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Das
Überwinden von Einsamkeit und Verlust
Jules und
seine beiden älteren Geschwister Marty und Liz wachsen behütet auf. Doch ihre
schöne Kindheit endet schlagartig, als ihre Eltern bei einem tragischen Unfall
ums Leben kommen. Schließlich kommen die Geschwister, die schon immer
grundverschieden waren, auf ein Internat. Doch jedoch entfremden sie sich noch
weiter voneinander und verlieren sich schließlich aus den Augen. Bei jedem von
ihnen hat der viel zu frühe Tod der Eltern tiefe Spuren hinterlassen und jeder
versucht anders, den Verlust zu verarbeiten. Im Internat lernt der verträumte Jules
schließlich das geheimnisvolle Mädchen Alva kennen. Zwischen den beiden
entwickelt sich eine Freundschaft, erst viel später wird er sich seiner Gefühle
bewusst und erfährt, was sie ihm bisher verschwiegen hat. Erst als Erwachsene
begegnen sich die einst so guten Freunde wieder...
Ebenfalls
als Erwachsene kreuzen sich die Wege der Geschwister erneut - inzwischen führt
jeder sein eigenes Leben mit Höhen und Tiefen. Doch die Vergangenheit holt Jules,
Marty und Liz gleichermaßen wieder ein. Finden die drei nach langer Zeit wieder
einen gemeinsamen Weg?
"Wie ein sich ausbreitender Riss nahmen meine Ängste zu. Ich begann, mich vor dem Dunkeln fürchten, vor dem Tod, vor der Ewigkeit." - Seite 55
Benedict
Wells hat hier eine sehr einfühlsame Geschichte geschrieben, die man, einmal
angefangen, nur sehr schwer wieder aus der Hand legen kann. Im Mittelpunkt
stehen drei Geschwister, die durch den plötzlichen Tod der Eltern mitten aus
ihrer behüteten Kindheit gerissen werden - jeder geht anders mit dem
Schicksalsschlag um. Das Buch ist aus Sicht des jüngsten Bruder Jules
geschrieben, der als Erwachsener seine Vergangenheit Revue passieren lässt. Er
erzählt, wie sein Leben und das seiner Geschwister verlaufen ist, das vom
schmerzhaften Verlust der Eltern geprägt ist. Auch das geheimnisvolle Mädchen
Alva, dass er im Internat kennen gelernt hat, spielt in seinen nächsten
Lebensjahren eine zentrale Rolle. An vielen Stellen wird es traurig, doch
gerade diese, manchmal sensiblen Situationen werden sehr gut wiedergegeben. Gerade
bei Jules ist das Überwinden von Einsamkeit und Verlust ein großes Thema.
"Zu Hause erwartete mich Stille, ein mir seit Jahren vertrautes Geräusch." -Seite 162
Die
Charaktere sind hier sehr gut beschrieben, wie sie denken, fühlen, handeln -
alles ist hier sehr gut beschrieben. Der Schreibstil und die Erzählweise sind unheimlich
gelungen.
"Dann sieht er zu mir und lächelt plötzlich. Es ist ein schönes, seltenes Lächeln, hintergründig und fast ein bisschen weise. Ein Lächeln, mit dem er alles retten kann." -Seite 347
Mein Fazit: Vom Ende der Einsamkeit ist ein sehr besonderes und tiefgründiges
Buch. Es ist eine schöne, sehr berührende und traurige Geschichte - jedoch
lässt sie den Leser nicht völlig traurig zurück. Benedict Wells findet die
richtigen Worte zum Thema Einsamkeit und Verlust, aber auch eine große
Liebesgeschichte hat hier ihren Platz. Es war mein erstes Buch von dem Autor und
sicherlich nicht mein Letztes. Ein sehr gelungener Roman, der durch seine besondere
Schreibweise überzeugt.
Meine Bewertung:
Titel: Vom Ende der Einsamkeit
Autor: Benedict Wells
Genre: Romane / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 368
Verlag: Diogenes
Vielen Dank an den Diogenes-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)

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