Donnerstag, 7. Oktober 2021

Rezension zu "Eine ganz dumme Idee" von Fredrik Backman


Zum Buch

Eine Geschichte von einem verrückten Tag – angefangen mit einer ganz dummen Idee…


Eine Kleinstadt in Schweden, kurz vor dem Jahreswechsel: An einem grauen Tag findet sich eine Gruppe von Fremden zu einer Wohnungsbesichtigung zusammen. Sie alle stehen an einem Wendepunkt, sie alle wollen einen Neuanfang wagen. Doch dieser Neuanfang verläuft turbulenter als gedacht. Denn wegen der ziemlich dummen Idee eines stümperhaften Bankräubers werden auf einmal alle Beteiligten zu Geiseln. Auch wenn davon niemand überraschter ist als der Geiselnehmer selbst. Es folgt ein Tag voller verrückter Wendungen und ungeahnter Ereignisse, der die Pläne aller auf den Kopf stellt – und ihnen zeigt, was wirklich wichtig im Leben ist …
(Quelle: Inhaltsangabe - Goldmann Verlag)




Ich mag die Bücher von Fredrik Backman sehr gern, auch den etwas speziellen und außergewöhnlichen Schreibstil – so war ich sehr neugierig auf seinen neuen Roman. Eine ganz dumme Idee erzählt die Geschichten von mehreren Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können. Alles beginnt damit, dass jemand beschließt, eine Bank zu überfallen – dummerweise handelt es sich bei der Filiale um eine bargeldlose Bank. Um sich erstmal zu verstecken, landet der gescheiterte Bankräuber in einem nahegelegenen Haus, in dem gerade eine Wohnungsbesichtigung stattfindet. Somit wird durch Zufall aus dem Bankräuber nun irgendwie ein Geiselnehmer – der nun selbst überraschter über die Lage ist, als seine Geiseln – und vielleicht auch ein klein wenig überfordert:

„Wollen Sie denn nichts unternehmen?“
„Und was?“, fragte der Geiselnehmer.
„Na, zum Beispiel ein Machtwort sprechen! Was für ein mieser Geiselnehmer sind Sie eigentlich?“, fragte Zara.
„Ich bin kein Geiselnehmer, ich bin Bankräuber“, stöhnte der Geiselnehmer.
Das ist nun aber wirklich etwas zu hoch gegriffen, oder?“
– Seite 165, eBook


Gleichzeitig versuchen die Polizisten Jim und Jack – zufällig Vater und Sohn – die besondere Lage in den Griff zu bekommen, es läuft jedoch anders als gedacht.

„Weißt du was? Einerseits sieht es aus wie das cleverste Verbrechen der Welt…“
Jack nickt und führt den Gedanken seines Vaters zu Ende: „…aber andererseits scheint es, als wäre ein Vollidiot am Werk gewesen.“
Zumindest einer von ihnen hat tatsächlich recht.
– Seite 216, eBook


Doch der Tag nimmt für alle noch einige überraschende Wendungen…

Der Roman beginnt zunächst etwas wirr und mit einigen losen Fäden. Erst nach und nach wird der rote Faden sichtbar und das Buch wandelt sich zu einer richtig guten Geschichte - manchmal humorvoll, mal nachdenklich stimmend und auch mal sehr berührend. Alles beginnt eigentlich schon zehn Jahre vorher auf einer Brücke, die im Laufe der Handlung immer wieder eine Rolle spielt. Auch lernen wir die einzelnen, sehr verschiedenen Charaktere gut kennen – jeder hat mit einen Sorgen und Problemen zu kämpfen und schnell wird klar, dass hier mehr zusammenhängt als zunächst gedacht. Die anfangs lose wirkenden Fäden ergeben dann tatsächlich ein sehr überraschendes Bild.
Das Buch hat viele Facetten – manchmal urkomisch, dann wieder spannend und auch mal ernst und berührend. Das zu kombinieren, ist Fredrick Backman gut gelungen. Auch nebensächliche Beschreibungen sind oft besonders formuliert:

„Es war ein Tag ohne Wetter. In manchen Winterwochen macht nicht einmal der Himmel in Mittelschweden Anstalten, uns zu beeindrucken, sondern taucht Wasserpfützen in Farbe von Zeitungspapier, während der aufsteigende Nebel aussieht, als hätte jemand Geister angezündet.“ – Seite 54, eBook


Mein Fazit: Anfangs zunächst etwas wirr, doch nach etwas Einlesezeit entwickelt sich das Buch zu einer richtig guten Geschichte - mal humorvoll und auch mal berührend. Gut gelungen mit vielen unterschiedlichen und gut ausgearbeiteten Charakteren und überraschenden Zusammenhängen. Sehr lesenswert.



Meine Bewertung:




Titel: Eine ganz dumme Idee
Autor: Fredrik Backman
Genre: Roman / Unterhaltung
Seitenanzahl: 464
Verlag: Goldmann
Erstveröffentlichung: 20. September 2021

Vielen Dank an das Bloggerportal und Goldmann für das Rezensionsexemplar!

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