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Montag, 12. Oktober 2020

Rezension zu "GOTT" von Ferdinand von Schirach

Zum Buch
GOTT – ein Theaterstück

Richard Gärtner, 78, ein körperlich und geistig gesunder Mann, will seit dem Tod seiner Frau nicht mehr weiterleben. Er verlangt nach einem Medikament, das ihn tötet. Mediziner, Juristen, Pfarrer, Ethiker, Politiker und Teile der Gesellschaft zweifeln, ob Ärzte ihm bei seinem Suizid helfen dürfen. Die Ethikkommission diskutiert den Fall. Ferdinand von Schirach verhandelt in seinem neuen Theaterstück das Sterben des Menschen. Und wie schon in seinem ersten Drama „Terror“ müssen wir am Ende selbst ein Urteil fällen. Wem gehört unser Leben? Wer entscheidet über unseren Tod? Wer sind wir? Und wer wollen wir sein?

Ergänzt wird der Band um Essays von drei namhaften Wissenschaftlern, die das Thema der ärztlichen Suizidbegleitung aus medizinethischer, juristischer und theologisch-philosophischer Perspektive beleuchten. (Quelle: Klappentext – Luchterhand-Verlag)



GOTT ist nach Terror (Erstaufführung 2015) das zweite Theaterstück von Ferdinand von Schirach, das am 10. September 2020 in Berlin und Düsseldorf zeitgleich uraufgeführt wurde. Das Buch dazu erschien am 14. September 2020. Auch hier befasst sich Schirach wieder mit einem schwierigen Thema: Sterbehilfe bzw. die Selbstbestimmung über den eigenen Tod.
Schauplatz hier ist der Leibniz-Saal in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, in dem die öffentliche Sitzung des Ethikrates stattfindet:


VORSITZENDE: (…) Nun, meine Damen und Herren, die Frage die wir uns vorgelegt haben, klingt also recht einfach: Ein Mensch möchte nicht mehr weiterleben und bittet um ärztliche Hilfe, sich zu töten. (…) Die rechtliche Frage, ob ein Arzt einem Menschen beim Selbstmord helfen darf, ist zwar geklärt. Die ethische Frage aber bleibt. Sie Lautet: Soll ein Arzt einem Menschen dabei helfen? Über sie wollen wir heute sprechen. – Seite 12, eBook


Es gibt vier Befragungen – zuerst wird der Mann befragt, um dessen Anliegen es geht: Der 78-jährige Richard Gärtner, der trotz seines guten Gesundheitszustandes sterben möchte. Hier erfährt man genau, warum er diesen Wunsch hat.

GÄRTNER: (…) Ich will, dass alle verstehen, dass es in Ordnung ist, dass ich sterben will. Ich will, dass man Menschen wie mir hilft. Ich will sterben, und das ist nicht amoralisch, egoistisch oder krank. – Seite 15, eBook

Danach wird das sensible Thema der ärztlichen Beihilfe zum Suizid von verschiedenen Seiten beleuchtet und unterschiedliche Sichtweisen dargelegt. Dazu werden drei Personen befragt: Eine Professorin für Verfassungsrecht, ein medizinischer und ein theologischer Sachverständiger.
Auch in diesem Theaterstück wird Ferdinand von Schirachs einzigartiger Stil wieder sichtbar: Direkt, klar und gut verständlich, detailreich, aber ganz ohne Schnörkel. Hier hinterfragt er die schwierige und gleichzeitig sehr wichtige Thematik. Am Ende wird das Publikum aufgefordert, abzustimmen. Die hier stattfindende Diskussion regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.

Das Theaterstück selbst ist in zwei Akte aufgeteilt: Im ersten Akt finden die Befragungen statt, wo das Thema aus verschiedenen Sichtweisen beleuchtet wird. Der zweite Akt ist dagegen sehr kurz – er enthält die Abstimmung und die anschließenden Schlussvorträge der beiden Anwälte.

BIEGLER in seinem Schlussvortrag: (…) Es geht nur um eine einzige, sehr einfache und sehr klare Frage. Vielleicht ist es sogar die wichtigste Frage überhaupt: Diese Frage, meine verehrten Damen und Herren, lautet: Wem gehört unser Leben?
Gehört es einem Gott? Gehört es dem Staat, der Gesellschaft, der Familie, den Freunden? Oder gehört es nur uns selbst?
- Seite 56, eBook


Mein Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch mit einem schwierigen Thema, das zum Nachdenken anregt. Ferdinand von Schirach befasst sich hier mit dem Thema Sterbehilfe – in seinem klaren und direkten Stil werden verschiedene Meinungen aufgezeigt - immer respektvoll. Am Ende müssen wir selbst entscheiden. Es ist ein sehr interessantes und wichtiges Buch, das viele Fakten enthält und noch lange nachhallt.

