Freitag, 26. Juni 2020

Rezension zu "Die Spiegelreisende 4 - Im Sturm der Echos" von Christelle Dabos

Zum Buch

Band 4 der Spiegelreisenden-Saga

Risse überziehen die Welt der Archen. Immer größere Stücke Land stürzen ins Nichts. Babel, Pol, Anima Einer jagt den nächsten, die Abgründe werden immer größer. Babel, Pol, Anima – keine der am Himmel schwebenden Inseln bleibt verschont. Ungläubig müssen die Menschen mit ansehen, wie ihre Welt nach und nach verschwindet. Um die unwiederbringliche Zerstörung der Archen zu stoppen, muss so schnell wie möglich der Schuldige gefunden werden. Muss „der Andere“ gefunden werden. Aber wie? Wo doch niemand auch nur ahnt, wie er aussieht?
Ophelia und Thorn sind so vereint wie nie. Zusammen begeben sie sich im Störfeuer der vergangenen und zukünftigen Echos auf die Suche nach der allerletzten Wahrheit. 
(Quelle: Klappentext)



Der vierte und finale Band der Spiegelreisenden-Saga gehört mit zu den Büchern, auf dessen Veröffentlichung ich in diesem Jahr mit am sehnlichsten gewartet habe. Mit großer Begeisterung habe ich bereits die drei Vorgänger gelesen, die alle im Jahr 2019 erschienen sind. Nachdem der letzte Band „Das Gedächtnis von Babel“ mit einem großen Cliffhanger endete, geht es in „Im Sturm der Echos“ genau an der Stelle spannend weiter.
Doch zunächst gibt es am Anfang des Buches einen kleinen Rückblick auf die letzten Geschehnisse und noch einmal eine Beschreibung der wichtigsten Charaktere – das hat mir sehr gut gefallen, denn so ist man sofort wieder mitten im Geschehen.
Nachdem Ophelia und Thorn im letzten Band einige Geheimnisse gelüftet haben, stehen sie gleichzeitig vor neuen Rätseln und Herausforderungen: Welche Rolle spielen die Echos und das Mysterium, das nur „Der Andere“ genannt wird, bei den dramatischen Geschehnissen, die sich aktuell auf allen Archen ereignen?

„Beschäftigt euch mit den Echos. Sie sind der Schlüssel zu allem“, hatte Lazarus gesagt.
Ophelia versuchte, zu verstehen, sie versuchte es wirklich. Ein unsichtbarer Faden, schien Eulalia Gort, den Anderen, die Einstürze und die Echos miteinander zu verbinden, doch er war voller Knoten. – Seite 144

Um die vielen Geheimnise und die letzten Rätsel zu lösen, begeben sich Thorn und Ophelia auf eine gefährliche Mission. Dazu müssen sie erneut in fremde Rollen schlüpfen. Was sie bei ihren Ermittlungen herausfinden, ist unglaublich und wird sie für immer verändern…

Auch das einzigartige Szenario, in der die Saga spielt, kommt hier wieder sehr gut zur Geltung: Die Welt wie wir sie kennen, gibt es schon lange nicht mehr. Vor langer Zeit wurde diese in 21 Archen zerschlagen, die in der „Leere“ schweben. Auf denen herrschen die Familiengeister, die den Bewohnern besondere Fähigkeiten vererbt haben – jede Arche hat seine eigene Fähigkeit. Ophelia stammt von der Arche Anima – sie kann über kurzen Distanzen durch Spiegel reisen und die Vergangenheit von Gegenständen „lesen“. Bei ihrer ersten Spiegelreise in ihrer Kindheit hatte sie einen Unfall – nichts ahnend, das sie damit etwas ausgelöst hat, was nun, Jahre danach, auf der Welt immer weitreichendere Folgen nach sich zieht. Dieses Geheimnis und u.a. auch die Frage, warum die Welt vor langer Zeit in 21 Archen zerrissen wurde, wird hier nun gelüftet und auf erstaunliche Weise entschlüsselt. 

„Sie tauchte wieder in den Spiegel ein, so aufmerksam wie möglich und zugleich ohne bestimmte Absicht. Sie spürte, wie sie in einen Raum glitt, der mit Worten schwer zu beschreiben war; Formen und Farben waberten darin, als würde man sich mit Fingern fest die Lider zudrücken. Das Dazwischen. Der Raum zwischen den Spiegeln.“ – Seite 67

Neben Ophelia und Thorn gibt es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Nebencharakteren  – auch hier wird um den ein oder anderen so manches Geheimnis gelüftet.
Die Handlung selbst hat einiges zu bieten – auf den über 600 Seiten hat die Autorin einen Verlauf erschaffen, der überraschender nicht sein kann. Es wird öfter mal kompliziert und man muss manches Mal aufpassen, dass man den Faden in der komplexen Handlung nicht verliert - daher sollte man sich Zeit für dieses Buch nehmen. Dennoch ist es im Gesamten gut verständlich. Die beeindruckenden Schauplätze sind detailreich geschildert, die vielen phantastischen Elemente sind perfekt platziert und lässt uns LeserInnen oft staunen.  

Auch die Gestaltung des Buches wieder sehr gelungen und passt perfekt zu seinen Vorgängern:  





Mein Fazit: Ein gelungenes und bildgewaltiges Finale, das überraschender nicht sein kann. Christelle Dabos schafft es, sowohl die beeindruckenden Schauplätze detailreich zu schildern, als auch die Story mit ihren vielen phantastischen Elementen schlüssig und spannend weiter zu erzählen. Der Verlauf ist manchmal zwar etwas kompliziert, aber nach und nach ergibt sich aus den einzelnen Puzzleteilen ein Gesamtbild, das erstaunlicher nicht sein kann.  Ein großartiges Finale mit vielen Abenteuern!  


Meine Bewertung: 




Titel: Die Spiegelreisende 4 - Im Sturm der Echos
Autorin: Christelle Dabos
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 613
Verlag: Insel
Erstveröffentlichung: 22. Juni 2020


Die Bände der Spiegelreisenden-Saga
Band 4 - Im Sturm der Echos



Viele weitere Infos rund um die Autorin und die Spiegelreisenden-Saga und findet ihr hier: https://www.diespiegelreisende.de/

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen