Montag, 4. Oktober 2021

Rezension zu "Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann" von Kerstin Gier

Zum Buch
 
Vergissmeinnicht – Band 1

Quinn ist cool, smart und beliebt. Matilda entstammt der verhassten Nachbarsfamilie, hat eine Vorliebe für Fantasyromane und ist definitiv nicht sein Typ. Doch als Quinn eines Nachts von gruseligen Wesen verfolgt und schwer verletzt wird, sieht er Dinge, die nicht von dieser Welt sein können. Nur – wem kann man sich anvertrauen, wenn Statuen plötzlich in schlechten Reimen sprechen und Skelettschädel einem vertraulich zugrinsen? Am besten dem Mädchen von gegenüber, das einem total egal ist. Dass er und Matilda in ein magisches Abenteuer voller Gefahren katapultiert werden, war von Quinn so allerdings nicht geplant. Und noch viel weniger, sich unsterblich zu verlieben …
(Quelle: Auszug aus dem Klappentext - S. Fischer-Verlage)



Vergissmeinnicht – Was man bei Licht nicht sehen kann ist der neue Roman von Kerstin Gier und zugleich der Auftakt zu einer neuen, magischen Fantasyreihe. Hauptfiguren hier sind Quinn und Matilda, die unterschiedlicher nicht sein können: Quinn ist sportlich, beliebt und hat einen großen Freundeskreis, Matilda ist eher schüchtern, liebt Fantasyromane und wird oft wegen ihrer etwas schrägen Familie von anderen gemieden. Nur ihrer besten Freundin und Cousine Julie kann sie sich anvertrauen.
Quinn und Matilda sind Nachbarn und waren bisher alles andere als Freunde – doch dieses ändert sich nach einem Vorfall, den Quinns Leben für immer verändert hat: Nach einem mysteriösen Begegnung wird Quinn eines Abend von unheimlichen Wesen verfolgt und dabei sehr schwer verletzt. Seitdem ist einiges anders: Plötzlich kann er Dinge wahrnehmen –etwa sprechende Statuen auf dem Friedhof und grinsende Gesichter in Hecken und Blumen.

In der Hecke formten sich zwei Gesichter aus Eibennadeln, die erst einander und dann mich angrinsten.“ (Quinn) – Seite 67, eBook


Doch das ist nicht das einzige: Zudem scheint ihn ein mysteriöser Mann mit Hut zu verfolgen…

„Und da stand er. Der Mann mit dem Hut (…)
Er stand ganz still auf dem Weg und starrte zu meinem Fenster hinauf. Seine Augen waren gelb wie die Augen eines Raubvogels. Ich war sicher, dass er mich in diesem Moment genau so scharf erkennen konnte wie ich ihn, denn seine Lippen verzogen sich zu einem unangenehmen Lächeln.“
(Quinn) – Seite 62, eBook


Zufällig ist dann Matilda da, und Quinn beschließt, dem Mädchen von Gegenüber einfach mal alles zu erzählen – ob sie ihn für verrückt hält, ist ihm egal. Doch dass sie beide anschließend in eine magische und ziemliche abenteuerliche Geschichte geraten und Matilda sich zudem als richtig sympathisches Mädchen entpuppt, hat er so nicht vorhergesehen…

Der Roman ist in der Ich-Perspektive geschrieben – immer abwechselnd aus der Sicht von Quinn und Matilda. Das ist hier sehr gut gelungen, da man durch die beiden verschiedenen Blickwinkel die spannende Story gut verfolgen kann. Zugegeben, anfangs wirkte Quinn etwas überheblich und arrogant – umso überraschender ist es, wie sehr er sich zum Positiven verändert. Matilda dagegen wächst einem irgendwie sofort ans Herz – besonders ihre schlagfertige Art überrascht.
Kerstin Gier hat hier zwei tolle Hauptfiguren erschaffen und auch ein schönes magisches Abenteuer, das einige Überraschungen bereithält.
Nach und nach wird das Geheimnis um Quinns plötzlich aufgetretenen, rätselhaften Fähigkeiten gelüftet. Dieses führt in andere Dimensionen, in der viele Überraschungen warten – einige davon sind auch gefährlich…

Der Schreibstil ist leicht und locker – manchmal mit etwas Humor, besonders der Wasserspeierdämon Bax, dem Matilda begegnet, ist toll:

„Der Wasserspeier hatte eine Stimme wie ein verschnupftes, heiseres Kind. Und plötzlich wusste ich, woher ich ihn zu kennen glaubte.
„Bist du … Hast du zufällig einen Cousin in London?“, fragte ich zurück, während ich fasziniert auf den Drachenschwanz starrte, dessen dreieckige Spitze sich bewegte wie bei einer nervösen Katze.
„Einen Wasserspeierdämon namens Xemerius?“
(Matilda) – Seite 181, eBook


Bax erinnert tatsächlich an Xemerius aus der Edelsteintrilogie und ist ebenso schlagfertig wie er… Aber es warten hier noch viel mehr magische Wesen und Fantasyelemente – lasst euch überraschen!


Mein Fazit: Ein gelungener Auftakt, der eine tolle magische und spannende Note hat. Die Handlung steckt voller Geheimnisse und Überraschungen - die Charaktere (und auch so manches phantastische Tierwesen) wachsen einem nach und nach ans Herz. Ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht und freue mich auf die Fortsetzung – ein schönes Fantasy-Lesehighlight!



Meine Bewertung:



Titel: Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
Autorin: Kerstin Gier
Genre: Fantasy /All Age
Seitenanzahl: 480
Verlag: FISCHER
Erstveröffentlichung: 29. September 2021

Vergissmeinnicht - die Bücher:
Band 1 - Was man bei Licht nicht sehen kann
Band 2 - Was bisher verloren war
Band 3 - Was die Welt zusammenhält


Vielen Dank an die
S. Fischer-Verlage und Netgalley für das Rezensionsexemplar!


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