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April 1999. Im friedlichen Mount Pleasant an der amerikanischen Ostküste wird die Leiche der jungen Alaska Sanders geborgen. Die Geständnisse eines Verdächtigen und seines Komplizen genügen, um die Ermittlungen zu einem raschen Erfolg zu führen.
Juni 2010. Sergeant Perry Gahalowood, der seinerzeit von der Schuld des Verdächtigen restlos überzeugt war, erhält anonym eine verstörende Nachricht. Was, wenn er damals die falsche Fährte verfolgt hat? Gemeinsam mit seinem Freund, dem Schriftsteller Marcus Goldman, dessen Erfolg „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ vor der Verfilmung steht, rollt er den Fall neu auf – und fördert Details aus Alaskas Vergangenheit zutage, die die damaligen Ereignisse in ein völlig anderes Licht rücken ...
(Quelle: Inhaltasngabe - Piper Verlag)
Die Affäre Alaska Sanders ist die Fortsetzung des spannenden Krimis Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert (2013) und wurde am 01. Juni 2023 veröffentlicht. Gleichzeitig ist es der dritte Roman um den erfolgreichen Schriftsteller Marcus Goldman. Der 2. Band Die Geschichte der Baltimores erschien im Mai 2016 und kann unabhängig von diesen beiden Büchern gelesen werden.
Die Handlung beginnt im April 2010, circa eineinhalb Jahre nach den Geschehnissen um Harry Quebert im Sommer 2008. Der erfolgreiche Schriftsteller Marcus Goldman ist seit den gemeinsamen Ermittlungen im Quebert-Fall mit Sergeant Perry Gahalowood befreundet. Dessen Leben gerät aus den Fugen, als ihn ein Schicksalsschlag ereilt. Doch nicht nur das: Plötzlich taucht eine anonyme Nachricht auf, die die Ermittlungsergebnisse bei einem damaligen Fall komplett infrage stellt.
Es geht um die 22-jährige Alaska Sanders, die im Jahr 1999 ermordet aufgefunden wurde. Perry Gahalowood war damals einer der ermittelnden Polizisten. Ein Geständnis und eindeutige Beweise führten sie schnell zum Täter. Doch als nun, elf Jahre später, die rätselhafte Nachricht auftaucht, ist nichts mehr sicher. Gemeinsam rollen Marcus Goldman und Perry Gahalowood die Ermittlungen neu auf und reisen in den friedlichen Ort Mount Pleasant in New Hampshire. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie schließlich auf Fakten, die alles ändern. Die anfängliche Kleinstadt-Idylle ist zudem mehr als trügerisch…
Die Handlung ist ähnlich aufgebaut wie schon im Vorgänger „Harry Quebert“. Marcus Goldman erzählt die aktuellen Geschehnisse wieder in der Ich-Perspektive, jedoch wechselt der Erzählstil regelmäßig. Es gibt Rückblicke in die Vergangenheit, hauptsächlich natürlich aus dem Jahr 1999, als Alaska Sanders ermordet aufgefunden wurde. Neben Auszügen aus den damaligen Befragungen gibt es auch viele Einblicke in die verschiedenen Lebenswege der gut ausgearbeiteten Charaktere.
„Aus der Dunkelheit tauchte das lächelnde Gesicht auf, das ihm so gut gefiel. Doch er sollte bald herausfinden, dass das strahlende Lächeln nur eine Fassade war, hinter der sich tiefe Verzweiflung verbarg.“ – Seite 212, eBook
Die regelmäßigen Wechsel und die Zeitsprünge fügen sich gut zusammen. Sie bauen aufeinander auf und sind immer mit dem jeweiligen Datum versehen, sodass man nicht durcheinanderkommt und einen sehr guten Überblick über die Geschehnisse behält.
Nach und nach setzt sich aus den vielen Puzzleteilen ein Gesamtbild zusammen, das mehr als überraschend ist. So manches dunkle Geheimnis kommt ans Licht. Das spannende Verwirrspiel ist Joel Dicker perfekt gelungen.
