Montag, 30. Oktober 2023

Rezension zu "Vampyria - Der Hof der Stürme" von Victor Dixen

 

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Die Vampyria–Saga - Band 3

Jeanne hat im Kampf gegen Ludwig den Unwandelbaren versagt. Doch jetzt erhält sie die Möglichkeit, die Schreckensherrschaft des Vampirkönigs ein für alle Mal zu beenden. Denn der Widerstand, jene geheimnisvolle Organisation, die im Verborgenen gegen die Vampiraristokratie vorgeht, bittet Jeanne um einen ungeheuerlichen Gefallen: Sie soll den Fahlen Phöbus, einen finsteren Piratenkapitän, verführen, um ihn in den Kampf um Vampyria zu verwickeln. Auf dem Weg nach Amerika, dem Land, das sich seit Jahrhunderten dem alten vampyrischen Europa entzieht, trifft Jeanne nicht nur auf finstere Piraten und ihren stürmischen Kapitän, sondern auch auf ihr wahres Ich.
(Quelle: Inhaltsangabe - Blanvalet Verlag)




Nach Der Hof der Finsternis und Der Hof der Wunder ist Der Hof der Stürme der finale Band der düster-spannenden Vampyria-Saga von Victor Dixen. Dieser schließt fast nahtlos an den vorherigen an und hält ein weiteres finsteres Abenteuer bereit, das voller Überraschungen steckt.

„Bleierne Stille folgt den Worten des Admirals. Die sterblichen Höflinge halten die Luft an. Die Unsterblichen haben das Atmen schon seit Langem aufgegeben.“ – Seite 15, eBook

Seit den letzten dramatischen Ereignissen, die Jeanne in die Unterwelt von Paris geführt hatten, sind nur wenige Monate vergangen. Nach wie vor kann sie ihre Tarnung am Hof der Finsternis aufrechterhalten – als eine der sechs Reiterinnen gehört sie zum engsten Kreis von Ludwig, dem Vampirkönig, der seit 300 Jahren über Magna Vampyria herrscht. Doch ihr Ziel hat sie nicht aus den Augen verloren – den Kampf für den Widerstand des Volkes.
Schon bald wartet eine neue Aufgabe auf sie, die sie weit von ihrer Heimat wegbringt: Im Auftrag Ludwigs soll sie den Fahlen Phöbus heiraten, den geheimnisvollen Piratenkapitän, der auf den Meeren mächtige Stürme entfesselt und sämtliche Schiffe plündert – auch die des Königs. Durch diese Heirat hofft der Unwandelbare, ein Bündnis mit dem Piraten zu schließen, um so seine Macht noch weiter auszuweiten. Doch der Vampirkönig hat noch weitere Eroberungspläne, wie Jeanne schon bald erfährt. Und diese könnten schrecklicher nicht sein…

Gleichzeitig versucht der Widerstand, diese angedachte Verbindung für sich zu nutzen und den Piraten für deren Pläne zu gewinnen. Doch als Jeanne beim Fahlen Phöbus ankommt, kommt alles ganz anders. Auf sie wartet ein Abenteuer, das ihr alles abverlangt und darüber hinaus noch tief verborgene Geheimnisse ans Licht bringt. Jedoch ist dieses nur der Anfang von allem – denn das Meer hat noch viel mehr zu bieten…

„Die Tiefen des Ozeans bergen Geheimnisse, die von denen an der Oberfläche nicht gelüftet werden sollten.“ – Seite 250, eBook


Nachdem mir die beiden ersten Bände schon sehr gut gefallen haben, überzeugt Victor Dixen auch im dritten Band wieder mit einem großartigen Setting. Hier erwartet uns ein finsteres Abenteuer mit überraschenden Wendungen, einer düsteren Piraten-Atmosphäre und interessanten Charakteren – alles angesiedelt in einer Welt, die von Vampiren beherrscht wird.

Die Handlung ist wie schon gewohnt in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Jeanne Froidelac geschrieben, die am Hof die Rolle der Adligen Diane de Gastefriche angenommen hat. Ihr Weg lässt sich auf diese Weise sehr gut verfolgen. Besonders ihre Erlebnisse auf See - zuerst an Bord der „Finsteren Verlobten“ und dessen grausamen Kapitän, der sie zum Hof der Stürme bringen soll und dann auf dem unglaublichen Schiff des Fahlen Phöbus selbst, wo sie nochmal ganz andere Herausforderungen erwarten - sind packend geschildert.

