Samstag, 30. September 2017

Rezension zu "Beobachtungen aus der letzten Reihe" von Neil Gaiman



Zum Buch

Neil Gaiman über die Kunst, das Erzählen und wieso wir Geschichten brauchen

Neil Gaiman ist einer der großen Erzähler unserer Zeit. Mit Büchern wie Coraline, Das Graveyard-Buch, Niemalsland oder Der Ozean am Ende der Straße begeistert er unzählige Leser. Beobachtungen aus der letzten Reihe ist dagegen kein Roman, sondern eine Sammlung von Vorträgen, Artikeln, Einleitungen, Vorworte und Essays, die der Autor im Laufe seiner Karriere verfasst hat. Neben Reden,  die Gaiman bei verschiedenen Veranstaltungen gehalten hat, gibt es im Laufe des Buches auch persönliche Texte.  Beispielweise schildert er eindrucksvoll warum das Lesen, die Bücher und auch die Büchereien so wichtig sind, wie er damals die Liebe zur Literatur entdeckt hat und wie er den Besuch der Oscar-Verleihung im Jahr 2010 erlebt hat.


"Ich glaube, im Kampf der Gewehre gegen die Ideen werden die Ideen schlussendlich gewinnen. Denn Ideen sind unsichtbar, und sie bestehen fort, und manchmal sind sie sogar wahr." -Seite 17, eBook

Neben ausgewählten Vorträgen gibt es unter anderem interessante Einblicke in einige seiner Werke - beispielsweise, wie zu der Idee seines Kinderbuchs Coraline kam oder der Roman American Gods entstanden ist. Zudem erfahren die Leser, welche Schriftsteller Neil Gaiman selbst beeinflusst haben und welche Comics und welche Musik ihn geprägt haben.

Das Buch ist in folgende zehn Kapitel unterteilt:
I. Einige Dinge, an die ich glaube
II. Ein paar Leute, die ich gekannt habe
III. Einführungen und Gedanken: Science Fiction
IV. Filme, Kino und Ich
V. Über Comics und einige Menschen, die sie erschaffen
VI. Vorworte und Widersprüche
VII. Musik und die Leute, die sie machen
VIII. Von Sternenwanderer und Märchen
IX. Macht gute Kunst
X. Die Aussicht von den billigen Plätzen: Wirkliche Dinge

In jedem großen Kapitel finden dann sich die Reden oder Essays, die sich mit dem jeweiligen Thema beschäftigen. Das Buch ist sehr gut unterteilt und ich war schon nach den ersten Seiten gefangen von den interessanten Texten und Vorträgen. Auch der Umfang der Sammlung hat mich beeindruckt - auf 576 Seiten erfahren wir Einiges, es gibt vieles zu entdecken. Besonders gefallen hat mir hier Gaimans Vortrag mit dem Titel "Warum unsere Zukunft von Büchereien, Lesen und Tagträumen abhängt" (Kapitel I), den er 2013 für die Reading Agency gehalten hat. Ebenso sein Interview mit Stephen King, das 2012 in der Sunday Times erschien (Kapitel II).
Auch Gaimans persönliche Sicht auf Filme, Comics, Musik und vielem anderen ist unheimlich interessant. Ich habe zwar schon einige Bücher von dem Autor gelesen, bin aber nach diesem Buch sehr gespannt auf die Werke, die ich noch nicht kenne.
Als im Jahr 2016 das englische Original mit dem Titel The View From the Cheap Seats veröffentlicht wurde, habe ich mit Spannung auf die deutsche Übersetzung gewartet - und das Warten hat sich gelohnt. Dieses Buch mit seinen vielen Einblicken ist sogar noch besser, als ich erwartet hatte.


"Lesen ist wichtig. Bücher sind wichtig. Bibliothekare sind wichtig." - Seite 36, eBook


Mein Fazit: Ein beeindruckendes Werk, das eine Sammlung von Reden, Essays, Artikeln und persönlichen Eindrucken von Neil Gaiman erhält. Es ist keine klassische Biographie, aber dennoch gibt es einen interessanten Einblick in das Leben des Autors - seine Interessen, seine Ansichten zu verschiedenen Themen und noch vieles mehr. Mir hat dieses Buch sehr gefallen und kann es jedem empfehlen, der mehr über Neil Gaiman und seine Arbeiten erfahren möchte. Sehr lesenswert!



