Freitag, 17. Dezember 2021

Rezension zu "Das Buch der Nacht" von Bernd Brunner

 

Zum Buch

Das Buch für Nachtfreunde, Nachtschwärmer und Nachtgestalten.

Mit dem Einbruch der Dunkelheit beginnt eine Zeit, in der sich die gewohnten Koordinaten unserer Wahrnehmung verschieben. Bernd Brunner streift durch die wundersamen Stunden zwischen Dämmerung und Morgengrauen und beleuchtet unser Verhältnis zur Nacht auf dem Grenzgebiet zwischen Geschichte, Mythologie, Biologie und Literatur.

In Bernd Brunners „Buch der Nacht“ begegnen wir mystischen Nachtgestalten, Aberglaube und Bräuchen und begeben uns auf eine Entdeckungsreise, die uns darüber staunen lässt, welche Geheimnisse die Nacht bis heute birgt.
(Quelle: Auszug aus dem Klappentext - Galiani Berlin -Verlag)



„Zunächst ist es nur ein Moment der Irritation, doch dann nimmt man es wirklich wahr: Die Zeit der Dämmerung ist gekommen. Die Farben verblassen. Das Licht wird schwächer und sanfter, die Schatten werden länger.“ (aus dem Kapitel „Wenn die Sonne untergeht“) – Seite 10, eBook


… es waren diese ersten Sätze, die mich sehr neugierig auf Das Buch der Nacht gemacht haben:
In seinem neuen Sachbuch erzählt der Autor Bernd Brunner in 36 kurzen Kapiteln Wissenswertes, Interessantes und Erstaunliches rund um die Nacht. Angefangen bei der Dämmerung, über die besondere Stille der Nacht, vom Schlafen und Träumen, über Nachtgestalten, Mitternachtszauber und nächtlichen Verbrechen bis hin zum Sonnenaufgang - dieses sind nur einige wenige Themen aus dem Buch. Jedes Kapitel ist detailreich geschrieben – mal mit wissenschaftlichen und historischen Fakten, dann mal leicht geheimnisvoll und träumerisch anmutend.

„Die Nacht hat tausend Augen, und der Tag nur eins.“ (Zitat von Francis William Bourdillon) – Seite 25, eBook


Schnell wird klar, dass der Autor zu jedem Abschnitt ausführlich recherchiert hat – ob zum Thema Nachtreisen, der Entwicklung der Straßenlaternen oder auch nachtaktiven Tieren wie Eule und Fledermaus – vieles wird trotz relativ kurzer Kapitel detailreich geschildert. Oft finden sich gut ausgewählte Zitate zum jeweiligen Thema: Aus verschiedensten Romanen, Sachbüchern. Berichten und Sprichwörtern. Auch Gedichtzeilen wie etwa aus Charles Baudelaires Abenddämmerung oder Mondesaufgang von Anette von Droste-Hülshoff finden hier an den passenden Stellen einen Platz.

Einige Fakten rund um die Geheimnisse der Nacht sind überraschend – es gibt einiges zu entdecken. Auch, wie die Nacht auf der Erde vor den Menschen aussah, bevor die Dunkelheit mit künstlichem Licht vertrieben wurde, ist sehr interessant.

„Wenn es stockfinster ist, ändert sich die Wahrnehmung dramatisch, selbst sehr Vertrautes zeigt sich nun anders, eine Parallelwelt tut sich auf: Konturen verschwimmen oder verschwinden ganz, und aus Schatten können Geister werden.“ (aus „Nächtliche Verwandlungen“) – Seite 117, eBook


Manche Kapitel sind interessanter als andere – manche sind ein wenig „trocken“, aber das fällt bei den vielen Themen kaum ins Gewicht.

Mein Fazit: Ein sehr interessantes Buch über die Nacht. Von historischen Fakten über Mystik, von Biologie über Literarisches – die vielen kurzen Kapitel sind sehr facettenreich und informativ. Der Schreibstil ist angenehm, je nach Thema mal sachlich und dann wieder leicht träumerisch. Sehr gut recherchiert und lesenswert für alle Nachtschwärmer!


Meine Bewertung:





Titel: Das Buch der Nacht
Autor: Bernd Brunner
Genre: Sachbuch
Seitenantahl: 192
Verlag: Galiani Berlin (ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch)
Erstveröffentlichung: 07. Oktober 2021


Vielen Dank an den KiWi-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

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