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Band 1 der Sam Wyndham-Reihe
Kalkutta im Jahr 1919: Gerade erst aus dem
Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, reist Captain Sam Wyndham von London nach
Kalkutta, um dort als Ermittler tätig zu werden. Vieles ist noch ungewohnt für
ihn - die tropische Hitze, schlammige Straßen und heruntergekommene
Kolonialbauten - hinzu kommt noch die
große Unruhe und die zerrissene Bevölkerung, die zwischen alten Traditionen und
der neuen Ordnung der britischen Besatzung steht.
Schon bald wartet ein Mordfall auf ihn, der
ihn vor einige Rätsel stellt - schnell wird klar, dass der Tote zu den höheren
Kreisen der britischen Gesellschaft gehörte. Seine Ermittlungen führen Sam und
seine Kollegen schließlich in die Unterwelt Kalkuttas, wo sie auf noch größere
Geheimnisse stoßen...
"Immerhin war er gut angezogen. Schwarze Fliege, Smoking, das ganze Programm. Wenn man schon umgebracht wurde, konnte man sich dafür auch richtig in Schale werfen." - Seite 9
...schon der erste Satz lässt einen
spannenden Fall erahnen, der sofort einige Fragen aufwirft: Ein britischer
Beamter, der tot in einer düsteren Gasse in Black Town gefunden wird - jenem
riesigen Viertel Kalkuttas, in dem nur die indische Bevölkerung lebt. Dieser
Mordfall ist zugleich Sam Wyndhams erster Fall in Indien, der größer und verstrickter
ist, als er zunächst ahnt...
"Ein angesehener Mann" ist ein
Krimi der besonderen Art - er spielt Anfang der 1920er Jahre in Kalkutta,
dessen unruhige Atmosphäre der Autor perfekt wiedergibt. Nicht nur die
Schauplätze, die hier detailreich beschrieben werden und den Leser hier quer
durch Kalkutta führen, sondern auch die Charaktere kommen sehr gut zur Geltung.
Der Kriminalroman ist in der Ich-Perspektive von Sam Wyndham geschrieben, den
man nach und nach besser kennen lernt und so auch erfährt, was ihn nach Indien geführt
und mit welchen persönlichen Problemen er zu kämpfen hat.
Die Handlung ist atmosphärisch sehr dicht,
man sollte sich etwas Zeit nehmen für dieses Buch - nicht nur der Mordfall und
Sams Privatleben spielen hier eine Rolle, sondern auch die politischen Unruhen
im Land. Der Autor schildert hier verständlich die historischen Hintergründe
vom damaligen British-Indien. Eine gute Hilfestellung ist auch die Karte vorn
im Buch, die alle wichtigen Handlungsorte in Kalkutta markiert. Auch das Cover
ist sehr gelungen - es passt zu diesem besonderen Roman.
Anfangs habe ich erst etwas gebraucht, um mich
einzulesen - in der ersten Hälfte zieht sich die Geschichte an manchen Stellen
etwas. Doch dafür hat mir die zweite Hälfte umso besser gefallen, denn da kommt
es schließlich zu interessanten Entwicklungen, mit denen niemand gerechnet hat.
"Ich drehte mich im Kreis. Keine der Möglichkeiten ergab viel Sinn. Mein erster Fall in Kalkutta nahm jedenfalls keinen besonders vielversprechenden Anfang. Im gegenteil, er schien zu den Sonderbarsten zu gehören, mit denen ich es je zu tun hatte." - Seite 54
Mein Fazit: Ein außergewöhnlicher und sehr
guter Kriminalroman! Atmosphärisch dicht und mit besonderen Schauplätzen überrascht
das Buch - es gibt interessante und unvorhersehbare Wendungen, besonders zum
Ende hin. Ein Buch, das man in Ruhe lesen sollte, da es viele Details enthält
und man einiges über die historischen Hintergründe erfährt. Doch es lohnt sich!
Einen halben Stern ziehe ich ab, da es anfangs ein paar Längen gibt, doch
insgesamt ist es ein sehr gelungener
historischer Krimi!
Meine Bewertung:
Autor: Abir Mukherjee
Genre: Historischer Krimi
Seitenanzahl: 512
Verlag: Heyne
Die Bücher der Sam Wyndham-Reihe:
Band 1 - Ein angesehener Mann
Band 2 - Ein notwendiges Übel
Band 3 - Eine Handvoll Asche

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