Meine Bewertung:


Titel: GOTT
Autor: Ferdinand von Schirach
Genre: Drama / Theaterstück
Seitenanzahl: 160
Verlag: Luchterhand
Erstveröffentlichung: 14. September 2020


Weitere Infos zum Theaterstück selbst findet ihr hier:
https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/gott


Vielen Dank an das Bloggerportal und Luchterhand für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 2. Mai 2019

Rezension zu "Grindelwalds Verbrechen" von J.K. Rowling

Zum Buch

Band 2 um die Phantastischen Tierwesen

In Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind wurde der mächtige schwarze Magier Gellert Grindelwald mit Unterstützung des Magizoologen Newt Scamander gefasst. Doch jetzt gelingt Grindelwald die Flucht und er beginnt Anhänger um sich zu scharen. Sein wahres Ziel – die Herrschaft von reinblütigen Hexen und Zauberern über alle nichtmagischen Wesen – ist nur den wenigsten von ihnen bekannt. Um diesen Plan zu durchkreuzen, wird Newt von Grindelwalds größtem Widersacher um Hilfe gebeten: Albus Dumbledore. Als Newt einwilligt, ahnt er noch nicht, welche Gefahren vor ihm liegen, denn die Kluft, die sich durch die magische Welt – selbst durch Familien und Freunde – zieht, wird immer tiefer… 
(Quelle: Klappentext)



Grindelwalds Verbrechen ist das zweite Originaldrehbuch von J.K. Rowling und setzt die Geschichte um die Phantastischen Tierwesen fort. Diese spielt im Jahr 1927 und beginnt einige Monate nach den letzten Geschehnissen und startet gleich ganz spektakulär mit Grindelwalds Flucht. Dieser sollte von Amerika nach Europa überführt werden, wo er für seine Verbrechen dort zur Rechenschaft gezogen werden sollte. Doch alles kommt anders und der mächtige dunkle Magier verfolgt seine eigenen Pläne, die alles dramatisch verändern könnten…


Sämtliche Lichter gehen aus, alle Gebäude werden mit schwarzen Bannern verhüllt.
Die vorübergehenden Muggel bemerken nichts, aber eine JUNGE ROTHAARIGE HEXE, die vorbeikommt, kann die Banner genau wie NEWT und TINA sehen.
TINA tritt mitten auf die Straße und beobachtet, wie sie schwarze Seide vom Himmel fällt und alle umliegenden Gebäude in Dunkelheit hüllt.
TINA: „Das ist Grindelwald. Er ruft seine Anhänger zusammen.“ – Seite192


Genau wie das erste Drehbuch lässt sich auch die Fortsetzung sehr gut lesen und diese entwickelt sich spannend. Viele schon bekannte Charaktere sind wieder mit dabei, aber auch neue Figuren kommen hinzu. Überraschend ist, dass ein Totgeglaubter zurückkehrt und wir endlich mehr über dessen Herkunft erfahren. Auch Albus Dumbledore rückt mehr in den Vordergrund und es werden einige Geheimnisse offenbart…
Faszinierend sind nach wie vor die Phantastischen Tierwesen, wovon es hier wieder einige zu bestaunend gibt – toll!


„NEWT lächelt und springt rücklings ins Wasser. Der Kelpie taucht auf: ein gigantisches dämonenhaftes Wasserpferd, das NEWT ertränken will. NEWT packt es am Hals und es gelingt ihm, auf seinen Rücken zu klettern, während sich der Kelpie hin und her wirft.“ – Seite71


Unbedingt erwähnenswert ist auch die wundervolle Buchgestaltung: Neben dem gelungenen Cover findet man im Buch selbst auch wieder viele schöne Illustrationen von Tierwesen und Elementen, die in den jeweiligen Szenen eine zentrale Rolle spielen. Schauplätze sind hier neben New York vor allem  London und Paris.
Den Film selbst habe ich noch nicht gesehen, daher kann ich noch keine Vergleiche anstellen. Zu dem Drehbuch kann ich (wie beim Vorgänger auch) sagen, dass es sehr gelungen ist und sich sicherlich auch super als Roman gemacht hätte. Da diese Story auf den Vorgänger aufbaut, sollte man zum besseren Verständnis zuerst Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind lesen.

