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Das Klimaquartett – Band 4
Eine Kammer hoch im Norden, gefüllt mit Pflanzensamen aus aller Welt. Drei Brüder und ihre Großmutter, vereint in der Hoffnung, dieses letzte Band zwischen Mensch und Natur zu behüten.
Tommy wächst in der kargen Landschaft Spitzbergens mit zwei Brüdern bei seiner geliebten Großmutter auf. Als wichtigste Lebensweisheit gibt sie ihm mit: In einer großflächig zerstörten Welt ist die Saatgutkammer ein Schatz, der mit allen Mitteln beschützt werden muss. Tommy soll diese Aufgabe später von seiner Großmutter übernehmen. In eindrucksvollen Bildern und mit viel Wärme erzählt Maja Lunde von der Bedeutung des Familienzusammenhalts und von unserem Umgang mit der Natur. Sie beschäftigt sich mit den drängenden Fragen unserer Zeit: Wie wurde der Mensch zu einer Spezies, die alles verändert hat? Und sind wir selbst eine bedrohte Art?
(Quelle: Inhaltsangabe - btb Verlag)
Nach Die Geschichte der Bienen, Die Geschichte des Wassers und Die Letzten ihrer Art ist Der Traum von einem Baum der abschließende Band von Maja Lundes Klimaquartett. Hier gibt es ein Wiedersehen mit der Protagonistin Tao, die schon eine zentrale Rolle im ersten Band spielte, der mir damals sehr gut gefallen hatte.
Im Jahr 2110: Tommy wächst zusammen mit seinen kleinen Brüdern Hilmar und Henry bei seiner Großmutter Louise auf. Ihre Heimat ist der Ort Longyearbyen, mitten in der kargen Landschaft von Spitzbergen. In diesem abgelegenen Teil der Welt hoch im Norden hütet seine Großmutter einen wertvollen Schatz: Eine riesige Kammer mit Pflanzensamen aus der ganzen Welt. Louise lehrt Tommy alles Wissenswerte über das Saatgut und deren Bedeutung in der heutigen Welt, in der nach dem großen Kollaps nichts mehr so ist, wie es einmal war. Tommy soll einmal ihre Aufgabe übernehmen und über die Kammer wachen.
Doch eines Tages wird Spitzbergen von einer Katastrophe heimgesucht - plötzlich ist Tommys Familie auf sich allein gestellt, an einem Ort, der sich schon vor Jahren von der restlichen Welt isoliert hat.
„Der Rest, die Chronologie, verschwindet, die Zeit zerfällt in Einzelteile, losgelöste Puzzlestücke, die Tommy hin- und herschieben kann und die auf gewisse Weise alle zusammenpassen und doch wieder nicht, weil nichts wirklich einen Sinn ergibt; der Sinn ist verdampft, wie Wassertropfen auf der heißen Kohle Spitzbergens, er zischt ein letztes Mal, ehe er sich in Luft auflöst.“ – Seite 132, eBook
Weit entfernt, im chinesischen Sichuan lebt Tao – in Erinnerungen an ihren Sohn Wei-Wen, den sie vor zwölf Jahren auf tragische Weise verloren hat. Wie viele andere Menschen kämpft sie in einer ausgebeuteten und zerstörten Welt gegen die Hungersnot an. Eine Expedition in den hohen Norden gibt Hoffnung: Den Mythos einer Saatgutkammer – diese scheint die einzige Hoffnung, die Zukunft zu retten.
"Tao hatte alte Fotos von der Saatgutbank studiert (…) Eigentlich bestand das Gebäude nur aus einer einzigen Tür. Dahinter führte ein langer Tunnel in den Berg hinein, wo sich drei Lagerräume befanden. Lange Regalreihen, mit Kisten gefüllt. In diesen Kisten lagerten die Samen, sorgfältig in aller Welt geerntet, getrocknet und in Papiertüten gefüllt, jedes Land hatte seine Kiste, sein Erbgut. Samen von Pflanzen, die von der Welt vergessen worden waren, derer sich das Anthropozän, das menschengemachte Zeitalter, längst entledigt hatte.“ – Seite 32, eBook
Die Handlung wechselt zwischen den Blickwinkeln von Tommy und Tao, wobei die Abschnitte von Tommy um einiges länger sind. Neben den aktuellen Geschehnissen, die anfangs sehr rätselhaft sind, gibt es viele Rückblicke in die Vergangenheit mit einem detaillierten Einblick in das Leben von Tommy und seiner Familie im hohen Norden. Auch die Abschnitte über die Bedeutung des Saatgutes, der Saatgutbank und deren Entstehung sind interessant zu verfolgen.
