Mittwoch, 29. April 2020

Rezension zu "Kingdoms of Smoke 1 - Die Verschwörung von Brigant" von Sally Green

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Kingdoms of Smoke – Band 1

Prinzessin Catherine bereitet sich in Brigant auf ihre Hochzeit mit einem Mann vor, den sie nie getroffen hat.

Ambrose, dem Leibgardisten, der heimlich in die Prinzessin verliebt ist, droht unterdessen das Henkersschwert.

In Calidor ist der Diener March auf Rache an dem Mann aus, der für den Untergang seines Volkes verantwortlich ist.

Edyon wird in Pitoria von seiner unbekannten Vergangenheit eingeholt.

Und auf dem Nördlichen Plateau macht die junge Dämonenjägerin Tash eine mysteriöse Entdeckung.

Die Leben dieser fünf jungen Menschen werden untrennbar miteinander verknüpft. Ihren Ländern droht Schlimmeres als der nahende Krieg und in ihren Händen ruht das Schicksal ihrer Welt... (Quelle: Klappentext)


Die Verschwörung von Brigant ist der Auftakt der geplanten Trilogie Kingdoms of Smoke und hat einiges zu bieten. Im Mittelpunkt stehen fünf junge Menschen, die völlig unterschiedliche Leben führen – besonders interessant ist, wie diese Leben miteinander verknüpft werde.  Zunächst lernen wir die fünf Charaktere einzeln kennen und bekommen einen Einblick in ihre bisherigen Leben: Die Prinzessin Catherine und ihr Leibgardist Ambrose, der Diener March, der Gelegenheitsdieb Edyon und die junge Dämonenjägerin Tash. Angesiedelt ist die Geschichte in einer gut ausgearbeiteten Fantasywelt, die viele interessante Orte hat. Vorne im Buch findet man eine Landkarte, sodass man die Wege der Figuren sehr gut verfolgen kann. Zudem gibt es hinten im Buch noch einen Anhang, in dem die Städte, Länder und Personen aufgelistet sind.

Die Handlung entwickelt sich spannend – die Kapitel wechseln regelmäßig zwischen den fünf Charakteren, in denen nach und nach die einzelnen Fäden miteinander verknüpft werden.  Es wird packend – Intrigen werden sichtbar, dunkle Pläne werden geschmiedet – und langsam kristallisiert sich etwas heraus, das auf eine unglaubliche Verschwörung hindeutet. Zudem geht geheimnisvolles vor im Dämonenland -  ein besonders interessanter Schauplatz, der sich weit nördlich befindet:


„Vor ihr lag das Dämonenland; die Senke fiel steil in einen Tunnel ab, aber das war nicht der einzige Unterschied zur Welt der Menschen. Hier im Reich der Dämonen herrschten andere Farben, andere Geräusche und Temperaturen. (…) Es war schwierig, die Farben zu beschreiben; die Geräusche beschreiben zu wollen, war ganz und gar unmöglich.“ – Seite 40


Mir hat der Verlauf der Handlung sehr gut gefallen – besonders im letzten Drittel kommt Fahrt auf und offenbart einiges.


„Sie war allein in der Fremde und hatte keine Ahnung von der Gefahr, in der sie schwebte.“ – Seite 273


Besonders erwähnenswert ist noch die Gestaltung des Hardcovers: Der Schutzumschlag ist nicht nur beidseitig bedruckt, sondern enthält auch ein Poster mit der Landkarte zum Aufklappen. Und auch ohne Schutzumschlag ist das Buch ein echter Hingucker:



Mein Fazit: Ein packender Auftakt einer neuen Fantasy-Trilogie! Intrigen, Verschwörungen, Geheimnisse und mysteriöse Vorgänge stehen an der Tagesordnung – mit überraschendem Verlauf. Im Mittelpunkt stehen fünf Charaktere, deren einzelne Schicksale nach und nach miteinander verknüpft werden. Die Story spielt in einer gut ausgearbeiteten und interessanten Fantasywelt,  die viele interessante Schauplätze hat. Besonders im letzten Drittel sehr spannend – macht neugierig auf den Folgeband!