Mein Fazit: Ein gelungene Geschichte voller phantastischer Abenteuer, packenden Szenen und starken Charakteren.  Es gibt einige Überraschungen und Enthüllungen – besonders zum Ende hin. Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Drehbücher und kann dieses allen Fans der Harry Potter Welt empfehlen!


Meine Bewertung: 





Titel: Grindelwalds Verbrechen (Das Originaldrehbuch)
Autorin: J.K. Rowling
Genre: Fantasy / Drehbuch
Seitenanzahl: 304
Verlag: Carlsen



Die Drehücher um die phantastischen Tierwesen:
Band 1 - Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
Band 2 - Grindelwalds Verbrechen


Freitag, 8. September 2017

Rezension zu "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" von J.K. Rowling

Zum Buch


Band 1 um die phantastischen Tierwesen

Im Jahr 1926: Eines Morgens trifft der Naturforscher und Magizoologe Newt Scamander in New York ein. Er kehrt soeben von einer Reise zurück, die ihn bei seiner Suche nach seltenen magischen Geschöpfen um die ganze Welt geführt hat. Eigentlich möchte Newt gar nicht lange in der Metropole bleiben, doch schon kurz nach seiner Ankunft passiert dann das Unglaubliche: Durch einen unglücklichen Zufall wird sein Koffer vertauscht und so können einige magische Wesen aus dem Koffer heraus entkommen. Diese machen nun die Stadt unsicher und Newt versucht mit allen Mitteln, diese wieder einzufangen. Gar nicht so einfach. Neben großem Ärger für alle Beteiligten droht der Stadt auch noch eine ganz andere große Gefahr...


Tina: "Was führt sie überhaupt nach New York?"
Newt: "Äh, ich wollte ein Geburtstagsgeschenk kaufen."
Tina: "Und das ging nicht in London?"
Newt: "Es gibt weltweit nur einen Züchter von Appaloosa-Knuddelmuffs und der lebt in New York. Also, nein."  - Seite 45

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ist das erste Drehbuch von J. K. Rowling und spielt über fünfzig Jahre vor den Harry Potter-Büchern. Die magischen Geschöpfe, die teilweise auch in den Romanen auftauchen, bekommen hier eine ganz neue und eigene Geschichte. Hauptfigur ist der Magizoologe Newt Scamander, der dem Leser auf Anhieb sympathisch ist. Seine eigentlich kurze und unauffällige Reise nach New York artet schließlich aus, als einige der magischen Tierwesen aus seinem Koffer entfliehen und anschließend die Stadt auf den Kopf stellen. Aber nicht nur das: In New York treibt eine dunkle Macht sein Unwesen...
Dieses Buch ist als Drehbuch verfasst, liest sich aber nach kurzer Eingewöhnung sehr gut. Wer bereits das Theaterskript zu Harry Potter und das verwunschene Kind gelesen hat und gut mit dem Schreibstil zurechtkam, der wird auch hier keine Probleme haben. Zwischen den detaillierten Schauplatz- und Szenenbeschreibungen gibt es immer wieder schöne Dialoge, auch die magischen Geschöpfe werden sehr gut beschrieben. Besonders die Reise in Newt Scamanders Koffer ist klasse - dort gibt es allerhand zu entdecken. Die Handlung ist sehr gut verständlich packend geschrieben und hält besonders zum Ende hin einige Überraschungen bereit. Ich kann mir vorstellen, dass aus diesem Drehbuch auch ein toller Fantasy-Roman hatte werden können!
Die Gestaltung des Buches ist besonders schön. Durch die golden schimmernden Buchstaben auf dem Cover wird das Buch zu einem wirklichen Hingucker. Auch die einzelnen Illustrationen im Buch sind schön platziert und zeigen das ein oder andere magische Tierwesen.

Tina und Newt rennen weiter, der böse Sturzfalter fliegt ihnen hinterher und blockt die Flüche ab.
Tina: "Was ist das für ein Ding?"
Newt: "Ein böser Sturzfalter."
Tina: "Den find ich toll!" - Seite 184

Mein Fazit: Ein spannendes Drehbuch mit tollen Charakteren, besonderen Geschöpfen und einem abenteuerlichen Verlauf. Es gibt viele schöne phantastische Elemente, J.K. Rowlings magische Welt kommt sehr gut zur Geltung. Auch als Drehbuchvariante packend zu verfolgen und sehr gut verständlich. Ein tolles Buch, das auf jeden Fall neugierig auf den Film macht, den ich bisher noch nicht gesehen habe. Sehr lesenswert!