„Das Gesetz des Fahlen Phöbus … Auf einmal fällt mir siedend heiß wieder ein, wo wir uns befinden: auf einem unmöglichen Schiff im Herzen eines unerhörten Sturms, verloren in einer Wüste aus Wasser.“ – Seite 165, eBook


Doch das ist noch längst nicht alles – im letzten Drittel ändert sich nochmal einiges und große Geheimnisse werden gelüftet.
Das Buch ist von der ersten Seite an fesselnd – der Schreibstil ist flüssig, und die verschiedenen Schauplätze sind bildgewaltig beschrieben. Auch die Figuren sind unheimlich gut ausgearbeitet – sowohl die Sterblichen und Unsterblichen, als auch weitere finstere Kreaturen…

„Sein rechtes Auge funkelt, ein grausames Lächeln erscheint auf seinen Lippen, sodass die spitzen Eckzähne nun vollständig sichtbar werden.“ – Seite 105, eBook

Neben vielen neuen Charakteren gibt es auch ein Wiedersehen mit schon bekannten Figuren – von Sympathischen und Unsympathischen bis hin zu längst Totgeglaubten – es bleibt spannend bis zum Schluss.


Mein Fazit: Ein großartiger Abschluss der düster-spannenden Vampyria-Saga, der noch einige Überraschungen bereithält. Von detailreichen und bildgewaltig beschriebenen Schauplätzen und stark gezeichneten Charakteren über unheimlichen Kreaturen bis hin zu einem finsteren Abenteuer mit Piraten-Flair – alles angesiedelt in einer der dunkelsten Versionen der Welt. Im Finale wird es packend und letzte Geheimnisse werden gelüftet. Diese Reihe gehört mit zu meinen Lesehighlights in diesem Jahr – sehr lesenswert!


Meine Bewertung:



Titel: Vampyria 3 - Der Hof der Stürme
Autor: Victor Dixen
Übersetzt von: Bernd Stratthaus
Genre: Dark Fantasy
Seitenanzahl: 672
Verlag: Blanvalet
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 2023


Die Vampyria-Saga:
Band 1 - Der Hof der Finsternis
Band 2 - Der Hof der Wunder
Band 3 - Der Hof der Stürme


Vielen Dank an das Bloggerportal und Blanvalet für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 25. Oktober 2023

"Rezension zu "Nicht von dieser Welt" von Michael Ebert

 

Zum Buch
 
Zwischen Trauer, Hoffnung und einem unvergesslichen Abenteuer

„Weißt du, was Mut ist? Etwas machen, obwohl du weißt, dass es wehtun kann. Und weißt du, was Dummheit ist? Dasselbe. Und deshalb ist das Leben so schwer.“

In dem Haus, in dem der 13-jährige Mischa wohnt, sterben jeden Tag Menschen. Seit dem Tod des Vaters lebt er mit seiner Mutter in der Personalwohnung eines Krankenhauses, seine Mutter arbeitet unentwegt, das Geld ist knapp. Eigentlich ist das Leben für Mischa eine einzige Zumutung – bis an einem Sommertag im Juli 1991 überraschend nicht sein französischer Austauschschüler vor ihm steht, sondern Sola, 17, aus Zaire, selbstbewusst, geheimnisvoll und klug. Die beiden fassen einen verwegenen Plan, der sie auf eine abenteuerliche Reise quer durch das wiedervereinigte Deutschland führt – vom Schwarzwald bis nach Halberstadt, wo die Staatsbank der DDR mehr als hundert Milliarden Ostmark vergraben hat. Ein Schatz, der für Sola und Mischa ein unwiderstehliches Versprechen ist. (Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - Penguin Verlag)

„Vor 34 Jahren sprach ich zuletzt mit den Toten. Und ich versprach, es nie wieder zu tun.“ – Seite 10, eBook

…mit diesem geheimnisvollen Satz beginnt Nicht von dieser Welt. Es ist der Debütroman von Michael Ebert und erzählt die besondere Geschichte eines Sommers.