Meine Bewertung: 





Titel: Kingdoms of Smoke 1 - Die Verschörung von Brigant
Autorin : Sally Green
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 544
Verlag dtv
Erstveröffentlichung: 20.09.2019



Kindoms of Smoke - die Bücher:
Band 1 - Die Verschwörung von Brigant
Band 2 - Dämonenzorn
Band 3 - ? 


Freitag, 24. April 2020

Rezension zu "Fremdes Licht" von Michael Stavaric

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Allein mit den Erinnerungen an einem fremden Ort…

Sie ist an einem unbekannten Ort und in einer eisigen, unwirtlichen Umgebung. Erst nach und nach kehrt die Erinnerung zurück, und Elaine begreift, was passiert ist: dass ihr Großvater einst bei den Inuit in Grönland lebte und er sie mit dem Überleben in Eis und Schnee vertraut machte. Dass sie zuletzt für einen Konzern im Schweizer Ort Winterthur tätig war und sich dort als Genforscherin mit der Rekonstruktion von Leben beschäftigte. Dass die Erde während eines Kometeneinschlages zugrunde ging und sie die letzte Überlebende zu sein scheint. Was das alles mit ihrer Urgroßmutter aus Grönland zu tun hat, ahnt sie nicht. (Quelle: Klappentext)




Auf das Buch Fremdes Licht bin ich beim Stöbern aufmerksam geworden und der geheimnisvolle Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht: Geheimnisvoll und außergewöhnlich ist dieser Roman in jedem Fall: Hauptfigur ist die Forscherin Elaine Duval, die sich plötzlich an einem fremden, ungemütlichen Ort wiederfindet, in dem es außer Schnee, Sturm und eisige Kälte nichts anderes zu geben scheint – erst nach und nach enthüllen ihre Erinnerungen in Kombination mit aktuellen Geschehnissen das ganze Ausmaß:


„Ich war ganz offensichtlich die einzig Überlebende des einzigen jemals auf den Weg gebrachten und tatsächlich in den Orbit gelangten Schiffes, ich erinnerte mich vorerst nur lückenhaft an den eigentlichen überhasteten Aufbruch. (…)

Es hieß, der Komet wäre aus dem Nichts aufgetaucht, zunächst ein winziges Etwas irgendwo in unsäglicher Ferne (und nur mit den allerbesten Teleskopen zu erahnen), in der verbleibenden Zeit hatte man selbstverständlich nichts unversucht gelassen.“ (Elaine) – Seite 27, eBook


Sehr überraschend ist, dass das Buch in zwei Teile aufgeteilt ist, die zwar einen Zusammenhang haben, aber unterschiedlicher nicht sein könnten:
Der erste Teil ist etwas Science-Fiction-mäßig angehaucht, denn das Schreckensszenario der zerstörten Erde und den letzten Ereignissen ist ungefähr in der Mitte des 24. Jahrhunderts angesiedelt. Elaines Geschichte wechselt sich mit Erinnerungen aus der Vergangenheit und den aktuellen Geschehnissen ab. Besonders die gemeinsamen Erlebnisse mit ihrem Großvater, der in Grönland lebte und ein Nachfahre der Inuit ist, prägen die Geschichte.
Der zweite Teil geht zurück in die Vergangenheit und ist Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelt – er besteht aus Tagebucheinträgen eines Kapitäns, die sich abwechseln mit den Schilderungen einer jungen Inuit-Frau. Gerade hier bekommen wir einen detailreichen Einblick in das Leben der Inuit und die Sicht der jungen Frau. Zunächst wirkt gerade der zweite Teil sehr rätselhaft, doch am Ende erschließt sich die gesamte Geschichte.

Nun zu meinem Gesamteindruck: Das Buch ist insgesamt  sehr detailreich geschrieben, gerade durch die Ich-Perspektive aus Elaines Sicht bekommen wir einen sehr direkten Einblick in ihre Gedanken, Pläne und natürlich in ihre Erinnerungen. Auch die Schilderungen der Umgebung sind gelungen:


„Ich hatte zum wiederholten Mal das Gefühl, auf Winterthur nicht mehr zwischen Schein und Wirklichkeit unterscheiden zu können; ich fühlte mich eingesponnen, kristallene Fäden lagen in der Luft, der Frost hielt mich in seinen Fängen.“ (Elaine) – Seite 137, eBook


Die Idee der Geschichte ist großartig – leider gibt es in der Umsetzung einige Schwächen, sodass die Spannung etwas verlorengeht. Gerade das Zukunftsszenario im ersten Teil mit der zerstörten Erde, das Leben in der fernen Zukunft und die Suche nach neuen Planeten hat großes Potential – dieses rückt etwas zu sehr in den Hintergrund und verliert sich schließlich völlig. Elaines Erinnerungen sind oft etwas durcheinander geschildert, es fehlt der rote Faden. Der zweite Teil lässt sich dagegen besser  lesen.

