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Von Ghost Mountain seinen Menschen
Wo zuvor nur Felder waren, steht plötzlich über Nacht ein Berg und verändert das Leben der umliegenden Gemeinde. Anhand eines Reigens ganz gewöhnlicher und doch einzigartiger Charaktere erkundet dieser feine Roman die Gipfel und Abgründe des menschlichen Daseins. Warmherzig, humorvoll, weise, zart und geradezu im Vorbeigehen macht er dabei ganze Welten auf.
(Quelle: Inhaltsangabe - Blessing Verlag)
Nachdem mir Rónán Hessions Debütroman Leonard und Paul so gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf seinen neuen Roman. Ghost Mountain ist ebenfalls eine ruhig erzählte Geschichte, die jedoch einige Überraschungen im Handlungsverlauf bereithält.
In einem ruhigen Ort taucht plötzlich ein kleiner Berg auf, der aufgrund von bestimmten Merkmalen schnell den Namen Ghost Mountain bekommt. Die Bewohner der Gemeinde gehen mit der neuen Sensation unterschiedlich um – genauso unterschiedlich, wie sie selbst sind: Da ist das Ehepaar Ruth und Ocho, die mit verschiedensten Problemen zu kämpfen haben.
„Die Grundfesten seiner Persönlichkeit waren erschüttert. Oberflächlich deutete nichts darauf hin. Doch er spürte in sich einen feinen Riss, der ihn mit Sorge erfüllte. Diese Sorge sollte das dünne Mauerwerk der Selbstsicherheit zersetzen, das ihn zusammenhielt.“ – Seite 26, eBook
Dann ist da die Frau, die Ghost Mountain entdeckt hat und gleichzeitig einen Verlust erlitten hat, sowie ein Mann, der zunächst nur der „stadtbekannte Säufer“ genannt wird. Auch ein Landeskartenbeamter – ebenfalls zunächst namenlos – spielt eine Rolle. Diese und noch einige weitere Figuren sind oft speziell, aber sehr gut ausgearbeitet.
Nach und nach und mit einer eher ruhigen Art gibt der Autor Einblicke in die so verschiedenen Leben. Dabei spielt Ghost Mountain immer eine Rolle - mal nur am Rande und dann wieder sehr zentral. Der Berg löst unterschiedliche Gedanken bei den Menschen aus.
"Ghost Mountain beeindruckte sie. (…)
Am meisten beeindruckte sie aber die Art, wie Ghost Mountain erschienen war. Nicht die Plötzlichkeit. Nicht das Rätselhafte. Am meisten beeindruckte sie, dass er erschienen war und keine Botschaft hatte.“ – Seite 84, eBook
Zwischendurch und besonders im ersten Teil ist da auch ein leiser Humor, der einen ab und an schmunzeln lässt:
„Ocho war zum ersten Mal seit Monaten wieder beim Joggen. Er wollte mit seinem Körper Kontakt aufnehmen, aber sein Körper wollte das nicht. Schon vor dem Wendepunkt pfiff er aus dem letzten Loch.“ – Seite 80, eBook
Später geht es mit interessanten Einblicken weiter: Manchmal tiefsinnig und bewegend und dann ziemlich erschütternd mit Geschehnissen, die man so nicht erwartet hätte. Die Geschichte ist insgesamt in drei Teile aufgeteilt, die zugleich Zeitsprünge sind. Das ist ganz gut gelungen. Auch wenn einiges und auch manchmal ziemlich skurriles passiert, bleibt der ruhige und manchmal unaufgeregte Stil erhalten.
Mein Fazit: Ein außergewöhnlicher Roman, der ruhig erzählt wird und zugleich einiges bereithält. Anfangs mit leisem Humor, später überraschend, bewegend und auch mal erschütternd. Gleichzeitig bleibt der ruhige Erzählstil die ganze Zeit erhalten. Von unterschiedlichen Charakteren und ihren Leben bis hin zu einem geheimnisvollen Berg – der Handlungsverlauf hält einige Überraschungen bereit. Nur ab und an fand ich manche Abschnitte etwas zu merkwürdig. Nicht ganz so stark wie der Roman Leonard und Paul aber dennoch ein lesenswertes und besonderes Buch.
Meine Bewertung:
Titel: Ghost Mountain
Autor: Rónán Hession
Übersetzt von: Andrea O'Brien
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 352
Verlag: Karl Blessing
Erstveröffentlichung: 16. Oktober 2024

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