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Ein Haus, das ein Eigenleben führt...
Johnny
Truant hatte es nicht immer leicht im Leben. Doch dieses ändert sich nochmal schlagartig,
als der sonderbare alte Mann namens Zampanò stirbt. In dessen Nachlass findet
Johnny etwas , das viel größer ist, als er zunächst ahnt: Unmengen an Seiten,
Karten und Schnipsel - alles eng beschrieben. Denn Zampanò hat an einem Projekt
gearbeitet, dem er den Namen Der Navidson Record gegeben hat. Eine Art
Dokumentarfilm, das ein mysteriöses und unaussprechliches Geheimnis birgt. Der preisgekrönte Fotojournalist Will Navidson,
der einst den Pulitzer Preis erhielt, zieht mit seiner Familie in ein neues
Haus. Schon bald merkt er, dass dieses über besondere Eigenschaften verfügt
- das Haus verfügt über Räume, die nicht
im Grundriss verzeichnet sind. Anfangs ahnt Navidson noch nicht, in welchen
Albtraum er geraten wird. Bei einer ersten Erkundung gerät er in Lebensgefahr.
Schließlich zieht er Spezialisten hinzu und beginnt, die mysteriösen Ereignisse
und das seltsame Eigenleben des Hauses filmisch festzuhalten...
"Das Ganze hier, nehmen Sie es einfach nur als das, was es ist. Und falls Sie irgendwann einmal zufällig an diesem Haus vorbeikommen sollten, bleiben Sie nicht stehen, gehen Sie auch nicht langsamer, sondern laufen Sie einfach weiter. Da ist nichts. Seien Sie vorsichtig." -Seite 5
Schon lange
wollte ich dieses außergewöhnliche Debüt lesen. Außergewöhnlich und sehr
speziell ist dieses Buch in der Tat: Die Story besteht aus verschiedenen
Sichtweisen und Erzählebenen. Sozusagen
eine Geschichte in der Geschichte. In der Einleitung lernen wir zunächst Johnny
Truant kennen, der in einer unheimlichen Art und Weise berichtet, wie er im
Nachlass des verstorbenen Mannes Zampanò dessen Mammutprojekt namens Der Navidson
Record entdeckt. Dieses ist eine Art Dokumentation, auf vielen Seiten
festgehalten über ein Haus, dass ein schlimmes Geheimnis birgt... Im Laufe der
Handlung erfährt man mehr über den eigenbrötlerischen Zampanó, der das
Verhalten Will Navidsons und die Veränderungen des Hauses bis ins kleinste
Detail durchleuchtet und analytisch festhält. Dem zugrunde liegen die Videoaufnahmen
von Navidson. Die zentrale Geschichte dieses Romans bildet dann Zampanòs
Aufzeichnungen - bestehend aus unzähligen Fußnoten und Kommentaren von Johnny
Truant, dessen Erlebnisse ebenfalls fortgeführt werden. Im ersten Moment etwas
kompliziert, doch wenn man sich erst mal eingelesen und sich an den Stil
gewöhnt hat, ist das Buch sehr gut verständlich.
Nicht nur
die Geschichte sondern auch deren Gestaltung ist speziell: Die Schriftarten
ändern sich, Seiten, die spiegelverkehrt geschrieben sind. Manche Seite sind
nur mit einem Wort bedruckt, andere sind eng beschrieben. Ein wahrlich
sonderbares Leseabenteuer. Dennoch gerät durch die vielen Verschachtelungen,
die eigentliche Geschichte um das Haus, das ein Eigenleben führt, in den
Hintergrund. Dieses finde ich sehr schade, da gerade diese Abschnitte die Besten
im ganzen Buch waren. Die vielen Unterbrechungen und analytischen Abschweifungen
zerstören die gerade aufgebaute Spannung, zudem werden die eingestreuten
Sichtweisen von Johnny Truant auf die Dauer etwas nervig.
"Das Zuhause der Navidsons war während ihrer Abwesenheit zu etwas anderem geworden, und wenn die Veränderung auch nicht unbedingt unheilvoll oder gar bedrohlich war, so hatte sie dennoch jedes Gefühl von Sicherheit oder Wohlbehagen zerstört." -Seite 36
Mein Fazit:
Dieses Buch ist wohl das außergewöhnlichste, welches ich bisher gelesen habe.
Es ist schon beeindruckend, was der Autor hier erschaffen hat. Leider konnte es
mich nicht ganz überzeugen. Die Idee von einem Haus, dass sich verändert, ist
perfekt und hätte als "Solo-Story" einen klasse Horror- bzw. Mysteryroman
abgegeben. Mir war das ganze Drumherum zu viel, die Spannung wird zerstört, es
wird etwas langweilig. Die innere Gestaltung des Buches ist allerdings etwas
ganz besonderes mit seinen vielen Schreibarten, kreuz und quer beschriebenen
Seiten, usw. Dieses Spezielle hat mir gut gefallen. Dieses Werk ist eine echte
Herausforderung für das man sich Zeit nehmen sollte. Man kann es nicht mal eben
nebenbei lesen und muss sich wirklich darauf einlassen.
Mich konnte es
leider nicht ganz überzeugen, weil es einfach viel zu überladen ist. Ich vergebe
hierfür zwei Sterne. Schade.
Meine Bewertung:
Titel: Das Haus / House of Leaves
Autor: Mark Z. Danielewski
Genre: Roman
Seitenanzahl: 797
Verlag: Klett-Cotta (Hardcover) / btb (Taschenbuch)

Achweee, so lang drauf gefreut & dann das - hoffe dein nächstes Buch wird besser sein!!
AntwortenLöschenNeugierig bin ich dennoch (oder gerade deswegen) geworden, mal sehen, ob ich mich irgendwann mal ran traue ...
Ganz liebe Grüße, Janna
Ja, es ist wirklich schade. Aber ich bin froh, es gelesen zu haben. Auch wenn es mich nicht ganz überzeugt hat, es ist auf jeden Fall ein außergewöhnliches Leseerlebnis.
LöschenFalls du es lesen solltest, dann bin ich sehr gespannt auf deine Meinung. :)
Liebe Grüße
Nicole