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Der Merle-Zyklus –
Band 4
Serafins
Venedig ist voller Magie. In einer Neumondnacht begibt er sich mit seiner
geflügelten Katze auf Beutezug. Wie jeden Monat ist für eine Nacht das Wasser
aus den Kanälen verschwunden. Doch statt Kostbarkeiten findet Serafin auf dem
Grund des Canal Grande zwei fremde Mädchen, leblos am Fuß eines goldenen
Spiegels. Mächtige Gegner machen Jagd auf die beiden. Die Gilde der
Glasbrenner, die Kartographen der Spiegelwelt und eine legendäre Katzengöttin –
sie alle sehen in den Mädchen Junipa und Merle den Schlüssel zu Venedigs
uraltem Zauber.
(Quelle: Klappentext)
Mit großer
Begeisterung habe ich gerade die ersten drei Merle-Bücher zum zweiten Mal
gelesen. Die ehemalige Trilogie wurde erstmals in den Jahren 2001/2002 veröffentlicht. Nun, nach gut 18 Jahren ist Autor Kai Meyer
wieder in Merles magische Welt zurückgekehrt und überrascht mit einem neuen Abenteuer, das mich genauso begeistern konnte
wie dessen Vorgänger. Serafin. Das Kalte Feuer ist das vierte Buch aus dem Merle-Zyklus
und spielt in einem anderen Venedig, in dem es genau so magisch ist wie in
Merles alter Welt. In den ersten drei Romanen wird am Rande immer wieder
erwähnt, dass es hinter der Spiegelwelt noch weitere Versionen von Venedig gibt
– und somit auch ein anderer Serafin und vielleicht auch eine andere Merle:
„Merle folgte ihr durch die Wand aus Silber, hinaus in die Labyrinthe der Spiegelwelt, dorthin, wo es so vieles zu sehen, zu erkunden, zu finden gab. Ihren Vater. Das andere Venedig – das aus den Spiegelungen auf den Kanälen. Und dort wiederum, wer weiß, eine andere Merle, eine andere Junipa. Einen anderen Serafin.“ - aus DAS GLÄSERNE WORT, Seite 300
Die Handlung
beginnt zwei Jahre nach den letzten Geschehnissen in Das Gläserne Wort. Zunächst
lernen wir den Serafin aus dem anderen Venedig kennen und mit ihm ein
mysteriöses Phänomen: Einmal im Monat verschwindet das Wasser aus den Kanälen.
In dessen Schlamm sucht Serafin nach Schätzen. Doch in dieser Nacht ist alles
anders: Er findet zwei bewusstlose Mädchen, die vor einem alten Spiegel am
Grund liegen. So lernt er zunächst Junipa kennen, das Mädchen mit den
Spiegelaugen.
„Serafin sah sie von der Seite an. Ihr hellblondes Haar war zerzaust, und in ihren Augen spiegelte sich die Düsternis des Speichers. Er hätte es seltsam finden müssen, unheimlich sogar, doch tatsächlich hatte er nur das Bedürfnis, sie zu beschützen.“ – Seite 144
Was mir hier
sehr gut gefallen hat: Merle und Junipa sind noch die gleichen liebgewonnenen
Figuren aus den Vorgängern, somit wird ihre Geschichte hier weitererzählt – nur
Serafin ist ein anderer. Wir erfahren, was die beiden Mädchen in den letzten
zwei Jahren auf ihren Reisen durch die Spiegelwelt erlebt haben und nach was
sie wirklich suchen. Dabei sind ihnen mächtige Gegner auf den Fersen, die sie
bis in Serafins Venedig verfolgen. Auch
Serafin hat eigene Sorgen und Probleme, doch er ist bereit, den beiden Mädchen
zu helfen. Somit erleben alle ein gefährliches Abenteuer mit einigen
Überraschungen - ihr Weg führt sie
schließlich an einen besonderen Ort, der geheimnisvoller nicht sein kann…
„Der Staub, den Merle für Asche gehalten hatte, roch nach nichts und haftete auch nicht an ihren Fingerspitzen, als sie sich danach bückte. Ebenso wenig setzte er sich auf ihrer Kleidung fest. Es dauerte eine Weile, ehe ihr klarwurde, dass es sich nicht um Schmutz handelte, sondern um lose Fragmente der Wirklichkeit, die an diesem Ort allmählich zerstäubte.“ – Seite 285
Die
Geschichte ist von Anfang an fesselnd – sowohl der spannende Verlauf der
Handlung, als auch die beeindruckenden Schauplätze, die magischen Phänomene und
die Figuren, die nicht immer menschlich sind, wie u.a. Cagliostra, die
geflügelte goldene Katze. Alles ist sehr
gut aufeinander abgestimmt und lässt den Leser eintauchen in eine phantastische
Welt. Besonders das letzte Drittel hat mir unheimlich gut gefallen.
Nun noch zu
der Frage, ob man die Vorgänger gelesen haben sollte: Dieses Buch ist zwar ein ganz eigenes und es
gibt immer wieder kleinere Rückblicke mit den wichtigsten Eckpunkten aus den ersten
drei Büchern – allerdings würde ich empfehlen, zunächst doch die Vorgänger zu
lesen. Einfach, weil viele Figuren und deren Schicksale erwähnt werden und
auch, wie es schließlich zu der Reise von Merle und Junipa kam. So hat man dann
das volle Lesevergnügen.
Passend dazu
ist die ehemalige Trilogie nochmal neu veröffentlicht worden – genau wie der
neue Serafin-Roman als wunderschöne Hardcover mit Schutzumschlag.
Mein Fazit: Auch
dieses Buch aus dem Merle-Zyklus hat mich mit den vielen phantastischen
Elementen, den detailreich geschilderten Schauplätzen und den schillernden
Figuren überzeugt. Besonders das letzte Drittel ist besonders packend und
schildert eine abenteuerliche Reise. Es wird magisch, spannend, gefährlich und
überraschend.
Auch wenn
mich alle Bücher aus dem Merle-Zyklus sehr begeistert haben, ist dieses hier
mein neues Lieblingsbuch der Reihe. Sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Der Merle-Zyklus 4 - Serafin. Das Kalte Feuer
Autor: Kai Meyer
Genre: Jugendfantasy
Seitenanzahl: 384
Verlag: FISCHER Sauerländer
Erstveröffentlichung: 26. Februar 2020
Die Bücher des Merle-Zyklus:
Band 1 - Die Fließende Königin
Band 2 - Das Steinerne Licht
Band 3 - Das Gläserne Wort
Band 4 - Serafin. Das Kalte Feuer


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