Mein Fazit: Ein außergewöhnlicher Roman mit Stärken und Schwächen. Zu den Stärken gehört der detailreiche, schöne Schreibstil und die Idee der Geschichte – gerade das Zukunftsszenario ist interessant und hat Potential. Leider wurde dieses etwas schwach umgesetzt. Die Story verliert sich etwas – der rote Faden fehlt. Auch wenn der zweite Teil etwas besser zu lesen ist und das Geheimnis des Zusammenhangs gelüftet wird, bleiben dennoch einzelne Fragen offen. Doch auch wenn mich das Buch selbst nur teilweise überzeugen konnte, ist es dennoch eine interessante Story.


Meine Bewertung: 



Titel: Fremdes Licht
Autor: Michael Stavaric
Genre: Roman
Seitenanzahl: 512
Verlag: Luchterhand
Erstveröffentlichung: 09.03.2020


Vielen Dank an das Bloggerportal und Luchterhand für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 21. April 2020

Rezension zu "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili

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Acht Leben – viele Geschichten

Dieser Roman ist über die Literaturwelt gekommen wie ein Naturereignis: ein wuchtiges Familienepos, das am Beispiel von sechs Generationen außergewöhnlicher Frauen das ganze pralle 20. Jahrhundert mit all seinen Umbrüchen und Dramen, Katastrophen und Wundern erzählt. Vom Georgien am Vorabend des Ersten Weltkriegs bis ins Deutschland zu Anfang des neuen Millenniums spannt Nino Haratischwili den Bogen. Alles beginnt mit Stasia, Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten. Mit ihrer Geburt setzt die Geschichte ein, die fortan wie ein gewaltiger Strom mit unzähligen Nebenarmen und Verwirbelungen durch Europa zieht und den Leser bis zur letzten Seite in ihrem Sog gefangen hält. (Quelle: Klappentext)



„Teppiche sind aus Geschichten gewoben. Also muss man sie wahren und pflegen. Auch wenn dieser jahrelang irgendwo verpackt den Motten zum Fraß vorgeworfen wurde, muss er nun aufleben und uns seine Geschichten erzählen. Ich bin mir sicher, wir sind da auch eingewebt, auch wenn wir das nie geahnt haben.“ (Niza) – Seite 31


Von Nino Haratischwili hatte ich bereits ihr letztes Buch Die Katze und der General gelesen und war beeindruckt von ihrem detaillierten Schreibstil. Nun habe ich mich ihrem großen Roman Das achte Leben gewidmet und bin begeistert. Auf 1.280 hat die Autorin eine beeindruckende Geschichte erschaffen, die sich durch mehrere Generationen einer Familie zieht. Beginnend mit Anastasia – genannt Stasia -, die im Jahr 1900 zur Welt kommt, als Tochter eines Schokoladenfabrikanten. Wir bekommen einen detaillierten Einblick in das Leben ihrer Familie: Anfangs steht Stasias Leben selbst im Mittelpunkt, dann auch das Leben ihrer Geschwister und später ihre Nachfahren – eben bis hin zu Brilka, die im Jahr 2006 zwölf Jahre alt ist. Der Faden spannt sich durch das komplette 20. Jahrhundert mit allen Höhen und Tiefen, mit Freud und Leid. Neben den persönlichen, oft ergreifenden und berührenden Schicksalen der Hauptfiguren  gibt es auch viele historische Einblicke – Die Zeit des Bürgerkriegs und die politischen Unruhen in Georgien, auch die beiden Weltkriege gehen an den Charakteren natürlich nicht spurlos vorüber. Es wird sehr emotional und erschütternd. Immer wird es packend mit überraschenden Entwicklungen.