Sehr gefallen hat mir, dass es ein Wiedersehen mit Tao gibt – hier wird nochmal kurz wiederholt, was damals, vor zwölf Jahren mit ihrem Sohn Wei-Wen passiert ist und welche Hoffnung sie in die lange Reise in den Norden setzt. Doch die Expedition läuft anders als erhofft…
Nach und nach fügen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen und ergeben ein Gesamtbild, dass überrascht und bewegt.
Der detaillierte Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, dennoch hat mir in diesem Roman etwas gefehlt: Das Thema Klimawandel rückt angesichts von Tommys Geschichte etwas zu sehr in den Hintergrund, gerne hätte ich noch mehr über die Veränderungen auf der Erde durch den Kollaps erfahren. Auch Tao selbst geht etwas in der Geschichte unter. Im Mittelpunkt steht hier eigentlich die ziemlich traurige Familiengeschichte von Tommy. Diese ist zwar sehr bewegend, dennoch bin ich mit dieser Figur und manchen seiner Entscheidungen nicht richtig warmgeworden.
Auch wenn das Buch Teil einer Reihe ist, kann man diesen Band auch unabhängig von den anderen lesen. Ich werde demnächst noch die Bände zwei und drei lesen, auf die ich sehr gespannt bin.
Mein Fazit: Ein bewegender Roman, der zwar toll geschrieben ist, aber ein paar Schwächen hat.
Der Schreibstil ist detailliert, die Schauplätze auf Spitzbergen sind beeindruckend beschrieben und nach und nach setzt sich aus einzelnen Puzzleteilen ein überraschendes Gesamtbild zusammen. Gut gefallen haben mir ebenfalls die Informationen zum Thema Pflanzensamen und wie wertvoll diese sind.
Jedoch rückt der Klimawandel als zentrales Thema etwas zu sehr in den Hintergrund – überwiegend geht es um die dramatische und sehr traurige Familiengeschichte von Tommy. Auch Taos weitere Geschichte kommt leider etwas zu kurz. Dennoch ein lesenswertes Buch, dem ich 3,5 Sterne gebe.
Meine Bewertung:
Titel: Der Traum von einem Baum
Autorin: Maja Lunde
Genre: Roman
Seitenanzahl: 560
Verlag: btb
Erstveröffentlichung: 20. April 2023
Das Klima-Quartett - die Bücher:
Band 1 - Die Geschichte der Bienen
Band 2 - Die Geschichte des Wassers
Band 3 - Die Letzten ihrer Art
Band 4 - Der Traum von einem Baum

Schönen guten Morgen!
AntwortenLöschenMich reizt dieses "Quartett" zwar immer wieder, aber ich glaube einfach nicht, dass mir die Geschichten gefallen. Ich hatte ja mal in das erste reingelesen, das mit den Bienen, aber ich hatte hier schon anfangs meine Schwierigkeiten, reinzufinden. Deshalb glaube ich nicht, dass ich mich hiermit wohlfühlen würde...
Schade dass der letzte Band davon jetzt nicht so überzeugend für dich war.
Liebste Grüße, Aleshanee
Hallo liebe Aleshanee,
Löschenmir hatte damals "Die Geschichte der Bienen" sehr gut gefallen und hatte die restlichen Bücher auch immer im Hinterkopf.
Falls du dir unsicher bist und nochmal einen Versuch starten möchtest, könntest du dir die Bücher ja vielleicht aus der Bibliothek leihen. :)
Auch wenn der Abschlussband nicht ganz sooo stark war, möchte ich noch die beiden Mittelbände lesen.
Liebe Grüße
Nicole
Mal sehen ob ich nochmal Lust drauf habe. Momentan gibt es einfach zu viele andere Bücher, die mich mehr reizen ;)
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