran hat Quinn sich mittlerweile gewöhnt. Blöd nur, dass ihn jedes Geheimnis, das er aufdeckt, vor neue Rätsel stellt. Ohne Matilda und ihre ganz spezielle Art, den Dingen auf den Grund zu gehen, wäre er völlig aufgeschmissen. Dass er sie doch eigentlich vor den Gefahren des Saums beschützen wollte, hindert Matilda nicht daran, sich kopfüber ins Abenteuer zu stürzen. Denn die beiden müssen dringend ein paar Fragen klären: Steckt eine Geheimgesellschaft hinter dem Tod von Quinns Vater? Wie bändigt man eine Sphinx– und erst die intrigante neue Mitschülerin? Und kann man überhaupt verliebt sein, wenn man ständig in Lebensgefahr gerät?
(Quelle: Inhaltsangabe - S. Fischer Verlage)
Was bisher verloren war ist der zweite Band der Fantasy-Trilogie Vergissmeinnicht von Kerstin Gier und schließt fast nahtlos an den Vorgänger Was man bei Licht nicht sehen kann an, der mit einem großen Cliffhanger endete.
Nach den dramatischen Ereignissen auf dem Dach müssen Quinn und Matilda das Erlebte erstmal verarbeiten – dabei haben sie in der letzten Zeit viel herausgefunden: Das in der realen Welt mehr Phantastisches existiert, als gedacht. Zudem gibt es eine magische Parallelwelt, die faszinierendes bereithält, in der aber auch Gefahren lauern, wie Quinn vor kurzem erst erleben musste. Und dann scheint er laut einer mysteriösen Prophezeiung der „Auserwählte“ zu sein – was nur noch mehr Fragen aufwirft.
Nachdem Quinn entdeckt hat, dass es ihm aufgrund seiner Vorfahren möglich ist, jederzeit den Saum durch geheime Portale zu betreten, hat er angefangen, die fantastische Parallelwelt auszukundschaften. Dabei entdeckt er die Schattenstadt, ein eher zwielichtiger Ort. Noch ahnt er nicht, dass sein erster Besuch dort nicht sein letzter sein wird…
„Wenn man genau hinsah, konnte man überall die bunten, schlierigen Wölkchen des Chaosnebels erkennen, winzig kleine Stellen, die an manchen Fassaden klebten wie alte Kaugummis.“ - Seite 103, eBook
Gemeinsam suchen Matilda und Quinn auch weiterhin nach Antworten auf die vielen Fragen, u.a. zum mysteriösen Tod von Quinns leiblichen Vater Yuri. Schließlich stoßen sie auf eine Geheimgesellschaft, dessen Tätigkeiten lange verborgen blieben…
Wie auch schon der Auftakt, ist der Folgeband ebenfalls in der Ich-Perspektive geschrieben – immer abwechselnd aus Quinns und Matildas Sicht. So kann man die Geschehnisse sehr gut aus verschiedenen Perspektiven verfolgen, was besonders interessant ist, wenn die beiden getrennt unterwegs sind.
Eine zentrale Rolle spielt hier auch der Wasserspeierdämon Bax, der schon im ersten Band kurz auftauchte. Matilda erhofft sich von ihm weitere Antworten und besucht Bux regelmäßig, der seit langer Zeit ein Portalwächter ist.
„Die meisten steinernen Wasserspeier, die man auf historischen Gebäuden sah, waren wie furchteinflößende, abschreckende Monster gestaltet, aber bei Bax – oder Baximilian Grimm, wie er mit vollem Namen hieß – handelte es sich um ein ausgesprochen niedliches Exemplar.“ (Matilda) – Seite 28, eBook
Gerade diese Abschnitte sind sehr unterhaltsam. Bax ist eine sehr erfrischende Figur, die Unterhaltungen mit Matilda immer herrlich schräg. Doch der so liebenswert wirkende Dämon ist vielleicht nicht so harmlos, wie er wirkt. Denn wie er selbst sagt:
„Die Niedlichen sind immer die Gefährlichsten.“
Schon bald verrät er Matilda etwas, dass für sie zu einem ganz eigenen Abenteuer wird – mit Folgen…
Besonders gefallen hat mir, dass wir hier mehr über die magische Parallelwelt – der Saum genannt- erfahren. Einige Abschnitte spielen komplett dort, die Beschreibungen der Schauplätze sind detailreich beschrieben. Auch die Bewohner könnten unterschiedlicher nicht sein. Gerade hier geht einiges vor sich - nach und nach wird einiges sichtbar, was zunächst noch völlig unklar war.
„Zuerst schien der Nebel mir weiter ausweichen zu wollen, doch als ich noch zwei Schritte machte, umschloss er mich mit einem Mal von allen Seiten und verschluckte mich förmlich. (…) Die bunten Nebelschlieren waren in ständiger Bewegung, Sie flossen wild ineinander und erschufen immer neue Farben und Muster.“ (Quinn) – Seite 107, eBook
Es werden einige Geheimnisse aus dem ersten Band gelüftet – natürlich kommen auch wieder neue hinzu. Es wird magisch, spannend mit gefährlichen Verstrickungen.
Nachdem Kerstin Gier im ersten Band einen Bogen zu ihrer Edelstein -Trilogie geschlagen hat, gibt es hier nun eine Verbindung zu der großartigen Silber-Trilogie – dieses wurde besonders schön und passend eingefügt.
Auch wenn mir diese Fortsetzung gut gefallen hat, fehlte mir hier an manchen Stellen dieser besondere Charme, der im ersten Band so gelungen war. Obwohl Quinn und Matilda weiterhin zwei sympathische Figuren sind, wirkten sie in manchen Abschnitten jünger, als sie eigentlich sind. Mir gefiel Matildas schlagfertige Art im ersten Band sehr und hoffe, dass diese im dritten Band wieder stärker vorhanden ist.
Mein Fazit: Ein gelungener zweiter Band, der neue magische Abenteuer bereithält. Es gibt spannende Schauplätze, interessante Charaktere und überraschende Entwicklungen – einige Geheimnisse werden gelüftet, gleichzeitig kommen neue hinzu. Der Cliffhanger am Ende macht zudem sehr neugierig auf den finalen Band. Weiterhin sehr lesenswert.
Meine Bewertung:
Titel: Vergissmeinnicht - Was bisher verloren war
Autorin: Kerstin Gier
Genre: Fantasy / All Age
Seitenanzahl: 528
Verlag: FISCHER
Erstveröffentlichung: 28. Juni 2023
Vergissmeinnicht - die Trilogie:
Band 1 - Was man bei Licht nicht sehen kann
Band 2 - Was bisher verloren war
Band 3 - Was die Welt zusammenhält
Vielen Dank an die S. Fischer-Verlage und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

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