Sonntag, 29. Dezember 2019

Rezension zu "Der Wal und das Ende der Welt" von John Ironmonger

Zum Buch


Das Dorf, der Mann und der Wal

Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt. John Ironmonger erzählt eine mitreißende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Welt, in der wir leben? Was brauchen wir, um uns aufgehoben zu fühlen? Und was würdest du tun, wenn alles auf dem Spiel steht? Ein kleiner Ort in Cornwall und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.  
(Quelle: Auszug aus dem Klappentext)



Schon zum Erscheinungstermin im März 2019 war ich ziemlich neugierig auf dieses Buch – nun habe ich es endlich gelesen. Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass das Buch eine besondere Geschichte erzählt. Zunächst erfährt man alles über den außergewöhnlichen Tag, an dem gleich zwei sonderbare Ereignisse in dem verschlafenen Dörfchen St. Piran geschehen: Ein Mann wird am Strand gefunden - halb tot und vom Meer angespült. Kurze Zeit später strandet ein Wal. Beeindruckend und spannend zu verfolgen sind hier zunächst die Schilderungen, wie fast das gesamte Dorf zusammengetrommelt wird, um den Wal zu retten.


„Als der Wal liegen blieb, drehte sich der Kopf ganz leicht und kippte zu einer Seite, und Joe sah ihm plötzlich direkt ins Auge. Eine schreckliche Botschaft der Hoffnungslosigkeit schien direkt aus dem Herzen des Tieres zu kommen.“ – Seite 33, eBook


Auch lernen wir den gestrandeten jungen Mann Joe besser kennen. Nach und nach erfahren wir, was ihn von London nach St. Piran verschlagen hat. Joe ist Analyst in einer Investmentbank und berechnet jeden Tag verschiedene mögliche Szenarien.  Schon bald wird klar, das alles mit allem verbunden ist und  wie schnell diese Verbindungen die Welt aus dem Gleichgewicht bringen könnten. Die Entwicklung der Story ist interessant und irgendwie fesselnd – sie führt viel weiter, als ich zunächst gedacht habe.


„Die Welt wird immer komplexer, alles hängt immer noch stärker mit allem anderen zusammen.“ – Seite 98, eBook


Wie ein dreihundert Seelen Dorf, das weit abseits der großen Städte liegt, plötzlich in den Mittelpunkt gerät, ist beeindruckend zu verfolgen, auch die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Das Ende ist gut gewählt und hält einige Überraschungen bereit.


„Er wandte sich vom Strand ab und entdeckte einen Trampelpfad, der zu den Klippen führte. Hinter einer Felsnase verborgen blickte er wieder auf den Ozean hinaus. Wie können wir uns diesen Planeten mit einer so gigantischen Menge Wasser teilen und trotzdem fast nie daran denken?“ – Seite 74, eBook


Mein Fazit: Ein besonderes Buch, das überrascht. Die Geschichte über ein kleines englisches Küstendorf, einen jungen Mann aus der Großstadt und einen Wal ist interessant und packend zu verfolgen. Besonders der Verlauf der Story ist völlig unvorhersehbar und entwickelt sich in eine Richtung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Ein Buch, das viele Facetten hat: Es ist auf gewisse Weise packend, sehr interessant und berührend, regt aber auch gleichzeitig zum Nachdenken an. Sehr lesenswert!


Meine Bewertung: 




Titel: Der Wal und das Ende der Welt
Autor: John Ironmonger
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 480
Verlag: S. Fischer
Erstveröffentlichung: 27. März 2019

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