Meine Bewertung: 





Titel: Beobachtungen aus der letzten Reihe
Autor: Neil Gaiman
Genre: Biografie / Essays
Seitenanzahl: 576
Verlag: Eichborn / Bastei Lübbe
Erstveröffentlichung: 29. September 2017



Vielen Dank an Bastei Lübbe und Netgalley für das Rezensionsexemplar!



Mittwoch, 27. September 2017

Rezension zu "ES" von Stephen King

Zum Buch


Das Böse ist wieder erwacht...

Ungefähr alle 28 Jahre sucht das Grauen die Kleinstadt Derry heim: Das erste Opfer im Jahr 1957 wird der kleine Georgie, der dem zuerst freundlich aussehendem Clown namens Pennywise  an der Öffnung eines Gullys begegnet. Bis zum Sommer 1958 gibt es weitere Opfer, unheimliche Geschehnisse häufen sich in der Kleinstadt. In diesem Sommer werden aber auch Freundschaften geschlossen: Sieben Kinder, die alle aus verschiedenen Gründen in der Schule gemobbt werden, finden zusammen und gründen den "Klub der Verlierer". Doch zwischen den unbeschwerten Momenten schwebt das Grauen auch über ihnen - jeder hat etwas zu berichten. Die Sieben, unter ihnen auch William "Bill" Denbrough, der Bruder des kleinen Georgie, beschließen, das Böse zu besiegen. Ihr gefährlicher Weg führt sie schließlich das weitverzweigte Labyrinth der Kanalisation von Derry, wo ES lebt...
Knapp 27 Jahre später geht das Grauen erneut um, rätselhafte Todesfälle häufen sich. Mike Hanlon, einer der damaligen Kinder, erinnert sich an der Schwur, den sie damals geschlossen haben - und trommelt seine einstigen Freunde zusammen.  Denn ES wurde damals nur verletzt...


"Ein leises Platschen, kreisförmige Wellen ... und dann nichts mehr.
Nichts außer der Angst, die ihn mit überwältigender Heftigkeit überfiel. Er wusste mit einem Mal mit absoluter Sicherheit, dass etwas in der Nähe war, ihn beobachtete, seine Chancen abwägte und nur auf den richtigen Zeitpunkt wartete." - Seite 385


Es ist schon einige Jahre her, als ich ES zum ersten Mal gelesen habe. Passend zum Start der  Neuverfilmung des Romans habe ich mich nun für einen re-read entschieden - und bin wieder aufs Neue überrascht, wie brillant Stephen King die Charaktere hier ausgearbeitet hat. Alles beginnt mit dem kleinen Georgie, der dem unheimlichen Clown namens Pennywise zuerst begegnet. Schon  dieser Anfang ist sehr unheimlich und perfekt geschrieben. Man lernt auf diesen 1.536 Seiten die Kinder, die zugleich Hauptfiguren und Helden sind, sehr gut kennen. Ihr Handeln, ihre Ängste, die Träume und unheimlichen Begegnungen aus dem denkwürdigen Sommer 1958 werden hier bis ins kleinste Detail beschrieben. Es entwickelt sich eine unerschütterliche Freundschaft, über der allerdings das Grauen schwebt: Pennywise, der meist in Gestalt eines Clowns mit Luftballons auftritt, spiegelt die Ängste jedes Einzelnen wieder und versetzt damit Derry in Angst und Schrecken.


"Wenn du Hilfe brauchst, Don", sagte der Clown, "dann bedien dich mit einem Luftballon".
Und er bot ihm die Traube von Ballons an, die er in einer Hand hielt.
"Sie fliegen", sagte der Clown. "Hier unten fliegen wir alle; sehr bald wird auch dein Freund fliegen." - Seite 51


Der Roman ist sehr interessant geschrieben. Denn neben den Abschnitten aus dem Jahr 1958 werden auch die aktuellen Geschehnisse wieder gegeben, die im Jahr 1985 spielen. Die Freunde, inzwischen erwachsen, kehren schließlich nach Derry zurück und nicht alle sind noch am Leben...
Zwischen diesen Abschnitten gibt es immer wieder "Zwischenspiele", in dem Mike Hanlon den merkwürdigen Ereignissen von Derry auf den Grund geht. Dabei fördert er erschreckende Details zutage. Dieser ständige Wechsel zwischen den Zeiten ist aber keinesfalls verwirrend, sondern sehr clever angelegt und gut verständlich. Nach und nach erfährt der Leser schließlich, was sowohl damals (1958), als auch aktuell (1985) passiert.

