Mittwoch, 27. Oktober 2021

Rezension zu "Das Jahr des Dugong" von John Ironmonger

 

Zum Buch

Eine Geschichte für unsere Zeit – und mit einer wichtigen Botschaft

Eine Welt, die nicht wiederzuerkennen ist. Ein Mensch, der sich verteidigen muss. Und ein Dugong – diese freundliche Seekuh, die wie so viele andere bedrohte Arten auf Rettung hofft.

Toby Markham erwacht in einem unbekannten Raum. Eben noch stand er voll im Leben, erfolgreich und angesehen, nun kann er sich kaum bewegen. Um ihn herum Menschen mit seltsamen Namen, die ihm nicht wohlgesinnt scheinen. Sie klagen ihn an: Toby soll Schuld haben an einer unvorstellbaren Katastrophe. Wo ist er bloß gelandet? Was kann er zu seiner Verteidigung vorbringen? Und was hat das Dugong damit zu tun?
(Quelle: Inhaltsangabe - S. Fischer - Verlage)




Vor einiger Zeit hat mich bereits Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger sehr begeistert. Umso gespannter war ich nun auf sein neues Buch. „Das Jahr des Dugong“ ist eine Kurzgeschichte – doch auf diesen 144 Seiten erzählt der Autor sehr bewegend, was passieren kann, wenn wir nichts gegen den Klimawandel unternehmen.

„Der Klimawandel geht uns alle an“, Begann Romily. (…) Sie drückte eine Taste ihres Laptops. Ihre Folie war erstaunlich simpel. In riesigen Buchstaben stand auf rotem Hintergrund:
4°C

(…) „Noch zu Lebzeiten unserer Enkelkinder wird sich die Welt um vier Grad erwärmen.“
– Seite 45


Hauptfigur ist hier der sechzigjährige Toby Markham, ein erfolgreicher Geschäftsmann, der Abenteuer liebt und um die Welt reist. Doch eines Tages ändert sich sein Leben: Er wacht mit großen Schmerzen in einem Krankenbett auf, in einem unbekannten Raum. Was ist passiert?
Die Menschen um ihn herum verhalten sich merkwürdig, auch tragen sie seltsame Namen. Nach und nach erfährt er von seiner Anwältin, dass er ein großes Verbrechen begangen hat, das nie wieder gutzumachen ist…

Anhand der Inhaltsangabe ist ja bereits zu lesen, dass es um den Klimawandel und seine Folgen geht – wie sich die Handlung dann aber entwickelt, ist völlig überraschend. Ebenso überraschend ist, für welches Verbrechen Toby Markham angeklagt wird, sowie der spezielle Zeitraum, indem es ihm angelastet wird. Erstaunlich ist auch, welche Verwandlung die Hauptfigur auf diesem wenigen Seiten schließlich macht.

„Er spürte, wie seine Gedanken und Gefühle sich sortierten, als könnte er, zum ersten Mal seit langer Zeit, verstehen, was vor sich ging.“ – Seite 126


Eine kurze Geschichte mit einer großen Botschaft. Gleichzeitig ist sie überraschend, berührend und sehr wichtig. Auch das Nachwort macht nochmal auf die ernste Lage aufmerksam – mit einem gelungenen Schlussatz.


Mein Fazit: Dieses Buch ist großartig geschrieben, sehr bewegend, regt zum Nachdenken an und enthält eine wichtige Botschaft. Sehr, sehr lesenswert – gerade in der heutigen Zeit.



Meine Bewertung:




Titel: Das Jahr des Dugong - Eine Geschichte für unsere Zeit
Autor: John Ironmonger
Genre: Erzählung / Kurzgeschichte
Seitenanzahl: 144
Verlag: S. FISCHER
Erstveröffentlichung: 27. Oktober 2021






Vielen Dank an die S. Fischer-Verlage für das Rezensionsexemplar!



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