„Am 31. Dezember – es muss der letzte Tag des Jahres 1927 gewesen sein – sollten beide Schwestern Bekanntschaften machen, die für immer ihr Leben verändern würden, der Teppich unserer Geschichte, Brilka, sollte weitergeknüpft werden, pompöse, karnevaleske, schillernde, aber auch dunkle und bedrohliche Muster sollten sich ergeben.“ (Niza) – Seite 143


Auch der gesamte Aufbau des umfangreichen Romans ist besonders: Im Prolog lernen wir Niza Jaschi kennen – sie ist die Urenkelin von Stasia Jaschi und die Tante von der zwölfjährigen Brilka. Nachdem Brilka sich zu einem mutigen Schritt entschlossen hat, beschließt Niza, ihrer Nichte die Geschichte ihrer Familie zu erzählen: Sechs Generationen, aufgeteilt in Abschnitten von acht außergewöhnlichen Leben: Beginnend bei Stasia bis hin zu Brilka. Und dazwischen passiert auf den fast 1.300 Seiten einiges.


„Die Geschichten überlappen sich, gehen ineinander über, verwachsen – ich versuche, dieses Wollknäuel auseinanderzuziehen, weil man ja die Dinge nacheinander erzählen muss, weil die Gleichzeitigkeit der Welt nicht in Worte zu fassen ist.“ (Niza) – Seite 521


Dieses Buch ist von der ersten Seite an fesselnd – detailliert geht es durch viele Jahrzehnte mit starken Hauptfiguren – jede von ihnen ist anders und hat eigene Träume und Wünsche. Doch daneben gibt es auch viele wichtige Nebenfiguren, alles ist sehr gut miteinander verwoben. Es wird dramatisch und überraschend, berührend und erschreckend, aber auch einzelne schöne Momente sind vorhanden.

Mein Fazit: Ein beeindruckendes Familienepos, das den Leser von der ersten Seite an packt. Auf 1.280 Seiten schildert die Autorin die Geschichte einer Familie über sechs Generationen – aufgeteilt in acht beeindruckenden Leben. Der Faden zieht sich durch das komplette 20. Jahrhundert, mit seinen Schrecken der Weltkriege bis hin zu glücklicheren Zeiten. Es wird dramatisch, berührend, emotional, überraschend, dank der so großartig gezeichneten Figuren. Ein großes Lesehighlight, das ich jedem empfehlen möchte.


Meine Bewertung: 





Titel: Das achte Leben (Für Brilka)
Autorin: Nino Haratischwili
Genre: Gegenwartsliteratur / Familiensaga
Seitenanzahl: 1.280
Verlage: Frankfurter Verlagsanstalt (Hardcover) / Ullstein (Paperback)
Veröffentlichungen: 01. September 2014 (Hardcover)
                                  08. September 2017 (Paperback)





Sonntag, 12. April 2020

Rezension zu "Die Ewigkeit in einem Glas" von Jess Kidd

Zum Buch

Von einer Entführung und merkwürdigen Vorkommnissen…

London 1863. Bridie Devine, Privatdetektivin und Expertin für kleinere chirurgische Eingriffe, erhält den Auftrag, die entführte Tochter des Adligen Sir Edmund zurückzubringen. Alles an dem Fall ist beängstigend seltsam: der nervöse Vater, die feindselige Dienerschaft, der windige Hausarzt. Allen voran aber die verschwundene Christabel, die kaum je einer gesehen hat. Doch zunächst ist die energische Bridie ganz in ihrem Element, denn sie liebt vertrackte Fälle. Zudem fühlt sie sich beschützt von ihrem neuen Begleiter, Ruby – der ist zwar tot, aber wen stört das schon. Als sich Bridie jedoch Zugang zu Christabels Räumen verschafft, begreift sie, was das Besondere an dem Mädchen ist und dass dieses in großer Gefahr schwebt. Und noch etwas ahnt sie: Ihr größter Widersacher aus der Vergangenheit, ein herzloser und grausamer Sammler menschlicher Kuriositäten, von dem Bridie gehofft hatte, dass er tot sei, ist wieder aufgetaucht, und er wird zu ihrem gefährlichsten Gegner bei der Suche nach Christabel. (Quelle: Inhaltsangabe - DuMont Verlag)


Im letzten Sommer habe ich bereits das Buch Heilige und andere Tote von Jess Kidd gelesen und war beeindruckt von ihrem speziellen und außergewöhnlichen Schreibstil. Dieser kommt auch bei ihrem aktuellen Buch Die Ewigkeit in einem Glas zum Einsatz. Schon der Prolog ist sehr rätselhaft und unheimlich und macht neugierig auf die Story.