Meine Bewertung: 




Titel: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (Das Originaldrehbuch)
Autorin: J.K. Rowling
Genre: Fantasy / Drehbuch
Seitenanzahl: 304
Verlag: Carlsen


Die Drehücher um die phantastischen Tierwesen:
Band 1 - Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind


Samstag, 1. Oktober 2016

Rezension zu "Harry Potter und das verwunschene Kind" von J.K. Rowling

Zum Buch


Die achte Geschichte. Neunzehn Jahre später.

Viel Zeit ist vergangen, seit Harry Potter zusammen mit seinen besten Freunden Ron Weasley und Hermine Granger Hogwarts besucht hat, die Schule für Hexerei und Zauberei. Heute ist er 37 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Zusammen mit seiner Frau Ginny verabschiedet er am Gleis 9 3/4 nun seinen mittleren Sohn Albus, der nun ebenfalls Hogwarts besuchen wird. Doch anders als seine beiden Geschwister tut sich Albus schwer mit dem großen Vermächtnis seines Vaters. Er möchte damit nichts zu tun haben. Als er zufällig ein Gespräch belauscht, schmiedet er zusammen mit seinem besten und einzigen Freund einen Plan - nichts ahnend wie gefährlich dessen Ausführung wirklich ist. Auch das Dunkle ruht nicht länger, seltsames geht vor...


"Der sprechende Hut geht mitten durch die Schar der Schüler, die in ihre Häuser hüpfen. Es wird schnell deutlich, dass er auf Rose zusteuert, die gespannt ihrem Schicksal entgegenblickt." - Seite 25


Dieses ist nur ein kleiner Einblick in die Geschichte, mehr würde einfach zu viel verraten. Als vor mehreren Monaten verkündet wurde, dass es einen weiteren Harry Potter-Band geben würde, war ich natürlich sehr gespannt. Wie schon bekannt, ist dieser  8. Band kein normaler Roman, sondern ein Theaterstück, das  auf J. K. Rowlings neuer Geschichte basiert und gemeinsam mit John Tiffany und Jack Thorne geschrieben wurde. Dieses hatte am 30. Juli 2016 seine Premiere in London. Für alle Harry Potter-Fans  -die die bis weit ins nächste Jahr ausverkauften Aufführungen nicht besuchen können- ist dieses Buch etwas ganz besonderes - Es ist die Special Rehearsal Edition des Theaterskripts. Nachdem man sich an den Aufbau und die Schreibweise gewöhnt hat (was erstaunlich schnell geht) ist man auch schon mittendrin in der Geschichte: Nur so viel: Es wird spannend, manchmal düster und überraschend. Ganz besonders gefiel mir, dass es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Figuren und vergangener Ereignisse gibt. Lasst euch überraschen!
Auch die Buchgestaltung ist unheimlich gut gelungen - Das Cover fällt sofort ins Auge und auch ohne den Schutzumschlag ist das Buch ein kleines Schmuckstück:  Schwarz mit leuchtend goldener Schrift.


"Er würde sich am liebsten unsichtbar machen, doch die anderen Schüler lachen. Er blickt auf und wendet sich an sie. - Ich hab mir das nicht ausgesucht, versteht ihr? Ich hab es mir nicht ausgesucht, sein Sohn zu sein." - Seite 35


Mein Fazit: Gleich am Anfang werden Erinnerungen wach: Gleis 9 3/4, Hogwarts, Gryffindor, der sprechende Hut - Es ist wie nach Hause kommen. Nach eine kleinen Gewöhnungsphase an den Skriptaufbau war ich sofort gefangen von der Geschichte. Sie ist anders und nicht vergleichbar mit  den sieben großen Harry Potter- Büchern, aber auf seine eigene Weise richtig gut. Dieses Skript hätte auch durchaus das Potential zu einem richtigen Roman gehabt. Dennoch bin ich sehr begeistert von der Geschichte, die packend, etwas düster, überraschend und unvorhersehbar ist. Es hat mir sehr gut gefallen und kann es allen Harry Potter-Fans nur empfehlen.

Meine Bewertung: 



Titel: Harry Potter 8 - Harry Potter und das verwunschene Kind. Teil eins und zwei
Autoren: J.K. Rowling, John Tiffany & Jack Thorne
Genre: Fantasy / Theaterskript
Seitenanzahl: 336
Verlag: Carlsen