Auf den insgesamt 1.536 Seiten wird es so gut wie nie langatmig. Die Atmosphäre ist sehr dicht und bringt das Unheimliche, was über dem ganzen Roman schwebt, sehr gut rüber. Ein fesselnder Roman, der außergewöhnlich und auch speziell ist. Der Handlungsverlauf hält neben Freundschaft und einigem Horror auch einige Überraschungen bereit. Eine davon, die in einem Abschnitt ziemlich am Ende passiert, hat mir allerdings so gar nicht gefallen. Dieses war dann tatsächlich "too much". Doch von diesem Abschnitt einmal abgesehen ist es ein großartiger Roman, der einem das Gruseln lehrt.
Von ES, das erstmals im Jahre 1986 erschienen ist, gab es im Laufe der Jahre viele Ausgaben und somit verschiedene Cover. Mir gefällt das Cover der Ausgabe aus dem Jahr 2011 (das ich auch selbst im Regal habe) am besten: Grau und schlicht, mit einem abgebildeten Gully und tollem markanten Schriftzug.


"Schau", flüsterte Richie und deutete auf eine Stelle des Bildes, wobei er sorgfältig darauf achtete, der Oberfläche nicht zu nahe zu kommen. Direkt über der niedrigen Betonmauer am Kanalrand war ein Bogen zu sehen - der obere Teil von etwas Rundem. Etwas wie einem Luftballon." - Seite 456


Mein Fazit: Ein wirkliches Meisterwerk. Dieses umfangreiche Buch fesselt von der ersten Seite an. Es wird unheimlich, sehr  gruselig, spannend und schockierend. In Kombination mit den starken Charakteren, die zu Helden werden und einem Clown, wie er gruseliger nicht sein kann, ein sehr gelungener Horror-Roman. Atmosphärisch sehr dicht schildert King die Geschichte, die bis ins kleinste Detail ausgearbeitet ist. Bis auf einen kleinen Abschnitt am Ende hat mir das Buch unheimlich gut gefallen und gehört meiner Meinung nach mit zu den besten Romanen vom Meister des Grauens. Für Horror- und King-Fans eine große Leseempfehlung!


Meine Bewertung: 





Titel: ES
Autor: Stephen King
Genre: Horror
Seitenanzahl: 1.536 Seiten
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: 1986
Neuveröffentlichung: 08. Februar 2011
 








Freitag, 15. September 2017

Rezension zu "Möge die Stunde kommen" von Jeffrey Archer

Zum Buch

Band 6 der Clifton-Saga

Im Jahr 1970: Nachdem der Prozess endlich überstanden ist, versucht Emma Clifton sich wieder voll und ganz auf ihre Arbeit als Vorstandsvorsitzende im Familienunternehmen, der Barrington Shipping Company zu konzentrieren. Doch in ihrem Arbeitsleben gibt es schon bald einige Veränderungen und Emma muss wichtige Entscheidungen treffen. Eine davon könnte das Leben von ihrem Mann Harry für immer verändern. Dieser ist nach wie vor als Schriftsteller sehr erfolgreich, auch sein furchtloser Einsatz für einen in Sibirien inhaftierten Autor hat seine Bekanntheit nochmal gesteigert. Ihr Bruder Giles Barrington setzt indessen seine politische Karriere für seine große Liebe aufs Spiel und auch Sebastian, der Sohn von Emma und Harry, versucht sein privates Glück zu finden. 
Sie alle ahnen noch nicht, dass manches ganz anders laufen wird, als gedacht...