Hauptfigur ist der 13-jährige Mischa, der zusammen mit seiner Mutter in der Personalwohnung des Krankenhauses wohnt, in dem seine Mutter arbeitet. Im Krankenhaus sieht und hört Mischa viel, erlebt Schicksale und die unterschiedlichsten Menschen – und natürlich ist auch der Tod allgegenwärtig. Ein Jahr zuvor ist sein Vater gestorben und seitdem ist alles anders – Mischa trauert, seiner Mutter arbeitet hart und dennoch reicht das Geld oft nicht.
Doch eines Tages ändert sich etwas: Als Mischa den französischen Austauschschüler begrüßen will, bei dem er vor einigen Wochen zu Gast war, steigt stattdessen die 17-jährige Sola aus dem Bus. Die junge Frau ist abenteuerlustig, selbstbewusst und auch etwas geheimnisvoll. Und sie hat einen Plan: Eine Reise quer durch Deutschland bis hin zu einem geheimnisvollen Ort, wo mehr als hundert Milliarden Ostmark vergraben sein soll. Es ist der Sommer 1991 und Mischa erwartet ein Abenteuer, das er so schnell nicht vergessen wird…

Die Handlung ist im Jahr 1991 angesiedelt und in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Mischa erzählt, was sehr gut gelungen ist. Neben den aktuellen Geschehnissen gibt es in Form von Erinnerungen immer wieder Rückblicke – überwiegend in das vergangene Jahr, in dem Mischas Vater gestorben ist. Nach und nach wird auch klar, wie er gestorben ist und dass der Junge den Tod noch lange nicht verarbeitet hat. Das Besondere hier ist, dass zwischen den Kapiteln ab und an kurze rätselhafte Texte auftauchen, die mit einer Nummer und einem Datum versehen sind. Doch schnell wird deutlich, was es damit auf sich hat und Mischa etwas erlebt, was die Realität etwas verschwimmen lässt – eine ganz spezielle Kommunikation. Dieses hat mich überrascht und ist sehr gut eingebaut.

„Für den Moment nahm ich die Welt einfach an, wie sie war, für alles andere fehlte mir die Kraft. Unmögliches war lange schon möglich, Undenkbares passierte einfach.“ – Seite 130, eBook


Auch Sola ist eine interessante Figur, die anfangs sehr rätselhaft ist, jedoch bei der gemeinsamen Reise ein bewegendes Geheimnis lüftet.

In dieser Geschichte spielen die Themen Tod und Trauer eine ganz zentrale Rolle – anfangs etwas bedrückend, jedoch wird es im Laufe des Buches etwas leichter – das ist gut gelungen. Es wird oft bewegend und auch mal traurig, dann ist aber auch wieder Hoffnung da und der unvergessliche Road-Trip der beiden.
Das Einzige, was mir nicht gefallen hat, waren die Abschnitte um einen bestimmten Großvater, die nochmal eine ganz andere Thematik hat. Das fand ich zu viel und zu beklemmend.

Ansonsten ist das Buch gelungen – mit vielen berührenden Momenten und einigen bewegenden und wahren Sätzen.

„Trauer ist schlimm. Trauer ist Liebe, die kein Zuhause mehr hat.“ – Seite 120, eBook


„In der Musik, bei Gedichten ist es wie Magie. (…)
Du hörst ein trauriges, dunkles Lied – aber es macht alles hell, es macht dich plötzlich glücklich, vielleicht weil du dich verstanden fühlst. Oder du liest ein trauriges Gedicht – aber es macht dich trotzdem froh, weil jemand Worte gefunden hat, wie es dir geht.“
(Sola) – Seite 121, eBook


Mein Fazit: Auf nur 240 Seiten erzählt der Autor eine Geschichte, die an einigen Stellen tief berührt, manchmal überrascht und auch ein Abenteuer enthält. Die Handlung entwickelt sich interessant – an einigen Stellen wird es geheimnisvoll - mit Momenten, wo die Realität leicht verschwimmt. Dieses ist gut gelungen. Der Schreibstil ist angenehm, die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und es gibt einige tiefgründige Momente – es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Bis auf wenige Stellen in der Handlung hat mir die Geschichte sehr gefallen und vergebe vier Sterne hierfür.


Meine Bewertung:




Titel: Nicht von dieser Welt
Autor: Michael Ebert
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 240
Verlag: Penguin
Erstveröffentlichung: 13. September 2023


Vielen Dank an das Bloggerportal und Penguin für das Rezensionsexemplar!