Hauptfigur hier ist Bridget „Bridie“ Devine – sie ist eine Privatermittlerin und hat eine besondere Begabung: Sie kann die Geschichte von Leben und Tod, die jedes Opfer hinterlässt, lesen und daraus genaue Schlüsse ziehen. Daher betraut ein alter Freund von Scotland Yard sie gelegentlich mit einem Fall. Doch ihr neuester Fall stellt sie vor große Rätsel: Ein sechsjähriges Mädchen ist  aus ihrem Kinderzimmer eines herrschaftlichen, sehr abgelegenen Anwesens entführt worden. Als Bridie dort eintrifft, trifft sie eher auf Ablehnung: der Vater ist nervös und pocht auf Geheimhaltung, die Dienerschaft verhält sich merkwürdig. Nach und nach stößt sie in dem Haus auf skurrile Gegenstände und einer beängstigenden Atmosphäre: Schnell fragt sie sich: Was war Christabel für ein Mädchen und welches Geheimnis verbirgt sie? Schon bald kommt sie der Wahrheit näher, die sie gleichzeitig in ihre eigene Vergangenheit führt…

Zunächst erstmal gewöhnungsbedürftig, aber gerade der Schreibstil macht das Besondere an den Büchern von Jess Kidd aus. Außergewöhnliche Charaktere, mysteriöse Vorkommnisse und Kuriositäten spielen hier eine zentrale Rolle:


„Jedes dieser Präparate erzählt von längst vergangenen Augenblicken, als diese vergänglichen Exemplare untersucht, ausgewählt und sorgfältig konserviert wurden.
Sie trotzen der natürlichen Ordnung der Dinge: Leben – Tod – Staub.
Hier wird die Zeit in der Schwebe gehalten. Das Gestern konserviert. Die Ewigkeit in einem Glas.“ – Seite 135, eBook


Auch ihre Hauptfiguren sind immer sehr gut ausgearbeitet  und haben meist besondere Begleiter – so auch Bridie Devine: Der Boxer Ruby Doyle, der vor einem halben Jahr gestorben ist, begleitet sie und steht ihr mit hilfreichen (und auch mal weniger hilfreichen) Ratschlägen zur Seite.


„Dann sieht sie ihn, den Toten, schummrig im heller werdenden Morgenlicht, der um eine Hütte herumkommt und auf sie zusteuert, als hätte er die ganze Zeit auf sie gewartet. Ruby Doyle, dessen dunkle Augen glühen, trägt kaum mehr als einen Zylinderhut, eine lange Unterhose und ein Lächeln.“ – Seite 51, eBook


Wie vieles in diesem Buch umgibt auch den Toten Ruby Doyle ein Geheimnis: Woher kennt er Bridie? Neben den aktuellen Ereignissen, die im Jahre 1863 spielen, gibt es auch immer wieder Rückblicke in Bridies Kindheit. So setzt sich nach und nach ein erstaunliches Gesamtbild zusammen.  Auch bei den rätselhaften Ereignissen aus dem Prolog kommt Licht ins Dunkel. Gerade Christabels Story ist wirklich schräg.  Lasst euch überraschen.


Mein Fazit: Ein Mystery-Krimi, der einige skurrile Überraschungen bereit hält. Es wird spannend, mysteriös, sehr seltsam und dank des außergewöhnlichen Schreibstils auch besonders. Besonders gefallen hat mit die Rolle von Bridie Devine: Jess Kidd hat hier eine starke weibliche Hauptfigur geschaffen, die es locker mit jedem anderen männlichen Ermittler aufnehmen kann – klasse! Auch wenn die Story manchmal etwas zu sehr abdriftet in nebensächliche Details, ist es ein sehr lesenswertes Buch. 

Meine Bewertung:





Titel: Die Ewigkeit in einem Glas
Autorin: Jess Kidd
Genre: Mystery / Krimi
Seitenanzahl: 400
Verlag: Dumont
Erstveröffentlichung: 08. November2019