In sehr kurzer Zeit hatte sie lernen müssen, gleichsam mit drei Bällen zu jonglieren, und zum ersten Mal in ihrem Leben gab es Momente, in denen sie sich fragte, ob sie sich zu viel aufgeladen hatte. - Seite 229, eBook


Wie schon gewohnt, schließt auch der 6. Band nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an, der mit einem großen Cliffhanger endete. Hilfreich ist hier der Prolog, der die letzten Seiten des 5. Bandes zur Erinnerung nochmals wiedergibt. So ist man sofort wieder mitten in der Geschichte, die schnell an Fahrt aufnimmt: Im Mittelpunkt stehen weiterhin Emma Clifton, ihr Mann Harry, sowie ihr gemeinsamer Sohn Sebastian, der inzwischen erwachsen ist und ebenfalls zu den Hauptfiguren gehört. Auch Giles Barrington ist wieder mit dabei - Emma Bruder und Harrys bester Freund seit Kindertagen. Jeder von ihnen hat mit eigenen, teils dramatischen Ereignissen zu kämpfen - diese sind spannend zu verfolgen und mit Wendungen, die man so nicht erwartet hat. Freud und Leid liegen hier oft nah beieinander. Auch sind die Feinde wieder zahlreich: Neue Intrigen und Verschwörungen werden geplant, alte Bekannte kommen wieder ins Spiel.
Der Schreibstil ist flüssig und die Geschichte wird sehr packend erzählt: Jeffrey Archer kommt bei den einzelnen Abschnitten immer schnell auf den Punkt, es wird niemals langatmig, alles ist unheimlich gut miteinander verknüpft. Gerade das mag ich an der Clifton-Saga sehr.
Neben den Lebensereignissen der beiden Familien werden auch die Schicksale von zwei Nebenfiguren erzählt - ebenfalls sehr spannend.
Das Cover hat den schon bekannten historischen Flair und passt vom Stil her sehr gut zu seinen Vorgängern.


"Sind sie immer noch sicher, dass nichts bis zu irgendjemanden an diesem Tisch zurückverfolgt werden kann?"

- "Definitiv. Wir drei sind die einzigen Menschen, die wissen, was vor sich geht, und ich bin der einzige, der weiß, wo die Leichen begraben sind." - Seite 263, eBook


Mein Fazit: Auch der inzwischen sechste und vorletzte Band  der Clifton-Saga liest sich so spannend wie ein Krimi: Es wird wieder packend, dramatisch und spannend - neue Intrigen und Verschwörungen werden geschmiedet, aber auch überraschende Entwicklungen - positiv wie negativ- erwarten den Leser. Möge die Stunde kommen steht seinen Vorgängern in nichts nach  und hält natürlich auch am Ende wieder einen Cliffhanger bereit.
Ich bin nach wie vor begeisterte Leserin der Clifton-Saga und nun sehr gespannt auf den letzten Band, der im Dezember 2017 erscheint. Sehr lesenswert! 


Meine Bewertung: 





Titel: Die Clifton-Saga 6: Möge die Stunde kommen
Autor: Jeffrey Archer
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 592
Verlag: Heyne


Die Bücher der Clifton-Saga:
Band 1 - Spiel der Zeit
Band 2 - Das Vermächtnis des Vaters
Band 3 - Erbe und Schicksal
Band 4 - Im Schatten unserer Wünsche
Band 5 - Die Wege der Macht
Band 6 - Möge die Stunde kommen
Band 7 - Winter eines Lebens


Weitere Meinungen zum Buch/Hörbuch findet ihr hier:
Leuchtturmwärterins Büchertürmchen



Vielen Dank an das Bloggerportal  und Heyne für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 12. September 2017

Rezension zu "Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt" von Akram El-Bahay

Zum Buch


Band 1 um die Bibliothek der flüsternden Schatten

Sam gehört zu den besten Dieben der Stadt, doch dieses Leben möchte er nun komplett hinter sich lassen. Sein Traum ist es, sich als Palastwache von Mythia einen Namen zu machen. Tatsächlich schafft er es mit einer List, als Wächter im Palast des Weißen Königs aufgenommen zu werden - allerdings ist Sams Aufgabe eine ganz andere, als er erwartet hatte: Anstatt des Königs soll er dessen Bibliothek bewachen. Für Sam im ersten Moment eine Enttäuschung, denn er hat nie Lesen und Schreiben gelernt. Doch als er zum ersten Mal die unendliche Bücherstadt unter den Straßen Mythias betritt, ist er sprachlos von dessen  Ausmaßen. Die endlosen Bücherstraßen und meterhohen Regale sind allerdings längst nicht alles, was Paramythia zu bieten hat. Das Herz der Bücherstadt scheint ein phantastisches und ebenso gefährliches Geheimnis zu haben...