Sehr gut gefallen hat mir, dass es hier ein Wiedersehen mit einigen bekannten Charakteren gibt, wie Perry Gahalowood, der hier eine sehr zentrale Rolle spielt. Auch gibt es immer wieder Rückblicke in Marcus Goldmans Leben, sowie seine Zeit mit Harry Quebert, der hier auch nicht vergessen wird.
„Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihnen folgen kann, Harry.“
„Das ist ganz normal. Können Sie ein Geheimnis wahren, Marcus? Die Schwierigkeit bei einem Geheimnis besteht nicht so sehr darin, es nicht zu verraten, sondern damit zu leben.“ – Seite 267, eBook
Noch zu der Frage, ob man den Vorgänger gelesen haben sollte: Ich würde es empfehlen, da Harry Quebert hier immer wieder erwähnt wird und man so einen noch besseren Überblick über die Zusammenhänge bekommt, u.a. auch, wie Gahalowood und Goldman sich kennen gelernt haben.
Es ist aber durchaus möglich, dieses Buch ohne Vorkenntnisse zu lesen, da es sich um einen eigenständigen Fall handelt. Man bekommt hier einen guten Einblick in die damaligen Geschehnisse um Harry Quebert, aber ohne das zu viel verraten wird – falls man das Buch später doch noch lesen möchte. Auch Die Geschichte der Baltimores wird am Rande erwähnt – der Roman ist zwar vor Alaska Sanders erschienen, aber erst im Jahr 2012 angesiedelt.
„Woran denken Sie, Schriftsteller?“, fragte Gahalowood.
„Dass das hier ein ziemlich wirres Puzzle ist. Es muss ein Element geben, dass all diese Teile verbindet. Etwas, das wir übersehen haben, obwohl es ins Auge sticht.“ – Seite 329, eBook
Mein Fazit: Ein gelungener Krimi – spannend, überraschend und mit einem perfekten Verwirrspiel. Nach und nach fallen die Puzzleteile an ihren Platz und ergeben ein ziemlich überraschendes Gesamtbild. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und die Story – sowohl in Vergangenheit und Gegenwart – halten ungeahnte Wendungen bereit. Spannend bis zum Schluss, es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen – sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Marcus Goldman 2: Die Affäre Alaska Sanders
Autor: Joel Dicker
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 592
Verlag: Piper
Erstveröffentlichung: 01. Juni 2023
Die Bücher um Schriftsteller Marcus Goldman:
Band 1 - Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
Band 2 - Die Geschichte der Baltimores
Band 3 - Die Affäre Alaska Sanders (die Fortsetzung von Harry Quebert)
Eine weitere Rezension findet ihr bei Weltenwanderer.
Vielen Dank an den Piper-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

Schönen guten Morgen!
AntwortenLöschenIch mochte diesen Band wieder sehr! Harry Quebert hab ich ja verschlungen - bei den Baltimores wurde es ja auch spannend, aber es war für mich eher ein Familiendrama und das fesselt mich halt einfach nicht so. Da war Alaska Sanders wieder (zum Glück) anders und auch wenn schon sehr sehr viele Dramatik eingebaut wurde hat es mir sehr gut gefallen! Es ist ja so ziemlich alles zwischenmenschliche passiert was es nur geben kann *lach*
An sich ist es gut zu lesen als Einzelband durch die Einblicke auf die anderen zwei Geschichten, ich finde aber auch, dass man einen besseren Überblick erhält wenn man alle liest :)
Liebste Grüße, Aleshanee
Hallo liebe Aleshanee,
Löschenja, "Alaska Sanders" ist eine gelungene Fortsetzung von "Harry Quebert" und hat mir sogar noch ein ganz klein wenig besser gefallen. Dieses Verwirrspiel ist wirklich gelungen! Schön, dass es dir auch so gut gefallen hat. :)
"Die Geschichte der Baltimores" ist eher ein Drama als ein Krimi, da hast du recht - ich lese sowas ja sehr gerne und das Buch hatte mir damals wirklich gut gefallen. Ich werde es auf jeden Fall mal für einen re-read vorsehen.
Liebe Grüße
Nicole