"Das Wispern von Stimmen und das Rascheln von Seiten empfing sie, kurz bevor sie das Ende der langen Treppe erreicht haben.  Es schien fast, als wollte dieser Ort sie willkommen heißen. Die Große Galerie überwältigte Sam aufs Neue und entfachte in ihm den Wunsch, die Worte zwischen den Buchdeckeln lesen zu können." -Seite 40/41, eBook


Im ersten Augenblick hat mich das wunderschöne Cover und vor allem der Titel auf dieses Buch aufmerksam gemacht: Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt lässt schon erahnen, das Bücher hier eine zentrale Rolle spielen. Der Schauplatz ist beeindruckend: Unter der Stadt Mythia befindet sich eine geheimnisvolle Bücherstadt, die Paramythia genannt wird - endlose Straßen, Gänge und Regale, in denen sich ein Buch an das andere reiht und das gesamtes Ausmaß der Bibliothek noch nicht ganz erforscht ist. Schon die detailreichen Beschreibungen dieses Ortes ist dem Autor sehr gelungen. Der ehemalige Meisterdieb Sam ist als Nichtleser im ersten Augenblick wenig begeistert von seiner Aufgabe, alte und staubige Bücher zu bewachen. Doch das ändert sich schlagartig, als unheimliche Schatten auftauchen und sich die Ereignisse plötzlich überschlagen...
Mehr möchte ich vom Inhalt hier nicht verraten, denn dieser entwickelt sich sehr spannend und hält einen interessanten Verlauf parat.
Neben der Bücherstadt gibt es noch viele weitere Orte und Begebenheiten zu entdecken - besonders die Fantasy-Elemente sind wunderbar eingebracht. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen - die Schauplätze und Szenen im gesamten Roman werden sehr gut beschrieben.
Überrascht hat mich hier die gesamte Entwicklung der Geschichte, die einige Entdeckungen bereithält, die man zuerst nicht vermutet - auch in das bisherige Leben von Sam, der mit vollen Namen Samir heißt, bekommt man nach und nach einen guten Einblick. Eine sehr sympathische Hauptfigur. Was etwas schade ist: Die anderen Charaktere bleiben etwas blass. Besonders die junge Frau Kani hätte gerne noch etwas mehr in den Vordergrund rücken können.


"Da war etwas zwischen den Tappen ihrer Schritte. Ein Geräusch, so leise wie der Schlag eines Flügels. Ein Wispern. Als würden Schatten, die zwischen den Stufen nisteten, miteinander flüstern, während Sam und Kani an ihnen vorbei ins Herz der Bücherstadt gingen. In ein Herz aus Tinte." -Seite 101, eBook


Mein Fazit: Der Auftakt dieser Reihe hat einiges zu bieten - neben einem beeindruckendem  Schauplatz gibt es besondere Figuren, phantastische Geheimnisse und einen spannenden Handlungsverlauf. Sehr gefallen hat mir hier, dass die Geschichte sehr unvorhersehbar ist - denn die Inhaltsangabe gibt nur einen kleinen Einblick, was es umso spannender macht. Was ich mir neben stärkeren Nebencharakteren noch etwas gefehlt hat,  ist dieser gewisse Bücherzauber, den ich in Büchergeschichten immer sehr mag. Ein klein wenig Luft nach oben ist also noch vorhanden, doch dieser Auftakt mit seiner magischen Bücherstadt ist schon sehr gelungen. 

Meine Bewertung: 





Titel: Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
Autor: Akram El-Bahay
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 382
Verlag: Bastei Lübbe

Weitere Meinungen zum Buch:
Monis Zeitreise
Irve liest



Vielen Dank an Bastei Lübbe und Netgalley für das Rezensionsexemplar!